Diese Arbeit widmet sich der Frage: Was ist Sportunterricht? Sportunterricht findet in der staatlichen Institution Schule unter festen Rahmenbedingungen statt. Obwohl in den verschiedenen Bundesländer unterschiedliche Kern- und Fachcurricula gelten, unterliegt der Sportunterricht immer bestimmten Grundbedingungen: Er ist nicht spontan, weder freiwillig noch zweckfrei.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Sportunterricht?
Besonderheiten des Unterrichtsfachs Sport
Mehrperspektivität als didaktisches Prinzip
Doppelauftrag & fachdidaktische Konzepte zur Gestaltung des Sportunterrichts
I Konservatives Konzept → Erziehung zum Sport
II Alternatives Konzept → Erziehung durch Sport
III Intermediäres Konzept → Erziehung zum und durch Sport
Lehrpläne des Fachs Sport
Sportunterricht und Aufgaben eines Sportlehrers
Unterrichten – Erziehen – Beurteilen – Beraten
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen des Sportunterrichts unter Berücksichtigung der institutionellen Rahmenbedingungen der Schule, des zentralen Doppelauftrags sowie der Anforderungen an professionelles sportpädagogisches Handeln.
- Grundlegende Rahmenbedingungen und institutionelle Merkmale des Sportunterrichts
- Mehrperspektivität als didaktisches Prinzip zur Förderung der Schülerhandlungsfähigkeit
- Analyse fachdidaktischer Konzepte (Konservativ, Alternativ, Intermediär)
- Die Entwicklung und Bedeutung von Kerncurricula und schulinternen Lehrplänen
- Kompetenzanforderungen an Sportlehrkräfte im Spannungsfeld von Unterrichten, Erziehen und Bewerten
Auszug aus dem Buch
Was ist Sportunterricht?
Sportunterricht findet in der staatlichen Institution Schule unter festen Rahmenbedingungen statt. Obwohl in den verschiedenen Bundesländer unterschiedliche Kern- und Fachcurricula gelten, unterliegt der Sportunterricht immer bestimmten Grundbedingungen: Er ist nicht spontan, weder freiwillig noch zweckfrei (Bräutigam, 2011, S. 53). Scherler (2000, S. 38ff.) konkretisiert in diesem Zusammenhang folgende Rahmenbedingungen, die sich für den Sportunterricht aus dem institutionellen Charakter der Schule ergeben:
1. Sport ist Pflicht → Anwesenheitspflicht und körperlich aktive Mitarbeit sind notwendig
2. Sport ist Mittel → im Zentrum steht nicht Bewegung als Selbstzweck, sondern Sport als Mittel, um gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen, z.B. Gesundherhaltung etc.
3. Sport richtet sich nach Stoffplänen → Kerncurricula, schuleigene Lehrpläne etc.
4. Leistungsbewertung → Zensuren für motorische, körperliche und soziale Leistungen bzw. Fähigkeiten und Fertigkeiten
5. Unterricht in Jahrgangsklassen → Altershomogenität, dafür aber Leistungsheterogenität
6. Zeitliche und örtliche Reglementierungen → Einzel-/Doppelstunden, Sportplatz, Halle, Ausstattung, Belegung etc.
Zusammenfassung der Kapitel
Was ist Sportunterricht?: Dieses Kapitel definiert Sportunterricht durch seine institutionelle Einbindung in die Schule und nennt die sechs grundlegenden, nicht freiwilligen Rahmenbedingungen.
Besonderheiten des Unterrichtsfachs Sport: Hier wird der hohe Praxisanteil sowie die Körperzentriertheit des Faches hervorgehoben und auf die pädagogischen Perspektiven nach Kurz verwiesen.
Mehrperspektivität als didaktisches Prinzip: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Handlungsfähigkeit als Lernziel und zeigt auf, wie durch die Einbindung verschiedener Sinnperspektiven ein mehrperspektivischer Unterricht geplant werden kann.
Doppelauftrag & fachdidaktische Konzepte zur Gestaltung des Sportunterrichts: Es werden die drei Konzepte der Sporterziehung vorgestellt, wobei das intermediäre Konzept den Doppelauftrag der Erziehung zum und durch Sport am besten widerspiegelt.
Lehrpläne des Fachs Sport: Diese Sektion beschreibt den historischen Wandel der Lehrpläne von der Leibeserziehung hin zum erziehenden Unterricht und der Kompetenzorientierung.
Sportunterricht und Aufgaben eines Sportlehrers: Die notwendigen Kompetenzbereiche (Sach-, Selbst-, Sozial- und Schulkompetenz) für Sportlehrende werden dargelegt.
Unterrichten – Erziehen – Beurteilen – Beraten: Zusammenfassende Darstellung der vier zentralen Handlungsfelder der Sportlehrkraft mit dem Ziel der Stärkung der Schülerpersönlichkeit.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Fachdidaktik, Schulsport, Doppelauftrag, Mehrperspektivität, Handlungsfähigkeit, Kerncurriculum, Kompetenzorientierung, Erziehung, Sportlehrende, Schulentwicklung, Sachkompetenz, Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Sinnperspektiven
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den fachdidaktischen Grundlagen des Sportunterrichts und analysiert dessen Rolle, Ziele und die Anforderungen an Lehrende innerhalb des schulischen Systems.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die institutsgebundenen Rahmenbedingungen, Konzepte zur Unterrichtsgestaltung, die Bedeutung von Lehrplänen sowie das professionelle Kompetenzprofil von Sportlehrkräften.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Verständnis für den Doppelauftrag des "Erziehens im und durch Sport" zu schärfen und die didaktischen Prinzipien für einen modernen, mehrperspektivischen Sportunterricht aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse bekannter sportdidaktischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Publikationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, das didaktische Prinzip der Mehrperspektivität, die Vorstellung drei verschiedener Fachkonzepte sowie Anforderungen an die Lehrkräfte.
Wodurch zeichnet sich das Fach Sport aus?
Es zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug, eine starke Körperzentriertheit und einen spezifischen Doppelauftrag aus, der über rein motorische Ziele hinausgeht.
Was bedeutet "Mehrperspektivität" im Sportunterricht?
Es bedeutet, sportliches Handeln aus verschiedenen Blickwinkeln (z.B. Leistung, Wagnis, Miteinander) zu betrachten, um Schülern zu ermöglichen, Sinnzusammenhänge zu erkennen und Handlungsfähigkeit zu entwickeln.
Inwiefern unterscheidet sich das intermediäre Konzept von den anderen?
Im Gegensatz zum konservativen oder alternativen Konzept vereint das intermediäre Konzept sowohl die Erziehung zum Sport als auch die Erziehung durch Sport und nutzt dabei gezielt die verschiedenen pädagogischen Perspektiven.
- Citation du texte
- Isabel Bohn (Auteur), 2019, Was ist Sportunterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318426