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Rassenhygiene im Nationalsozialismus

Title: Rassenhygiene im Nationalsozialismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christopher Schöne (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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In heutiger Zeit stehen Genforschung und Humangenetik wieder im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Nicht zuletzt das "Klonschaf" Dolly und das in den USA in Angriff genommene "Human Genome Project" haben der Bevölkerung ungeahnte Möglichkeiten der Steuerung biologischer Vorgänge durch den Menschen suggeriert und die Utopie einer "schönen neuen Welt" wieder aufleben lassen. In Zeiten leerer Sozialkassen und zunehmender Kosten der therapeutisch orientierten Medizin erscheinen die Möglichkeiten einer präventiven "Genmedizin" überaus verlockend und kostengünstig. Bertold Brecht lässt seinen Macheath in der "Dreigroschenoper" singen: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral." Dieser alte Satz scheint sich auch in diesem Zusammenhang als Binsenwahrheit zu bestätigen. Der Genetik scheinen keine Grenzen gesetzt und schon wird in der Öffentlichkeit nicht mehr nur über die Grenzen des Machbaren, sondern auch über die finanziellen Aspekte des menschlichen Erbgutes diskutiert. Dieses Denken in Bezug auf eine kostengünstige präventive "Genmedizin" ist nicht neu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten sich ähnliche Ideen unter der Bezeichnung "Rassenhygiene" in der westlichen Welt popularisiert. Voller optimistischer Vorstellungen und mit der Utopie eines besseren Lebens entwickelte sich aus der Fiktion im Laufe der Jahre eine institutionalisierte Wissenschaft. Die Verbrechen des Nationalsozialismus haben gezeigt, wie eine einst gut gemeinte Utopie sich verkehren kann in menschenverachtende Politik. Bei allen Segnungen und Vorteilen, die uns die neue Technik der Genforschung bringen kann und wird, darf doch nie vergessen werden, dass Individualität zu gerne einem einheitlichen Schönheitsideal oder Gesundheitsideal geopfert wird.

Die folgende Arbeit soll Aufschluss darüber geben, inwiefern die Rassenhygiene in Deutschland mit ihrer Ideologie als ein deutsches Produkt gesehen werden kann oder ob es sich um ein internationales Phänomen handelt. Des Weiteren wird aufgezeigt wie sich die Rassenhygiene im Nationalsozialismus vom "Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses" über die damit verbundenen Zwangssterilisationen vom Mord an tausenden geistig und körperlich behinderten Menschen in Deutschland bis hin zum Massenmord an dem jüdischen Volk in Europa ausweitete und ob in dieser Entwicklung überhaupt ein Zusammenhang zwischen "rassenhygienischen" Programmen und Holocaust besteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Vererbungslehre zur Rassenhygiene

3. Die Rassenhygiene im Nationalsozialismus

3.1 Das Gesetz zu Verhütung erbkranken Nachwuchses

3.2 Sterilisierungsgesetze im internationalen Kontext

3.3 Nationalsozialistische Sterilisationspolitik

4. Euthanasie: Geschichte und Definition eines Begriffs

4.1 "Euthanasie" im nationalsozialistischen Deutschland

4.2 Von der "Euthanasie" zur Endlösung

5. Fazit

6. Literatur und Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die nationalsozialistische Umsetzung der Rassenhygiene. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern die Rassenhygiene als spezifisch deutsches Produkt oder als internationales Phänomen zu betrachten ist und wie der Übergang von eugenischer Gesetzgebung hin zum organisierten Massenmord vollzogen wurde.

  • Historische Entwicklung der Eugenik und Rassenhygiene
  • Einfluss des Sozialdarwinismus auf die nationalsozialistische Ideologie
  • Analyse des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" und der Zwangssterilisationen
  • Zusammenhang zwischen "Euthanasie"-Programmen und dem Holocaust

Auszug aus dem Buch

3. Die Rassenhygiene im Nationalsozialismus

Den endgültigen Schritt von der Institutionalisierung zur Professionalisierung tat die Rassenhygiene im Dritten Reich, als sich ihren Vertretern mit den neuen Machthabern erstmals die Möglichkeit eröffnete, ihre bis dahin in der breiten Öffentlichkeit nicht durchsetzbar scheinenden rassenhygienischen Utopien verwirklicht zu sehen. Angesichts dieser Möglichkeit gingen die Rassenhygieniker jene unheilvolle Allianz ein, die sie zu Mitschuldigen an den Verbrechen des NS- Regimes werden ließ. Fritz Lenz, ein deutscher Anthropologe, Humangenetiker und Eugeniker, sah sich 1933 gar selbst als einen Vorbereiter der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Die praktische Politik der Rassenhygiene ließ nicht lange auf sich warten. In den ersten Wochen des Dritten Reichs gab Reichsinnenminister Wilhelm Frick bekannt, das neue Regime werde sich darauf beschränken, das Geld des Steuerzahlers nur noch für "rassisch" einwandfreie und gesunde Menschen auszugeben.

Die nationalsozialistische Ideologie setzte sich zum Ziel, die deutsche Volksgemeinschaft zu erneuern und rassisch zu säubern. Dazu sollten alle, die nicht zur so genannten Nordischen Rasse gehörten und alle, die als minderwertig oder "entartet" betrachtet wurden, aus ihr ausgeschlossen werden. Ziel und Opfer dieser Bemühungen wurden drei biologisch definierte Bevölkerungsgruppen – Juden, "Zigeuner" und Behinderte. Die nationalsozialistischen Machthaber waren bestrebt, sowohl jene Menschen zu eliminieren, die sie für "fremdrassisch" hielten, als auch solche, die in ihren Augen die Reinheit und Gesundheit des nationalen Erbguts durch erhebliche körperliche und geistige Behinderungen zu verunreinigen drohten. Die Nationalsozialisten haben diese Menschen nicht nur genau definiert und ausgegrenzt, schließlich gingen sie später sogar so weit, sie zu ermorden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Rassenhygiene als präventive "Genmedizin" und stellt den thematischen Rahmen der Arbeit dar.

2. Von der Vererbungslehre zur Rassenhygiene: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Anfänge der Genetik und die Entstehung der Eugenik durch Francis Galton und die deutsche Rassenhygienebewegung.

3. Die Rassenhygiene im Nationalsozialismus: Hier wird die Professionalisierung der Rassenhygiene nach 1933 sowie die Umsetzung der Zwangssterilisationsgesetze im nationalsozialistischen Kontext analysiert.

4. Euthanasie: Geschichte und Definition eines Begriffs: Das Kapitel untersucht die terminologische Entwicklung des Euthanasie-Begriffs und dessen perverse Auslegung als Instrument des Massenmords durch das NS-Regime.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das deutsche Vorgehen in den internationalen Kontext der Eugenik ein, wobei die Sonderstellung des NS-Regimes als Mordpolitik hervorgehoben wird.

6. Literatur und Quellen: Ein Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Rassenhygiene, Eugenik, Nationalsozialismus, Zwangssterilisation, Erbgesundheitsgesetz, Euthanasie, Sozialdarwinismus, Selektion, Volkskörper, Holocaust, Sterbehilfe, Genmedizin, Biopolitik, Fremdrassigkeit, Minderwertigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Ideologie der Rassenhygiene im Nationalsozialismus und der daraus resultierenden mörderischen Praxis gegen behinderte Menschen, Juden und weitere Gruppen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der Eugenik, rassenhygienische Gesetzgebung im Dritten Reich, die "Euthanasie"-Programme sowie die Verbindung dieser Verbrechen zum Holocaust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, ob die deutsche Rassenhygiene als ein singuläres deutsches Phänomen oder Teil einer internationalen Entwicklung zu sehen ist und wie die Radikalisierung zur Mordpolitik verlief.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Literatur und fachwissenschaftlicher Forschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Vererbungslehre, die gesetzliche Umsetzung der Zwangssterilisation sowie die detaillierte Analyse der Euthanasie-Aktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rassenhygiene, Eugenik, Zwangssterilisation, Euthanasie, Nationalsozialismus und Selektion.

Welche Rolle spielten internationale Vorbilder für die NS-Gesetzgebung?

Die Arbeit zeigt auf, dass eugenische Bewegungen und Sterilisationsgesetze bereits vor 1933 in vielen demokratischen Staaten, insbesondere in den USA und Skandinavien, existierten.

Wie vollzog sich der Übergang von der "Euthanasie" zur "Endlösung"?

Die Ermordung behinderter Patienten diente laut der Arbeit als technisches Modell und Vorbild für die späteren Massenmorde an den europäischen Juden.

Was ist das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses"?

Es war ein 1933 verabschiedetes Gesetz, das die Grundlage für Zwangssterilisationen von Menschen bildete, die das NS-Regime als "erbkrank" definierte.

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Details

Title
Rassenhygiene im Nationalsozialismus
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Geschichte)
Course
Hauptseminar: "Bevölkerung als Problem: Sozialdarwinismus, Eugenik und Bevölkerungskrise im Kaiserreich"
Grade
1,0
Author
Christopher Schöne (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V131650
ISBN (eBook)
9783640375288
ISBN (Book)
9783640375080
Language
German
Tags
Rassenhygiene Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Schöne (Author), 2009, Rassenhygiene im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131650
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