Der Finanzmarkt ist der Oberbergriff für den Handel mit Finanzinstrumenten, die wiederum in drei verschiedene Märkte unterteilt ist: dem Geld-, Kredit- und Kapitalmarkt. In dieser Arbeit liegt der Fokus im organisierten Kapitalmarkt im Bereich des Aktienmarktes. Der Aktienmarkt lässt sich wiederum in den Primär- und Sekundärmarkt unterteilen. Die Erstemissionen bzw. die Börsengänge der Unternehmen erfolgen über den Primärmarkt. Im internationalen Sprachgebrauch wird der Börsengang als „Initial-Public-Offering“ (IPO) oder als „Going-Public“ bezeichnet. Im Deutschen wird für den IPO die klassischen Synonyme wie Börseneinführung, Neuemission und Erstaktienoption verwendet.
Zunächst wird die verwendete Methodik und die Vorgehensweise dieser Arbeit genauestens beschrieben. Im dritten Kapitel werden die Grundlagen und Motive des IPO näher erläutert, welche die Basis für die gesamte Arbeit bildet. Um Aktien des emittierenden Unternehmens in den Börsenmarkt zu platzieren, wird von den konsortialführenden Banken ein Platzierungsverfahren ausgewählt. Dabei wird in der Regel von Unternehmen bei IPO das Bookbuilding-Verfahren bevorzugt, dessen vier Phasen (nach Baur und Vincenti) in Kapitel vier genauer beschrieben werden. Das fünfte Kapital bezieht sich auf die kurzlaufende Kaufoption „Greenshoe“, das im Rahmen des Bookbuilding-Verfahrens von den konsortialführenden Banken zur Marktstabilisierung eingesetzt wird. Ziel der Arbeit ist es, den Einsatz und die Funktionsweise der Greenshoe-Option näher zu erläutern und diese kritisch zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Initial-Public-Offering
3.1 Motive für einen Initial-Public-Offering
3.2 Motive gegen einen Initial-Public-Offering
4 Bookbuilding-Verfahren
4.1 Analysephase
4.2 Pre-Marketingphase
4.3 Marketingphase
4.4 Zeichnungsphase
5 Greenshoe
5.1 Greenshoe – Funktionsweise
5.2 Greenshoe - kritische Analyse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionsweise sowie die Einsatzmöglichkeiten der Greenshoe-Option innerhalb eines Initial-Public-Offering (IPO). Das primäre Ziel besteht darin, den Prozess der Marktstabilisierung durch Finanzintermediäre zu erläutern und eine kritische Analyse des Instruments vorzunehmen, um dessen Rolle und Wirkung im Kontext von Börsengängen zu bewerten.
- Grundlagen und Motive des Initial-Public-Offering (IPO)
- Struktur und Phasen des Bookbuilding-Verfahrens
- Funktionsweise und Durchführung der Greenshoe-Option
- Kritische Analyse des Marktpflegeinstruments aus Sicht verschiedener Marktteilnehmer
Auszug aus dem Buch
5.1 Greenshoe – Funktionsweise
In erster Linie kann der Emittent der konsortialführenden Bank das Recht gewähren, - in einer Frist von 30 – 45 Tagen nach Zeichnungsfrist, - zusätzlich 10% bis 15% des Basis-Emissionsvolumens, - zum ursprünglichen Emissionspreis Aktien zu erwerben.49 Das emittierende Unternehmen kann dadurch mehr Aktien an die konsortialführenden Banken zum Emissionspreis verkaufen als das eigentliche Basisvolumen. Die zur Verfügung gestellten zusätzlichen Aktien stammen entweder aus dem Aktienverkauf der Altaktionäre oder durch eine Kapitalerhöhung neuer Aktien.50 Aufgrund der hohen Nachfrage, kann der Konsortialführer mehr Aktien zum Verkauf bereitstellen als tatsächlich im Umlauf sind.51
Um die Neuemission vor extremen Kursschwankungen zu schützen, versucht der Konsortialführer mit Hilfe der Greenshoe-Option den Aktienkurs zu stabilisieren.52 Bei Ausübung der Mehrzuteilungsoption muss die konsortialführende Bank eine Short-Position einnehmen, da die Bank mehr Aktien verkauft als sie besitzt. Die verkauften Aktien müssen in der Regel sofort an den Investor ausgeliefert werden, weswegen im Depot der Banken eine Unterdeckung entsteht.53 Der Intermediär hat die Möglichkeit eine Sondervereinbarung mit institutionellen Investoren zu treffen. Der Konsortialführer kann mit dieser Sondervereinbarung die zugeteilten Aktien zu einem anderen Zeitpunkt liefern und muss nicht unmittelbar den Lieferverpflichtungen nachgehen.54
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Finanzmarkt ein und definiert die forschungsleitende Frage zur Funktionsweise der Greenshoe-Option beim IPO.
2 Methodik: Der Abschnitt erläutert die wissenschaftliche Vorgehensweise, die auf Literaturrecherche und deduktiver Analyse aus Fachdatenbanken basiert.
3 Initial-Public-Offering: Hier werden die Grundlagen des Börsengangs sowie dessen spezifische Motive für und gegen eine Platzierung am Kapitalmarkt beleuchtet.
4 Bookbuilding-Verfahren: Dieses Kapitel beschreibt die vier Phasen des Platzierungsverfahrens (Analyse-, Pre-Marketing-, Marketing- und Zeichnungsphase) zur Preisfestsetzung.
5 Greenshoe: Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des Marktpflegeinstruments zur Stabilisierung des Aktienkurses sowie dessen kritische Bewertung in der Fachliteratur.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Greenshoe-Option bei den meisten IPOs aufgrund der überwiegenden Vorteile angewendet wird.
Schlüsselwörter
Initial-Public-Offering, IPO, Börsengang, Bookbuilding-Verfahren, Greenshoe-Option, Mehrzuteilungsoption, Marktstabilisierung, Kapitalmarkt, Emissionspreis, Finanzintermediäre, Börsenzulassung, Wertpapiere, Aktienmarkt, Konsortialbanken, Unterpricing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise von Börsengängen (IPOs) und legt dabei den Schwerpunkt auf das Bookbuilding-Verfahren sowie die Anwendung der Greenshoe-Option zur Stabilisierung des Aktienkurses.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die Motive für Börsengänge, die verschiedenen Phasen der Preisfindung beim Bookbuilding sowie die Mechanismen und die Kritik an der sogenannten Mehrzuteilungsoption.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Funktionsweise der Greenshoe-Option im Rahmen eines IPO detailliert zu erklären und kritisch zu hinterfragen, ob sie tatsächlich ein faires Instrument der Marktpflege darstellt.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Untersuchung basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturrecherche, bei der sowohl deutsche als auch internationale finanzwissenschaftliche Quellen deduktiv ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Phasen des Bookbuilding-Verfahrens und widmet sich ausführlich dem Greenshoe-Instrument, dessen Funktionsweise und den damit verbundenen Anreizen für Banken und Emittenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Die wichtigsten Schlagworte sind Initial-Public-Offering, Bookbuilding-Verfahren, Greenshoe-Option, Kapitalmarkt, Börsengang und Marktstabilisierung.
Warum wird bei IPOs fast immer das Bookbuilding-Verfahren gewählt?
Es wird bevorzugt, da es ermöglicht, die Marktnachfrage durch die gesammelten Angebote im Orderbuch besser einzuschätzen und den Emissionspreis fundiert festzulegen.
Was ist eine Short-Position im Kontext des Greenshoes?
Eine Short-Position entsteht, wenn die konsortialführende Bank mehr Aktien verkauft, als sie zum Zeitpunkt der Emission besitzt, um auf eine hohe Marktnachfrage zu reagieren und eine Stabilisierung des Kurses zu ermöglichen.
Gibt es Nachteile beim Einsatz der Greenshoe-Option?
Kritiker führen an, dass das Instrument den Aktienkurs künstlich beeinflussen kann und den Investmentbanken unter opportunistischen Bedingungen Möglichkeiten zur einseitigen Gewinnmaximierung bieten könnte.
Welches Praxisbeispiel dient zur Veranschaulichung im Text?
Die Arbeit nutzt den Börsengang der PATRIZIA Immobilien AG im Jahr 2006, um die praktische Anwendung und Ausübung der Greenshoe-Option zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Funktionsweise eines Greenshoes im Rahmen des IPO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319144