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Uneheliche Kinder im badischen Emmendingen von 1650 bis 1800

Dirnen, Bastarde, Hurenkarren

Titel: Uneheliche Kinder im badischen Emmendingen von 1650 bis 1800

Hausarbeit , 2021 , 33 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Jacqueline Schoder (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Untersuchung beschäftigt sich mit unehelichen Geburten in der evangelischen südbadischen Kleinstadt Emmendingen im Zeitraum von 1650 bis 1800. Die zu betrachtende Zeitspanne wurde aufgrund des vorhandenen Quellenmaterials ausgewählt, wobei vorausgesetzt wird, dass der Westfälische Friede nach dem Dreißigjährigen Krieg auch für Emmendingen einen historischen Einschnitt darstellt. Zudem wird die Jahrhundertwende 1800, die das Ende der Neuzeit und den Übergang zur Moderne bildet, als eine "natürliche Barriere", auch in dem vorhandenen Quellenmaterial, betrachtet.

Historisch-demografische Forschung spielt im deutschsprachigen Raum erst in der jüngsten Zeit wieder eine Rolle. Diskreditiert vor allem aufgrund des Missbrauchs der Daten durch die Nationalsozialisten, hielten sich deutsche Forscher in diesem wissenschaftlichen Bereich lange zurück. Auch die geschichtlichen Forschungen auf einen lokal begrenzten Raum bezogen, sogenannte mikrohistorische Betrachtungen, gelten noch als junge wissenschaftliche Methode.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsstand

1.2. Quellenübersicht und Quellenkritik

2. Uneheliche Geburten in Emmendingen von 1650 bis 1800

2.1. Demografische Daten

2.2. Beispiele unehelicher Kinder

2.3. Gesetzgebung, Normen und Strafen

2.4. Erbrechtliche Stellung unehelicher Kinder

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unehelicher Geburten in der südbadischen Kleinstadt Emmendingen im Zeitraum zwischen 1650 und 1800. Das Ziel ist es, die demografischen Hintergründe, die soziale Stellung der betroffenen Frauen und Kinder sowie die rechtliche Praxis der Obrigkeit anhand historischer Primärquellen zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Demografische Analyse unehelicher Geburten von 1650 bis 1800
  • Rechtliche und moralische Normen der vormodernen Kleinstadtgesellschaft
  • Mobilität und Herkunft der Eltern unehelicher Kinder
  • Strafpraxis und erbrechtliche Stellung unehelicher Nachkommen
  • Überprüfung historischer Thesen zur "Sexuellen Revolution" im lokalen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.2. Beispiele unehelicher Kinder

Zweimal wird in den evangelischen Kirchenbüchern der Hinweis auf Blutschande erwähnt, die damals auch zwischen Stiefgeschwistern, Eltern mit ihren Stiefkindern und zwischen Cousin und Cousine strafrechtlich verfolgt wurde.

So zeugte Rosina Bürmelin „aus Blutschande mit ihrem Stiefvater Johann Jenni, B. [Bürger] zu Ihringen, der in dem Zuchthaus in E. [Emmendingen] befindlich gewesen“ den Sohn Carl Wilhelm, der am 25.05.1769 in Emmendingen geboren wurde.

Der „aus Ehebruch und Blutschande“ gezeugte Johann Jacob wurde am 20.01.1759 „auf dem Turm in E." geboren. Seine Eltern sind die aus Bahlingen stammende Marie Gütlein und Johann Greidner.

Mehrfach ist Ehebruch eingetragen. Zweimal wird explizit eine Vergewaltigung erwähnt: Am 13.06.1797 wird Johann Georg, Sohn von Maria Elisabetha Bührer und eines unbekannten französischen Soldaten geboren. Im Eintrag steht „Gewalt“. Die Mutter bekommt 1803 ein weiteres uneheliches Kind, das allerdings aufgrund der zeitlichen Einschränkung (bis 1800) nicht in die Erhebungen dieser Auswertung einfließt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Debatte zur Unehelichkeit in Europa ein, stellt den Forschungsstand dar und erläutert die methodische sowie quellenkritische Grundlage der Untersuchung.

2. Uneheliche Geburten in Emmendingen von 1650 bis 1800: Der Hauptteil analysiert demografische Daten, die Herkunft der Eltern, die geltende Gesetzgebung und Strafpraxis sowie die erbrechtliche Stellung unehelicher Kinder im historischen Emmendingen.

3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt die Anwendbarkeit der "Sexuellen Revolution" auf den lokalen Kontext und betont die Bedeutung sozialer Kontrolle sowie familiären Rückhalts.

Schlüsselwörter

Uneheliche Geburten, Emmendingen, Historische Demografie, Frühe Neuzeit, Illegitimität, Kirchenbücher, Strafpraxis, Kleinstadtgesellschaft, Erbrecht, Mikrogeschichte, Sozialgeschichte, Sittlichkeitsdelikte, Mobilität, Obrigkeit, Familiengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und rechtlichen Situation von Kindern, die zwischen 1650 und 1800 unehelich in Emmendingen geboren wurden, und untersucht deren Einbettung in die damalige Kleinstadtgesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Unehelichkeitsraten, der Herkunft der Eltern, den behördlichen Strafmaßnahmen bei Verstößen gegen Sittlichkeitsnormen sowie der erbrechtlichen Behandlung der betroffenen Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist eine mikrohistorische Analyse der Lebenswirklichkeit unehelicher Kinder und ihrer Mütter, um zu verstehen, wie die lokale Obrigkeit und die Gemeinschaft auf Abweichungen von der normativen Ehe- und Familienordnung reagierten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine Mischform aus aggregativer Methode und Familienrekonstitution angewandt, basierend auf der Auswertung von Kirchenbüchern, Stadtrechnungen, Ratsprotokollen und weiteren Archivmaterialien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse demografischer Daten, die Darstellung von Einzelfällen, eine Untersuchung der Gesetzgebung inklusive der Strafpraxis und eine Betrachtung des Erbrechts unehelicher Nachkommen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Uneheliche Geburten, Emmendingen, Frühe Neuzeit, Illegitimität, Mikrogeschichte, Strafpraxis und Sozialgeschichte.

Wie sicher war der Aussagewert der Datenquellen?

Die Arbeit geht kritisch mit der Quellenlage um, da Kirchenbucheinträge oft lückenhaft oder uneinheitlich geführt wurden und Übertragungsfehler sowie die bewusste Verheimlichung von Schwangerschaften die statistische Erfassung beeinflussten.

Welchen Einfluss hatte der soziale Status auf die Behandlung unehelicher Mütter?

Der soziale Status, der Rückhalt in der Stadtgemeinschaft und der Besitz spielten eine entscheidende Rolle; während Mütter mit familiärem Netz weniger stigmatisiert wurden, konnten ärmere oder ortsfremde Frauen stärker von Ausgrenzung und Strafe betroffen sein.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Uneheliche Kinder im badischen Emmendingen von 1650 bis 1800
Untertitel
Dirnen, Bastarde, Hurenkarren
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Geschichte Alteuropas)
Note
1,4
Autor
Jacqueline Schoder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
33
Katalognummer
V1318898
ISBN (PDF)
9783346801715
ISBN (Buch)
9783346801722
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unehelichkeit unehelich sittlich familien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacqueline Schoder (Autor:in), 2021, Uneheliche Kinder im badischen Emmendingen von 1650 bis 1800, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318898
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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