Supply Chain Management und Internet sind zwei Themen, die in den vergangenen 20 Jahren die Weltwirtschaft kaum stärker beeinflußt und verändert haben als die Erfindung von Telefon oder Telefax. Heutzutage stehen nicht mehr die einzelnen Unternehmungen, sondern vielmehr ihre Logistiknetzwerke miteinander im Wettbewerb. Seit Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist das Internet mit seinen Anwendungen ein immer bedeutenderes Medium zum Austausch von Informationen, Daten und Waren geworden. Es katalysiert die schnelle und kostengünstige Vernetzung von Unternehmungen über die gesamte Welt. Ein mit dem Internet entstandener Wirtschaftszweig ist das sogenannte e-Business oder der e-Commerce. Beide Begriffe sind in der gängigen Literatur nur schwer voneinander abgrenzbar. Elemente und Anwendungen des e-Commerce bilden die Grundlage für das e-Supply Chain Management (eSCM). In der gängigen Literatur wird das Thema „Internetbasierte Anwendungen des Supply Chain Managements“ noch nicht explizit vorgestellt. Die vorliegende Arbeit versucht diese Lücke ein kleines Stück weit zu schließen und stellt den Stand von Forschung und Industrie am Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Supply Chain Management
2.1. Die Wertschöpfungskette einer Unternehmung
2.2. Die Logistische Kette einer Unternehmung
2.3. Supply Chain Management
2.4. Demand Chain Management
2.5. Supply Chain Modelle
2.5.1. Das Supply Chain Operations Reference Model (SCOR-Modell)
3. Supply Chain Management und Informationstechnologie
3.1. Interne Prozesse
3.1.1. Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme (PPS)
3.1.2. Enterprise Resource Planning Systeme (ERP)
3.2. Externe Prozesse
3.2.1. Advanced Planning und Scheduling Systeme (APS)
3.2.2. Electronic Data Interchange Systeme (EDI)
4. Supply Chain Management und Internet
4.1. Dimensionen internetbasierter Anwendungen des Supply Chain Managements
4.2. Internettechnologien
4.3. Anwendungen
4.3.1. e-Supply Chains und ihr Management
4.3.1.1. e-Products und e-Services
4.3.1.2. e-Information und e-Integration
4.3.1.3. e-Procurement
4.3.1.4. e-Collaboration
4.3.1.5. e-Fulfillment
4.3.1.6. e-CRM
4.4. Anwendungsbeispiele
4.4.1. mySAP und APO
4.4.2. LiNet in der Automobilindustrie
4.5. Vorteile der Internetanwendungen des SCM
4.6. Nachteile der Internetanwendungen des SCM
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration von internetbasierten Anwendungen in das Supply Chain Management (SCM), um die Lücke in der aktuellen Fachliteratur zu schließen. Das Ziel ist es, den Stand von Forschung und Industrie am Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts zu analysieren und aufzuzeigen, wie das Internet als offene Kommunikationsinfrastruktur die Gestaltung und Optimierung von Logistiknetzwerken verändert.
- Grundlagen des Supply Chain Managements und relevanter Strukturmodelle
- Einfluss von Informationstechnologien auf interne und externe Geschäftsprozesse
- Analyse internetbasierter Anwendungen (e-Supply Chains, e-Procurement, e-CRM)
- Praktische Anwendungsbeispiele wie mySAP und LiNet
- Bewertung der Vor- und Nachteile von Internetanwendungen im SCM
Auszug aus dem Buch
4.3.1. e-Supply Chains und ihr Management
Das 1999 in den USA über Internet-Plattformen abgewickelte Weihnachtsgeschäft verlief insofern ungünstig, als ca. 26% der Kunden ihre Waren erst nach den Feiertagen bekamen (Straube, 2001, S. 177; Buchholz, Werner, 2001, S. 12). Ein erfolgreiches e-Business bedarf ergo eines erfolgreichen SCMs. Der Abstimmungsbedarf zwischen der Plattform „Internet“ und einem funktionierendem SCM erfolgt mit Hilfe der e-Supply Chains. Diese sichern die Geschäftsabwicklung und den Geld- und Informationsfluß bei elektronisch initiierten Geschäftsabläufen. Der Ablauf erfolgt gemäß eines Order-to-Payment-S: Gemäß dem Pull Prinzip löst die elektronische Order eines Kunden die weiteren Aktivitäten in der Unternehmung aus. Der erste Bereich in Order-to-Payment-S verläuft von rechts nach links (flußaufwärts). Der zweite Bereich, stromabwärts von links nach rechts, wird durch den Materialfluß bestimmt. Dabei versorgt die vorgelagerte Stufe die jeweils nachgelagerte Stufe. Im dritten und letzten Bereich erfolgt der Bezahlungsstrom wieder von rechts nach links, nachdem die Ware ausgeliefert und erhalten worden ist. Betrachtung aller drei Prozesse hintereinander führt zu dem mit Pfeilen schematisierten Buchstaben „S“ (Abb. 4.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Themen Supply Chain Management und Internet ein und identifiziert den Mangel an einer zusammenfassenden Darstellung ihrer Verknüpfung in der aktuellen Literatur.
2. Supply Chain Management: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie die Wertschöpfungskette und logistische Kette und stellt Strukturmodelle wie das SCOR-Modell vor.
3. Supply Chain Management und Informationstechnologie: Hier wird der technologische Wandel von PPS- und ERP-Systemen hin zu modernen, vernetzten Lösungen wie APS und EDI beleuchtet.
4. Supply Chain Management und Internet: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht die Dimensionen internetbasierter SCM-Anwendungen, von Technologien über e-Procurement und e-Collaboration bis hin zu konkreten Praxisbeispielen wie mySAP.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Potenziale des Internets für das SCM zusammen und reflektiert über zukünftige Entwicklungen sowie Herausforderungen wie Datensicherheit und zunehmende Anonymität.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Internet, e-Business, e-Supply Chain, SCOR-Modell, Informationstechnologie, e-Procurement, e-Collaboration, e-Fulfillment, e-CRM, mySAP, LiNet, Logistiknetzwerke, Geschäftsprozesse, Datensicherheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verknüpfung von Supply Chain Management (SCM) mit internetbasierten Technologien und Anwendungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des SCM, der Einfluss von IT-Systemen auf interne und externe Prozesse sowie die spezifischen Chancen und Risiken durch das Internet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die bestehende Lücke in der Fachliteratur zu schließen und eine fundierte Übersicht über den Stand internetbasierter SCM-Anwendungen zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur sowie der Untersuchung von industriellen Praxisbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen (SCM und IT), die detaillierte Darstellung internetbasierter Anwendungen wie e-Collaboration und e-Procurement sowie die Bewertung durch Anwendungsbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Supply Chain Management, e-Business, e-Supply Chain, Logistiknetzwerke und internetbasierte Integration.
Was ist die Bedeutung des „SCOR-Modells“ im Kontext dieser Arbeit?
Es dient als wichtigstes Strukturmodell zur Verbesserung von Supply-Chain-Prozessen durch die Definition von Prozesselementen wie Planen, Beschaffen und Herstellen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „Buy-Side“ und „Sell-Side“ Modellen beim e-Procurement?
Die Unterscheidung basiert auf der Kontrolle des Marktplatzes: Beim Sell-Side stellt der Lieferant den Katalog bereit, während beim Buy-Side der Einkäufer die Software und Kataloge selbst in seiner Intranetplattform betreibt.
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- Dr. phil. nat. Frank Gebhardt (Author), 2008, Internetbasierte Anwendungen des Supply Chain Managements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131798