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Metz’ "memoria passionis" in Kolumbien. Eine Untersuchung von drei Veröffentlichungen der "Comisión de Conciliación Nacional"

Titel: Metz’ "memoria passionis" in Kolumbien. Eine Untersuchung von drei Veröffentlichungen der "Comisión de Conciliación Nacional"

Seminararbeit , 2022 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Thalita Müller (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit stellt sich die Frage, ob die katholische Kirche in Kolumbien den Aufbau einer memoria passionis unterstützt und wie sie sich möglicherweise von Metz‘ Idee unterscheidet. Dazu soll in einem ersten Schritt die von Metz genutzten Begriffe der Anamnetische Kultur, der memoria passionis und der gefährlichen Erinnerung vorgestellt werden. Anschließend wird ein kurzer historischer Hintergrund zum bewaffneten Konflikt in Kolumbien gegeben und die Rolle der katholischen Kirche diesbezüglich beleuchtet.

Der Hauptteil der Seminararbeit liegt in der darauffolgenden Analyse von drei Veröffentlichungen der Comisión de Conciliación Nacional, welche unter der Schirmherrschaft der Kirche steht, hinsichtlich des Konzeptes der memoria passionis. Die daraus gewonnen Ergebnisse werden in einem vierten Schritt zusammengefasst.

In diesen Tagen ist uns das Leid der ukrainischen Bevölkerung durch den Angriffskrieg Russlands schmerzhaft bewusst. Bilder und Berichte über Angriffe auf zivile Ziele wie Kindergärten und Kranken-häuser, sowie getrennte Familien und auf Hilfe angewiesene Flüchtlinge beeinflussen auch in Alltag in Deutschland. Die Welle der Empathie und der Hilfsbereitschaft in der europäischen Bevölkerung ist groß, aber erfahrungsgemäß wird beides weniger werden, sobald sich das mediale Interesse am Konflikt und seiner Opfer erschöpft.

Wer denkt heute noch an die Leidtragenden der Jugoslawienkriege, der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 oder der Terroranschläge in Paris im Jahr 2015. Alle diese Ereignisse hielten die Welt in Atem, solange sie im Fernseher, in Zeitungen und sozialen Medien präsent waren. Heute jedoch wird über diese Geschehnisse und ihr (immer noch andauerndes) verursachtes Leid nicht mehr gesprochen. Die Gesellschaft scheint sie vergessen zu haben.

Ähnlich verhält es sich mit langandauernden Konflikten. Die deutsche Bevölkerung weiß um den Bürgerkrieg in Syrien und den Genozid in Myanmar, aber diese humanitären Katastrophen werden kaum (medial) diskutiert. Falls doch über Vorfälle mit hohen Opferzahlen berichtet wird, ist beim Publikum oft eine schulterzuckende Reaktion zu beobachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ‘Anamnetische Kultur‘ und Memoria Passionis nach J. B. Metz

3. Metz’ Memoria passionis in Kolumbien

3.1. Der bewaffnete Konflikt in Kolumbien und die Rolle der katholischen Kirche darin

3.2. Projekte der Comisión de Conciliación Nacional

3.2.1. “Aportes para la Memoria Histórica en Colombia - Construcción Colectiva y Regional”

3.2.2. “Comunicar para la Reconciliación y la Paz - Reflexiones, Claves y Herramientas”

3.2.3. “Verdad, Justicia, Reparación - una Reflexión en Apoyo de las Víctimas”

4. Fazit und abschließende Worte

5. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die katholische Kirche in Kolumbien das theologische Konzept der memoria passionis nach Johann Baptist Metz in ihren Friedensbemühungen adaptiert und umsetzt. Dabei analysiert die Arbeit die Schnittmengen sowie Unterschiede zwischen Metz' Konzept einer Leidenserinnerung gegen das Vergessen und den praktischen Friedensprojekten der Comisión de Conciliación Nacional.

  • Grundlagen des Konzepts der memoria passionis nach J. B. Metz
  • Kontext des bewaffneten Konflikts in Kolumbien und die Rolle der Kirche
  • Analyse der Friedensarbeit der Comisión de Conciliación Nacional
  • Gegenüberstellung: Theoretische Erinnerungsarbeit versus praktische Versöhnungsarbeit

Auszug aus dem Buch

Parallelen und Unterschiede zum Erinnerungsverständnis nach Metz

Genau wie der deutsche Theologe betont auch dieses Buch die Wichtigkeit von Verbreitungen von (gefährlichen) Erinnerungen, die auch von der offiziellen Geschichtsschreibung abweichen können. Man ist sich einig, dass Forschung und Konstruktion eines solchen historischen Gedächtnisses beziehungsweise einer anamnetischen Vernunft die Gesellschaft als Ganzes stärken. Beide Erinnerungsverständnisse sprechen von einem Blick in die Vergangenheit, dessen Reflexion die Gegenwart und die Zukunft formt.

Jedoch unterscheiden sich die Ziele, welche durch die Bewahrung und Verbreitung von jenen Erinnerungen verfolgt werden, grundliegend. Wo Metz eine ‚Unaufhebbarkeit‘ der Erinnerungen sucht und ein irdisches Schließen von Wunden ausschließt, versucht die CCN womöglich genau das Gegenteil zu erreichen. Die Kolumbianer wollen durch die Bekanntmachung von gefährlichen Erinnerungen eine symbolische Wiedergutmachung erreichen, welche die Würde der Opfer rehabilitiert und so zu einer Kultur des Friedens beiträgt. Selbst wenn nicht der Anspruch erhoben wird, die erlittenen Traumata komplett zu schließen, so wird doch versucht den Betroffen und ihrem Umfeld Hilfestellungen zu geben, mit diesen leben zu lernen. Denn - wie der Untertitel der Publikation schon sagt – steht hier die Unterstützung der Opfer im Vordergrund, während Metz sich mehr an die Gesamtgesellschaft wendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Vergessenskultur gegenüber Konflikten und führt in die Fragestellung ein, ob die katholische Kirche in Kolumbien Metz' Konzept der memoria passionis nutzt.

2. ‘Anamnetische Kultur‘ und Memoria Passionis nach J. B. Metz: Dieses Kapitel erläutert Metz' Kritik an der modernen Gesellschaft, die durch Leugnung von Leid geprägt ist, und stellt sein Konzept der memoria passionis als notwendigen Gegenentwurf dar.

3. Metz’ Memoria passionis in Kolumbien: Der Hauptteil analysiert den kolumbianischen Konflikt sowie die Rolle der Kirche als Friedensakteur und untersucht drei spezifische Publikationen der CCN auf ihren Bezug zum Leidgedächtnis.

4. Fazit und abschließende Worte: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die kolumbianische Kirche eine dynamischere Form der Leidenserinnerung betreibt, die konkret auf die Versöhnung und die Unterstützung der Opfer ausgerichtet ist.

5. Bibliografie: Eine Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur theologischen und politischen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

memoria passionis, J. B. Metz, Kolumbien, katholische Kirche, Friedensbildung, anamnetische Kultur, Leidenserinnerung, gefährliche Erinnerung, Comisión de Conciliación Nacional, Versöhnung, Wiedergutmachung, humanitäre Hilfe, Opfer, Geschichtsbewusstsein, Gewaltprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Untersuchung grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die katholische Kirche in Kolumbien durch das Konzept der Leidenserinnerung (memoria passionis) versucht, einen Beitrag zur Friedensstiftung in einem langjährigen bewaffneten Konflikt zu leisten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Die zentralen Themen sind das theologische Erinnerungskonzept von J. B. Metz, die Strukturen des kolumbianischen Bürgerkriegs und die praktische Friedensarbeit kirchlicher Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie die katholische Kirche in Kolumbien das theoretische Konzept von Metz adaptiert und ob es sich wesentlich von dessen ursprünglicher Idee unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Untersuchung und komparative Analyse von drei spezifischen Veröffentlichungen der Comisión de Conciliación Nacional im Vergleich zu den theoretischen Grundannahmen von Johann Baptist Metz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des historischen Hintergrunds in Kolumbien, die Rolle der Kirche als Friedensstifterin und die detaillierte Analyse von drei verschiedenen Publikationen der CCN.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie memoria passionis, anamnetische Kultur, Friedensbildung, kolumbianischer Konflikt und kirchliche Friedensarbeit charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der kolumbianischen Kirche von der Theorie des J. B. Metz?

Während Metz eher ein universelles, statisches Gedächtnis des Leidens einfordert, nutzt die kolumbianische Kirche dieses Leid dynamisch, um aktiv an einer nationalen Versöhnung und der Rehabilitation der Opfer zu arbeiten.

Welche Bedeutung kommt der symbolischen Wiedergutmachung in den untersuchten CCN-Dokumenten zu?

Die symbolische Wiedergutmachung (reparación simbólica) dient dazu, das erlittene Unrecht der Opfer anzuerkennen, ihre Würde wiederherzustellen und so einen Prozess des gesellschaftlichen Miteinanders zu ermöglichen.

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Details

Titel
Metz’ "memoria passionis" in Kolumbien. Eine Untersuchung von drei Veröffentlichungen der "Comisión de Conciliación Nacional"
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,3
Autor
Thalita Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
17
Katalognummer
V1316023
ISBN (PDF)
9783346793867
ISBN (Buch)
9783346793874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
memoria passionis Anamnetische Kultur J. B. Metz gefährliche Erinnerung bewaffnete Konflikt in Kolumbien Comisión de Conciliación Nacional Gedächtnisses des Leidens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thalita Müller (Autor:in), 2022, Metz’ "memoria passionis" in Kolumbien. Eine Untersuchung von drei Veröffentlichungen der "Comisión de Conciliación Nacional", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316023
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Leseprobe aus  17  Seiten
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