In dieser Arbeit wird untersucht, wie Schulleiter:innen in digitalen Pionierschulen Führung verstehen und welche Denkweise für eine erfolgreiche digitale Transformation förderlich ist. Außerdem wird untersucht, wie sie ihre Führungsrolle im Laufe der Zeit entwickelt haben. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen dazu beitragen, aufzuzeigen, wie dieses Führungsverständnis flächendeckend verbreitet werden könnte, damit sich mehr Schulleiter:innen auf den Weg machen, ihre Schulen fit für die Zukunft zu machen. Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich auf der Grundlage einer umfangreichen Literaturrecherche mit dem Thema Führung in Bildungseinrichtungen. Außerdem umfasst diese Arbeit qualitative Interviews mit fünf Schulleiter:innen von Pionierschulen. Die Arbeit schließt mit den wichtigsten Erkenntnissen und Empfehlungen für die Schulpraxis ab.
Um die großen Herausforderungen der digitalen Welt zu meistern, brauchen wir ein modernes Bildungssystem. Bildung ist im digitalen Zeitalter eine der wichtigsten Ressourcen. Doch das deutsche Schulsystem hinkt bei der Digitalisierung anderen Ländern weit hinterher. Bisher hat es nur ein kleiner Teil der Schulen geschafft, einen erfolgreichen digitalen Weg einzuschlagen. Es ist jedoch klar, dass Schulleiter:innen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der digitalen Transformation in Schulen spielen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodische Vorgehensweise
1.5 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Grundlagen der Digitalen Transformation
2.1.1 Begriffsdefinitionen
2.1.2 Chancen und Herausforderungen
2.1.3 Neue Anforderungen an Führungskräfte
2.1.4 Erfolgreich führen in der VUCA-Welt
2.2 Digitale Transformation in Bildung und Schule
2.2.1 Status quo der Schuldigitalisierung
2.2.2 Visionen einer zukunftsfähigen Schule
2.2.3 Auszeichnungen digitaler Vorreiterschulen
2.2.4 Die Rolle der Schulleitung in der Digitalen Transformation
2.2.5 Qualifizierungen für Schulleitungen
2.3 Leadership in der Schulleitung
2.3.1 Leadership vs. Management
2.3.2 Moderne Führungsstile im schulischen Kontext
2.3.3 Eigenschaften einer guten Führungskraft
2.3.4 Haltung und Resonanz
2.3.5 Facetten erfolgreichen Führungshandelns
3 Empirische Untersuchung
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Expert:innenauswahl
3.3 Die Expert:innen
3.3.1 Interviewleitfaden
3.4 Qualitative Inhaltsanalyse
3.4.1 Fallzusammenfassungen
3.4.2 Kategorienbildung und Codierung
3.4.3 Kategorienbasierte Auswertung
3.5 Ergebnisdarstellung
3.5.1 Kategorie 1: Schlüsselfaktoren einer gelingenden Schultransformation
3.5.2 Kategorie 2: Rollenverständnis
3.5.3 Kategorie 3: Persönlichkeitsmerkmale
3.5.4 Kategorie 4: Führungsprinzipien
3.5.5 Kategorie 5: Persönliche Haltung
3.5.6 Kategorie 6: Kompetenzentwicklung
3.6 Beantwortung der Forschungsfragen
3.6.1 Forschungsfrage 1
3.6.2 Forschungsfrage 2
3.6.3 Forschungsfrage 3
4 Conclusio und Empfehlungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Führungsverständnis und die Haltung von Schulleiter:innen an Schulen, die als "Smart School" oder vergleichbar ausgezeichnet wurden, um daraus Erkenntnisse für eine allgemeine zukunftsfähige Schulentwicklung und Transformation des Bildungssystems zu gewinnen.
- Führungsverständnis (Leadership) in digitalen Vorreiterschulen
- Einfluss der persönlichen Haltung auf den digitalen Wandel
- Persönlichkeitsmerkmale und Kompetenzentwicklung von Führungskräften
- Strategien und Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Schultransformation
- Untersuchung von Change-Management-Prozessen im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Fallzusammenfassungen
In der ersten Phase der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse erfolgt eine initiierende Textarbeit, bei der eine erste inhaltliche und formale Betrachtung des Textes vorgenommen wird. Fallzusammenfassungen stellen zentrale Charakterisierungen der einzelnen Interviews heraus und dienen dazu, einen schnellen Überblick zu gewinnen und die Unterschiedlichkeit der einzelnen Fälle zu erfassen:
Interview ID1: Der innovative Vorreiter mit starkem Wirtschaftsbezug
Ausbildung und Nebentätigkeiten:
Arbeit als Journalist, anschließend Lehramtsstudium
Seit 2019 stellvertretende und seit 2021 alleinige Leitung der Schule
Nebentätigkeiten: Gesellschafter eines Edtech-Startups, Moderator für Leitungsfortbildung, Key Speaker, Beirat von 21future, Autor
Technische Ausstattung der Schule:
Digitalisierung der Schule schon 2016 begonnen
Schule agiert immer möglichst autark (z. B. externer Datenschutzbeauftragter)
Heute v. a. Fokus auf Pädagogik
Sieht in Digitalität großen Mehrwert für nachhaltiges Lernen und Binnendifferenzierung
Auszeichnungen: Deutscher Schulpreis 2019, Smart School 2021, Digitale Schule 2022 und weitere
Führungsprinzipien und Rollenverständnis:
Lateral, demokratisch, loyal, wertschätzend, nicht Top-down führend
Aber auch klare Linie, Fokussierung und Vision sind wichtig
Bindet alle Stakeholder ein (Kollegium, Schüler:innen, Eltern, etc.), nimmt sie mit, überträgt Verantwortung und holt alle ins Boot
Versteht seine Rolle als Möglichmacher, der Ideen Raum gibt und Kollegium für Projekte entlastet (über die er sich berichten lässt)
Ist entscheidungsfreudig, kritikfähig und sieht sich als Vorreiter
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der Digitalisierung im deutschen Bildungssystem ein und formuliert das Ziel sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Hier werden theoretische Grundlagen der Digitalen Transformation definiert, auf das Bildungswesen übertragen und moderne Leadership-Konzepte sowie förderliche Eigenschaften für Schulleitungen erörtert.
3 Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie deren Auswertung mittels strukturierender Inhaltsanalyse und stellt die Ergebnisse dar.
4 Conclusio und Empfehlungen: Das Kapitel führt die theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen, zieht eine Schlussfolgerung über die Schlüsselrolle der Schulleitung und leitet Empfehlungen für die Praxis ab.
Schlüsselwörter
Schulleitung, Leadership, Digitale Transformation, Schulentwicklung, digitale Vorreiterschule, Führungshaltung, New Work, Change-Management, Lehrer:innenbildung, Innovation, Medienkonzept, Schulgestaltung, Qualifizierung, Digitalität, Lernkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welches Rollen- und Führungsverständnis Schulleiter:innen an digitalen Vorreiterschulen haben und wie ihr digitales Mindset zur erfolgreichen Schultransformation beiträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Felder Transformation im Bildungswesen, Leadership versus Management im schulischen Kontext, modernen Führungsstile, Persönlichkeitsmerkmale für Führungserfolge und Ansätze zur Kompetenzentwicklung von Lehrkräften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Verständnis von Leadership in "Smart Schools" zu analysieren und zu verstehen, wie dieses Wissen auf andere Schulen übertragen werden kann, um das Bildungssystem von innen heraus zu transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, die auf einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker basiert, basierend auf teilstrukturierten Experteninterviews mit fünf Schulleiter:innen.
Welche zentralen Erkenntnisse werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Schlüsselfaktoren der Schultransformation, wie Visionen, Lernkultur, technische Ausstattung, Rollenverständnis als "Möglichmacher" sowie die Bedeutung einer reflektierten Haltung und professionellen Kompetenzentwicklung der Führungskraft.
Welche Bedeutung wird der Digitalisierung in der Arbeit zugeschrieben?
Die Arbeit begreift Digitalisierung nicht als rein technisches Unterfangen, sondern als kulturellen Veränderungsprozess, der eine neue Haltung der Schulleitung erfordert, um Schulen für das 21. Jahrhundert zukunftsfähig zu machen.
Warum ist laut der Autorin der Bildungsföderalismus ein kritischer Faktor?
Die Autorin argumentiert, dass der Föderalismus zu unterschiedlichen Umsetzungsgeschwindigkeiten bei der Schuldigitalisierung führt, da es an bundesweit einheitlichen Standards bei der Qualifizierung und der technischen Ausstattung mangelt.
Welche Rolle spielt die "Haltung" im Vergleich zu reinem Management-Wissen?
Die Haltung wird als entscheidender "Kompass" für Schulleiter:innen bezeichnet, da eine durch Resonanz, Empathie und Vertrauen geprägte innere Einstellung erst die Basis für erfolgreiche, kollegiale Veränderungsprozesse schafft.
Wie unterscheiden sich die befragten Schulen in ihrem Vorgehen?
Während einige Schulen von einer durch den Schulträger getriebenen Digitalisierung profitieren, nutzen andere Schule alternative Wege wie Drittmittelakquise, Stiftungen oder Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen, um ihre Ziele eigenständig umzusetzen.
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- Liana Heinrich (Author), 2022, Leadership in Schulen. Rollenverständnis und Haltung der Schulleitung in digitalen Vorreiterschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316174