Historisches Lernen geschieht bei jeder Begegnung mit Geschichte. Selbst bei einem Spaziergang durch die Straßen einer Stadt treffen wir an Bauwerken und Schauplätzen oder Denkmälern bekannter Persönlichkeiten auf Vergangenes.
Auch über die Medien ist die Vergangenheit durch Dokumentationen, historische Spielfilme und politische Reden stets präsent. Bereits von klein auf werden uns von Älteren Erinnerungen und Geschichten der früheren Zeit erzählt. Uns begegnet also überall und jederzeit im Alltag Geschichte, wobei das historische Lernen „gleichsam automatisch, nebenbei, ohne bewusste Anstrengung“ geschieht. Es entsteht ein Geschichtsbewusstsein, besetzt mit Informationen und Gefühlen, welches das Zentrum sowohl für die individuelle als auch die gesellschaftliche Bedeutung von Geschichte darstellt.
Nach Klaus Bergmann ist „[u]nsere und der Kinder Lebenswelt […] randvoll mit Geschichte in den vielfältigsten Erscheinungsformen – Relikte der Vergangenheit und Aussagen über Vergangenes“. Kinder sind lernbereit und wissensdurstig in einer Welt voller Rätsel und Geheimnisse, wachsen aber in einem nicht immer kinderfreundlichen Umfeld auf. Deswegen brauchen sie pädagogische Betreuung, mit deren Hilfe sie die Welt entdecken wollen und können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historisches Lernen im Sachunterricht
2.1 Definitionen des „Historisches Lernens“
2.2 Ziele des historischen Lernens
2.3 Bedeutsamkeit des historischen Lernens
3 Außerschulische Lernorte
3.1 Definitionen des „Außerschulischen Lernorts“
3.2 Allgemeine Charakteristika
4 Der Schulgarten als außerschulischer Lernort
4.1 Potenzial des Schulgartens
4.2 Historisches Lernen im Schulgarten
4.2.1 Kräuter im Schulgarten
4.2.2 Kräuter im Mittelalter
5 Unterrichtsidee: mittelalterliche Kräuterkunde im Schulgarten
5.1 Absichten und Ziele
5.2 Einbindung in den Unterricht
5.3 Durchführung vor Ort
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Schulgartens als außerschulischen Lernort für historisches Lernen im Sachunterricht, indem sie theoretische Grundlagen mit einer konkreten unterrichtspraktischen Erschließung zur mittelalterlichen Kräuterkunde verknüpft.
- Grundlagen des historischen Lernens im Sachunterricht
- Charakteristika und didaktische Potenziale außerschulischer Lernorte
- Der Schulgarten als Lern- und Erfahrungsraum für Grundschulkinder
- Wissenschaftliche Grundlagen und Bedeutung der Kräuterkunde im Mittelalter
- Konzeption einer Unterrichtseinheit zum historischen Lernen im Schulgarten
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Kräuter im Schulgarten
Der Schulgarten bietet einen Lebensraum für viele verschiedene Pflanzenarten. In den meisten Schulgärten finden so auch Kräuter ihren Platz und werden dort kultiviert. Kräuter werden zu den pflanzlichen Lebensmitteln gezählt. Meist werden die unverholzten, oberirdischen Teile der Pflanze als Kraut bezeichnet. Einige Kräuter dienen aufgrund ihres Gehalts ätherischer Öle der Verfeinerung des Geschmacks (Gewürzkräuter), andere haben eine Wirkung auf die Gesundheit (Heilkräuter).109 Das Gartenelement Kräuterspirale110, welches mit diesen Kräutern bepflanzt wird, ist ein besonderes Biotop für Kinder und im Schulgarten unverzichtbar.111 In ihrer Spiral -bzw. Schneckenform aus Steinen findet jede Pflanze einen optimalen Standort. Es lassen sich auf kleinstem Raum verschiedene Kräuter vereinen. Im Schulgartenunterricht wird die Kräuterspirale bzw. das Kräuterbeet gepflegt, damit unerwünschte Pflanzen fernbleiben. Die bereits zu Beginn des Kapitels genannte Datenerhebung aus Baden-Württemberg veröffentlichte folgendes Ergebnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entfremdung von Sinneseindrücken in der heutigen Zeit und begründet die Notwendigkeit realer Sinneserfahrungen durch das Lernen an außerschulischen Orten wie dem Schulgarten.
2 Historisches Lernen im Sachunterricht: Dieses Kapitel definiert historisches Lernen als essenziellen Bestandteil des Sachunterrichts, der die Orientierung in der Welt fördert und bereits frühzeitig durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein entwickelt.
3 Außerschulische Lernorte: Es werden die theoretischen Grundlagen für das Lernen außerhalb des Klassenzimmers erläutert, wobei der Fokus auf didaktisch-pädagogisch ergiebigen Lernorten liegt, die schülerzentriertes und entdeckendes Lernen ermöglichen.
4 Der Schulgarten als außerschulischer Lernort: Dieses zentrale Kapitel analysiert den Schulgarten als einen "unterschätzten Allrounder" und zeigt auf, welche pädagogischen, sozialen und ökologischen Potenziale er bietet, insbesondere in Bezug auf historisches Lernen und das Beispiel der mittelalterlichen Kräuterkunde.
5 Unterrichtsidee: mittelalterliche Kräuterkunde im Schulgarten: Hier wird ein praktisches Konzept für den Unterricht entwickelt, das Schülern ermöglicht, durch das Sammeln und Verarbeiten von Kräutern die Lebenswelt und das Wissen von Menschen im Mittelalter nachzuvollziehen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Schulgarten trotz oftmaliger Unterschätzung ein hochwirksamer Lernort ist, der durch handlungsorientiertes Lernen einen lebendigen Zugang zur Geschichte schafft.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der wissenschaftlichen Quellen und Online-Ressourcen der Arbeit.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, historisches Lernen, außerschulische Lernorte, Schulgarten, Kräuterkunde, Mittelalter, Handlungsorientierung, entdeckendes Lernen, Gesundheitsbewusstsein, Umwelterziehung, Geschichtsbewusstsein, Grundschule, Sinneserfahrungen, Didaktik, Naturerziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die didaktische Analyse des Schulgartens als außerschulischen Lernort und seine Eignung, Kindern einen Zugang zu historischen Inhalten innerhalb des Sachunterrichts zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Felder sind das historische Lernen in der Grundschule, die Didaktik außerschulischer Lernorte, der Schulgarten als Bildungsraum und die praktische Anwendung am Beispiel der mittelalterlichen Kräuterkunde.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Schulgarten als Lernort genutzt werden kann, um Schülern ein Verständnis für Geschichte und das Handeln unserer Vorfahren zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und pädagogischen Didaktik-Konzepten, die ein konkretes Unterrichtsmodell zur historischen Kräuterkunde ableiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des historischen Lernens, die Definition von außerschulischen Lernorten, das Potenzial des Schulgartens sowie die historische Bedeutung und medizinische Anwendung mittelalterlicher Kräuter ausführlich dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sachunterricht, historisches Lernen, Schulgarten, Kräuterkunde, Handlungsorientierung und naturpädagogische Ansätze charakterisiert.
Warum ist gerade das Beispiel der "mittelalterlichen Kräuterkunde" gewählt worden?
Das Beispiel wurde gewählt, weil es den direkten fachübergreifenden Bezug zwischen Schulgartenarbeit (Biologie/Natur) und historischem Lernen herstellt und für Kinder durch Riechen, Fühlen und Schmecken haptisch sowie emotional erfahrbar ist.
Welche Rolle spielt die "Kräuterspirale" in den Ausführungen?
Die Kräuterspirale wird als unverzichtbares Biotop und Gartenelement im Schulgarten hervorgehoben, das auf kleinem Raum vielfältige Kräuterarten vereint und den Kindern einen optimalen Lernort für Beobachtung und Dokumentation bietet.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Wie kann der Schulgarten als außerschulischer Lernort für das historische Lernen im Sachunterricht der Grundschule genutzt werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318739