Für die Untersuchung der Fragestellung, inwiefern die Integration von geflüchteten Kindern und ihrer Eltern in die Kita gefördert werden kann, müssen grundlegende Begrifflichkeiten wie „Geflüchtete/r“ und „Integration“ näher geklärt werden. Diese Begriffserklärungen dienen der Einordnung der Fragestellung und stellen somit die ersten Punkte dieser vorliegenden Arbeit dar.
Neben Ideen zum Umgang und zur Interaktion mit geflüchteten Eltern ist auch die Haltung der pädagogischen Fachkräfte essenziell für die Integration geflüchteter Familien. Diese notwendigen Haltungen und ihre Auswirkungen werden in Punkt 3 genannt und erläutert. Unter Punkt 4.1 werden hilfreiche Impulse, die man in der Raum- und Materialgestaltung berücksichtigen kann, aufgelistet, um die Eingewöhnung geflüchteter Kinder zu erleichtern. Neben der Eingewöhnung, spielt auch die Sprache einen wichtigen Bestandteil in der Integration, da sich Kinder durch Sprache mitteilen und zugehörig fühlen können. Nützliche Wege, die deutsche Sprache geflüchteter Kinder auf verschiedene Weisen zu fördern, werden unter Punkt 4.2 aufgelistet. Geflüchtete Eltern erfahren durch die Erlebnisse in ihrem Land und durch die Flucht Traumata, die sich auf ihre Kinder übertragen können. Nicht jedes geflüchtete Kind muss ein Trauma aufweisen. Dennoch wird im letzten Punkt dieser Arbeit der Begriff „Trauma“ und seine Auswirkungen auf Kinder erläutert und diesbezüglich vorbeugenden Maßnahmen bei möglichen Traumata genannt, um geflüchtete Kinder, die Traumata aufweisen, zu berücksichtigen. Abgerundet wird die Arbeit mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1. Geflüchtete/r
2.2. Integration
3. Pädagogischer Umgang mit geflüchteten Eltern
3.1. Erst-/Anmeldegespräch
3.2. Hausbesuche, Elterncafé
3.3. Haltung der Fachkräfte
4. Pädagogischer Umgang mit geflüchteten Kindern
4.1. Eingewöhnung
4.2. Sprachförderung
4.3. Vorbeugende Maßnahmen bei möglichen Traumata
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Integration von geflüchteten Kindern und ihren Eltern in Kindertageseinrichtungen (Kita) erfolgreich unterstützt und gefördert werden kann, wobei insbesondere die Rolle der pädagogischen Fachkräfte im Mittelpunkt steht.
- Integration und Eingewöhnung von geflüchteten Kindern
- Kommunikation und Zusammenarbeit mit geflüchteten Eltern
- Sprachförderung als essenzieller Bestandteil der Integrationsarbeit
- Traumapädagogische Aspekte und präventive Maßnahmen
- Haltung und Handlungsmöglichkeiten der pädagogischen Fachkräfte
Auszug aus dem Buch
3.3. Haltung der pädagogischen Fachkräfte
Bevor geflüchtete Eltern und ihre Kinder in die Kindertagesstätte aufgenommen werden, ist es wichtig, dass sich pädagogische Fachkräfte mit der jeweiligen Kultur der Familien beschäftigen und sich „interkulturelle Kompetenzen“ (Bialek/Kühn 2017, S.68) aneignen. Jede Kultur besitzt andere Werte, Normen, Erziehungsformen usw., die es zu beachten gilt. Pädagogische Fachkräfte vermitteln geflüchteten Eltern somit das Gefühl, dass sie an ihrer Kultur interessiert sind und diese sowohl anerkennen als auch akzeptieren (vgl. Hendrich 2016, S.55). Jedoch sollte das kulturelle Wissen nur als mögliche „Sensibilisierung“ (Bialek/Kühn 2017, S.96) genutzt werden, ohne die Individualität der Familien zu vergessen.
„So wenig wie es die deutsche Kultur gibt, gibt es die Kulturen ganzer Länder oder größerer religiöser Gruppen. Kulturen setzen sich aus den verschiedensten Elementen (Sozialisation, Regeln, Philosophie, Sprachen, Wirtschaft u.v.w.) zusammen und werden von Individuen getragen“ (Bialek/Kühn 2017, S.96, Hervorhebung im Original, zit. nach: Wiesemann et al., 2016)
Pädagogische Fachkräfte müssen die Familien und ihr Kind kennenlernen, ohne sie wegen ihrer Religion oder Herkunft in gewisse Schubladen zu stecken. Auch die Tatsache, dass sie Geflüchtete sind, macht diese Familien nicht aus (vgl. Iglesias 2019, S.84).
„Bei der Repräsentation der Lebensrealität geflüchteter Kinder ist zu bedenken, dass geflüchtete Kinder und ihre Familien genau wie Kinder und Familien ohne Fluchtgeschichte vielfältig sind“ (Iglesias 2019, S.84)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Wege für eine gelungene Integration in der Kita aufzuzeigen.
2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die Begriffe „Geflüchtete“ und „Integration“ wissenschaftlich fundiert definiert, um ein einheitliches Verständnis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Pädagogischer Umgang mit geflüchteten Eltern: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung gelungener Erstgespräche, Hausbesuche und die essenzielle Haltung der Fachkräfte im Umgang mit geflüchteten Familien.
4. Pädagogischer Umgang mit geflüchteten Kindern: Der Fokus liegt auf der Gestaltung einer sensiblen Eingewöhnung, der Sprachförderung und dem Umgang mit potenziellen Traumata bei Kindern.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Geduld, Empathie und einer offenen Grundhaltung der pädagogischen Fachkräfte.
Schlüsselwörter
Integration, Flüchtlingskinder, geflüchtete Familien, Kindertagesstätte, Eingewöhnung, Sprachförderung, Traumapädagogik, interkulturelle Kompetenz, Erziehungspartnerschaft, pädagogische Fachkräfte, Migration, Erstgespräch, Kindeswohl, Vielfalt, Sensibilisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Anforderungen und Möglichkeiten der Integration von geflüchteten Kindern und ihren Eltern in den Alltag von Kindertagesstätten.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die Gestaltung von Beziehungsarbeit zwischen Fachkräften und Familien, die sensible Eingewöhnungsphase, Sprachförderung sowie der Umgang mit möglichen Traumata der Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, pädagogischen Fachkräften fundierte Handlungsansätze und Strategien zu vermitteln, um den Integrationsprozess geflüchteter Familien bestmöglich zu begleiten.
Welche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse bestehender pädagogischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema Flucht, Migration und Integration.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in pädagogische Handlungsfelder für geflüchtete Eltern (z. B. Erstgespräche, Haltung) und spezialisierte Ansätze für Kinder (Eingewöhnung, Spracherwerb, Notfall-Koffer für Traumatisierte).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselterme sind unter anderem Integration, Eingewöhnung, interkulturelle Kompetenz, Erziehungspartnerschaft und traumapädagogische Unterstützung.
Warum ist die Haltung der Fachkräfte so entscheidend?
Die Haltung der Fachkräfte ist die Basis für Vertrauensbildung; eine wertschätzende Begegnung hilft Familien, sich trotz Sprachbarrieren sicher und willkommen zu fühlen.
Welche Rolle spielen präventive Maßnahmen bei Traumata?
Präventive Ansätze wie der „Notfall-Koffer“ oder „Träumerzimmer“ helfen Kindern, Sicherheit zu gewinnen und bei akuten Stressreaktionen durch Fluchterinnerungen regulierend einzugreifen.
- Quote paper
- Aria Emin (Author), 2021, Die Integration von geflüchteten Kindern und ihren Eltern in die Kita. Ideen zum Umgang und zur Interaktion, sowie Haltung der pädagogischen Fachkräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316149