Ziel des Bodenökologie-Teils dieser Arbeit ist zu analysieren, ob ein Zusammenhang zwischen gemessenen Bodenparametern und gemittelten Ellenberg-Zeigerwerten besteht. Im Tierökologie-Teil wird untersucht, wie regelmäßiges Mähen die Biodiversität der Insekten verringert.
Pflanzen benötigen gewisse Lebensgrundlagen wie Wasser und diverse Nährstoffe aus der Erde und wählen ihr Habitat ihren Toleranzen und Präferenzen entsprechend aus. So gebührt der Bodenbeschaffenheit mit seinen abiotischen Umweltfaktoren große Relevanz. Indikatorarten, die bestimmte ökologische Parameter anzeigen, sind systematisch erfasst, um am Beispiel höherer Pflanzen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung derer Standorte und Konkurrenz mit anderen Arten ziehen zu können. Ellenberg charakterisiert Pflanzen durch bestimmte Feuchtestufen, Licht- und Nährstoffverhältnisse usw. Es ist allerdings nicht zu verwechseln: „Auf keinen Fall bezeichnen meine Zeigerwerte die „Ansprüche“ an den betreffenden Umweltfaktor.“ (Ellenberg et al. 1992). Eine Bestandsaufnahme der Flora sowie die Erhebung diverser Bodenparameter wurden auf einem Feldgebiet am Albrecht-Thaer-Weg 6 in Berlin im Frühjahr 2021 durchgeführt, um im Anschluss Korrelationen dieser Daten statistisch auszuwerten. Dabei standen folgende Hypothesen im Mittelpunkt des Interesses: 1) Es besteht eine positive Korrelation zwischen Reaktionszahl (Vorkommen in Abhängigkeit von sauren bis zu alkalischen Böden) und Feuchtezahl (Vorkommen hinsichtlich der Bodenfeuchte). 2) Boden mit hoher Wasserhaltekapazität (Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen) wird von Pflanzen bevorzugt, die eine höhere Feuchtezahl-Präferenz aufzeigen. Dies wird überprüft, weil theoretisch zu erwarten wäre, dass Pflanzen, die feuchte Böden bevorzugen, sich in Böden ansiedeln, die ein großes Wasser-Reservoir-Potential haben. 3) Die Stickstoffzahl und Reaktionszahl korrelieren positiv miteinander. Diese Vermutung liegt der Information zu Grunde, dass Nitrat einen pH-Anstieg bewirkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Bodenökologie
1.2. Tierökologie
2. Material & Methoden
2.1. Versuchsaufbau Bodenökologie
2.2. Datenanalyse Bodenökologie
2.3. Versuchsaufbau Tierökologie: Bodenfallen
2.4. Versuchsaufbau Tierökologie: Keschern
2.5. Datenanalyse Tierökologie: Diversitätsindices
3. Ergebnisse
3.1. Bodenökologie-Analyse
3.2. Tierökologie: Bodenfallen
3.3. Tierökologie: Keschern
3.4. Tierökologie: Diversitätsindices
4. Diskussion
4.1. Bodenökologie: Korrelation der Bodenparameter
4.2. Tierökologie: Gefangene Insekten
4.3. Tierökologie: Diversitätsindices
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss abiotischer Bodenfaktoren auf die Flora sowie die Auswirkungen von regelmäßiger Mahd auf die Insekten-Diversität in urbanen Wiesenfeldern. Ziel ist es, durch die Analyse von Korrelationen zwischen Bodenparametern und Ellenberg-Zeigerwerten sowie den Vergleich von gestörten und ungestörten Habitaten mittels Diversitätsindices wissenschaftliche Rückschlüsse auf Ökosystemzustände zu ziehen.
- Analyse bodenökologischer Parameter und deren Korrelation mit Pflanzen-Zeigerwerten.
- Untersuchung der Insekten-Biodiversität mittels Barberfallen und Kescher-Fangmethoden.
- Vergleich von gestörten (gemähten) und ungestörten Habitaten hinsichtlich Artzusammensetzung und Dominanz.
- Berechnung von Diversitätsindices (Shannon-Index, Jaccard-Index, Evenness) zur Bewertung der Ökosystemqualität.
Auszug aus dem Buch
1.1 Bodenökologie
Pflanzen benötigen gewisse Lebensgrundlagen wie Wasser und diverse Nährstoffe aus der Erde und wählen Ihr Habitat ihren Toleranzen und Präferenzen entsprechend aus. So gebührt der Bodenbeschaffenheit mit seinen abiotischen Umweltfaktoren große Relevanz. Indikatorarten, die bestimmte ökologische Parameter anzeigen, sind systematisch erfasst, um am Beispiel höherer Pflanzen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung derer Standorte und Konkurrenz mit anderen Arten ziehen zu können. Ellenberg charakterisiert Pflanzen durch bestimmte Feuchtestufen, Licht- und Nährstoffverhältnisse usw. Es ist allerdings nicht zu verwechseln: „Auf keinen Fall bezeichnen meine Zeigerwerte die „Ansprüche“ an den betreffenden Umweltfaktor.“ (Ellenberg et al. 1992). Ausgehend von diesem Forschungsansatz ist es Ziel des Bodenökologie-Teils dieser Arbeit, zu analysieren, ob ein Zusammenhang zwischen gemessenen Bodenparametern und gemittelten Ellenberg-Zeigerwerten besteht.
Eine Bestandsaufnahme der Flora sowie die Erhebung diverser Bodenparameter wurden auf einem Feldgebiet am Albrecht-Thaer-Weg 6 in Berlin im Frühjahr 2021 durchgeführt, um im Anschluss Korrelationen dieser Daten statistisch auszuwerten. Dabei standen folgende Hypothesen im Mittelpunkt des Interesses: 1) Es besteht eine positive Korrelation zwischen Reaktionszahl (Vorkommen in Abhängigkeit von sauren bis zu alkalischen Böden) und Feuchtezahl (Vorkommen hinsichtlich der Bodenfeuchte). 2) Boden mit hoher Wasserhaltekapazität (Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen) wird von Pflanzen bevorzugt, die eine höhere Feuchtezahl-Präferenz aufzeigen. Dies wird überprüft, weil theoretisch zu erwarten wäre, dass Pflanzen, die feuchte Böden bevorzugen, sich in Böden ansiedeln, die ein großes Wasser-Reservoir-Potential haben. 3) Die Stickstoffzahl und Reaktionszahl korrelieren positiv miteinander. Diese Vermutung liegt der Information zu Grunde, dass Nitrat einen pH-Anstieg bewirkt (Hortipendium, o.J.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die bodenökologischen Grundlagen und die ökologischen Auswirkungen von Landtransformationen ein und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Material & Methoden: Beschreibt die detaillierten Vorgehensweisen zur Erhebung der Bodenparameter, den Einsatz von Barberfallen und Keschern sowie die verwendeten statistischen Analyse- und Berechnungsverfahren.
3. Ergebnisse: Präsentiert die ausgewerteten Daten zu den Bodenparametern und die Insektenbestimmung im Vergleich zwischen gemähten und ungestörten Habitaten anhand von Tabellen und Streudiagrammen.
4. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen, kritisiert die Untersuchungsmethodik und erörtert die ökologische Bedeutung der Biodiversitätsverluste.
Schlüsselwörter
Bodenökologie, Tierökologie, Insekten-Diversität, Ellenberg-Zeigerwerte, Mahd-Intensität, Shannon-Index, Artenvielfalt, Bodenparameter, Habitat, Bioindikator, Ökosystemmanagement, Barberfalle, Keschern, Biodiversität, Artenabundanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökologischen Untersuchung städtischer Wiesenflächen, wobei sowohl pedologische (Boden) als auch entomologische (Insekten) Aspekte analysiert werden, um den Einfluss menschlicher Eingriffe zu bewerten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Korrelation von Bodenbeschaffenheit mit Pflanzengesellschaften sowie die Auswirkung regelmäßiger Mahd auf die Biodiversität und Artenverteilung von Insekten.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie anthropogene Störungen wie das Mähen die ökologische Qualität von Habitaten beeinflussen und inwieweit ökologische Parameter als Indikatoren für diesen Zustand dienen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden Feldversuche zur Bodenanalyse (pH-Wert, Wasserhaltekapazität) und Insekten-Fangmethoden (Barberfallen, Keschern) durchgeführt, deren Daten statistisch mittels Diversitätsindices und Korrelationsanalysen in R Studios ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Versuchsaufbauten, die detaillierte Ergebnispräsentation der Fang- und Bodendaten sowie eine kritische Diskussion der erhobenen Korrelationen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Fachbegriffe sind Insekten-Diversität, Ellenberg-Zeigerwerte, Barberfalle, Shannon-Index, Mahd-Intensität und Bodenökologie.
Wie wirken sich Störungen, wie das Mähen, konkret auf die Insekten-Diversität aus?
Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßiges Mähen die Artenvielfalt massiv senkt, da ökologische Nischen verloren gehen und nur wenige, an Störungen angepasste Arten dominieren.
Warum ist die Untersuchung von Collembola im gestörten Habitat besonders?
Entgegen der ursprünglichen Hypothese zeigten Collembola im gestörten Habitat einen Zuwachs und eine eudominante Stellung, was auf eine hohe Resistenz oder Anpassungsfähigkeit gegenüber der Mahd-Störung hindeutet.
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- Leyla Beyer (Author), 2021, Protokoll zur Boden- und Tierökologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319083