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Dämonische Leinwand - Der expressionistische Film

Das Kabinett des Doktor Caligari - Eine Untersuchung des Films auf seine expressionistischen Elemente

Titel: Dämonische Leinwand - Der expressionistische Film

Hausarbeit , 2009 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jonas Geldschläger (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Expressionismus ist eine künstlerische Bewegung, die sich maßgeblich am Anfang des 20. Jahrhunderts der kulturellen Landschaft bemächtigte; er war eine Strömung, die sich vor allem gegen die Tendenzen des Naturalismus richtete, er

“verhält sich der Natur [gegenüber] feindselig. Er aberkennt ihre Übermacht; er zweifelt an ihrer 'Wahrheit'. Er stellt fest, daß auch die Wissenschaft nur ein Versuch der Ausdeutung ist.” (Huebner, S. 37)

Er bewegt sich also fernab von jeglicher detaillierten Abbildung der Wirklichkeit und fordert eine manifestierte innere Form darzustellen, eine Form, die sich auf den Ausdruck richtet, eine Form, die nicht nur den Ausdruck zeigt, sondern ihn zum Gegenstand seiner Bemühungen macht. Der Expressionismus löst sich also aus jeglicher wissenschaftlichen Betrachtung und versucht dem Chaos, das den Dingen zu eigen ist, Herr zu werden, indem er sie aus jenem löst, er nimmt die Möglichkeit wahr, „das Chaos zu verkleinern, indem [er] ein Ding herausnimmt“ (Picard, S. 76.), es anruft und somit davor bewahrt, wieder in jenem Durcheinander zu verschwinden.
Da der Expressionismus, so er nicht nur als Stilrichtung verstanden, vielmehr als omnipräsentes Lebensgefühl (Huebner, S. 37) angesehen wird, nicht nur Auswirkungen auf die bildende Kunst hatte, sondern sich auch auf andere Bereiche des Ausdrucks erstreckte, soll in folgender Arbeit auf eines der Erzeugnisse Wert gelegt werden, das neben allen anderen eine große Aufmerksamkeit erlangte; der expressionistische Film.

Es soll in der vorliegenden Arbeit aufgezeigt werden, inwiefern überhaupt jene Kunst in das bewegte Bild transportiert werden oder in welchen Elementen sie sich zeigen kann, in diesem Zuge werden die Möglichkeiten benannt, die der Film dem Ausdruck bietet und weiterhin wird erklärt, wie expressionistische Elemente aufgegriffen, umgesetzt und verarbeitet werden. Dies soll auf mehreren Ebenen vollzogen werden, einerseits werden die einzelnen Elemente eines Films untersucht und andererseits soll der Versuch gewagt werden, die Frage zu beantworten, inwiefern der Film es ermöglicht, den expressionistischen Inhalt dem Rezipienten zu vermitteln, ohne ihn abzuschrecken.
Alle diese Ansätze sind in dieser Arbeit am Beispiel des Films Das Cabinet des Doktor Caligari nachvollzogen. Doch vorab scheint eine Begriffsklärung ratsam, die Komplexe deuten soll, wie sie in jener Arbeit verstanden werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Begriffsklärung

1.1.1 Der Expressionismus

1.1.2 Der expressionistische Stummfilm

2. Caligari als expressionistischer Film

3. Mise en scène des Films

3.1 Dekor

3.2 Beleuchtung

4. Der deplatzierte Darsteller

4.1 Cesare der Somnambulist und Doktor Caligari

5. Die Zwischentitel im Film

6. Die Funktion der Rahmen- und Binnenhandlung

7. Schlussbemerkung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Film "Das Cabinet des Doktor Caligari" von Robert Wiene hinsichtlich seiner expressionistischen Elemente. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie die künstlerischen Prinzipien des Expressionismus in das Medium Film übertragen werden und welche gestalterischen Mittel zur Schaffung einer "expressionistischen Wirklichkeit" beitragen.

  • Analyse der non-naturalistischen Gestaltung von Dekor und Beleuchtung.
  • Untersuchung der Rolle und Repräsentation der Darsteller als Teil der filmischen Architektur.
  • Evaluation der narrativen Funktion der Zwischentitel als stilistisches Element.
  • Interpretation der Rahmen- und Binnenhandlung als Mittel der Deutungsebene.

Auszug aus dem Buch

3.1. Dekor

Das Dekor im Caligari ist vor allem eins: Nicht naturalistisch. Die Häuser, Straßen, Bauten und Räume sind reduziert auf Formen und ornamentale Strukturen. Doch um das ganze Spektrum zu fassen, soll das Sujet vom Beginn an untersucht werden.

Der Film beginnt mit einer Einstellung, die zwei, bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten, Figuren auf einer Bank sitzend zeigt, wobei sich das Dekor in dieser Einstellung noch keinen klaren Strukturen unterwirft, sondern eher naturalistisch wirkt. Die Umgebung ist stark reduziert, wodurch die Protagonisten in den Vordergrund treten. Diese einfache Gestaltung verweist klar auf den Charakter der Rahmenhandlung, die sich durch diese Kontrastierung stark vom weiteren Verlauf des Films und seinen Einstellungen abgrenzt. Einer der beiden Protagonisten, Francis, beginnt seinem Gegenüber eine Geschichte zu erzählen, die er mit den Worten What she and I have experienced is even stranger than what you have lived through ankündigt.

Dieser einleitenden Phrase, die als Prolepse gedeutet werden kann, folgt die Binnenerzählung des Films, welche in der Stadt Holstenwall spielt. Interessant und charakteristisch für das Folgende scheint, dass die Stadt vorab in der Totalen gezeigt wird, jedoch nur als Abbild, so ist es lediglich ein Zerrbild, das dem Zuschauer gezeigt wird und eine starke Künstlichkeit bewirkt. Die Stadt ist aus ihrer Form gelöst und biegt sich in übergeordnete ornamentale Strukturen; auffällig ist außerdem die antinaturalistische Darstellung, so sind nicht nur die Häuser, die sich an einen spitzen Berg schmiegen, schief, in sich gekehrt und verwinkelt, sondern auch die Naturelemente, also die Bäume, lediglich krumme, gezackte Linien, fernab von jeder realistischen Darstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Expressionismus als künstlerische Bewegung und Begründung der Relevanz der Untersuchung expressionistischer Filme.

1.1 Begriffsklärung: Definition des Expressionismus als Lebensgefühl und Anforderungen an den expressionistischen Stummfilm.

2. Caligari als expressionistischer Film: Einordnung von Robert Wienes Werk als Schlüsselbeispiel für den expressionistischen Film.

3. Mise en scène des Films: Analyse der gestalterischen Inszenierung, insbesondere durch Dekor und Beleuchtung.

4. Der deplatzierte Darsteller: Untersuchung, wie Schauspieler in die künstliche Architektur des Films integriert werden.

5. Die Zwischentitel im Film: Analyse der Zwischentitel als integraler, narrativer und ästhetischer Bestandteil der Filmkomposition.

6. Die Funktion der Rahmen- und Binnenhandlung: Betrachtung der filmischen Erzählstruktur und ihrer Wirkung auf den Zuschauer.

7. Schlussbemerkung und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Bedeutung des Films und seiner expressionistischen Gestaltungsmittel.

Schlüsselwörter

Expressionismus, Stummfilm, Robert Wiene, Das Cabinet des Doktor Caligari, Mise en scène, Dekor, Beleuchtung, Somnambulismus, Rahmenhandlung, Binnenhandlung, Antinaturalismus, Filmästhetik, Conrad Veidt, Filmgeschichte, Holstenwall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film "Das Cabinet des Doktor Caligari" unter dem Aspekt seiner expressionistischen Stilmittel und wie diese den Film prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf Dekor, Beleuchtung, die Darstellung der Schauspieler sowie die narrative Struktur durch Rahmen- und Binnenhandlung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie expressionistische Kunst in das Medium Film transportiert wird und durch welche Elemente dies im Falle von Wienes Werk geschieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine filmwissenschaftliche Analyse der Ästhetik und der mise en scène unter Rückgriff auf zeitgenössische Filmtheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Gestaltung der Kulissen, den Einsatz von Licht und Schatten, die stilisierte Darstellung der Protagonisten und die Funktion der Zwischentitel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Expressionismus, Stummfilm, Mise en scène, Filmästhetik und Antinaturalismus.

Welche Rolle spielt die Architektur für die Darstellung der Wirklichkeit im Film?

Die Architektur ist bewusst nicht naturalistisch, sondern reduziert auf ornamentale Strukturen, die eine "schräge Wirklichkeit" erzeugen und die Protagonisten in den Vordergrund rücken.

Warum wird die Funktion der Rahmenhandlung als wichtig erachtet?

Die Rahmenhandlung dient als interpretatorischer Schlüssel, da sie den Film zwischen einer fantastischen Geschichte und einer paranoiden Wahnvorstellung schwanken lässt.

Inwiefern beeinflusst der expressionistische Stil das Spiel der Schauspieler?

Die Darsteller, wie etwa Cesare, unterwerfen sich den strengen, künstlichen Vorgaben des Dekors, was ihre Mimik und Gestik zu einem Teil der filmischen Architektur macht.

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Details

Titel
Dämonische Leinwand - Der expressionistische Film
Untertitel
Das Kabinett des Doktor Caligari - Eine Untersuchung des Films auf seine expressionistischen Elemente
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Seminar
Note
1,7
Autor
Jonas Geldschläger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V131908
ISBN (eBook)
9783640378111
ISBN (Buch)
9783640377657
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Expressionismus Film Caligari Robert Wiene Wiene Werner Krauss Conrad Veidt Literaturwissenschaft 1920
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Geldschläger (Autor:in), 2009, Dämonische Leinwand - Der expressionistische Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131908
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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