Die Kurzgeschichte "Zensur-Fuge" von Frieder Stöckle beschreibt aus der Ich-Perspektive einer Schülerin die Rückgabe der Deutschdiktate durch den Deutschlehrer, der, die Ergebnisse seiner Klasse kritisch kommentierend, durch die Stuhlreihen geht.
Die besondere Erzählkomposition der inneren und äußeren Handlung und deren Erschließung ist Inhalt der folgenden Unterrichtsstunde im Fach Deutsch (Klasse 8). Dabei nutzen die Schülerinnen und Schüler die vorgegebene Struktur für das eigene Schreiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Analyse der Lerngruppe
1.1 Arbeitsbedingungen und Voraussetzungen der Lerngruppe
1.2 Kompetenzprofil einzelner Schüler/Schülergruppen
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
3.1 Legitimation des Themas
3.2 Gegenwartsbezug und Exemplarizität
3.3 Aufriss der Unterrichtseinheit
3.4 Schwierigkeitsanalyse
3.5 Didaktische Reduktion
3.6 Lern- und Handlungsschwerpunkte
4. Methodische Strukturierung
4.1 Begründung der zentralen Methoden der Stunde
5. Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit ist die Förderung der Schreibkompetenz von Schülern in Klasse 8, indem sie dazu angeleitet werden, die Erzählkomposition der analysierten Kurzgeschichte "Zensur-Fuge" als strukturelles Vorbild für eigene kreative Texte zu nutzen. Dabei steht die lebensnahe Verknüpfung von eigenen Erfahrungen mit literarischen Mustern im Zentrum, um einen produktiven Umgang mit schulischen Kommunikationskonflikten zu erlernen.
- Analyse und Transfer von Merkmalen der Textsorte Kurzgeschichte.
- Erwerb von Methoden zur Verwebung von Innen- und Außenperspektive.
- Förderung der Sozial- und Kommunikationskompetenz durch kooperative Lernformen.
- Reflexion über Beziehungs- und Machtverhältnisse in der Schule.
- Entwicklung von Strategien zur konstruktiven Konfliktlösung.
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Die Kurzgeschichte „Zensur-Fuge“ von Frieder Stöckle beschreibt aus der Ich-Perspektive einer Schülerin die Rückgabe der Deutschdiktate durch den Deutschlehrer, der, die Ergebnisse seiner Klasse kritisch kommentierend, durch die Stuhlreihen geht.
Die Erzählperspektive ist eng an die Ich-Erzählerin geknüpft, sodass die Geschichte hauptsächlich aus der Wiedergabe ihrer Gedanken besteht. Der innere Monolog verdeutlicht, wie sehr sie sich eine gute Note wünscht, da sie andernfalls das Fechten aufgeben muss und „Jo“, eine undefinierte Figur, nicht mehr sehen kann. Sie kennt das Vorgehen ihres Lehrers, die besten Noten zuerst zu verteilen, und achtet konzentriert auf Vorzeichen für ihre Note. Nachdem die ersten Hefte mit guten Noten vergeben sind, beginnt sie gedanklich ihren Notenschnitt zu ermitteln.
Die Aufzählungen und Zusammenrechnung ihrer Noten schreibt Frieder Stöckle ohne Satzzeichen, ganz so, als sei dafür keine Zeit, was eine enorme Dynamik erzeugt, die durch den Countdown und die wertenden Kommentare oder Aufzählung der Schülernamen in der wörtlichen Rede des Lehrers verstärkt wird. Generell verzichtet der Text meist auf Satzendzeichen, was einerseits die Dynamik verstärkt, andererseits die Verwobenheit zwischen innerer und äußerer Handlung verdeutlicht. Die Schilderung der äußeren Handlung ist auf den Redeanteil des Lehrers beschränkt, wodurch der Schwerpunkt auf die Innenwelt des Ichs liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
Analyse der Lerngruppe: Dieses Kapitel erfasst die Voraussetzungen und Kompetenzprofile der Schülerinnen und Schüler, um eine lernförderliche Unterrichtsplanung zu ermöglichen.
Sachanalyse: Hier wird der literarische Text "Zensur-Fuge" hinsichtlich seiner Erzählstruktur, Perspektive und Thematik eingehend untersucht.
Didaktische Analyse: Dieses Kapitel begründet die Auswahl des Themas, stellt den Gegenwartsbezug her und erläutert die didaktische Reduktion sowie die Lernschwerpunkte.
Methodische Strukturierung: Dieses Kapitel liefert die theoretische Begründung für die gewählten Lehrmethoden, insbesondere das Schreiben nach Muster und kooperative Arbeitsformen.
Unterrichtsskizze: Hier wird der konkrete Ablauf der Stunde in Phasen gegliedert und mit methodisch-didaktischen Überlegungen verknüpft.
Schlüsselwörter
Kurzgeschichte, Zensur-Fuge, Schreibkompetenz, Erzählkomposition, Deutschunterricht, Didaktik, Innensicht, innere Handlung, äußere Handlung, Schulsituation, Konfliktlösung, Kooperatives Lernen, Schreibanlass, Textstruktur, Lehrer-Schüler-Verhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der Planung und methodischen Gestaltung einer Deutschstunde in Klasse 8, in der Schüler eine eigene Kurzgeschichte auf Basis vorgegebener Strukturen verfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Kurzgeschichte "Zensur-Fuge", der Förderung der Schreibkompetenz sowie der Auseinandersetzung mit schulischen Kommunikationskonflikten.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, dass Schüler die Erzähltechnik der Verwebung von innerem Monolog und wörtlicher Rede als Strukturprinzip verstehen und erfolgreich auf eigene Texte übertragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine unterrichtsplanerische Arbeit, die didaktische Analysen mit einer schulpädagogischen Strukturierung verbindet, um Lernprozesse zielgerichtet zu steuern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung durch eine Sach- und didaktische Analyse als auch die methodische Beschreibung der Unterrichtsphasen inklusive einer detaillierten Unterrichtsskizze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Kurzgeschichte, Erzählkomposition, Schreibkompetenz, Kooperatives Lernen und Didaktische Reduktion.
Inwiefern spielt der "innere Monolog" eine Rolle?
Der innere Monolog ist zentral für die Figur der Schülerin in der Kurzgeschichte, da er deren Ohnmachtsgefühl gegenüber der Autorität des Lehrers verdeutlicht und als Vorbild für die Textproduktion der Schüler dient.
Warum wird die Methode des arbeitsteiligen Schreibens genutzt?
Die arbeitsteilige Vorgehensweise zwingt die Lernpartner zur Kooperation, da nur die Zusammenführung von Innensicht und Außenebene zu einem vollständigen Textprodukt führt.
Was ist das pädagogische Ziel der Vertiefungsphase?
In der Vertiefungsphase soll die Meta-Ebene erreicht werden, in der Schüler über die im Text thematisierten Konflikte reflektieren und eigene Lösungsstrategien für den Schulalltag entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Erzählkomposition und eigenes Schreiben anhand vorgegebener Strukturen (Unterrichtsentwurf 8. Klasse Deutsch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316387