Die Masterthesis untersucht den Wettbewerb in der Automobilbranche zwischen Deutschland und China in Hinblick auf die Elektromobilität. Dabei stehen die Megatrends Mobilität und Neo-Ökologie im Vordergrund, welche die Transformation prägen. Die Länder Deutschland und China sind für den Hochlauf der neuen Technologie von Interesse. Kein Land wie Deutschland hat so viele namenhafte und wertvolle Automobilhersteller. Für alle deutschen Hersteller ist China zugleich der wichtigste Absatzmarkt. Unterdessen ist China das Vorreiterland in der Elektromobilität mit den höchsten Verkaufszahlen weltweit. Diverse chinesische Hersteller und Start-ups haben mit Hilfe strategischer politischer Unterstützung die Transformation zur Elektromobilität genutzt, um Qualitätslücken zu schließen und produzieren nun hochwertige Elektroautos.
Primär wird mit dem Ziel der Arbeit verfolgt, die Chancen und Risiken für die deutsche Elektromobilitätsbranche aus dem Ländervergleich herauszuarbeiten. Als Ziel sollen Handlungsempfehlungen und Strategien für Hersteller und politische Entscheidungsträger festgehalten werden.
Um fundierte hochwertige Ergebnisse zu gewinnen, wird auf eine qualitative Forschung zurückgegriffen. Durch eine gezielte Auswahl von Experten aus den relevanten Stakeholder-Gruppen können in Interviews die Themen präzise angesprochen werden. Mittels renommierten und gegenwärtigen Artikels, Journals und Literatur sind die fundamentalen theoretischen Grundlagen zur Elektromobilität dargelegt.
Da die Elektromobilität eine Veränderung in der Wertschöpfungskette mit sich bringt, wird besonders auf die Schlüsselkomponenten für die Batterie eingegangen. Im Bereich der Batteriewertschöpfungskette hat Deutschland eine enorme Abhängigkeit von chinesischen Zelllieferanten sowie bei der Rohstoffversorgung, die ebenfalls von China dominiert wird. Generell ist die Nachfrage nach Modellen von chinesischen Herstellern in China sehr hoch und deutsche Marken verlieren an Marktanteilen. Die Analyse zeigt welche neuen Wettbewerber aus China eine Bedrohung darstellen.
Die gewonnen Ergebnisse fließen in den Interviewleifaden ein. Aus praxisnaher Erfahrung werden die Ergebnisse anschließend gefestigt. Deutsche Elektromodelle verlieren bei den Kunden in China an Interesse, da die Ansprüche an die Digitalisierung und Vernetzung nicht erfüllt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen Megatrend Elektromobilität
2.1 Definition und Abgrenzung Megatrend Elektromobilität
2.2 Historisch-Politische Entwicklung Elektromobilität
2.2.1 Deutschland
2.2.2 China
2.3 Ausführungsformen von Elektrofahrzeugen
2.3.1 Hybridfahrzeuge, Hybrid Electric Vehicles (HEV)
2.3.2 Range Extended Electric Vehicle (REEV)
2.3.3 Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
2.3.4 Brennstoffzellenfahrzeuge, Fuel Cell Electric Vehicle (FCEV)
2.4 Trends und Aktualität der Elektromobilität
2.5 Schlüsselkomponenten in der Wertschöpfungskette der Elektromobilität
2.5.1 Die neue Wertschöpfungskette für Elektromobile
2.5.2 Energiespeicher Akku
2.5.3 Rohstoffe
3 Praxisbezug in der Automobilbranche
3.1 Der internationale Automobilmarkt
3.2 Strukturanalyse der Elektromobilitätsbranche in Deutschland und China
3.2.1 Intensität des Wettbewerbs
3.2.2 Lieferanten der Schlüsselkomponente
3.2.3 Verhandlungsmacht der OEMs und Endkunden
3.2.4 Markteintritt von neuen und zukünftigen Wettbewerbern aus China
3.2.5 Ersatzprodukte der Elektromobilität
3.3 Zusammenfassung der Wettbewerbskräfte im Ländervergleich
3.4 Arena-Analyse
4 Qualitative Expertenbefragung
4.1 Forschungsdesign
4.2 Leitfadeninterview und Expertenauswahl
4.3 Durchführung und Qualitative Inhaltsanalyse
4.4 Auswertung der Empirie
4.4.1 Ergebnisdarstellung
4.4.2 Erfolgsfaktoren im internationalen Wettbewerb
5 Schlussbetrachtung
5.1 Chancen und Risiken für die deutsche Automobilbranche
5.1.1 Risiken
5.1.2 Chancen
5.2 Handlungsempfehlungen für die deutsche Automobilbranche
5.3 Kritische Würdigung
5.4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wettbewerb in der Automobilbranche zwischen Deutschland und China unter besonderer Berücksichtigung der Elektromobilität. Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen, Chancen und Risiken für deutsche Akteure zu identifizieren, um daraus fundierte, praxisnahe Strategien und Handlungsempfehlungen für Hersteller und politische Entscheidungsträger abzuleiten.
- Vergleichende Analyse der Elektromobilitätsmärkte in Deutschland und China
- Strukturanalyse mittels Porter's Five Forces und Arena-Analyse
- Identifikation der Schlüsselkomponenten in der Wertschöpfungskette der Batterieproduktion
- Untersuchung des Markteintritts chinesischer Wettbewerber in Europa
- Qualitative Expertenbefragung zu Erfolgsfaktoren im internationalen Automobilmarkt
Auszug aus dem Buch
Die neue Wertschöpfungskette für Elektromobile
Durch die modifizierten Komponenten und neuen technologischen Gegebenheiten ist auch eine Veränderung der Wertschöpfungskette erforderlich. Das eröffnet neue Märkte für neue Akteure in der Automobilbranche. Vereinfacht ist die Wertschöpfungskette für die Elektromobilität in Anhang A.1 dargestellt.
Diese Wertschöpfungskette hat sich über viele Jahre Automobilbranche immer wieder verändert. Es ist ersichtlich, dass der bestehende etablierte OEM nur einen kleinen Teil einnimmt. Die einst hohe vertikale Integration der OEMs hat sich über die Jahre aufgelöst, als auch der Versorgungssektor gewachsen war und in der Lage ist die erforderlichen Mengen für die Volumenproduktion zu unterstützen.
Wie hat sich nun die Wertschöpfungskette verändert? Dies lässt sich an einer Zweiteilung in Upstream und Downstream Veränderungen anhand der Zuliefererpyramide in der Abbildung 4 darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der globalen Herausforderungen wie den Klimawandel ein und skizziert die Relevanz der Transformation hin zur Elektromobilität in den Kernmärkten Deutschland und China.
2 Theoretische Grundlagen Megatrend Elektromobilität: Hier werden Definitionen, die historisch-politische Entwicklung in Deutschland und China sowie die verschiedenen Antriebstechnologien und die zentrale Bedeutung der Batteriewertschöpfungskette theoretisch fundiert.
3 Praxisbezug in der Automobilbranche: Dieses Kapitel analysiert den aktuellen Stand des internationalen Marktes, führt eine Wettbewerbsstrukturanalyse durch und beleuchtet die Rolle neuer Wettbewerber sowie das Marktumfeld durch eine Arena-Analyse.
4 Qualitative Expertenbefragung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews beschrieben, die Auswertung der empirischen Daten erläutert und die identifizierten Erfolgsfaktoren im internationalen Kontext dargestellt.
5 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zur Chancengleichheit und den Risiken zusammen, bietet konkrete Handlungsempfehlungen für OEMs sowie die Politik und reflektiert kritisch die Methodik.
Schlüsselwörter
Elektromobilität, Automobilbranche, Deutschland, China, Wertschöpfungskette, Batterieproduktion, OEM, Markteintritt, Wettbewerbsanalyse, Rohstoffe, Erfolgsfaktoren, Transformation, Ladeinfrastruktur, E-Mobilität, Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem tiefgreifenden Wandel der globalen Automobilindustrie infolge des Trends zur Elektromobilität, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen den Märkten Deutschland und China liegt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die technologischen Grundlagen, die Veränderung der globalen Wertschöpfungsketten (insbesondere bei Batterien), die Marktdynamik durch neue chinesische Wettbewerber sowie die energiepolitischen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, die spezifischen Chancen und Risiken für die deutsche Automobilbranche zu erarbeiten, um daraus strategische Handlungsempfehlungen für Automobilhersteller und politische Akteure abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, der auf einer fundierten Literaturrecherche und der Durchführung von Experteninterviews basiert, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Branchenstrukturanalyse (Porter's Five Forces), der Untersuchung der Lieferantenmacht bei Batteriekomponenten sowie der Arena-Analyse der relevanten Stakeholder.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind internationale Automobilstrategie, Batteriewertschöpfungskette, strategische Wettbewerbsanalyse, Markteintrittsbarrieren und die Transformation hin zu nachhaltigen Antriebssystemen.
Wie unterscheidet sich die Situation chinesischer Hersteller in Deutschland von der deutschen Situation in China?
Während deutsche Hersteller in China intensiv an lokalen Kooperationen und Joint Ventures arbeiten, um Marktanteile zu halten, drängen chinesische Hersteller verstärkt als eigenständige Marken mit Fokus auf Konnektivität und digitale Features in den deutschen Markt.
Welche besondere Rolle kommt der Batteriezellproduktion zu?
Die Batteriezelle wird als kritisches Schlüsselbauteil identifiziert, bei dem die vertikale Integration und der Zugriff auf Rohstoffe über den langfristigen Erfolg und die Kosteneffizienz der OEMs entscheiden.
- Arbeit zitieren
- Manuel Reiner (Autor:in), 2022, Elektromobilität im internationalen Automobilmarkt. Ein Vergleich zwischen Deutschland und China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1317919