Wie kann man Familienangehörige unterstützen, wenn das eigene Kind an Anorexia nervosa erkrankt ist? Am Anfang dieser Bachelorarbeit wird ein Fall vorgestellt, anhand dessen diese Fragestellung beantwortet wird. Anschließend werden drei zentrale Begriffe, Familie, Partner und Jugendlicher, definiert, um eine einheitliche Betrachtungsweise zu garantieren.
Die Grundaussage des systemischen Ansatzes nach Luhmann wird anschließend erläutert, denn durch diesen Ansatz bekommt man einen entsprechenden Blick auf die Probleme- und Unterstützungssysteme und darauf, wie man diese Methoden maßgeschneidert an den entsprechenden Punkten des Unterstützungsprozesses verwendet. Anschließend wird erläutert, was Luhmann unter dem System Krankheit und Familie versteht.
Infolgedessen wird eine Einführung über die Problematik einer Diagnose gegeben und dargelegt, welche Vorteile und Nachteile eine Diagnose mit sich bringt. Weil sich die Arbeit auf die Erkrankung Anorexia nervosa bezieht, wird im vierten Punkt erläutert, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit man eine solche Diagnose bekommt.
Wenn das eigene Kind davon betroffen ist, geht das meist nicht spurlos an der Familie und den Betroffenen vorbei. Ab hier nimmt die Arbeit Bezug auf die Fallvignette. Es wird aufgezeigt, welche Folgen dies für die Familie sowie die Betroffenen haben kann. Anschließend werden die Ressourcen der einzelnen Familienmitglieder verdeutlicht. Diese Ressourcen sind wichtig, damit eine passende Unterstützung gewährleistet werden kann. Welche Unterstützungsmöglichkeiten es für die Familie und für den Betroffenen gibt, wird im letzten Punkt genauer dargestellt.
Das Fazit erläutert nochmals genauer, was wichtig für eine sozialarbeiterische Beratung ist und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um eine gute Unterstützung für die Eltern zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallvignette
3. Einführung
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Grundaussage des systemischen Theorieansatzes
3.2.1. Krankheit und das System
3.2.2. Familie und das System
3.3. Mögliche Auswirkungen einer psychischen Diagnose
4. Anorexia nervosa
4.1. Charakteristische Symptome
4.2. Erklärungsansätze
5. Auswirkungen auf die Familie
5.1. Emotionale Folgen
5.2. Partnerschaftliche Folgen
5.3. Bedeutung für den Jugendlichen
6. Unterstützungsmöglichkeiten
6.1. Ressourcen
6.1.1. Die Familie
6.1.2. Der Partner
6.1.3. Das betroffene Kind
6.2. Professionelle Unterstützung für Betroffene
6.3. Professionelle Unterstützung für Angehörige
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie Familienangehörige unterstützt werden können, wenn ein Kind an Anorexia nervosa erkrankt ist, um den familiären Zusammenhalt zu stärken und Konflikte zu reduzieren. Die zentrale Fragestellung konzentriert sich darauf, wie professionelle Hilfsangebote entlastend für alle Beteiligten wirken können.
- Systemtheoretische Betrachtung von Familien und psychischen Krankheiten
- Diagnostik und Symptomatik der Anorexia nervosa
- Psychische und partnerschaftliche Folgen für die Familie
- Identifikation familiärer Ressourcen im Umgang mit der Essstörung
- Vorstellung professioneller Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
4.1. Charakteristische Symptome
Patienten, die an Anorexia nervosa erkrankt sind, versuchen durch Diäten oder Fasten, durch übertriebenen Sport, Erbrechen oder durch Tabletten ihr Gewicht zu reduzieren (vgl. Fichter 2012, S. 643). Sie beschäftigen sich permanent mit ihrem Gewicht und definieren ihr Selbstwertgefühl danach. Sie fühlen sich, trotz eines extremen Untergewichts, meist immer noch zu dick (vgl. ebd.). Ebenso sind die Patienten oft Personen, die eine auffällige soziale Angepasstheit haben und ihre Aggressionen verstecken (vgl. Beushausen 2004, S. 94). Bevor aber eine solche Diagnose gestellt werden kann, muss erst einmal abgeklärt werden, dass keine körperliche Ursache für den Gewichtsverlust verantwortlich ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird geschaut, ob die Diagnosekriterien von ICD-10 oder DSM-V zutreffen.
Die Kriterien des DSM-V besagen, dass, wenn der Patient sich weigert, ein Minimum an dem für sein Alter und seine Körpergröße angemessenen Gewicht zu halten und wenn das Gewicht somit dauerhaft beispielsweise unter 85 % des normalen Gewichts liegt, eine Anorexia nervosa besteht (vgl. Falkai & Wittchen 2015, S. 463). Ebenso hat er eine ausgeprägte Angst davor, Gewicht zuzunehmen und nimmt seinen Körper anders war als er tatsächlich ist (vgl. ebd., S. 463). Das Selbstwertgefühl wird durch das Gewicht und die Figur definiert (vgl. ebd.). Ein weiteres Kriterium ist auch das häufige Leugnen des momentanen niedrigen Gewichts (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Anorexia nervosa bei Jugendlichen und Darlegung der zentralen Fragestellung, wie Familienangehörige unterstützt werden können.
2. Fallvignette: Detaillierte Darstellung eines Praxisbeispiels einer 14-jährigen Patientin, um die Herausforderungen einer Erkrankung innerhalb einer Familie zu verdeutlichen.
3. Einführung: Definition grundlegender Begriffe und Erläuterung des systemischen Theorieansatzes sowie der Auswirkungen psychischer Diagnosen.
4. Anorexia nervosa: Medizinische und psychologische Charakterisierung der Krankheit, inklusive Diagnosekriterien und Ursachenforschung.
5. Auswirkungen auf die Familie: Analyse der emotionalen und partnerschaftlichen Belastungen innerhalb des Familiensystems sowie der Bedeutung für den Jugendlichen.
6. Unterstützungsmöglichkeiten: Untersuchung vorhandener familiärer Ressourcen und professioneller Hilfeleistungen für Betroffene und Angehörige.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit professioneller Beratung und frühzeitiger Intervention im familiären Kontext.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Essstörung, Familie, Systemtheorie, Angehörige, Unterstützung, Beratung, Familientherapie, Jugendliche, Pubertät, Diagnostik, Stigmatisierung, Sozialarbeit, emotionale Folgen, Stressbelastung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Familien, deren Kind an Anorexia nervosa erkrankt ist, und beleuchtet Ansätze, wie diese Familien professionell unterstützt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Thematisiert werden systemtheoretische Grundlagen, die medizinischen Aspekte der Anorexia nervosa, die psychosozialen Folgen für Eltern und Geschwister sowie konkrete Hilfeleistungsangebote.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Fragestellung lautet: „Wie kann man Familienangehörige unterstützen, wenn das eigene Kind an Anorexia nervosa erkrankt ist?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine systemtheoretische Analyse und wertet Fachliteratur sowie ein praktisches Fallbeispiel aus der Sozialen Arbeit aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen der Krankheit auf die Familiendynamik, arbeitet Ressourcen der Familie heraus und stellt verschiedene ambulante sowie stationäre Hilfemöglichkeiten vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Anorexia nervosa, systemtheoretischer Ansatz, Angehörigenunterstützung, Familientherapie und soziale Ressourcen.
Warum betrachten Sie die Rolle der Eltern als so belastet?
Eltern fühlen sich oft unzureichend informiert, leiden unter Stigmatisierung und entwickeln häufig Schuldgefühle oder Angst, was die Bewältigung des Alltags und der Essstörung massiv erschwert.
Inwieweit spielt der systemische Ansatz bei der Therapie eine Rolle?
Der systemische Ansatz hilft zu verstehen, dass die Krankheit nicht isoliert das Individuum betrifft, sondern das gesamte Kommunikations- und Verhaltensgefüge der Familie beeinflusst, was eine Einbeziehung aller Familienmitglieder sinnvoll macht.
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- Anonym (Autor), 2018, Anorexia nervosa bei Kindern und Jugendlichen. Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1315977