Den wenigsten Christen ist es bekannt, dass durch das Entfernen eines Wortes aus der Bibel die Christenheit eine andere Lehre, einen anderen Gott, einen anderen Erlöser und ein anderes Evangelium erhalten hat. Durch das Streichen dieses Wortes entstand dann die Zeugung Christi durch den Geist Gottes, womit Jesus automatisch zum präexistenten, inkarnierten Gott-Menschen wurde.
Durch das Streichen dieses Wortes entstand dann die Lehre von der „Mutter-Gottes“. Ohne dieses Weglassen dieses Wortes hätte auch die Lehre der Trinität keinen Bestand. Damit hätte auch die Trennung von Israel und dem alleinigen Gott des Alten Bundes nicht stattgefunden. Ohne dieses entfernte Wort würden wir noch immer dem einen Gott des Alten und Neuen Bundes allein die Ehre geben. Und durch dieses Entfernen dieses Wortes kamen dann weitere Ansichten und Lehren auf, die damals am Anfang der Gemeinde so nicht gelehrt wurden. Doch wie lautet dieses Wort, dessen Entfernen eine so große Tragweite hatte?
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Inkarnation oder die Salbung Jesu
Stammbaum Jesu
Die Inkarnation Jesu als Gott-Mensch in der Jungfrauengeburt nach Matthäus
Die Jungfrauengeburt nach dem Lukas Evangelium
War die Geburt Jesu die Folge einer Inkarnation oder eine natürliche Empfängnis?
Das Bekenntnis des Petrus
Die Heilung von zwei Blinden bei Jericho
Die Frage nach dem Davidssohn
Jesu Brüder hielten ihn für einen Verwirrten
Paulinische Briefe
Jesu Taufe im Matthäusevangelium
Jesu Taufe und Salbung im Markusevangelium
Die Geburtsvorhersage und Salbung Jesu im Lukasevangelium
Die Salbung Jesu zum Sohn Gottes im Johannesevangelium
Die Sicht der ersten Gemeinden über Jesus und seine Erhöhung in der Apostelgeschichte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Ausarbeitung kritisiert die traditionelle Lehre der Jungfrauengeburt und der Trinität und hinterfragt die biblische Grundlage für ein Verständnis von Jesus als "Gott-Mensch". Das zentrale Ziel besteht darin, eine alternative, harmonischere Sicht auf den biblischen Jesus zu erarbeiten, die ihn als den von Gott gesalbten Messias und nicht als präexistenten zweiten Gott begreift.
- Kritische Untersuchung der Stammbäume Jesu und ihrer theologischen Deutung
- Analyse der biblischen Berichte zur Jungfrauengeburt in Matthäus und Lukas
- Untersuchung der Bedeutung der Salbung Jesu als geistliche Zeugung und Adoption
- Hinterfragung der Trinitätslehre im Kontext des alttestamentlichen Monotheismus
- Theologische Einordnung der sogenannten Log-Lehre und griechischer Einflüsse auf die frühchristliche Lehre
Auszug aus dem Buch
Die Inkarnation oder die Salbung Jesu?
Für die meisten Christen scheint diese Frage doch sehr sonderbar zu sein, vielleicht weil man den Unterschied in dieser Frage gar nicht sieht, oder diese sogar als fremdartig und unbekannt betrachtet. Einen anderen Gedanken lässt man auch nicht aufkommen, wie zum Beispiel, ob Jesus der Gesalbte Gottes, d.h. der von Gott gesalbte Messias war, weil die Lehre „Gott wurde Mensch“ als eine theologische Selbstverständlichkeit betrachtet wird.
Die Jungfrauengeburt Jesu ist für die christliche Theologie, mit allen die daraus entstandenen, nachfolgenden Lehren, eine der wichtigsten Grundlagen ihres Glaubens geworden, obgleich diese, außer bei Matthäus und Lukas, nur in den Geburtsgeschichten Erwähnung findet.
Den wenigsten Christen ist es bekannt, dass durch diese Lehre die Christenheit einen anderen Gott, einen anderen Erlöser und ein anderes Evangelium erhalten hat.
In dieser Ausarbeitung über dieses Thema mit ihrer riesigen Tragweite, die alles andere als eine nicht so wichtige Lehre ist, liegt das Problem nicht darin, zu glauben, dass Jesus übernatürlich von Gott gezeugt werden konnte. Nein, das ist für einen gläubigen Christen nicht das Problem. Bei Gott ist alles möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Der Autor stellt die kritische Frage, ob die Jungfrauengeburt tatsächlich eine biblische Grundlage hat oder ob sie eine spätere dogmatische Hinzufügung darstellt, die den ursprünglichen jüdischen Monotheismus entfremdet hat.
Inkarnation oder die Salbung Jesu: Es wird die These aufgestellt, dass die Lehre von der "Muttergottes" und der Trinität aus der Jungfrauengeburt entstand und das biblische Verständnis der Salbung Jesu verdrängt hat.
Stammbaum Jesu: Die Unstimmigkeiten in den Stammbäumen bei Matthäus und Lukas werden als Beweis für theologische Konstruktionen angeführt, die den jüdischen Anspruch an den Messias untergraben.
Die Inkarnation Jesu als Gott-Mensch in der Jungfrauengeburt nach Matthäus: Matthäus wird daraufhin untersucht, ob er tatsächlich eine Präexistenz Jesu lehrt oder ob dieser erst bei seiner Taufe von Gott gesalbt wurde.
Die Jungfrauengeburt nach dem Lukas Evangelium: Lukas wird analysiert, um aufzuzeigen, dass auch hier die "Jungfrauengeburt" kein Beleg für eine Gott-Mensch-Natur ist, sondern eine besondere göttliche Auserwählung beschreibt.
War die Geburt Jesu die Folge einer Inkarnation oder eine natürliche Empfängnis?: Der Autor diskutiert die historische Figur Josefs in der Umgebung von Nazareth und die Unkenntnis der Zeitgenossen über ein "Wunder".
Das Bekenntnis des Petrus: Jesu Frage an die Jünger wird dahin gehend interpretiert, dass Petrus Jesus als den von Gott gesalbten messianischen König erkannte, nicht als Gott.
Die Heilung von zwei Blinden bei Jericho: Die Anrede Jesu als "Sohn Davids" wird als Bestätigung seiner menschlichen, messianischen Abstammung gewertet.
Die Frage nach dem Davidssohn: Jesus stellt die Pharisäer vor ein Rätsel, das nach Ansicht des Autors beweist, dass der Messias ein von Gott geführter "Sohn" (Gesandter) ist, aber kein Gott.
Jesu Brüder hielten ihn für einen Verwirrten: Die Reaktionen der Familie Jesu werden dahingehend gedeutet, dass diese nichts von einer Jungfrauengeburt wusste.
Paulinische Briefe: Paulus wird als Zeuge angeführt, der die Jungfrauengeburt nicht erwähnt und Jesus als den von Gott auferweckten Menschen verkündet.
Jesu Taufe im Matthäusevangelium: Die Taufe wird als der entscheidende Moment der Adoption und Salbung durch Gottes Geist gefeiert.
Jesu Taufe und Salbung im Markusevangelium: Markus berichtet laut Autor von der Erhöhung des Menschen Jesus zum geistlichen Sohn durch Gott bei der Taufe.
Die Geburtsvorhersage und Salbung Jesu im Lukasevangelium: Wiederholung der Analyse der Botschaft des Engels als Ankündigung einer göttlichen Mission, nicht einer Menschwerdung Gottes.
Die Salbung Jesu zum Sohn Gottes im Johannesevangelium: Das Johannesevangelium wird dahingehend kritisch betrachtet, dass seine Logos-Lehre oft missinterpretiert wird, um hellenistische Göttermythen zu integrieren.
Die Sicht der ersten Gemeinden über Jesus und seine Erhöhung in der Apostelgeschichte: Die frühe Gemeinde wird als monotheistisch beschrieben, die Jesus als den von Gott eingesetzten Herrn und Messias verehrte.
Schlüsselwörter
Jungfrauengeburt, Trinität, Salbung Jesu, Inkarnation, Messias, Gottheit, Sohn Gottes, biblische Exegese, Monotheismus, Neues Testament, Matthäusevangelium, Lukasevangelium, Präexistenz, Geisttaufe, Gottesknecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit hinterfragt kritisch die Lehre der Jungfrauengeburt und Trinität und strebt danach, Jesus ausschließlich als den von Gott gesalbten Messias und nicht als einen präexistenten Gott-Menschen zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die biblische Analyse der Geburtsgeschichten, die Bedeutung der Taufe und Salbung durch den Heiligen Geist sowie die historische Entwicklung des christlichen Dogmas im Vergleich zum jüdischen Monotheismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Konzepte der Inkarnation und der Dreieinigkeit nicht auf ursprünglichen biblischen Aussagen beruhen, sondern das Ergebnis späterer theologischer Entwicklungen sind, die Jesus von seiner jüdischen Wurzel entfremdet haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wendet eine vergleichende biblische Exegese an, wobei er verschiedene Übersetzungen und Kommentare heranzieht, um Widersprüche in den Dogmen aufzudecken und Textstellen im Kontext des Alten Testaments zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Stammbäume Jesu, die Taufe Jesu in den Evangelien sowie die Briefe des Paulus und die Apostelgeschichte, um zu belegen, dass Jesus als Mensch von Gott bevollmächtigt wurde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jungfrauengeburt, Trinität, Salbung Jesu, Monotheismus und messianischer Anspruch charakterisiert.
Warum spielt die Salbung Jesu eine so zentrale Rolle in Ihren Argumentationen?
Die Salbung ist für den Autor der entscheidende Moment, in dem Jesus von Gott zum Messias "gemacht" wurde. Wäre Jesus bereits als präexistenter Gott geboren worden, wäre dieser Akt der Salbung und Bevollmächtigung nach Ansicht des Autors hinfällig.
Wie erklärt die Arbeit das Ausbleiben einer Erwähnung der Jungfrauengeburt durch andere Apostel?
Der Autor argumentiert, dass eine solch grundlegende Lehre, wenn sie wahr wäre, von allen Autoren erwähnt werden müsste. Das Fehlen dieser Erwähnung bei Paulus, Markus oder Johannes wertet er als starken Hinweis darauf, dass es sich um eine spätere, theologische Ergänzung handelt.
- Arbeit zitieren
- Andreas Schittspan (Autor:in), Die Inkarnation oder die Salbung Jesu. Gehört die Jungfrauengeburt zu den wichtigsten Grundlagen des christlichen Glaubens?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1317871