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Elisabeth von Ardenne und Effi Briest

Title: Elisabeth von Ardenne und Effi Briest

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hendrik Fieber (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Auf der Basis von Zeitungsartikeln, erhalten gebliebenen Briefen sowie der Autobiographie Elisabeth von Ardennes widmete sich die Wissenschaft seit Fontanes Tod nicht nur der Untersuchung seines Romans, sondern auch der Betrachtung der von ihm verarbeiteten Vorlage. Mit dem 1985 veröffentlichtem Buch Fontane nannte sie Effi Briest von Horst Budjuhn und der 1994 publizierten Monographie Leben und Roman der Elisabeth von Ardenne von Manfred Franke kann die von Fontane verarbeitete historische Begebenheit als weitgehend rekonstruiert gelten. Auf Basis dieser beiden genannten Publikationen rekapituliert der erste Teil dieser Arbeit in verkürzter Form die umfangreich dokumentierte Lebensgeschichte Elisabeth von Ardennes. Im zweiten Abschnitt werden exemplarisch einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Roman und seiner historischen Vorlage benannt und unter Zuhilfenahme gängiger Effi Briest-Interpretationen erklärt beziehungsweise begründet. Die These hierzu lautet, dass die verschiedenen künstlerischen Abänderungen der realen Ereignissen dazu führen, dass sich eine Kritik an der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts deutlicher am Roman als an der Vorlage festmachen lässt. Ob dies vom Autor in jedem Einzelfall intendiert war, kann zwar angenommen, aber nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Der exakte Kenntnisstand, den Fontane vom Leben Elisabeth von Ardennes hatte, ist nicht überliefert. Es besteht daher die Möglichkeit, dass einzelne Änderung der Unkenntnis des Autors von den wirklichen Ereignissen geschuldet sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lebensgeschichte der Elisabeth von Ardenne

2.1 Elisabeth, Freiin von Plotho

2.2 Armand von Ardennes Werben um Else

2.3 Die Eheleute Armand und Else von Ardenne

2.4 Das Verhältnis Elses mit Emil Hartwich

2.5 Der Plan einer gemeinsamen Zukunft

2.6 Duell – Scheidung – Neubeginn

3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Roman und historischer Vorlage

3.1 „Effi komm“ – eine gemeinsame Ausgangslage

3.2 „Er könnte beinah mein Vater sein“ – Der Altersunterschied zwischen Effi und Innstetten

3.3 Die Bedeutungslosigkeit der Affäre

3.4 Der Tod Effis

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Realitätsgehalt von Theodor Fontanes Roman "Effi Briest", indem sie die Romanhandlung mit der historisch dokumentierten Lebensgeschichte der Elisabeth von Ardenne vergleicht. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwiefern die künstlerischen Abänderungen der realen Ereignisse durch Fontane die Sozialkritik an der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts im Roman verstärken.

  • Rekonstruktion der Lebensgeschichte der historischen Vorlage Elisabeth von Ardenne.
  • Analyse der Analogien und Abweichungen zwischen der Romanfigur Effi Briest und der historischen Person.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Rollenbilder und Konventionen im Kaiserreich.
  • Kritische Betrachtung des Einflusses von Ehre, Standesgemäßheit und Moral auf das Individuum.

Auszug aus dem Buch

3.2 „Er könnte beinah mein Vater sein“ – Der Altersunterschied zwischen Effi und Innstetten

Eine der ersten Auffälligkeiten, die schon zu Beginn des Romans ersichtlich wird, ist der große Altersunterschied zwischen den Eheleuten Effi und Geert von Innstetten. Zwischen den beiden liegen nicht nur wenige Jahre, sondern der Altersunterschied einer Generation, so dass Effi zurecht über ihren Ehemann anmerkt: „Ältlich ist er auch, er könnte ja beinah mein Vater sein“ (Fontane 2001, 12). Mit dieser Konstellation weicht Fontane deutlich von der historischen Vorlage ab. Armand von Ardenne war nur fünf Jahre älter als Else von Plotho, so dass man bei keinesfalls davon sprechen kann, dass diese reale Ehegeschichte von vornherein schon aus Altersgründen unter schwierigen Vorzeichen gestanden hätte.

Im Roman sieht dies anders aus: Nicht nur, dass Innstetten auf den Tag genau so alt ist wie Effis Mutter, er wäre seinerzeit auch fast ihr Ehemann geworden, hätte diese sich nicht kurzfristig doch für Briest entschieden. Es ist also nicht nur das Alter der handlungstragenden Personen, sondern auch die Figurenkonstellation zwischen Ehefrau, Ehemann und Schwiegermutter, die in zwischenmenschlicher Hinsicht von vornherein nicht zu passen scheint. Dass sich die Figuren dennoch auf diese Konstellation einlassen, ist allein heiratspolitischen Überlegungen geschuldet. Grawe stellt dazu fest:

„Schon der Altersunterschied macht klar, dass es sich bei der Verbindung der beiden um eine Konventionsehe handelt, bei der Standesgemäßheit und angemessene Versorgung der Tochter eine entscheidendere Rolle spielen als die liebende Beziehung zwischen den Partnern.“ (Grawe 1991, 229).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehungsgeschichte von "Effi Briest" ein und umreißt die These, dass Fontanes Änderungen gegenüber der Realität die gesellschaftliche Kritik am 19. Jahrhundert schärfen.

2. Die Lebensgeschichte der Elisabeth von Ardenne: Dieses Kapitel rekapituliert die Biografie von Elisabeth von Ardenne, von ihrer Kindheit als Freiin von Plotho bis hin zu ihrer Ehe, der Affäre mit Emil Hartwich und den tragischen Folgen des Duells.

3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Roman und historischer Vorlage: Hier erfolgt der direkte Vergleich, in dem sowohl die biografischen Übereinstimmungen als auch die bewussten literarischen Modifikationen (wie Alter, Affärenverlauf und Effis Tod) analysiert werden.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt die These, dass Fontanes Änderungen das Schicksal der Romanfigur als unausweichliche Konsequenz einer restriktiven und unmenschlichen Gesellschaftsordnung zeichnen.

Schlüsselwörter

Effi Briest, Elisabeth von Ardenne, Theodor Fontane, Armand von Ardenne, Emil Hartwich, Literaturvergleich, Sozialkritik, Kaiserreich, Ehe, Duell, Gesellschaftsordnung, historische Vorlage, Romananalyse, Konventionsehe, Standesethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Realität und Fiktion in Theodor Fontanes "Effi Briest" durch einen Vergleich mit der wahren Geschichte der Elisabeth von Ardenne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Zwänge des deutschen Kaiserreiches, die Rolle der Ehre und die Auswirkungen von Konventionsehen auf das Individuum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass Fontane durch gezielte Abweichungen von der historischen Vorlage die Sozialkritik in seinem Roman deutlich verschärft hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, die biografische Fakten der historischen Person mit den narrativen Strukturen des Romans kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Darstellung von Elisabeth von Ardenne und den anschließenden Vergleich der Lebensumstände mit den Romanfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Sozialkritik", "historische Vorlage", "Konventionsehe" und "gesellschaftliche Normen".

Warum war der Altersunterschied im Roman für Fontane wichtig?

Fontane nutzt den größeren Altersunterschied im Roman, um die Ehe als reine Konventionsehe zu markieren, was den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft verdeutlicht.

Wie unterscheidet sich das Ende von Effi Briest von dem von Elisabeth von Ardenne?

Während Effi Briest an den gesellschaftlichen Folgen und der psychischen Last zugrunde geht, lebte die historische Elisabeth von Ardenne nach ihrer Scheidung weiter und fand später in einem bürgerlichen Beruf neue Erfüllung.

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Details

Title
Elisabeth von Ardenne und Effi Briest
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Hendrik Fieber (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V131768
ISBN (eBook)
9783640375981
ISBN (Book)
9783640375721
Language
German
Tags
Elisabeth Ardenne Effi Briest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Fieber (Author), 2009, Elisabeth von Ardenne und Effi Briest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131768
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