„Markt und Kaufleute in Soest- Erkenntnisse zum Markt und Handel bis einschließlich in das 13.Jh.“
Diese Arbeit stützt sich im Wesentlichen auf die Ergebnisse mehrerer Ausgrabungen in der Stadt Soest von den 1970er bis 1990er Jahren, sowie auf die Erkenntnisse der Texte von Franz Irsigler und Max Weber,die einen Leitfaden für die Charakterisierung der Kaufmannstypen und die Entwicklung einer Stadt geben.
In der Arbeit sollen folgende Fragen geklärt werden:
Welche Faktoren begünstigten die Entstehung eines Marktes?
Welche Rolle spielte Soest in der Hanse bis in das 13.Jh. hinein?
Welche Gründe gab es für die Verlegung des Marktes im 12.Jh.?
Was haben die Ausgrabungen an Erkenntnissen gebracht?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Anfänge in der Siedlung Soest
3. Der erste Markt in Soest
4. Exkurs in die Zeit der Hanse
5. Der neue Markt und die Zünfte
6. Die Zusammenfassung der Ausgrabungen in Soest
7. Schluss
8. Anhang
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Marktes und Handels in der Stadt Soest bis einschließlich des 13. Jahrhunderts, wobei sie sich primär auf archäologische Funde und soziologische Theorien stützt.
- Faktoren der Marktgenese in Soest
- Die Rolle von Soest innerhalb der Hanse
- Gründe für die Marktverlegung im 12. Jahrhundert
- Erkenntnisse aus stadtarchäologischen Grabungen
- Symbiose von städtischer Siedlung und wirtschaftlichem Marktbetrieb
Auszug aus dem Buch
3.Der erste Markt in Soest
Das karolingische Staatswesen, dass von Karl dem Großen gefördert und von Otto dem Großen ausgebaut wurde, begünstigte den Handel und die von ihm geförderte Kirche sorgte für reichlich begütete Stiftsherren. Nach Max Weber hat der Markt in der Stadt eine ganz besondere Funktion. „Der Markt soll ökonomischer Mittelpunkt sein zum Verkauf von lokalen oder im näheren Umland gefertigten Waren, die zum Zwecke eben des Verkaufs gefertigt oder erworben wurde.“ Wie schon vorher erwähnt siedelten sich Kaufleute schon im 10.Jh. in Soest an und förderten die Entwicklung des Marktes. Die Salineproduktion war als erstes Gewerbe schon fest etabliert und sorgte für eine große Zahl an Arbeitskräften und führte zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Am Kohlbrink lag dieses Sälzerviertel mit mehr als 100 Ofenanlagen, nicht weit von der Keimzelle der späteren Stadt und dem Markt an der Petrikirche entfernt.
Der erste Markt der Stadt Soest lag auf dem nördlichen Kirchhof von St.Petri. Durch das westliche Tor kam man zu ihm, dass auch Zugang zum Hellweg ermöglichte. Wichtige Handelsgüter waren das Salz, da es ein sehr teuer gehandeltes Lebensmittel war, genauso wie Buntmetall, Eisen und Tuche. Für 1165 wurden auch Brotbänke in den Nekrologen von St.Patrokli erwähnt, die einen Markt mit Brotbänken und die Existenz des Bäckerhandwerks zweifelsfrei nachweisen. Die heutige Rathausstraße trug damals wohl aus diesem Grund den Namen Bäckerstraße. Die Hellweggegend war zunächst „Durchgangsland für die edleren Metalle des Harzgebietes, die Fabrikate des Brabanter Wollgewerbes und die Weine, die am Rhein gediehen.“ Doch dann entwickelten sich auch die umländische Industrie und deren Produktionen als annehmbarer Faktor in Bezug auf den Markt und den Handel. In den Jahrzehnten vor 1165 muss Soest das Stadtrecht erworben haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsbasis durch Ausgrabungsergebnisse und soziologische Kaufmanns- und Stadtmodelle sowie Definition der zentralen Fragestellungen.
2. Die Anfänge in der Siedlung Soest: Analyse der frühen Besiedlungsfaktoren wie Salzvorkommen, der Lage am Hellweg und der Entwicklung religiöser Zentren.
3. Der erste Markt in Soest: Erläuterung der Bedeutung der Salineproduktion und der Rolle des ursprünglichen Marktes am nördlichen Kirchhof von St. Petri.
4. Exkurs in die Zeit der Hanse: Untersuchung der soestischen Handelsbeziehungen im Ostseeraum und der Bedeutung von Privilegien für den wirtschaftlichen Aufstieg.
5. Der neue Markt und die Zünfte: Darstellung der Marktentwicklung im 12. Jahrhundert, der Rolle des Stalgadums und der Etablierung des Zunftwesens.
6. Die Zusammenfassung der Ausgrabungen in Soest: Überblick über die archäologischen Kampagnen von den 1970er bis 1990er Jahren und deren wissenschaftlichen Beitrag.
7. Schluss: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung von Wirtschaft und Markt für die Stadtentwicklung Soests im Mittelalter.
8. Anhang: Visuelle Dokumentation der städtischen Struktur durch Kartenmaterial.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, Fachliteratur und Karten.
Schlüsselwörter
Soest, Markt, Handel, Hanse, Archäologie, Stadtentwicklung, Zünfte, Salzproduktion, Hellweg, Mittelalter, Stadtarchäologie, Kaufmannstypen, Stalgadum, Stadtprivileg, Westfalen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Markt und Handel in Soest vom frühen Mittelalter bis in das 13. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die archäologischen Grabungsergebnisse, die wirtschaftliche Bedeutung der Salzproduktion sowie die soziologische Stadtentwicklungstheorie nach Max Weber.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Faktoren den Marktbetrieb begünstigten, warum der Markt verlegt wurde und welche Rolle Soest innerhalb der Hanse einnahm.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die archäologische Befunde der 1970er bis 1990er Jahre mit historischen Quellen und theoretischen Kaufmannsmodellen verknüpft.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Stadtstruktur, den Wandel vom ersten Markt an der Petrikirche zum neuen Standort, die Entwicklung der Zünfte und den Ostseehandel.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die zentralen Schlagworte sind Soest, Marktentwicklung, Stadtarchäologie, Hanse, Salineproduktion und Zunftwesen.
Welche Bedeutung hatte das Stalgadum für Soest?
Das Stalgadum war ein zentrales Gebäude am Markt, das für die Warenkontrolle, als Ort für Versammlungen der Gemeinheit sowie als Lager für Maße und Gewichte diente.
Warum war die Verlegung des Marktes im 12. Jahrhundert notwendig?
Die Verlegung wurde durch das starke Bevölkerungswachstum und den damit verbundenen erhöhten Bedarf an Grabstätten auf dem ursprünglichen Kirchhof erforderlich.
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- Daniela Boshüsen (Autor), 2009, Markt und Kaufleute in Soest, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131610