Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Medicine - History

Die historische Entwicklung psychischer Krankheitsdeutungen

Am Beispiel der Hysterie

Title: Die historische Entwicklung psychischer Krankheitsdeutungen

Bachelor Thesis , 2008 , 46 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sandra Pfeil (Author)

Medicine - History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

The paper presents historical milestones focusing on conceptions of hysteria from the perspective of medical history. While the term "hysteria" has been used for over 2.000 years, its definition as a psychological disorder that alter motor or sensory functions with no organic cause, just developed in late 19th century.
In fact hysterical disorders where traditionally connected to medical conditions, thought to be particular to women.
The term originates in ancient Greek medicine.
Primary appearing in Hippocrates’ Early Medical Concept hysteria was referring to an inhomogeneous group of symptoms, though to be caused from the wandering womb.
This concept was applied and modified over the centuries, while the definitions have become broader and more diffuse over time. Followed up by demonological explanations in the Middle age, in which scientific approaches for mental illnesses rarely used. In Renaissance and Enlightenment hysteria became again connected to women.
By no mean the relationship of hysteria and woman kept vibrant until late 19th century.
As a result the term was excluded as a medical and psychiatric diagnosis and splintered into different diagnoses.
The paper wants to bring the reader across the development in witch the psychological perspective of hysterical disorders got acknowledged in medical history.

Keywords: hysteria, womb, medical history, psychological perspective, diagnosis

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Forschungsstand

2 Begriffsdefinitionen der Hysterie im Wandel der Zeit

2.1 Definition des Hysteriebegriffs

2.2 Symptome der Hysterie

3 Die Entwicklung der Auffassungen über Hysterie in der Geschichte der Medizin

3.1 Die Hysterie in der altägyptischen Medizin

3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin

3.3 Die Hysterie in der griechisch- römischen Medizin

3.4 Hysterie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zwischen Krankheit und Sünde

3.4.1 Hysterie als Besessenheit und Hexenwerk im christlichen Mittelalter und der frühen Neuzeit

3.4.2 Medizinische Denkstile

4 Die Entwicklung der Hysterie von der Nervenkrankheit zur psychischen Störung

4.1 Anfänge und Vorläufer

4.2 Psychiatrische Denkrichtungen im 19. Jahrhundert

4.3 Der Weg zur psychogenen Krankheitsauffassung

5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen medizinhistorischen Überblick über den Wandel des Verständnisses von Hysterie zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht die unterschiedlichen Krankheitsauffassungen im Zeitverlauf, die Einbettung dieser Konzepte in die jeweiligen medizinischen Denkstile sowie den entscheidenden Durchbruch zum Verständnis psychogener Störungen unter Sigmund Freud.

  • Historische Entwicklung der Hysterie von der Antike bis zum 20. Jahrhundert
  • Kritische Auseinandersetzung mit der geschlechtsspezifischen Fixierung des Hysteriebegriffs
  • Bedeutung der medizinischen Denkstile für den wissenschaftlichen Fortschritt
  • Übergang von somatischen Deutungen (z. B. Uterustheorie) zur psychogenen Krankheitsauffassung
  • Entwicklung der Psychoanalyse als Behandlungsmethode für hysterische Störungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin

Weitreichende politische und kulturelle Veränderungen lieferten besonders seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Grundlagen zur Entwicklung der griechischen Hochkultur. Auf dieser Grundlage konnten sie die Phänomene der Welt besser erklären und einordnen. Philosophen und Naturforscher versuchten, die Natur rational zu erfassen und zu erforschen. Damit begannen sie, die religiös-mythische Weltsicht in Frage zu stellen. Die Entwicklungen in den naturphilosophischen Anschauungen beeinflussten in erheblichem Maße auch die Entstehung der ersten wissenschaftlichen Heilkunde. Auf der Grundlage dieser Naturphilosophie begann man, in der griechischen Medizin nicht mehr die Sünden oder übernatürliche Kräfte für Krankheiten verantwortlich zu machen, sondern sie im Körper selbst zu suchen.

Wie zuvor ausgeführt, gehen etliche Forschungsarbeiten davon aus, dass die altägyptische Krankheitsvorstellung der „wandernden“ Gebärmutter als krankmachendes Element zahlreicher Frauenkrankheiten einige Parallelen zur Theorie der überlieferten Quellen aus der klassischen griechischen Medizin aufweisen. Es wird daher angenommen, dass diese Theorie neben der griechischen Philosophie vor allem erstmals in der Hippokratischen Medizin Eingang gefunden hat. Mit Hippokratischer Medizin (ca. 300 v. Chr. – 1./2. Jh. n. Chr.) wird im Allgemeinen die nach HIPPOKRATES von Kos (ca. 460 v. Chr. – 375 v. Chr.) benannte Phase bezeichnet, in der sein Werk eine dominierende Rolle für die medizinische Entwicklung einnahm.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität und Kontroversität des Hysteriebegriffs ein und erläutert den medizinhistorischen Fokus der Arbeit.

1.1 Fragestellung: In diesem Unterkapitel werden die zentralen Forschungsfragen zur historischen Entwicklung der Krankheitsauffassungen und zum Wandel des medizinischen Denkens formuliert.

1.2 Forschungsstand: Hier wird der aktuelle Stand der Forschung dargelegt, wobei der Fokus auf Originaltexten und medizinhistorischen Übersichtswerken liegt.

2 Begriffsdefinitionen der Hysterie im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel erläutert die Vielschichtigkeit des Hysteriebegriffs, der historisch mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten verknüpft war.

2.1 Definition des Hysteriebegriffs: Der Begriff wird als nicht genau umschriebenes Krankheitsbild definiert, das sich im Laufe der Zeit von einer rein gynäkologischen Ursache hin zu einer psychogenen Störung entwickelte.

2.2 Symptome der Hysterie: Hier werden die Hysteriesymptome in drei Gruppen unterteilt: körperliche Funktionsstörungen, psychische Funktionsstörungen und hysterische Verhaltensmuster.

3 Die Entwicklung der Auffassungen über Hysterie in der Geschichte der Medizin: Dieses Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die Ursachenzuschreibungen und medizinischen Ansätze seit der Antike.

3.1 Die Hysterie in der altägyptischen Medizin: Es wird untersucht, wie altägyptische Quellen Symptome beschreiben, die retrospektiv der Hysterie zugeordnet werden können, wobei die Theorie der „wandernden“ Gebärmutter eine zentrale Rolle spielt.

3.2 Die Geburt des Hysteriebegriffs in der hippokratischen Medizin: Hier wird der Übergang von religiös-mythischen zu rationalen medizinischen Erklärungsversuchen im antiken Griechenland beschrieben.

3.3 Die Hysterie in der griechisch- römischen Medizin: Das Kapitel analysiert den Einfluss der Solidarpathologie und zeigt, wie Mediziner wie Soranus anatomische Fortschritte in das Verständnis der Hysterie integrierten.

3.4 Hysterie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zwischen Krankheit und Sünde: Diese Sektion beleuchtet den Rückfall in übernatürliche Krankheitsdeutungen und das Wirken kirchlicher Dogmen.

3.4.1 Hysterie als Besessenheit und Hexenwerk im christlichen Mittelalter und der frühen Neuzeit: Hier wird die Verfolgung psychisch kranker Frauen im Kontext von Hexenglaube und Besessenheit analysiert.

3.4.2 Medizinische Denkstile: Es wird dargestellt, wie die Renaissance einerseits wissenschaftliche Fortschritte ermöglichte, aber andererseits noch lange an autoritären Lehrmeinungen festhielt.

4 Die Entwicklung der Hysterie von der Nervenkrankheit zur psychischen Störung: Dieses Kapitel beschreibt den wissenschaftlichen Wandel in der Medizin vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

4.1 Anfänge und Vorläufer: Hier werden Mediziner vorgestellt, die begannen, die Hysterie als Nervenkrankheit mit somatischen Ursachen im Kopf zu deuten.

4.2 Psychiatrische Denkrichtungen im 19. Jahrhundert: Das Kapitel vergleicht somatische und psychologische Ansätze in der Psychiatrie des 19. Jahrhunderts.

4.3 Der Weg zur psychogenen Krankheitsauffassung: Hier wird die Arbeit von Jean Martin Charcot und der entscheidende Durchbruch durch die Psychoanalyse von Sigmund Freud thematisiert.

5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende kritische Bewertung des historischen Wandels des Hysteriebegriffs und Ausblick auf die heutige Verwendung.

Schlüsselwörter

Hysterie, Medizingeschichte, Psychiatrie, Psychogene Störung, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Jean Martin Charcot, Hippokrates, Uterustheorie, Nervenkrankheit, Denkkollektiv, Symptomwandel, somatoforme Störung, dissoziative Störung, Medizinhistorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der medizinischen Deutungen des Krankheitsbildes „Hysterie“ von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel medizinischer Theorien, die Rolle des Geschlechterbildes in der Krankheitszuschreibung sowie die Verschiebung von körperorientierten zu psychodynamischen Erklärungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich medizinische Sichtweisen zur Hysterie verändert haben, wie diese in die jeweiligen historischen Denkstile eingebettet waren und warum erst unter Freud der Durchbruch zum Verständnis psychischer Ursachen gelang.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medizinhistorische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Originaltexten sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Epochen der Hysteriedeutung: von der antiken Uterustheorie über die mittelalterliche Hexenverfolgung bis hin zur Entwicklung der Neurologie und Psychoanalyse im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hysterie, Medizingeschichte, Psychiatrie, Psychoanalyse, psychogene Störung, Symptomwandel und Körper-Seele-Dualismus.

Welche Bedeutung hatte die antike Uterustheorie für die spätere Forschung?

Sie wirkte über Jahrhunderte hemmend, da sie den Blick der Mediziner auf den weiblichen Unterleib fixierte und die Erkenntnis verzögerte, dass die Hysterie als psychische Störung im Gehirn bzw. der Psyche verankert ist.

Warum wurde der Begriff „Hysterie“ Ende des 20. Jahrhunderts in Klassifikationssystemen wie ICD oder DSM abgeschafft?

Die Abschaffung erfolgte aufgrund der Uneinheitlichkeit der Symptomatik, der unklaren Ätiologie und der diskriminierenden Konnotation des Begriffs, der als reines „Frauenleiden“ stigmatisiert war.

Excerpt out of 46 pages  - scroll top

Details

Title
Die historische Entwicklung psychischer Krankheitsdeutungen
Subtitle
Am Beispiel der Hysterie
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaften)
Course
Medizingeschichte
Grade
2,0
Author
Sandra Pfeil (Author)
Publication Year
2008
Pages
46
Catalog Number
V131812
ISBN (eBook)
9783640376551
ISBN (Book)
9783640376681
Language
German
Tags
Entwicklung Krankheitsdeutungen Beispiel Hysterie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Pfeil (Author), 2008, Die historische Entwicklung psychischer Krankheitsdeutungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131812
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  46  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint