Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, dass die Schülerinnen und Schüler wissen/ erkennen, dass der Widerstand im Nationalsozialismus vielschichtig und von unterschiedlicher Qualität war, indem sie am Beispiel der Gruppen "Weiße Rose" sowie der "Swing-Jugend" Motive, Ziele und Charakteristika herausarbeiten, ihre Unterschiedlichkeiten identifizieren und den "Stufen abweichenden Verhaltens" nach Helmut Peukert zuordnen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln der Widerstandsgruppen "Swing-Jugend" und "Weiße Rose" im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Stunde
2. Lerngruppe
3. Reihenplanung mit übergeordneter Fragestellung
4. Didaktisch-methodischer Kommentar
4.1 Sachanalyse
4.2 Didaktische Analyse
5. Kompetenzerwartungen/ Lernziele
5.1 Kompetenzerwartungen
5.2 Lernziele
6. Verlaufsplan
7. Erwartetes Tafelbild/ Sicherung
8. Material mit Aufgabenstellung
Zielsetzung & Themen der Unterrichtsplanung
Ziel dieser schriftlichen Unterrichtsplanung ist es, Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Verständnis für den Begriff „Widerstand“ im Nationalsozialismus zu vermitteln, indem anhand des Peukert-Modells verschiedene Stufen abweichenden Verhaltens analysiert werden.
- Untersuchung von Widerstandsformen am Beispiel von „Weißer Rose“ und „Swing-Jugend“.
- Anwendung des „Stufenmodells abweichenden Verhaltens“ nach Detlev Peukert.
- Förderung der Urteilskompetenz durch fachsprachliche Auseinandersetzung mit Quellen.
- Reflexion über die Bedeutung von Widerstand in einer demokratischen Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
4.1 Sachanalyse
Der Begriff "Widerstand" im Kontext des Nationalsozialismus ist komplex und umfasst verschiedene Gruppen und Individuen, die sich auf unterschiedliche Weise von der nationalsozialistischen Herrschaft distanziert haben. Es gibt mehrere Definitionen des Begriffs, die sich je nach Unterrichtsgegenstand mehr oder weniger eignen. In dieser Unterrichtsstunde wird das Stufenmodell von Detlev Peukert verwendet, um nonkonformes Verhalten in verschiedene Stufen einzuteilen und so graduelle Unterschiede zwischen Verhaltensweisen zu bestimmen. Peukert definiert die verschiedenen Ausprägungen abweichenden Verhaltens in steigender Reihenfolge als "Nonkonformität", "Verweigerung", "Protest" und "Widerstand". Die Einteilung in die jeweiligen Stufen basiert nach Peukert auf dem Wirkungsbereich der Handlung und dem Ausmaß ihrer Auswirkungen.
Das "Stufenmodell abweichenden Verhaltens" ermöglicht es, den Begriff "Widerstand" zu differenzieren und greifbarer zu machen. Die im "Stufenmodell abweichenden Verhaltens" einzuordnenden Gruppierungen sind zwei Jugendgruppen, die sich auf unterschiedliche Weise von dem erwarteten Verhalten im Nationalsozialismus abgewandt haben. Die "Swing-Jugend" war eine Jugendopposition, die vor allem unter den Schülern und Schülerinnen der höheren Schulen in Hamburg und Berlin zu finden war. Sie war parteipolitisch nicht festgelegt, sondern vielmehr eine Reaktion auf die Einschränkungen individueller Freiheit. Charakteristisch für die "Swing-Jugendlichen" war das Hören von "verbotenem" Jazz und ihr englischer Kleidungsstil, wodurch sie Verfolgung und Strafe riskierten. Das abweichende Verhalten dieser Gruppierung zielte jedoch nicht darauf ab, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen.
Die Studentengruppe "Weiße Rose" zeigte sich oppositionell auf eine andere Art und Weise. Die unter diesem Namen bekannten Geschwister Hans und Sophie Scholl und ihr Freundeskreis riefen ab dem Sommer 1942 in Flugblättern und Wandparolen zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft auf, angesichts des Krieges und der Judenmorde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Stunde: Einführung in die Fragestellung und Zielsetzung der Unterrichtsstunde bezüglich der „Weißen Rose“ und „Swing-Jugend“.
2. Lerngruppe: Analyse des Leistungsniveaus, der Motivation und der soziokulturellen Voraussetzungen der neunten Gymnasialklasse.
3. Reihenplanung mit übergeordneter Fragestellung: Einordnung der Einzelstunde in eine achtteilige Unterrichtsreihe zum Thema „Widerstand im Nationalsozialismus“.
4. Didaktisch-methodischer Kommentar: Theoretische Begründung durch das Peukert-Modell und didaktische Einordnung der gewählten Fallbeispiele.
5. Kompetenzerwartungen/ Lernziele: Definition der fachlichen und methodischen Lernziele, unterteilt in Sach- und Urteilskompetenz sowie Erkenntnisziele.
6. Verlaufsplan: Detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen inkl. Zeitmanagement, Sozialformen und Medieneinsatz.
7. Erwartetes Tafelbild/ Sicherung: Beschreibung der visuellen Ergebnissicherung des Stufenmodells an der Tafel.
8. Material mit Aufgabenstellung: Zusammenstellung der Arbeitsaufträge und der Quellenlage für die Schülerinnen und Schüler.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Widerstand, Weiße Rose, Swing-Jugend, Detlev Peukert, Stufenmodell, Jugendopposition, Geschichtsunterricht, Unterrichtsplanung, Konformität, Verweigerung, Sachurteil, Werturteil, Partizipation, Bürgerverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine Unterrichtsstunde für eine neunte Klasse, in der verschiedene Formen von Widerstand gegen den Nationalsozialismus kritisch untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die „Weiße Rose“ als Form des organisierten Widerstands und die „Swing-Jugend“ als Beispiel für Jugendopposition.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Widerstandsformen mithilfe eines wissenschaftlichen Modells zu kategorisieren, statt sie pauschal als „Widerstand“ zu bezeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das „Stufenmodell abweichenden Verhaltens“ des Historikers Detlev Peukert genutzt, um Abstufungen wie Nonkonformität und Verweigerung von echtem Widerstand abzugrenzen.
Was wird im Hauptteil der Planung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Heuristik, eine arbeitsteilige Quellenauswertung („Think-Pair-Share-Methode“) und eine abschließende Reflexion sowie Einordnung in das Peukert-Modell.
Welche Keywords definieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Widerstand, Weiße Rose, Swing-Jugend, Peukert-Modell und Geschichtsunterricht.
Warum wurde die „Think-Pair-Share-Methode“ für den Unterricht gewählt?
Diese Methode wurde gewählt, um durch Einzelarbeit, Partnerarbeit und anschließende Präsentation einen einheitlichen Wissensstand bei zwei verschiedenen Fallgruppen effizient zu sichern.
Wie soll die Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert werden?
Durch die Konfrontation mit unterschiedlichen Motiven und Zielen der Jugendgruppen sollen die Lernenden befähigt werden, Sachurteile zu fällen und die Formen des Widerstands moralisch und historisch zu bewerten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Die "Weiße Rose" und die "Swing-Jugend". Die Stufen abweichenden Verhaltens im Nationalsozialismus nach dem Modell von Detlev Peukert (8. Klasse Geschichte), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1317879