Die vorliegende Arbeit ist ein kurzer Essay zur Erklärung von Benatars Antinatalismus. In dem Kapitel "Why coming into existence is always a harm" seines Buches "Better Never to Have Been: The Harm of Coming Into Existence" stellt Benatar die These auf, dass Nicht-Existenz gegenüber Existenz stets vorzuziehen wäre. Das heißt, dass darin in die Existenz gebracht zu werden immer ein Schaden besteht. Benatar richtet sich mit dieser These gezielt gegen die – seiner Ansicht nach – weit verbreitete und akzeptierte Auffassung, dass in Existenz gebracht zu werden einen Vorteil darstelle. Vorweg scheint es mir unumgänglich, eine Sache in Hinblick auf Benatars Argument klarzustellen: Benatar spricht natürlich nicht davon, dass die Beendigung einer Existenz der Existenz vorzuziehen wäre, sondern es geht im tatsächlich um die Vermeidung von Existenz. Das heißt, dass man gar nicht erst in die Existenz gebracht werden würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Zu Benatar’s Better Never To Have Been
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit David Benatars These auseinander, wonach Nicht-Existenz grundsätzlich der Existenz vorzuziehen sei, und untersucht die logische Konsistenz sowie die Implikationen dieser kontraintuitiven Argumentation.
- Analyse der vier zentralen Präsuppositionen von Benatar
- Untersuchung der Asymmetrie zwischen Leid und Glück
- Diskussion zahlreicher Gegenargumente und Einwände
- Reflexion über die gesellschaftliche Implikatur der Anti-Natalität
Auszug aus dem Buch
Zu Benatar’s Better Never To Have Been
In dem Kapitel „Why coming into existence is always a harm“ seines Buches Better Never to Have Been: The Harm of Coming Into Existence stellt Benatar die These auf, dass Nicht-Existenz gegenüber Existenz stets vorzuziehen wäre. Das heißt, dass darin in die Existenz gebracht zu werden immer ein Schaden besteht. Benatar richtet sich mit dieser These gezielt gegen die – seiner Ansicht nach – weit verbreitete und akzeptierte Auffassung, dass in Existenz gebracht zu werden einen Vorteil darstelle. (Vgl. Benatar 2006, 28)
Vorweg scheint es mir unumägnglich eine Sache in Hinblick auf Benatars Argument klarzustellen: Benatar spricht natürlich nicht davon, dass die Beendigung einer Existenz der Existenz vorzuziehen wäre, sondern es geht im tatsächlich um die Vermeidung von Existenz. (Vgl. Ebd., 44) Das heißt, dass man gar nicht erst in die Existenz gebracht werden würde.
Benatar versucht nun für seine These zu argumentieren, indem er mehrere Behauptungen aufstellt, deren Befürwortung die meisten sich wohl intuitiv anschließen würden. Erstens behauptet Benatar, dass jedes Leben sowohl Leid als auch Glück enthält. Zweitens gibt er an, dass Leid schlecht und Glück gut ist. Drittens geht Benatar davon aus, dass nur „existers“ Leid und Glück erfahren können. Wer nicht existiert, kann weder Leid und Glück erleben. (Vgl. Ebd., 29)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zu Benatar’s Better Never To Have Been: Einleitung in die These David Benatars, Darstellung seiner vier Grundprämissen sowie kritische Auseinandersetzung mit der Widerlegbarkeit seines Anti-Natalismus.
Schlüsselwörter
David Benatar, Anti-Natalismus, Nicht-Existenz, Existenz, Leidvermeidung, Asymmetrie, Glück, Lebensqualität, Kontrafaktische Situation, Schadensvermeidungsprinzip, Ethik, Philosophie, Geburtenrate, Leid, Potentialität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das philosophische Argument David Benatars, der im Buch „Better Never to Have Been“ behauptet, dass es für Individuen grundsätzlich besser ist, nicht zu existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Asymmetrie zwischen Freude und Leid, die ethische Bewertung von Existenz versus Nicht-Existenz sowie die Bewertung hypothetischer Interessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Prüfung der logischen Struktur von Benatars Argumentation und die Überprüfung, ob seine Schlussfolgerungen gegen Einwände standhalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine analytisch-philosophische Auseinandersetzung, die Prämissen prüft, Gegenargumente diskutiert und die interne Konsistenz der Argumentation hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die vier Prämissen Benatars detailliert zerlegt, mögliche Einwände (z. B. zur Asymmetrie oder zur Kontrafaktizität) besprochen und die Tragfähigkeit des Schadensvermeidungsprinzips diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schadensvermeidungsprinzip, Asymmetrie, potentielle Existenz, Leidfreiheit und die ethische Implikation des Kinderzeugens.
Wie bewertet die Autorin die Widerlegbarkeit von Benatars Argumenten?
Die Autorin schätzt Benatars Argumentation als äußerst stark ein und merkt an, dass die Prämissen intuitiv nachvollziehbar sind, was das Argument gegen direkte Angriffe immunisiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen individueller und gesellschaftlicher Ebene?
Die Autorin schlägt vor, dass man Benatar auf individueller Ebene zustimmen könnte, während man dennoch auf Ebene des gesellschaftlichen Allgemeinwohls gegen die Schlussfolgerung argumentieren könnte, dass niemand Kinder zeugen sollte.
- Citar trabajo
- Katrin Simon (Autor), 2020, Benatars Antinatalismus in seinem Werk "Better Never to Have Been: The Harm of Coming Into Existence", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316249