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Der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen

Eine kritische Diskursanalyse der Sendungen "Время" und "Воскресный вечер с Владимиром Соловьёвым"

Titel: Der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen

Bachelorarbeit , 2021 , 45 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anton Granovskyy (Autor:in)

Politik - Region: Osteuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der vorliegenden Abschlussarbeit handelt es sich um eine Diskursanalyse des Ukraine-Diskurses im staatlichen russischen Fernsehen innerhalb des Monats April 2021.

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, herauszufinden, welche Prämissen dem Ukraine-Diskurs unterliegen und welche Strategien dazu führen, dass der vorherrschende Diskurs aufrechterhalten und reproduziert wird. Der Analyse unterliegt dabei die Annahme, dass Fernsehdiskurs – konstruiert auf audiovisueller- sowie inhaltlich-textueller Ebene – ein Medium der Wirklichkeitskonstruktion darstellt und somit rückwirkend auf die Gesellschaft und den gesamtgesellschaftlichen Diskurs wirkt. Diese Machtwirkung des Diskurses wird im Rahmen der Ergebnisse der Diskursanalyse kritisch diskutiert.

Seit dem Euromaidan 2014, der anschließenden Krimkrise und dem seit 2014 andauernden kriegerischen Konflikt in der Ostukraine herrscht eine deutliche Anspannung zwischen der ukrainischen und russischen Gesellschaft und so spiegelt sich diese Anspannung logischerweise auf der Ebene des Fernsehens wider. Dabei spielt besonders in Russland das Fernsehen eine zentrale Rolle, da es auch heute noch das mit Abstand am meist konsumierte Nachrichtenmedium ist und sich zudem die wichtigsten TV-Kanäle in staatlicher Hand befinden. Der Ukraine-Diskurs hat hierbei seit spätestens 2014 eine besonders wichtige Stellung. Olga Robinson zeigte 2018 in einer Analyse von politischen Talkshows im staatlichen russischen Fernsehen, dass die Ukraine, direkt nach den USA, das zweitwichtigste Diskussionsthema innerhalb von Talkshows im russischen Fernsehen darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie und Methodik

a. Der Diskursbegriff und die Diskursanalyse

b. Kritische Diskursanalyse nach Jäger

c. Die Struktur des Diskurses

d. Kollektivsymbole und Normalität

e. Materialkorpus und Analyseschritte

3. Russisches Fernsehen – Ukraine-Diskurs – Forschungsstand

a. Fernsehen in Russland

b. Der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen – diskursiver Kontext

c. «Время» u «Воскресное время» – «Первый Канал»

d. «Воскресный вечер с Владимиром Соловьевым» – «Россия 1»

4. Analyse

a. Strukturanalyse

1. Diskursstrang Krieg in der Ostukraine

2. Diskursstrang Innere Situation der Ukraine

3. Diskursstrang Zelens’kyj

4. Diskursstrang Beziehung Ukraine-Westen

5. Diskursstrang Beziehung Ukraine-Russland

b. Feinanalyse

1. Воскресное Время vom 11.04.21

2. Воскресный вечер с Владимиром Соловьевым vom 18.04.21

3. Воскресное вечер с Владимиром Соловьевым vom 25.04.21

c. Ergebnisse der Diskursanalyse

5. Fazit

6. Bibliographie

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer kritischen Diskursanalyse, welche Prämissen und Strategien den Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen bestimmen und wie diese zur Konstruktion einer spezifischen Wirklichkeit beitragen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie durch sprachliche Mittel, Rhetorik und audiovisuelle Inszenierungen ein bestimmtes Feindbild der Ukraine reproduziert und russische Machtpositionen legitimiert werden.

  • Strukturelle Analyse und diskursive Einordnung der Ukraine-Berichterstattung im russischen Staatsfernsehen.
  • Rolle von Kollektivsymbolen und Normalitätsvorstellungen in der Diskurssteuerung.
  • Identifizierung der zentralen Feindbilder und Narrativen gegenüber der Ukraine und dem Westen.
  • Untersuchung der rhetorischen Strategien und der Inszenierung von Akteuren wie Wolodymyr Selenskyj.
  • Einfluss der visuellen Gestaltung und emotionalen Aufladung von Nachrichtenbeiträgen auf die Zuschauerrezeption.

Auszug aus dem Buch

a. Strukturanalyse

Die 42 Beiträge wurden in 5 Hauptthemen, 12 Unterthemen, sowie 4 Unter-Unterthemen eingeteilt. In der folgenden Strukturanalyse werden die thematische Vielfalt sowie die thematische Gewichtung mithilfe von Diagrammen ausgewertet. Zu diesem Zweck wurde zum einen ein Tortendiagramm erstellt, welches die prozentuale Verteilung der Hauptdiskursstränge zeigt und zum anderen eine sogenannte ‚Concept-Map‘, welche die thematischen Verknüpfungen – die Diskursverschränkungen – der einzelnen Diskursstränge aufzeigt und das ‚Wuchern des Diskurses‘ visualisiert. Mithilfe des Korpus und der Diagramme werden die einzelnen Hauptdiskursstränge in diesem Kapitel kurz vor- und so der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen in seiner Breite dargestellt.

Anhand des Tortendiagramms lässt sich beobachten, dass die Themen grundsätzlich relativ ausgewogen verteilt sind – lediglich der Hauptdiskursstrang Zelens’kyj kommt prozentual weniger häufig vor als die übrigen Diskursstränge. Die anderen Diskursstränge sind relativ gleich verteilt, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Hauptdiskursstränge stark miteinander verschränkt sind und ein Hauptthema sehr häufig mit einem anderen Hauptthema zusammenhängt. In der Concept-Map lassen sich diese Verschränkungen gut beobachten – so ist beispielsweise das Thema ‚Krieg in der Ostukraine‘ eng mit allen anderen Hauptthemen verschränkt.

Nichtsdestotrotz thematisiert nicht jeder Fernsehbeitrag, der über den Krieg in der Ostukraine berichtet, jedes Mal die Beziehung zwischen der Ukraine und dem Westen. Bestimmte Beiträge fokussieren sich auf bestimmte Hauptthemen wie z.B. die Frage, was Präsident Zelens’kyj mit dem Krieg in der Ostukraine zu tun hat und sparen andere Themen, wie die Beziehung des Westens und der Ukraine, aus. Die Verschränkungen sind somit nicht in jedem Beitrag zu finden, lassen sich aber quantitativ bei der Auswertung einer größeren Datenmenge nachweisen. Ebenfalls anzumerken ist, dass natürlich jedes Diskursfragment im weitesten Sinne mit allen anderen Diskursfragmenten verknüpft ist, da alle Diskursfragmente schlussendlich Teil des Ukraine-Diskurses sind. Die Verbindungen in der Concept-Map zeigen jedoch nur diejenigen Verbindungen an, die in den Fernsehbeiträgen explizit geäußert werden und nicht all jene Verbindungen, die im weitesten Sinne herzuleiten sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Ziel, Methoden und den zeitlichen Rahmen der Untersuchung der Ukraine-Berichterstattung im April 2021.

2. Theorie und Methodik: Erläutert die theoretischen Grundlagen der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger unter Einbezug foucaultscher Konzepte.

3. Russisches Fernsehen – Ukraine-Diskurs – Forschungsstand: Gibt einen Überblick über die Medienlandschaft in Russland und den spezifischen Stellenwert des Ukraine-Diskurses.

4. Analyse: Führt die detaillierte strukturelle und qualitative Untersuchung der ausgewählten Fernsehbeiträge durch.

5. Fazit: Führt die Ergebnisse der Diskursanalyse zusammen und resümiert die identifizierten Hauptprämissen des untersuchten Diskurses.

6. Bibliographie: Listet die für die Arbeit verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

7. Anhang: Enthält das Materialkorpus der untersuchten Beiträge.

Schlüsselwörter

Ukraine-Diskurs, staatliches russisches Fernsehen, kritische Diskursanalyse, Siegfried Jäger, Diskursstrang, Feindbild, Propaganda, Kollektivsymbole, Normalität, Machtausübung, Wolodymyr Selenskyj, Krieg in der Ostukraine, rhetorische Strategien, Medienmanipulation, Diskursverschränkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit analysiert, wie in staatlichen russischen Fernsehsendungen über die Ukraine berichtet wird und welche narrativen Strukturen und Prämissen dabei zur Geltung kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Kriegssituation in der Ostukraine, die politische Rolle von Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Beziehungen der Ukraine zum Westen sowie das russische Narrativ der Ukraine als politischem Akteur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die diskursiven Strategien zu identifizieren, mit denen das russische Staatsfernsehen eine spezifische Sicht auf die Ukraine konstruiert und die eigene Machtposition legitimiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Methode der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, erweitert durch Ansätze der Diskurs- und Ideologieanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Strukturanalyse der Diskursstränge und eine Feinanalyse ausgewählter Fernsehbeiträge, um rhethorische Muster, Bildsprache und emotionale Inszenierungen zu untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diskursanalyse, Feindbild, Propaganda, Ukraine-Diskurs und Diskursverschränkung charakterisiert.

Inwiefern spielt der Moderator Solowjow eine Rolle in der Analyse?

Solowjow wird als Beispiel für einen "diskursiven Agenten" untersucht, der durch aggressive Rhetorik, Ironie und Herabwürdigung gegenüber ukrainischen Gästen maßgeblich zur Diskurssteuerung beiträgt.

Wie definiert der Autor das Konzept der "guten russischen Ukraine"?

Das Narrativ beschreibt eine hypothetische, zukünftige Vision der Ukraine als brüderlicher Teil Russlands, die im Gegensatz zur aktuellen, als "böse" wahrgenommenen, neo-nazistischen Ukraine steht.

Wie wird die audiovisuelle Komponente als Diskursfragment verstanden?

Neben dem gesprochenen Text fließen laut der Arbeit auch Bildszenen, Geräusche und die gesamte Inszenierung von Fernsehbeiträgen als Informationsträger in die Diskursanalyse ein.

Welches Fazit zieht die Analyse zur Rolle des russischen Fernsehens?

Das Fernsehen wird als zentraler Steuerungsmechanismus der öffentlichen Meinung identifiziert, der durch die Reproduktion bestimmter Prämissen aktiv an der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit mitwirkt.

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Details

Titel
Der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen
Untertitel
Eine kritische Diskursanalyse der Sendungen "Время" und "Воскресный вечер с Владимиром Соловьёвым"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,0
Autor
Anton Granovskyy (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
45
Katalognummer
V1318843
ISBN (PDF)
9783346797186
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskursanalyse Foucault Diskurs staatliches Russisches Fernsehen Ukraine Ukrainediskurs Propaganda Rhetorische Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anton Granovskyy (Autor:in), 2021, Der Ukraine-Diskurs im staatlichen russischen Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318843
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Leseprobe aus  45  Seiten
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