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Quantitativ-experimentelle Studie zum Einfluss von sozialen Normen auf Autofahrer, ihr Auto stehen zu lassen und zu Moderationseffekten der individuellen kulturellen Orientierung

Titel: Quantitativ-experimentelle Studie zum Einfluss von sozialen Normen auf Autofahrer, ihr Auto stehen zu lassen und zu Moderationseffekten der individuellen kulturellen Orientierung

Masterarbeit , 2021 , 105 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Igor Andreas Rösch (Autor:in)

Psychologie - Wirtschaftspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die in dieser Abschlussarbeit vorgestellte quantitative Querschnittsuntersuchung ermittelt auf Basis von Primärdaten und mithilfe eines kontrollierten Experiments, inwieweit injunktive und deskriptive soziale Normen, wie sie von Cialdini, Reno und Kallgren (1990) konzipiert wurden, über etablierte individualpsychologische Determinanten hinaus die Absicht von Autofahrer*innen beeinflussen, ihr Fahrzeug zugunsten umweltschonender Verkehrsmittel stehen zu lassen.

Die Untersuchung verbindet das Normkonzept von Cialdini et al. mit Prädiktoren aus transportpsychologischen Studien zur individuellen Entscheidungsfindung, die auf der empirisch bestätigten Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen (1991) und auf der Normaktivierungstheorie von Schwartz (1977) aufbauen. Erwartet wird, dass dadurch Vorhersagekraft und Varianzaufklärung in Bezug auf die Absicht zur Wahl umweltschonender Verkehrsmittel verbessert werden können.

Ferner prüft die Studie, inwieweit die individuelle kulturelle Orientierung, im Sinne der Individualismus-Kollektivismus-Dimension von Hofstede (1980), die Wirkung der sozialen Normen auf diese Absicht moderiert. Die geplante Untersuchung erweitert die transportpsychologische Forschung, indem sie für den deutschsprachigen Raum und unter Berücksichtigung individualpsychologischer Determinanten die Wirkung des Normkonzepts von Cialdini et al. und der Individualismus-Kollektivismus-Dimension auf die Absicht zur Wahl umweltschonender Verkehrsmittel untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Studienaufbau und theoretischer Hintergrund

2.1 Die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB) zu Vorhersage von Absichten

2.2 Das Normaktivierungsmodell (NAM): Die Wirkung persönlicher Normen

2.3 Die Kombination: Das Comprehensive Action Determination Model (CADM)

2.4 Injunkte und deskriptive soziale Normen

2.5 Individualismus-Kollektivismus als Maß individueller kultureller Orientierung

3. Stand der Forschung mit Ableitung der Hypothesen

3.1 Übersicht zu den untersuchten Effekten

3.2 Ergebnismaß: Die Absicht zur umweltschonenden Verkehrsmittelwahl

3.3 Prädiktoren: Injunktive und deskriptive soziale Normen

3.3.1 Die Präsentation objektiver Informationen (Kontrollbedingung)

3.3.2 Die Präsentation einer injunktiven oder deskriptiven sozialen Norm

3.3.3 Die gleichzeitige Präsentation einer injunktiven und deskriptiven sozialen Norm

3.3.4 Vorhersage von AuVMW unter sozialen Normen

3.4 Kulturelle Orientierung als Moderator injunktiver und deskriptiver sozialer Normen

3.4.1 Moderationseffekte der Individualismus-Kollektivismus Dimension

3.4.2 Vorhersage von AuVMW unter sozialen Normen und mit Individualismus-Kollektivismus

3.5 Soziodemografische Merkmale

3.6 Forschungsmodell

4. Methodisches Vorgehen

4.1 Zielgruppe

4.2 Datenerhebung

4.3 Messinstrumente

4.3.1 Ergebnismaß

4.3.2 Prädiktoren aus der TPB (wVK, SuN, eE)

4.3.3 Prädiktoren aus dem NAM (PN)

4.3.4 Experimentelle Prädiktoren: Injunktive und deskriptive soziale Normen

4.3.5 Moderator Individualismus-Kollektivismus

4.3.6 Kontrollfragen

4.3.7 Soziodemografische Merkmale

5. Darstellung der erwarteten Ergebnisse

6. Ergebnisse

6.1 Befragungsrücklauf

6.2 Anpassung der Hypothesen

6.3 Deskriptive Statistik

6.3.1 Soziodemografische Merkmale der Stichprobe

6.3.2 Subskalen AuVMW, wWK, SuN, eE, PN und ikO

6.4 Lageunterschiedsanalysen

6.5 Zusammenhaltsanalysen

6.6 Regressionsanalysen

7. Diskussion

7.1 Interpretation der Ergebnisse

7.2 Relativierung des Versuchsaufbau und der Interpretation

7.3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Normen auf die Absicht von Autofahrern, ihr Fahrzeug zugunsten umweltfreundlicherer Verkehrsmittel stehen zu lassen. Dabei wird analysiert, ob individuelle kulturelle Orientierungen diesen Effekt moderieren und ob existierende Modelle zur Vorhersage von Verkehrsverhalten durch diese Faktoren verbessert werden können.

  • Einfluss injunktiver und deskriptiver sozialer Normen
  • Individualpsychologische Determinate des Umsteigeverhaltens
  • Moderationseffekte der Individualismus-Kollektivismus-Dimension
  • Optimierung von Modellen der intendierten Verkehrswahl

Auszug aus dem Buch

2.4 Injunktive und deskriptive soziale Normen

Anders als Gesetze sind Normen durch soziale Interaktion ausgehandelte und kontextabhängige Verhaltensweisen. Dass ein bestimmtes Verhalten in einem sozialen Kontext akzeptabel ist, in einem anderen jedoch nicht, beweisen Cialdini, Reno und Kallgren (1990, S. 1024-1025). Ihre Studie zeigt, dass Menschen eher dazu tendieren, Müll in einer verschmutzten als in einer sauberen Umgebung fallen zu lassen. Laut Hewstone und Martin (2014, S. 274-275) informieren uns deskriptive Normen (IST-Normen) darüber, wie sich Dritte in ähnlichen Situationen verhalten. Injunktive Normen (SOLL-Normen) drücken hingegen aus, welches Verhalten von anderen gebilligt wird und welches nicht. Cialdini et al. (1990, S. 1015) betonen, dass es bei der Betrachtung des sozialen Einflusses entscheidend ist, zwischen der Soll- und der Ist- Botschaft zu unterscheiden, da sich jede auf eine andere Motivation bezieht. Die deskriptive Norm beschreibt, was typisch ist. Sie repräsentiert, was die meisten Menschen tun, und zeigt auf, welches Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit angemessen sein wird (Rimal & Lapinski, 2015, S. 396). Die injunktive Botschaft von Normen bezieht sich auf das Verständnis, was mehrheitlich akzeptiertes bzw. abgelehntes Verhalten darstellt. Injunktive Normen legen fest, was getan werden sollte und ergänzen dies mit sozialen Sanktionen, die bei Nichtbeachtung drohen. Faktorenanalysen weisen darauf hin, dass subjektive, injunktive und deskriptive Normen jeweils einen eigenen unabhängigen Einfluss auf Verhalten haben (Park & Smith, 2007, zitiert nach Rimal & Lapinski, 2015, S. 398).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Problem des motorisierten Individualverkehrs in Deutschland dar und leitet die Forschungsfrage zur Bedeutung sozialer Normen beim Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel ab.

2. Studienaufbau und theoretischer Hintergrund: Erläutert die theoretischen Grundlagen wie die Theorie des geplanten Verhaltens und das Normaktivierungsmodell sowie die Differenzierung sozialer Normen.

3. Stand der Forschung mit Ableitung der Hypothesen: Analysiert bestehende Forschungsergebnisse zu den einzelnen Variablen und leitet daraus die spezifischen Hypothesen für die Untersuchung ab.

4. Methodisches Vorgehen: Beschreibt die Zielgruppe, die Durchführung der Datenerhebung via Online-Fragebogen sowie die Operationalisierung der verwendeten Messinstrumente.

5. Darstellung der erwarteten Ergebnisse: Diskutiert den erwarteten praktischen Nutzen der Erkenntnisse, insbesondere für Interventionen im Kontext der Verkehrssteuerung.

6. Ergebnisse: Dokumentiert den Befragungsrücklauf, präsentiert deskriptive Statistiken und liefert die Auswertung der Hypothesen mittels statistischer Analysen.

7. Diskussion: Interpretiert die gewonnenen Ergebnisse, reflektiert Schwachstellen im Versuchsaufbau und fasst die Kernbotschaften zusammen.

Schlüsselwörter

Injunktive soziale Normen, deskriptive soziale Normen, Theorie des geplanten Verhaltens, Normaktivierungsmodell, Absicht zur Wahl umweltfreundlicher Verkehrsmittel, Individualismus-Kollektivismus-Dimension, Verkehrspsychologie, soziale Beeinflussung, Umstiegsmobilität, Modellvorhersage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Arten sozialer Normen Autofahrer dazu bewegen können, ihr Auto stehen zu lassen und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie ÖPNV, Fahrrad oder Fußwege umzusteigen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der psychologischen Modelltheorie (TPB, NAM) mit dem Konzept der sozialen Normen und kulturellen Einflüssen, um eine fundierte Erklärung für Verkehrsverhaltensabsichten zu generieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob injunktive und deskriptive soziale Normen über bestehende psychologische Modelle hinaus die Vorhersagekraft für die Wahl umweltfreundlicher Verkehrsmittel stärken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?

Es wurde eine quantitativ-experimentelle Studie durchgeführt. Durch ein faktorielles Design mit randomisierter Zuteilung zu verschiedenen Untersuchungs- und Kontrollgruppen wurde der Einfluss manipulierter Normbotschaften gemessen.

Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil der Arbeit?

Der Fokus liegt auf der theoretischen Herleitung der sozialen Konstrukte, der detaillierten Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus und der statistischen Auswertung der Hypothesen, inklusive Regressionsanalysen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Zentrale Begriffe sind die Differenzierung zwischen injunktiven und deskriptiven Normen, die Modellierung von Verhaltensabsichten sowie die kulturvergleichende Perspektive durch die Individualismus-Kollektivismus-Dimension.

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Studiendesign?

Die Angst vor Ansteckung im ÖPNV während der Pandemie wurde als konfundierende Variable identifiziert, die in der methodischen Umsetzung mittels spezifischer Kontrollfragen berücksichtigt und teilweise durch ein Ausschlusskriterium bereinigt wurde.

Warum konnten einige der ursprünglichen Hypothesen nicht bestätigt werden?

Die geringe Stichprobengröße sowie methodische Herausforderungen bei der Operationalisierung kultureller Orientierungen in einer kleinen Stichprobe führten dazu, dass einige komplexe Interaktionseffekte nicht signifikant nachgewiesen werden konnten.

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Details

Titel
Quantitativ-experimentelle Studie zum Einfluss von sozialen Normen auf Autofahrer, ihr Auto stehen zu lassen und zu Moderationseffekten der individuellen kulturellen Orientierung
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule  (Hochschulzentrum München)
Veranstaltung
Studiengang Wirtschaftspsychologie
Note
1,0
Autor
Igor Andreas Rösch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
105
Katalognummer
V1318945
ISBN (PDF)
9783346797858
ISBN (Buch)
9783346797865
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Injunktive und deskriptive soziale Normen Theorie des geplanten Verhaltens Normaktiverungstheorie Absicht zur Wahl umweltschonender Verkehrsmittel Individualismus-Kollektivismus-Dimension
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Igor Andreas Rösch (Autor:in), 2021, Quantitativ-experimentelle Studie zum Einfluss von sozialen Normen auf Autofahrer, ihr Auto stehen zu lassen und zu Moderationseffekten der individuellen kulturellen Orientierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318945
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