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#metoo und feministischer Hashtag-Aktivismus auf Twitter. Protest im leeren Raum oder Mobilisierung mit realem Einfluss?

Titel: #metoo und feministischer Hashtag-Aktivismus auf Twitter. Protest im leeren Raum oder Mobilisierung mit realem Einfluss?

Hausarbeit , 2022 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ariatani Wolff (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bietet der Aktivismus auf Twitter eine Lösung für körperbezogene, feministische Themen? Funktionieren Hashtags im virtuellen Raum, wenn es ganz praktisch um unzulässige Zugriffe auf Körper und ein Aufbegehren gegen heteronormative, patriarchale Strukturen geht? Hashtagkampagnen wie #Aufschrei, #NiUnaMenos und #MeToo sprechen dafür. Wurde sexuelle Belästigung bis hin zu geschlechterbezogener Gewalt gesellschaftlich wie politisch lange als individuelles Problem Einzelner angesehen und auch entsprechend behandelt, trugen besagte Hashtagproteste maßgeblich zur Offenlegung des systemischen Nexus zwischen Sexualität, Macht und Übergriffigkeit bei.

Als besonders prominentes Beispiel für das feministische Potenzial von Hashtagaktivismus gilt #MeToo, weshalb es im Zentrum dieser Hausarbeit steht. Neben den mit seiner Popularität einhergehenden Chancen für die feministische Sache stieß die Kampagne jedoch auch an Grenzen, beispielsweise in Form von ungewollten Konsequenzen, durch die Bildung hetzerischer Gegenöffentlichkeiten oder hinsichtlich der Herbeiführung realer politischer und rechtlicher Verbesserungen für die Situation von Betroffenen und die Rechenschaftspflichtigkeit der Täter:innen.

Internet und Digitalität sind aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken und prägen diverse Lebensbereiche – so hat sich auch die diskursive Aushandlung, wie Politik und gesellschaftliches Zusammenleben gestaltet werden sollten, zum Teil ins Netz verlagert. Onlineproteste profitieren von der Chance einer raschen Verbreitung und potenziell globalen Sichtbarkeit ihrer Anliegen, wobei Hashtagaktivismus via Social Media eine junge und besonders effektive Methode des E-Protests darstellt: Erstmals 2007 verwendet, entwickelte sich die der Hashtag zum Erfolgsrezept so mancher Onlinekampagne.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Relevanz der Thematik

1.2 Forschungsfrage & Fallauswahl

1.3 Vorgehen

2. Hauptteil

2.1 Theoretischer Rahmen

2.1.1 Funktionslogik (digitaler) Proteste

2.1.2 Verhältnis zwischen digitalen & analogen Protesten

2.2. Rolle von (Twitter-)Hashtags für feministischen Aktivismus

2.3 Potenzial von Hashtagprotesten für feministische Anliegen am Beispiel von #MeToo

2.3.1 Entstehungsgeschichte & Entwicklung

2.3.2 Quantitative Resonanz

2.3.3 Mediale & gesellschaftliche Resonanz

2.3.4 Politische Resonanz

3. Schlussbetrachtung

3.1 Fazit

3.2 Weiterer Forschungsbedarf

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von #MeToo als digitaler Hashtagprotest, um feministische Anliegen wie den Kampf gegen sexuelle Belästigung und strukturelle Machtasymmetrien erfolgreich öffentlich zu thematisieren und reale politische sowie gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

  • Funktionslogik und Wirkmechanismen digitaler Protestformen im Vergleich zu analogen Demonstrationen.
  • Die Rolle von Twitter als Plattform für diskursive Aushandlung und Agenda-Setting.
  • Analyse der quantitativen, medialen und politischen Resonanz am Beispiel der #MeToo-Bewegung.
  • Herausforderungen wie der Backlash, das Risiko der Zweckentfremdung und die Fokussierung auf prominente Stimmen.
  • Das Wechselspiel zwischen digitaler Vernetzung und physischer Mobilisierung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Funktionslogik (digitaler) Proteste

Laut der Politikwissenschaftlerin Sigrid Baringhorst geht es bei Protesten um die Thematisierung von Kritik an als misslich empfundenen Sachverhalten, welche die Protestierenden nicht aus eigener Macht verändern können. An den Entscheidungsprozessen selbst unbeteiligt, versuchen Bürger:innen so auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, um bei Entscheidungsträger:innen und Machteliten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eine positive Resonanz zu erzielen (vgl. 2013: 17). Baringhorst versteht den Akt des Protestierens somit als „in der Regel kommunikatives, auf politische Öffentlichkeit gerichtetes Handeln“ (ebd.). Dazu passt die soziologische Definition, Proteste seien „kontextgebundene, zumeist auf einen konkreten Anlass bezogene Kommunikationsakte“ (Roth, Rucht 2008, zit. n. Mülling 2019: 48), welche „durch die Verschränkung von kognitiven, emotionalen und evaluativen Momenten“ (Rucht 2015, zit. n. ebd.) zustande kommen.

Indem die Protestierenden gesellschaftliche Missstände und die dafür verantwortlich Gemachten öffentlich kritisieren und provozieren, versuchen sie die mediale und politische Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die von etablierten Instanzen nicht oder nur unzureichend wahrgenommen und bearbeitet werden. Dadurch geben sie insbesondere marginalisierten Gruppen eine Stimme und verhelfen ihren Anliegen zu mehr Sichtbarkeit und Reichweite (vgl. Nassehi 2020: 81). Dies gelingt unter anderem, weil Protestkommunikation prinzipiell von Niedrigschwelligkeit gekennzeichnet ist, wobei die Anschlussfähigkeit unterschiedlicher Protestthemen und -formen variiert. Häufig genügt bereits eine grundsätzliche Empörung über als ungerecht empfundene Sachverhalte, um sich Protesten anzuschließen (vgl. ebd. 91).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Hashtag-Aktivismus im digitalen Zeitalter und stellt die Forschungsfrage nach den Chancen und Grenzen von Onlineprotesten für feministische Erfolge am Beispiel von #MeToo.

2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen digitaler Protestlogiken, analysiert die Rolle von Twitter und untersucht detailliert die verschiedenen Resonanzdimensionen (quantitativ, medial, politisch) des Hashtags #MeToo sowie dessen Transformation zur analogen Bewegung.

3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung zieht ein Resümee über das demokratisierende Potenzial des digitalen Aktivismus, reflektiert die Grenzen der Bewegung und identifiziert offenen Forschungsbedarf hinsichtlich des Zusammenwirkens von Online- und Offline-Protestkulturen.

Schlüsselwörter

Hashtag-Aktivismus, #MeToo, Digitaler Protest, Twitter, Feminismus, Politische Öffentlichkeit, Social Media, Online-Mobilisierung, Sexuelle Belästigung, Mediale Resonanz, Power Dynamics, Empowerment, Digitale Politik, Protestforschung, Netzkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit von digitalem Hashtag-Aktivismus, speziell am Beispiel der #MeToo-Bewegung, hinsichtlich seiner Fähigkeit, gesellschaftliche und politische Veränderungen beim Thema sexualisierte Gewalt zu bewirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Funktionslogiken digitaler Proteste, die Bedeutung von Plattformen wie Twitter für das Agenda-Setting, das Zusammenspiel zwischen virtueller und analoger Präsenz sowie die kritische Betrachtung medialer und politischer Resonanz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen von Hashtagprotesten auf Twitter für den Erfolg feministischer Anliegen zu evaluieren und einzuschätzen, ob solche Kampagnen tatsächlich zu einem realen politischen Wandel führen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Protest- und Bewegungsforschung und einer anschließenden empirischen Fallstudie, die mittels Literaturanalyse, Sekundärdaten, Medienspiegel und Umfrageauswertungen durchgeführt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung von Netzprotesten, eine Analyse von Twitter als Sprachrohr für feministische Anliegen und eine vierdimensionale Untersuchung des Falls #MeToo (Entstehung/Resonanz in quantitativer, medialer und politischer Hinsicht).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hashtag-Aktivismus, digitaler Protest, #MeToo, mediale Resonanz, politische Öffentlichkeit und Empowerment charakterisiert.

Welchen Einfluss hatte das TIME Magazine auf die Wahrnehmung von #MeToo?

Das TIME Magazine trug durch die Wahl der „Silence Breakers“ zur Person of the Year 2017 maßgeblich zur Enttabuisierung des Diskurses bei und steigerte die Popularität sowie die Reichweite der Bewegung in der breiten Öffentlichkeit.

Wie unterscheidet sich die mediale Resonanz nach Parteizugehörigkeit?

Die Analyse zeigt eine deutliche Korrelation: Repräsentative Studien verdeutlichen, dass Republikaner die #MeToo-Bewegung kritischer sehen als Demokraten, was auf unterschiedliche Einschätzungen der politischen Folgen und der Methodik der Bewegung hindeutet.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
#metoo und feministischer Hashtag-Aktivismus auf Twitter. Protest im leeren Raum oder Mobilisierung mit realem Einfluss?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Seminar "Körperkonstruktionen im politischen Denken"
Note
1,0
Autor
Ariatani Wolff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
26
Katalognummer
V1315944
ISBN (PDF)
9783346798848
ISBN (Buch)
9783346798855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Twitter Hashtagaktivismus Protest Feminismus Kritik Bewegung Sexismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ariatani Wolff (Autor:in), 2022, #metoo und feministischer Hashtag-Aktivismus auf Twitter. Protest im leeren Raum oder Mobilisierung mit realem Einfluss?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1315944
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Leseprobe aus  26  Seiten
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