Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Geschichte der Public Realtions (PR) in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es zunächst die jüngeren und jüngsten Entwicklungen der PR historiografisch einzuordnen. In diesem
ersten Teil wird der Rahmen der Periode abgesteckt und die Grenzziehung zu anderen Perioden beleuchtet. Darüber hinaus wird der Zusammenhang mit der zeitgeschichtlichen Entwicklung aufgezeigt. Anschließend sollen im zweiten Teil der Arbeit die wichtigesten Entwicklungen im Feld der PR konkretisiert und deren Einflussfaktoren dargestellt werden. Der dritte und letzte Teil stellt den genannten Entwicklungen die Zukunftsprognosen Benteles aus dem Jahr 1995 gegenüber. Anhand eines Abgleichs der tatsächlichen mit der prognostizierten Entwicklung soll die Frage nach dem aktuellen Stand der PR in Deutschland beantwortet werden: Befinden wir uns heute – aus Perspektive Mitte der Neunziger – in der PR-Zukunft? Welche Kontinuitäten und Brüche prägten die zurückliegenden Jahre? Wohin führt der Weg der PR?
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Einordnung in die (PR-) Geschichte
1.1 Warum Mitte der Achtziger? Der Periodenbeginn
1.2 Zeitgeschichtliche Entwicklung ab 1984/85
1.3 Das Internet – Beginn einer neuen Periode?
2 PR in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre
2.1 Boom des Berufsfelds
2.1.1 Quantitative Entwicklung
2.1.2 Qualitative Entwicklung
2.2 Entwicklung und Etablierung einer PR-Wissenschaft
2.2.1 Institutionalisierung
2.2.2 Ideen- und Theoriengeschichte
2.3 PR-theoretische Interpretation der Periode ab 1985
3 Befinden wir uns heute in der Zukunft der PR?
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die historiografische Einordnung der Entwicklung von Public Relations in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre, untersucht die maßgeblichen Einflussfaktoren und überprüft den aktuellen Stand der PR anhand von Zukunftsprognosen aus dem Jahr 1995.
- Historische Einordnung der PR-Geschichte ab 1984/85
- Quantitative und qualitative Expansion des Berufsfeldes
- Institutionalisierung und Theoriebildung der PR-Wissenschaft
- Einfluss der Digitalisierung und des Internets auf die Kommunikationspraxis
- Abgleich aktueller Entwicklungen mit historischen Prognosen
Auszug aus dem Buch
1.1 Warum Mitte der Achtziger? Der Periodenbeginn
Einigkeit besteht bei Szyszka und Bentele über die „Initialzündung“ der neuen Entwicklung. Maßgeblicher Einfluss wird den teilweise radikalen Veränderungen im journalistischen Mediensystem bescheinigt und die Zäsur folgerichtig im Zusammenhang mit der Zulassung privaten Rundfunks in der Bundesrepublik Deutschland vorortet (vgl. Bentele 1998: 166; Szyszka 1998: 142).
Nachdem die Ministerpräsidenten der Länder bereits 1978 die Durchführung von Kabelpilotprojekten beschlossen hatten, starteten diese 1984 dann tatsächlich. Zunächst nur, um neue mediale und technische Möglichkeiten zu erproben. Als die tatsächliche Entwicklung den politischen Prozess jedoch überholte, schufen die Länder auch rechtliche Grundlagen (Landesmediengesetze) zur Durchführung privaten Rundfunks. Die eigens geschaffenen Landesmedienanstalten lizenzierten lokale, regionale, landesweite und bundesweite Sparten- und Vollprogramme, die von privatwirtschaftlich organisierten Anbietern produziert und verbreitet wurden (vgl. Altendorfer 2001: 36).
Mit Etablierung des dualen Rundfunksystems vergrößerte sich ab Mitte der Achtziger nicht nur das Programmangebot in Hörfunk und Fernsehen, sondern wandelte sich auch der Charakter der Berichterstattung (vgl. Szyszka 1998: 142; Szyszka 2007: 329). Um durch möglichst hohe Reichweiten die eigene Attraktivität als Werbeträger zu steigern und so die einzige Einnahmequelle zu sichern, setzten die privaten Anbieter auf massenwirksame Unterhaltungsprogramme. In der Folge prägten sich in Bezug auf alle Medien neue Rezeptionsmuster aus, denen sich auch öffentlich-rechtliche Anstalten nicht entziehen konnten. Gleichzeitig expandierte der Zeitschriftenmarkt, insbesondere im Segment der „Special-Interest“-Zeitschriften (vgl. Szyszka 2005: 22).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt die zeitliche Eingrenzung der Arbeit auf die PR-Geschichte seit Mitte der achtziger Jahre und stellt das methodische Vorgehen dar.
1 Einordnung in die (PR-) Geschichte: Analysiert den Beginn der PR-Expansion durch das duale Rundfunksystem und untersucht die Bedeutung zeitgeschichtlicher Ereignisse sowie das Internet als möglichen neuen Periodenbeginn.
2 PR in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre: Beschreibt den Boom des Berufsfeldes durch quantitative und qualitative Entwicklung sowie den Prozess der wissenschaftlichen Institutionalisierung und Theoriebildung.
3 Befinden wir uns heute in der Zukunft der PR?: Führt einen Abgleich von Bentele-Prognosen aus dem Jahr 1995 mit dem tatsächlichen Status quo durch.
4 Fazit: Resümiert, dass die Entwicklungen der letzten 20 Jahre keine fundamentale Zäsur darstellen, sondern eine kontinuierliche Professionalisierung in einer vernetzten Gesellschaft abbilden.
Schlüsselwörter
Public Relations, PR-Geschichte, Deutschland, Kommunikationsmanagement, Professionalisierung, PR-Wissenschaft, Intereffikationsmodell, duales Rundfunksystem, Medienwandel, Internet, Kommunikationswissenschaft, Berufsfeld, Theoriebildung, Öffentlichkeitsarbeit, PR-Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Public Relations in Deutschland ab Mitte der achtziger Jahre bis zur Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Expansion des Berufsfeldes, die Entwicklung der PR-Wissenschaft sowie den Einfluss von Medienveränderungen auf die PR-Praxis.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die jüngste PR-Geschichte historiografisch einzuordnen und zu prüfen, ob die aktuellen Entwicklungen eine neue Periode begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die historische Analyse, den Abgleich von Expertenprognosen mit empirischen Daten sowie systemtheoretische Erklärungsmodelle wie das Intereffikationsmodell.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Berufsfeldexpansion (quantitativ/qualitativ), den Aufbau einer PR-Wissenschaft und einen Abgleich mit Zukunftsprognosen von Günter Bentele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Professionalisierung, Expansion, Medienexplosion, Intereffikationsmodell und die wissenschaftliche Institutionalisierung von Public Relations.
Welche Rolle spielt das Internet in der Argumentation des Autors?
Das Internet wird als wichtiger Faktor der Entgrenzung von Kommunikation diskutiert, der jedoch aufgrund seiner noch jungen Geschichte und fehlender klarer Abgrenzung nicht allein als Beginn einer neuen PR-Periode gewertet wird.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Professionalisierungsstatus der PR?
Der Autor stellt fest, dass der Prozess der Professionalisierung zwar fortgeschritten ist, aber aufgrund eines hohen Anteils an Quereinsteigern und Defiziten in der PR-Ethik noch nicht abgeschlossen ist.
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- Daniel Heine (Author), 2008, PR in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131655