In dieser Hausarbeit wird das Gedicht "Der Panther" (1902) von Rainer Maria Rilke hinsichtlich der Tier-Mensch-Beziehungen untersuchen. Der Fokus soll dabei auf der gegenseitigen Wahrnehmung und der visuellen Kommunikation zwischen Mensch und Tier liegen.
An dieser Stelle soll Roland Borgards die wissenschaftliche Forschungsgrundlage bilden: Um eine sachgerechte Kontextualisierung und Historisierung zu ermöglichen, wird das Gedicht in seine zeitlichen, epochalen und kulturwissenschaftlichen Rahmenbedingungen eingeordnet werden. Dazu gehört auch, die vielschichtigen Funktionen von Zoos als Ort des Lernens, des Tierschutzes, der Dominanz des Menschen, aber auch als künstliche Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Das Dinggedicht im Symbolismus
2.3 Zoo, Zoologie und Panther aus historischer Sicht
2.4 Zur Symbolik des Panthers
3. Analyse und Interpretation „Der Panther“
3.1 Analyse und Interpretation
3.2 Anthropozentrische und theriozentrische Perspektive
4. Tier-Mensch-Relationen
4.1 Gefangenschaft
4.2 Mitleid
4.3 Visuelle Kommunikation zwischen Mensch und Tier
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Gedicht „Der Panther“ (1902) von Rainer Maria Rilke unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Mensch und Tier, wobei der Fokus auf den Aspekten der gegenseitigen Wahrnehmung und der visuellen Kommunikation liegt.
- Historische Einordnung des Gedichts und des Dinggedichts im Symbolismus
- Analyse der Tier-Mensch-Relationen im Kontext von Gefangenschaft und Macht
- Untersuchung der anthrozentrischen und theriozentrischen Perspektiven
- Reflektion der visuellen Kommunikation als Mittel der Sinnstiftung
- Die Rolle der Rezeptionsästhetik bei der Wirkung des Gedichts auf den Leser
Auszug aus dem Buch
3.1 Analyse und Interpretation
Rainer Maria Rilke gestaltet sein Gedicht harmonisch, Inhalt und Form sind deutlich aufeinander abgestimmt. Das Gedicht besitzt eine geschlossene metrische Form: Die drei Strophen bestehen aus Vierzeilern mit jambischen Fünfhebern, welche kreuzgereimt sind und wechselnde betonte und unbetonte Kadenzen haben, deren besondere Bedeutung in der Analyse herausgearbeitet werden wird. Rilke setzt nur sparsam Zäsuren ein. Diese Art des Vierzeilers findet sich häufig im 20. Jahrhundert und entwickelte sich unter dem Einfluss des französischen Symbolismus.
Schon der Titel des Gedichts thematisiert den Panther, der im Jardin de Plantes in Paris in einem Käfig lebt. Hier findet sich die erste Besonderheit an diesem 1902 geschriebenen Gedicht: Es trägt den Ort der Entstehung in der Angabe unter dem Titel. Damit wird dem Rezipienten suggeriert, dass es sich bei dem Panther um ein echtes Tier handele, welches Rilke zu der Entstehungszeit wirklich gesehen hat. Die Rede ist also nicht nur von einem Beispiel, einem Sinnbild, sondern von einem echten Individuum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen ab und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Tier-Mensch-Relationen in Rilkes Gedicht.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel kontextualisiert die Entstehungsgeschichte des Gedichts, die literarische Gattung des Dinggedichts und die historische Bedeutung von Zoos.
3. Analyse und Interpretation „Der Panther“: Das Kapitel bietet eine detaillierte formale und inhaltliche Exegese des Gedichts sowie eine Untersuchung der anthropozentrischen und theriozentrischen Perspektiven.
4. Tier-Mensch-Relationen: Hier werden die zentralen Aspekte der Gefangenschaft, des Mitleids und der visuellen Kommunikation als Ausdruck der Beziehung zwischen Beobachter und Tier erörtert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirkung des Gedichts auf das literarische Verständnis von Wildtieren in menschlicher Obhut.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Rainer Maria Rilke, Der Panther, Dinggedicht, Symbolismus, Tier-Mensch-Relation, Gefangenschaft, visuelle Kommunikation, Wahrnehmung, Mitleid, Anthropozentrik, Theriozentrik, Rezeptionsästhetik, Jardin de Plantes, Literaturwissenschaft, Blick.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht Rilkes Gedicht „Der Panther“ in Bezug auf die Art und Weise, wie die Beziehung zwischen Tier und Mensch literarisch dargestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gefangenschaft des Tieres, der Einfluss von Zoos als Ort der Begegnung sowie die visuelle Wahrnehmung als Mittel der Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die spezifischen Tier-Mensch-Relationen im Gedicht herauszuarbeiten und dabei besonders die Rolle des Blicks und der Wahrnehmung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literatursissenschaftlichen Analyse des Textes unter Einbeziehung kulturhistorischer Kontexte und rezeptionsästhetischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung, eine detaillierte Interpretation des Gedichts sowie eine separate Untersuchung der verschiedenen Beziehungsaspekte zwischen Mensch und Panther.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rilke, Dinggedicht, Wahrnehmung, symbolische Bedeutung und die Ambivalenz der Tier-Mensch-Begegnung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen anthropozentrischer und theriozentrischer Perspektive wichtig?
Diese Unterscheidung ist essenziell, um zu verstehen, ob das Tier als bloßes Objekt menschlicher Macht oder als eigenständiges Individuum mit eigener Gefühlswelt wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielt der Blick im Gedicht?
Der Blick fungiert als zentrales Element: Er verbindet den Beobachter mit dem Panther, macht aber gleichzeitig durch die Isolation des Tieres die gescheiterte Kommunikation und das Leid der Gefangenschaft deutlich.
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- Isabel Bohn (Author), 2019, Wahrnehmung und Blick als Grundlage der Tier-Mensch-Relationen in Rainer Maria Rilkes Gedicht "Der Panther" (1902), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318414