Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Anwendung und Verständnis ausgewählter Phraseologismen bei polnisch-deutschen Bilingualen

Titel: Anwendung und Verständnis ausgewählter Phraseologismen bei polnisch-deutschen Bilingualen

Bachelorarbeit , 2021 , 83 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Julia Kuhre (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Phraseologismen existieren seit tausenden von Jahren, doch die Wissenschaft, die sich mit der Thematik auseinandersetzt, ist noch sehr jung. Diese Arbeit betrachtet Phraseologismen nur aus sprachwissenschaftlicher Perspektive. Im Hauptteil wird ersichtlich, dass die Phraseologieforschung häufig an ihre Grenzen stößt und auf viele Lücken trifft. Das Gleiche betrifft die psycholinguistische Forschung innerhalb der Phraseologie. Zwar existieren in diesem Forschungsfeld bereits zahlreiche Hypothesen verschiedenster Forscher, doch mangelt es an mehreren theoretischen und empirischen Untersuchungen und Analysen, um eine allgemeingültige Theorie durchsetzen zu können.

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welche Probleme auftreten, wenn polnisch-deutsche Bilinguale auf Phraseologismen der beiden Sprachen stoßen. Sie begegnen den Menschen tagtäglich sowohl in der mündlichen als auch schriftlichen Kommunikation. Dabei trifft man ständig auf unbekannte Ausdrücke, deren Bedeutung sich nicht immer herleiten lässt.
Mithilfe von 14 Hypothesen sollen Zusammenhänge zwischen verschiedenen soziodemografischen und soziolinguistischen Faktoren und der phraseologischen Kompetenz gezogen werden, um herauszufinden, welche Einflüsse diese auf die Anwendung und das Verständnis von Phraseologismen haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Phraseologismen

2.1 Was sind Phraseologismen?

2.2 Probleme der Äquivalenzbeziehungen

2.2.1 Voll- und Teiläquivalenz

2.2.2 Falsche Freunde in der Phraseologie

2.3 Weitere Probleme des Phraseologismengebrauchs

3 Bilingualismus

3.1 Begriffsbestimmung

3.2 Das bilinguale mentale Lexikon

4 Phraseologismen aus psycholinguistischer Sicht

4.1 Phraseologismen im mentalen Lexikon

4.2 Die Stellung der Phraseologismen im Spracherwerb

4.3 Verarbeitung von Phraseologismen

4.4 Verwendung von Phraseologismen

5 Praktischer Teil: Umfrage zur Kenntnis ausgewählter Phraseologismen

5.1 Auswahl der Zielgruppe

5.2 Auswahl des Materials

5.3 Herangehensweise und Fragestellungen

5.4 Ergebnisse der Untersuchung

5.4.1 Auswertung der Kenntnis und Gebräuchlichkeit von Phraseologismen

5.4.2 Auswertung der Aufgaben Paraphrasieren und Übersetzen

5.4.3 Auswertung der Übersetzungsaufgabe

5.4.4 Probleme bei den falschen Freunden

5.5 Schlussfolgerungen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Verständnis und der Anwendung von Phraseologismen bei polnisch-deutschen Bilingualen. Das primäre Ziel ist es, Sprachschwierigkeiten zu identifizieren, die durch den interlingualen Transfer und den Einfluss der Muttersprache entstehen.

  • Interlinguale Äquivalenzbeziehungen (Voll-, Teil- und Nulläquivalenz)
  • Bilingualismus und das mentale Lexikon
  • Psycholinguistische Verarbeitung figurativer Sprache
  • Empirische Auswertung einer Online-Umfrage zur phraseologischen Kompetenz
  • Problematik "falscher Freunde" bei phraseologischen Wendungen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Voll- und Teiläquivalenz

Die Germanistin Regina Hessky spricht von Volläquivalenz bzw. totaler Äquivalenz, „wenn eine phraseologische Einheit in L1 in allen aufgezählten bzw. erforderlichen Bedingungen mit einer phraseologischen Einheit in L2 übereinstimmt“ (1987: 95). Zu diesen Bedingungen gehören nach Laskowski (2004: 603) die denotative Bedeutung, die wörtliche Bedeutung sowie die Struktur. Gläser fügt noch die emotional-expressiven und stilistischen Konnotationen hinzu (1986: 167). Dementsprechend können Ph. im interlingualen Kontext im Falle einer Volläquivalenz in derselben Weise und Situation verwendet werden (Laskowski 2004: 602).

Ein Beispiel für die totale Äquivalenz ist das interlinguale phraseologische Paar den Rubikon überschreiten (DUDEN) und przekroczyć Rubikon (PSFJP) (‚den entscheidenden Schritt tun‘ (DUDEN)). Als Ursache der totalen Äquivalenz sieht Hessky (1987: 95) den geschichtlichen und kulturellen Ursprung. Demnach gebe es Gemeinsamkeiten in der historisch-gesellschaftlichen Entwicklung, den identischen ethisch-moralischen Wertvorstellungen, genauso wie in Sitten und Volksbräuchen. Zudem könne eine dritte Sprache als gemeinsame Herkunft der Übernahme als Grund dienen. Als simpelsten Grund nennt sie jedoch die direkte Übernahme aus der L1 in die L2 (ebd.).

Der russische Sprachwissenschaftler Dmitrij Dobrovol’skij (2004: 283) betont, dass es bei der Übersetzung immer eine Schwierigkeit darstelle, ein absolutes Äquivalent zu finden. Oft gehe dabei ein Teil an semantischer oder pragmatischer Information verloren. Wichtig sei deshalb, nachzudenken, welche Fragen im jeweiligen Kontext von hoher Relevanz sind und auf welche Elemente des Äußerungssinnes notfalls verzichtet werden könne. Hinzu kommt, dass sich ein vermeintliches Volläquivalent im Moment der sprachlichen bzw. schriftlichen Realisierung als nicht passend erweist, wenn die innere Form nicht gänzlich mit dem Kontext übereinstimmt (vgl. Worbs 1994: 161). Abschließend kann gesagt werden, dass die totale Äquivalenz im Bereich der natürlichen Sprachen eher eine Seltenheit darstellt und die Grenzen nicht immer ganz eindeutig zu ziehen sind (vgl. Hessky 1987: 99).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Phraseologie und Erläuterung der Relevanz für die Arbeit.

2 Phraseologismen: Theoretische Definition von Phraseologismen und detaillierte Analyse der Äquivalenzprobleme zwischen Sprachen.

3 Bilingualismus: Darstellung des Begriffs Bilingualismus und Aufbau des mentalen Lexikons bei zweisprachigen Sprechern.

4 Phraseologismen aus psycholinguistischer Sicht: Erläuterung der kognitiven Prozesse bei der Speicherung, Verarbeitung und Verwendung von Phrasemen.

5 Praktischer Teil: Umfrage zur Kenntnis ausgewählter Phraseologismen: Präsentation und methodische Einordnung der empirischen Untersuchung sowie Auswertung der Ergebnisse.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur phraseologischen Kompetenz.

Schlüsselwörter

Phraseologismen, Bilingualismus, Äquivalenzbeziehungen, mentale Lexikon, Fremdsprachenerwerb, Translation, Phraseodidaktik, Psycholinguistik, falsche Freunde, Idiomatizität, Sprachkontakt, Paraphrasieren, Interferenz, Konnotation, Sprachkompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Probleme, die bei polnisch-deutschen Bilingualen auftreten, wenn sie auf idiomatische Wendungen (Phraseologismen) in ihren Sprachpaaren treffen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die linguistische Definition von Phrasemen, Herausforderungen der Äquivalenz zwischen Polnisch und Deutsch, sowie psycholinguistische Aspekte des bilingualen mentalen Lexikons.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, welche spezifischen Verständnis- und Anwendungsprobleme bei der Nutzung von Phraseologismen in der Zweitsprache auftreten und ob soziolinguistische Faktoren diese Kompetenz beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Neben einer umfangreichen Literaturanalyse zum theoretischen Rahmen wurde eine empirische Online-Umfrage mit 100 polnisch-deutschen Bilingualen durchgeführt, in der Kenntnisstand und Transferleistung (Paraphrasierung/Übersetzung) getestet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Phraseologismus und Bilingualismus sowie einen umfangreichen praktischen Teil, der die Konzeption, Durchführung und statistische Auswertung der Online-Umfrage umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Phraseodidaktik, interlinguale Äquivalenz, falsche Freunde der Phraseologie und bilinguale Sprachkompetenz gekennzeichnet.

Welchen Einfluss haben falsche Freunde auf die untersuchten Bilingualen?

Falsche Freunde stellen eine erhebliche Fehlerquelle dar; viele Probanden übertrugen aufgrund der formalen Identität irrtümlich die Bedeutung aus ihrer Erstsprache in die Zielsprache, ohne sich der semantischen Divergenz bewusst zu sein.

Wie spielt das Umfeld beim Spracherwerb eine Rolle für die Kompetenz?

Die Analyse zeigt, dass eine längere Aufenthaltsdauer in dem Land, in dem die jeweilige Sprache verwendet wird, tendenziell zu einer höheren phraseologischen Kompetenz führt als ein rein institutioneller Spracherwerb.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anwendung und Verständnis ausgewählter Phraseologismen bei polnisch-deutschen Bilingualen
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Slavistik)
Note
1,1
Autor
Julia Kuhre (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
83
Katalognummer
V1319146
ISBN (PDF)
9783346821126
ISBN (Buch)
9783346821133
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phraseologie Psycholinguistik Bilingualismus Polnisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Kuhre (Autor:in), 2021, Anwendung und Verständnis ausgewählter Phraseologismen bei polnisch-deutschen Bilingualen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319146
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  83  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum