Im ersten Teil dieser Arbeit wird es um die integrative Didaktik von Feuser gehen. Hierbei sollen zunächst die Grundlagen der Didaktik, also das Bildungsverständnis, das Behindertenverständnis, die kategoriale Bildung und die Begriffe der Inklusion und der Integration dargestellt werden. Anschließend wird die Allgemeine Pädagogik grob skizziert und die Integrative Didaktik anhand des Baummodells vorgestellt. Hierbei wird auf die menschliche Entwicklung und die Tätigkeitsstruktur sowie die Sach- und Handlungsstruktur eingegangen. Des Weiteren soll am Baummodell auf den gemeinsamen Gegenstand und die Projekteinheit verwiesen werden. Auch die innere Differenzierung und Individualisierung mit den Entwicklungsniveaus werden in diesem Zuge angesprochen. Als letzten Aspekt von Teil I der Hausarbeit soll auf die Aneignungsstufen eingegangen werden, die sich auch im Bildungsplan wiederfinden. Die kategoriale Bildung und auch das Bildungsverständnis sind hierbei an Klafki orientiert.
In Teil II der Hausarbeit wird ein Praxisbeispiel mit Thema „Zachäus der Zöllner“ anhand der Theorie von Feuser skizziert. Die Bibelgeschichte kommt im Bildungsplan an zwei verschiedenen Stellen vor. Hierbei soll vor allem die Dimension „Jesus Christus“, genauer das Themenfeld „Jesus- unser Freund“, näher betrachtet werden. Anfangen wird mit den Fach- und Humanwissenschaften, indem eine Kurzexegese an der Perikope durchgeführt wird, wobei sich an dem Buch von Söding und Münch orientiert werden soll. Hierbei handelt es sich um eine Kurzexegese, weshalb manche Aspekte ausgelassen und vieles nur holzschnittartig dargestellt werden kann. Aus dieser Kurzexegese sollen sich dann Ideen für den gemeinsamen Gegenstand ergeben, wovon einer begründet ausgewählt wird. Hierbei werden auch die sieben Formen des Fundamentalen und Elementaren berücksichtigt. Am Ende folgt ein Fazit mit einer kritischen Stellungnahme.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I: Integrative Didaktik nach Feuser
Grundlagen der Didaktik
Bildungsverständnis
Behinderung
Kategoriale Bildung
Integration und Inklusion
Entwicklungslogische Didaktik und Allgemeine Pädagogik
Allgemeine Pädagogik
Baummodell
Aneignungsstufen im Bildungsplan Geistiger Entwicklung Baden-Württemberg
Teil II: Unterrichtsbeispiel an Zachäus dem Zöllner
Fach- und Humanwissenschaften (Kurzexegese)
Übersetzungsvergleich
Situationsanalyse
Kontextanalyse
Formanalyse
Begriffs- und Sacherklärungen, religiöse Motive und Traditionen
Traditions- und Redaktionsanalyse (Gattungsanalyse)
Interpretationsrichtungen
Gemeinsamer Gegenstand & sieben Formen des Fundamentalen und Elementaren
Entwicklungsniveaus (Innere Differenzierung, Individualisierung)
Fazit mit kritischer Stellungnahme
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendung der integrativen Didaktik nach Georg Feuser auf den Religionsunterricht mit dem Ziel, inklusives Lernen am gemeinsamen Gegenstand zu ermöglichen, indem die Bibelgeschichte des Zachäus unter Berücksichtigung unterschiedlicher Entwicklungsniveaus didaktisch aufbereitet wird.
- Grundlagen der integrativen Didaktik nach Feuser und Klafki.
- Entwicklungslogische Didaktik und das "Baummodell".
- Exegese der Zachäus-Perikope und Identifikation zentraler religiöser Motive.
- Praktische Planung von Unterrichtseinheiten nach unterschiedlichen Aneignungsstufen (basal-perzeptiv bis abstrakt-begrifflich).
Auszug aus dem Buch
Entwicklungsniveaus (Innere Differenzierung, Individualisierung)
Die Schüler*innen lernen an einem Gemeinsamen Gegenstand, jedoch zieldifferent und durch verschiedene Zugänge. Das bedeutet, dass verschiedene Schüler*innen der Lerngruppe auch verschiedene Ziele verfolgen und verschiedene Aneignungen nutzen.
Das Lernangebot, das vor allem die basal-perzeptive Aneignung im Blick hat, basiert darauf, dass Zachäus zunächst im dichten Blätterwerk des Baums verborgen war und dann von Jesus mit seinem Namen angesprochen und somit ins Licht geholt wird, also vom Baum heruntersteigt. Hierbei sollen die Schüler*innen erst unter einer grünen Decke sein. Diese soll dicker sein damit es darunter auch dunkel ist. Dann kommt die Lehrperson und ruft laut „Name des Schülers/der Schülerin, komm schnell herunter, denn heute muss ich in deinem Haus Gast sein.“ Je nach Möglichkeiten des Schülers/der Schüler*in wird dann die Decke wieder vom Kopf gezogen oder das Kind zieht sie selber vom Kopf. Jetzt befindet sich der/die Schüler*in wieder im Licht und kann „vom Baum herunter“- also aus der Decke herauskommen und sich aufrichten. Diese Erfahrung kann auch in verschiedenen Variationen auftreten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Hausarbeit strukturiert sich in einen theoretischen Block zur Didaktik nach Feuser und einen praktischen Teil zur Anwendung der Theorie anhand der Zachäus-Geschichte.
Teil I: Integrative Didaktik nach Feuser: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch durch die Auseinandersetzung mit Klafki, Feusers Integrationsverständnis, dem Baummodell sowie der kategorialen Bildung.
Teil II: Unterrichtsbeispiel an Zachäus dem Zöllner: Im Zentrum steht die methodische Anwendung der Theorie durch eine Kurzexegese, Situations- und Kontextanalysen sowie die Ableitung eines gemeinsamen Gegenstands für einen zieldifferenten Unterricht.
Fazit mit kritischer Stellungnahme: Die Autorin reflektiert die Stärken des Feuser-Ansatzes für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, setzt sich aber auch kritisch mit der Umsetzbarkeit im bestehenden Schulsystem auseinander.
Anhang: Dieser Teil enthält ergänzende Materialien wie Tabellen, Bild- und Arbeitsblattvorlagen zur Veranschaulichung der praktischen Planung.
Schlüsselwörter
Integrative Didaktik, Allgemeines Pädagogik, Georg Feuser, Zachäus, Religionsdidaktik, Inklusion, Gemeinsamer Gegenstand, Aneignungsstufen, zieldifferenter Unterricht, Entwicklungsniveaus, projektorientierter Unterricht, sonderpädagogische Förderung, kategoriale Bildung, Exegese, Schulisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Grundlegung und praktischen Anwendung der integrativen Didaktik nach Georg Feuser innerhalb eines religionspädagogischen Kontextes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die integrative Didaktik, die inklusive Schulpädagogik, die Exegese biblischer Texte sowie die didaktische Differenzierung für heterogene Lerngruppen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam am gleichen inhaltlichen Gegenstand lernen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse theoretischer Grundlagen sowie die wissenschaftliche Exegese einer biblischen Perikope in Verbindung mit didaktischen Planungsmodellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Feusers Didaktik und eine detaillierte Ausarbeitung einer Unterrichtsreihe zur Zachäus-Geschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind integrative Didaktik, gemeinsamer Gegenstand, Inklusion, Aneignungsstufen, Entwicklungsniveaus und zieldifferentes Lernen.
Wie trägt das "Baummodell" zum Verständnis der behandelten Theorie bei?
Das Baummodell visualisiert Feusers Theorie, indem es die Wurzeln (Fachwissen), den Stamm (Gemeinsamer Gegenstand) und die Äste (individuelle Aneignungsniveaus) in Beziehung setzt.
Warum spielt der Begriff "Inklusion" eine so zentrale Rolle im Fazit?
Die Autorin diskutiert Inklusion nicht nur als schulische Organisationsform, sondern als Zielvorstellung, die eine fundamentale Revolution des Bildungssystems erfordert.
Wie werden die Aneignungsstufen auf das Praxisbeispiel angewendet?
Die Autorin differenziert das Unterrichtsangebot in basal-perzeptive, konkret-gegenständliche, anschauliche und abstrakt-begriffliche Zugänge zur Zachäus-Geschichte.
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- Leandra Zwölfer (Author), 2022, Integrative Didaktik nach Feuser. Praxisbeispiel an Zachäus (LK 19,1-10), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316763