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Handlungsspielräume und Handlungsmuster im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen

Title: Handlungsspielräume und Handlungsmuster im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen

Bachelor Thesis , 2021 , 56 Pages

Autor:in: Charlotte Wulfes (Author)

Theology - Miscellaneous
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Es wird oft verkannt, dass der christliche Widerstand weit mehr Personen als die bekannten Namen umfasste. Gerade Frauen, die mutig für die Rechte der Juden eingetreten sind, blieben dabei häufig im Hintergrund und sind daher heute noch wenig erforscht oder der breiten Gesellschaft unbekannt. Es stellt sich die Frage, welche Handlungsspielräume Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus hatten, um Widerstand leisten zu können. Im Zusammenhang damit ergibt sich die Frage, ob sich aufgrund dieser Handlungsspielräume bestimmte Handlungsmuster im (christlich motivierten) Widerstand von Frauen herauskristallisieren lassen.

Im Rahmen kirchengeschichtlicher Untersuchungen stellt die Rolle der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus (NS) einen interessanten Bereich dar. Personen wie Karl Barth, der u.a. maßgeblich für die "Barmer Theologische Erklärung" verantwortlich war, oder Dietrich Bonhoeffer, der sich im Rahmen der Bekennenden Kirche hervortat, sind entscheidend für das Bild, das heute über den Widerstand aus christlichem Glauben vorherrscht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Frauenbild und die damit verbundenen Handlungsspielräume von Frauen im Nationalsozialismus

3. Betrachtung der vorliegenden Quellen

3.1 Allgemeiner Überblick über die Quellenlage

3.2 Quellen zu Elisabeth Schmitz

3.3 Quellen zu Elisabeth von Thadden

3.4 Quellen zu Katharina Staritz

3.5 Quellen zu Gertrud Mörike

3.6 Quellen zu Johanna Stöffler

4. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen im Widerstand

4.1 Elisabeth Schmitz

4.1.1 Leben

4.1.2 Einsatz gegen das Regime

4.1.2.1 Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“

4.2.1.2 Weitere Handlungen

4.2 Elisabeth von Thadden

4.2.1 Leben

4.2.2 Einsatz gegen das Regime

4.2.2.1 In der Schule

4.2.2.2 Im Privaten

4.2.2.3 Die „Teegesellschaft“ und weitere Handlungen

4.3 Katharina Staritz

4.3.1 Leben

4.3.2 Einsatz gegen das Regime

4.3.2.1 Einsatz im beruflichen Rahmen

4.3.2.2 Rundschreiben

4.4 Frauen in der Württembergischen Pfarrhauskette

4.4.1 Kurzer Überblick über die „Württembergische Pfarrhauskette“

4.4.2 Gertrud Mörike

4.4.2.1 Leben

4.4.2.2 Einsatz gegen das Regime

4.4.3 Johanna Stöffler

4.4.3.1 Leben

4.4.3.2 Einsatz gegen das Regime

5. Gemeinsame Betrachtung der verschiedenen Formen von Widerstand und der damit verbundenen Risiken

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsspielräume und spezifischen Widerstandsmuster evangelischer Frauen während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Frauen trotz gesellschaftlicher und kirchlicher Restriktionen aktiv Widerstand gegen das NS-Regime leisteten und welche Rolle ihr christlicher Glaube dabei einnahm.

  • Analyse des Frauenbildes und der gesellschaftlichen Handlungsspielräume im NS-Staat.
  • Untersuchung biographischer Fallbeispiele (u.a. Elisabeth Schmitz, Elisabeth von Thadden, Katharina Staritz).
  • Darstellung des Engagements von Pfarrfrauen im Rahmen der „Württembergischen Pfarrhauskette“.
  • Identifizierung von Handlungsmustern und Gemeinsamkeiten im christlich motivierten Widerstand.

Auszug aus dem Buch

4.2.1.2 Weitere Handlungen

Neben Briefen hielt Elisabeth Schmitz persönlichen Kontakt zu einigen wichtigen Personen im Umkreis der Bekennenden Kirche. 1936 traf sie zum ersten Mal persönlich Karl Barth in Basel und sprach mit ihm über ihre Denkschrift. Bis 1938 fanden mit Barth drei Treffen statt. Seit spätestens Sommer 1937 begann sie, die Dahlemer Kirchengemeinde aufzusuchen, wo Martin Niemöller und Helmut Gollwitzer als dessen inoffizieller Nachfolger nach seiner Verhaftung predigten. Gollwitzer war ein Schüler Karl Barths gewesen, sodass sich Elisabeth Schmitz oft mit ihm unterhielt. Für eine Beamtin wie sie war dies relativ gefährlich, da Dahlem von der Gestapo beobachtet wurde. Im September 1938 wird anhand eines Briefes an Pfarrer Wilhelm Niesel deutlich, dass Schmitz bereit war, „[...] mit ihrem Namen öffentliche pro-jüdische Schutzerklärungen der BK mit zu unterzeichnen [...]“. Dies zeugte von großem Mut, denn dafür wäre sie aus dem Schuldienst entlassen worden.

Nachdem 1938 das NS-Regime immer radikaler agierte, schrieb sie weitere Briefe, in denen sie dazu aufforderte, das Verhältnis von Christen und Juden auf kirchlicher Seite deutlicher zu machen, u.a. an Helmut Gollwitzer, Wilhelm Niesel und Franz Hildebrandt. Auch über ihre Entscheidung im November 1938, den Schuldienst vorerst zu verlassen, informierte sie Helmut Gollwitzer. Vermutlich beeinflusste sie ihn damit und trug dadurch zu dessen Predigt bei, die er am 16. November 1938 hielt und in die er sowohl die Pogromnacht als auch das Versagen der Bekennenden Kirche miteinbezog.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle christlicher Frauen im Widerstand, die oft im Schatten bekannter männlicher Protagonisten blieb, und definiert den Widerstandsbegriff im Kontext der NS-Zeit.

2. Das Frauenbild und die damit verbundenen Handlungsspielräume von Frauen im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel erläutert die nationalsozialistische Frauenideologie, die Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft sowie die daraus resultierenden Einschränkungen und begrenzten Spielräume.

3. Betrachtung der vorliegenden Quellen: Eine methodische Quellenkritik, die das vorhandene Material wie Privatkorrespondenzen, Denkschriften und Zeitzeugenberichte hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Subjektivität bewertet.

4. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen im Widerstand: Der Hauptteil analysiert die Lebenswege und Widerstandshandlungen verschiedener Frauen, darunter Einzelpersönlichkeiten sowie Pfarrfrauen in der „Württembergischen Pfarrhauskette“.

5. Gemeinsame Betrachtung der verschiedenen Formen von Widerstand und der damit verbundenen Risiken: Ein vergleichender Blick auf die Handlungsweisen der untersuchten Frauen, um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und allgemeine Handlungsmuster zu identifizieren.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den historischen Gesamtzusammenhang sowie Hinweis auf künftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Widerstand, Evangelische Kirche, Bekennende Kirche, Frauenbilder, Handlungsspielräume, Judenverfolgung, Nichtarier, Pfarrhauskette, Zivilcourage, Quellenkritik, Christlicher Glaube, Denkschrift, NS-Regime, Zeitzeugenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle evangelischer Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und der Frage, welche Rolle ihr christlicher Glaube dabei für ihr Handeln spielte.

Welche Frauen werden als Fallbeispiele untersucht?

Im Fokus stehen Elisabeth Schmitz, Elisabeth von Thadden, Katharina Staritz sowie die Pfarrfrauen Gertrud Mörike und Johanna Stöffler.

Wie definiert die Autorin Widerstand in ihrer Arbeit?

Widerstand wird als politischer Widerstand definiert, der sowohl passiven Ungehorsam (Gehorsamsverweigerung) als auch aktive Schritte zur Hilfe für Verfolgte, insbesondere jüdische Mitbürger, umfasst.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Untersuchung, die primär auf der Auswertung und quellenkritischen Analyse von Briefen, Denkschriften, Berichten und Zeitzeugnissen basiert.

Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einzelprotagonistinnen und die Analyse der „Württembergischen Pfarrhauskette“, wobei jeweils Leben und spezifische Widerstandshandlungen detailliert beleuchtet werden.

Welche Kernerkenntnisse lassen sich zur Rolle der Frauen ableiten?

Die Arbeit zeigt, dass die Frauen meist aus ihrem christlichen Gewissen heraus handelten, ihre Spielräume trotz starker Ideologien und beruflicher Restriktionen nutzten und oft durch bestehende Netzwerke in den Widerstand eingebunden wurden.

Was bewog Elisabeth Schmitz zur Verfassung ihrer Denkschrift?

Schmitz war frustriert über das Schweigen der Kirche gegenüber der diskriminierenden Gesetzgebung gegen „Nichtarier“ und wollte eine offizielle Stellungnahme der kirchlichen Institution erzwingen.

Warum war die „Württembergische Pfarrhauskette“ ein effektives System?

Durch die Tarnung jüdischer Flüchtlinge als Bombenflüchtlinge in halb-öffentlichen Pfarrhäusern und die mündliche, informelle Kommunikation zwischen Pfarrern konnte die Gestapo-Überwachung teilweise umgangen werden.

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Details

Title
Handlungsspielräume und Handlungsmuster im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen
Author
Charlotte Wulfes (Author)
Publication Year
2021
Pages
56
Catalog Number
V1319534
ISBN (PDF)
9783346807120
ISBN (Book)
9783346807137
Language
German
Tags
handlungsspielräume handlungsmuster widerstand nationalsozialismus untersuchungen beispiele frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Wulfes (Author), 2021, Handlungsspielräume und Handlungsmuster im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Untersuchungen anhand ausgewählter Beispiele evangelischer Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319534
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