Diese Arbeit befasst sich, wie man dem Titel entnehmen kann, mit dem Anglizismen-INDEX des Vereins Deutsche Sprache (VDS), dem wohl einflussreichsten und, trotz gegenteiliger Behauptungen, sprachpuristischsten Verein der heutigen Zeit.
Der Fokus liegt dabei auf dem Anliegen des INDEX, das heißt, warum es ihn gibt und wie er den Sprachteilnehmern der deutschen Sprache helfen kann. Einen zweiten Schwerpunkt stellt die Bewertung des INDEX dar, ob und wie also das erreicht wird, was erreicht werden soll. Um erstmal einen Überblick über die Situation zu geben, stelle ich in Kapitel 2 den Verein Deutsche Sprache vor, indem ich zunächst ein paar allgemeine Fakten nenne und dann auf verschiedene Aktionen des Vereins hinweise. Danach nenne ich noch ein paar Kritikpunkte, die man in der Literatur über den VDS am häufigsten findet. Diesen dritten Teil halte ich insofern für notwendig, weil einige dieser Kritikpunkte bei der späteren Bewertung des Anglizismen-INDEX ebenfalls zu Sprache kommen könnten.
Im nächsten Kapitel nehme ich dann eine Unterscheidung zwischen Fremd- und Lehnwörtern vor, da ich eine Grundlage schaffen will, um zu beurteilen, inwieweit die Wörterlisten des INDEX gerechtfertigt sind oder nicht. Es geht hier also um die Klärung der Frage, ob sich der VDS bei seinem Anglizismen-INDEX wirklich nur auf die Fremdwörter aus dem Englischen beschränkt hat. Auch das wird dann bei der späteren Bewertung eine Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Verein Deutsche Sprache
2.1. Allgemeine Angaben
2.2. Aktionen und Maßnahmen
2.3. Kritik am VDS
3. Definition: Fremdwort - Lehnwort
4. Der Anglizismen-INDEX des VDS
4.1. Anliegen
4.2. Aufbau
4.3. Überprüfung an ausgewählten Beispielen
4.3.1. Anglizismen der Statusgruppe 1
4.3.2. Anglizismen der Statusgruppe 2
4.3.3. Anglizismen der Statusgruppe 3
5. Zusammenfassung: Kann ein Eingriff in eine lebendige Sprache funktionieren?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch den Anglizismen-INDEX des Vereins Deutsche Sprache (VDS). Das primäre Ziel ist es, das Anliegen des INDEX zu analysieren und zu bewerten, ob die vom Verein vorgeschlagenen Übersetzungen tatsächlich geeignet sind, die deutsche Sprache vor überflüssigen Anglizismen zu bewahren.
- Analyse der Ziele und Aktionen des Vereins Deutsche Sprache.
- Differenzierung zwischen Fremd- und Lehnwörtern als theoretische Grundlage.
- Detaillierte Untersuchung und Bewertung der Systematik des Anglizismen-INDEX.
- Kritische Überprüfung ausgewählter Beispiele aus den drei Statusgruppen des INDEX.
- Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen eines gesteuerten Eingriffs in die lebendige Sprache.
Auszug aus dem Buch
4.3.1. Anglizismen der Statusgruppe 1
Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei diesen Anglizismen um diejenigen, welche laut den Anglizismengegnern die wenigsten Probleme bereiten, da sie bereits heimisch geworden und den Sprachteilnehmern daher vertraut sind. Aus den kompletten Tabellen sind die folgenden 64 Wörter Anglizismen, die mit der Ziffer 1 und dem Buchstaben A gekennzeichnet sind: baby, babysitten (baby-sitting), Babysitter(in), beefsteak, blazer, bluejeans, boiler, boss, box1, box3, boy2, broiler, cape, chips, clown, couch, drops, fair, fairness, fan, fit, Fitness-Studio, flip1, flirt, flirten, gangster, hippie, hobby, infobox, interview, jackpot, joker, kicken, kicker, leasen (leasing), mailen (e-mailen), mob1, monster, oldtimer (PA), overall, party, profit, punk, Puzzlespiel, quiz, roast beef, rumpsteak, safe1, sex, shorts, slang, slipper, slums, smoking (PA), Straps, stressig, touren1, touren2, vamp, verchartern, versnobt. Da dies zu viele sind, um sie alle genauer zu untersuchen, streiche ich aus diesen 64 noch diejenigen, die außer in der Allgemeinsprache noch in anderen Kommunikationsbereichen verwendet werden, bei denen also noch weitere Buchstaben in Spalte 4 stehen. Daraus ergeben sich als restliche zu betrachtende Anglizismen die folgenden 26: baby, babysitten (baby-sitting), Babysitter(in), beefsteak, blazer, bluejeans, box1, box3, cape, chips, couch, drops, flip, flirt, flirten, infobox, interview, joker, monster, profit, roast beef, rumpsteak, safe1, touren2, versnobt. Da auch das noch ziemlich viele sind, werde ich bei der genaueren Betrachtung nur insgesamt drei Beispiele auswählen, und zwar die folgenden: baby, flip und monster.
Laut Anglizismen-INDEX wird das englische Wort baby im Deutschen in der Bedeutung Kleinkind oder Säugling gebraucht, womit es auch die Bedeutung, die es im Englischen hat, widerspiegelt. Das Wort ist bereits in der deutschen Sprache heimisch geworden und daher ist es nicht nötig, eine gleichrangige deutsche Entsprechung zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung des Anglizismen-INDEX.
2. Der Verein Deutsche Sprache: Darstellung des Vereins, seiner Ziele, Aktionen und der Kritik an seiner Tätigkeit als Sprachpfleger.
3. Definition: Fremdwort - Lehnwort: Theoretische Abgrenzung der Begriffe, um eine Grundlage für die spätere Bewertung des INDEX zu schaffen.
4. Der Anglizismen-INDEX des VDS: Vorstellung und detaillierte kritische Überprüfung des INDEX anhand von Beispielen aus verschiedenen Statusgruppen.
5. Zusammenfassung: Kann ein Eingriff in eine lebendige Sprache funktionieren?: Fazit der Untersuchung mit der Erkenntnis, dass der INDEX zwar nützlich sein kann, aber konzeptionelle Schwächen aufweist.
Schlüsselwörter
Anglizismen-INDEX, Verein Deutsche Sprache, VDS, Sprachpflege, Fremdwort, Lehnwort, Sprachkritik, Anglizismen, deutsche Sprache, Sprachwissenschaft, Übersetzung, Statusgruppe, Sprachgesetz, Kommunikation, Wortschatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Anliegen und die Wirksamkeit des Anglizismen-INDEX des Vereins Deutsche Sprache (VDS).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Ziele des VDS, die theoretische Unterscheidung von Fremd- und Lehnwörtern sowie die kritische Analyse von Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu bewerten, ob der Anglizismen-INDEX ein geeignetes Instrument darstellt, um die deutsche Sprache vor Anglizismen zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturrecherche und eine fallbasierte Untersuchung/Bewertung des Index anhand ausgewählter Wortbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Verein, die theoretischen Grundlagen des Sprachimports sowie die detaillierte Überprüfung der Anglizismen-Statusgruppen 1, 2 und 3 behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Anglizismen-INDEX, Verein Deutsche Sprache, Sprachkritik, Fremdwort und Sprachpflege.
Wie ist die Kritik am VDS in der Arbeit begründet?
Die Arbeit weist auf Widersprüchlichkeiten in der Fremdwortdefinition des Vereins hin und kritisiert ein einseitiges, mitunter willkürliches Vorgehen bei der Einstufung von Anglizismen.
Warum wird die Einstufung bestimmter Begriffe im INDEX hinterfragt?
Die Autorin hinterfragt die Einstufung, da einige Wörter keine echten Anglizismen sind, ihre Bedeutungen in den Übersetzungsvorschlägen unzureichend abgebildet werden oder die Einstufung in die Statusgruppen inkonsequent erscheint.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des INDEX?
Das Fazit lautet, dass der INDEX in seiner jetzigen Form zwar ausbaufähig ist und die Grundbedürfnisse der Sprachteilnehmer anspricht, ein gesetzlicher Eingriff in die lebendige Sprache jedoch abzulehnen ist.
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- Kristina Müller (Author), 2008, Der Anglizismen-INDEX des Vereins Deutsche Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131672