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Der Umgang deutscher Truppen mit französischen Franktireurs und Zivilisten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Titel: Der Umgang deutscher Truppen mit französischen Franktireurs und Zivilisten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Hausarbeit , 2021 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Helmut Schweda (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit soll Aufschluss darüber geben, welche Rolle die Franktireurs im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in militärischer, gesellschaftlicher und rechtshistorischer Hinsicht spielten. Zunächst wird ein Überblick über die jungen völkerrechtlichen Rahmenbedingungen und über die Position der preußischen Heeresführung zur Guerillakriegsführung gegeben. Sodann wird das Verhältnis deutscher Truppen zur französischen Zivilbevölkerung beschrieben, um die Aktivitäten der Franktireurs und die deutschen Gegenmaßnahmen besser einordnen zu können. Im Anschluss sollen die ersten Franktireur-Aktivitäten beleuchtet bis Anfang September 1870 beleuchtet werden, ehe ein Blick auf die Kämpfe um Bazeilles geworfen wird, bei dem bayerische Verbände nach Überfällen der Franktireurs zu drastischen Zwangsmaßnahmen gegenüber der französischen Zivilbevölkerung griffen. Mit den Ereignissen von Bazeilles als Ausgangspunkt wird sodann die Radikalisierung des Partisanenkrieges auf beiden Seiten skizziert und letztlich der Frage nachgegangen, inwieweit die Franktireurs als Teil eines von der französisch-republikanischen Regierung ausgerufenen „Volkskrieges“ betrachtet werden können.
In der Arbeit wird zum Zwecke der Illustrierung auf eine Vielzahl von Erinnerungen und Berichten deutscher Kriegsteilnehmer zurückgegriffen. Betrachtet wird die Zeit zwischen Juli 1870 und Januar 1871, da in diese Zeit das Gros der regulären wie irregulären Kampfhandlungen fiel.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtliche Erwägungen

2.1. Völkerrechtliche Einordnung

2.2. Position der preußischen Heeresführung zur Guerillakriegführung

3. Verhältnis deutscher Truppen zur französischen Zivilbevölkerung

4. Anfängliche Franktireur-Aktivitäten und deutsche Gegenmaßnahmen

4.1. Kampf um Bazeilles – Eine Zäsur des Krieges

5. Radikalisierung ab September 1870

5.1. Vorgehen der Franktireurs

5.2. Franktireurs als Teil eines Volkskrieges?

6. Fazit und Beurteilung

7. Literaturverzeichnis

8. Quelleverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Erscheinungsform und militärrechtliche Einordnung der französischen Franktireurs im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit die Franktireur-Aktivitäten sowie die deutsche Reaktion darauf zur Radikalisierung der Kriegsführung beitrugen und ob diese tatsächlich als Teil eines strategisch geplanten „Volkskrieges“ zu bewerten sind.

  • Rechtshistorische Einordnung der irregulären Kriegführung und des völkerrechtlichen Status von Kombattanten.
  • Analyse des Verhältnisses zwischen deutschen Besatzungstruppen und der französischen Zivilbevölkerung.
  • Untersuchung der Radikalisierung der deutschen Partisanenbekämpfung am Beispiel der Kämpfe um Bazeilles.
  • Bewertung der Konzepte „Guerillakrieg“ und „Volkskrieg“ im historischen Kontext des Feldzuges 1870/71.

Auszug aus dem Buch

Kampf um Bazeilles – Eine Zäsur des Krieges

Dies änderte sich schlagartig, als Berichte von der „Heimtücke“ der Bewohner von Bazeilles gegen die Bayern in der ganzen Armee die Runde machten. Dort hatten Freischärler im Häuserkampf auf die bayerischen Regimenter geschossen, wie der Soldat Florian Kühnhauser, der im Königlich-Bayerischen Leibregiment seinen Dienst tat, beschreibt. Besonders verbitterten Kühnhauser die französischen Angriffe auf die deutschen Sanitäter, die trotz der Rot-Kreuz-Armbinden angegriffen und getötet wurden.

Die bayerischen Verbände – die 1. Division und Teile der 2. Division des I. Königlich Bayerischen Armee-Korps – gingen nach dem hektischen Jagdkampf und den Angriffen der Franktireurs hart gegen die Zivilbevölkerung vor. Während die preußischen Verbände von einem strengen Offizierskorps geführt wurden und die Disziplin der Truppe meist tadellos war, lässt sich dies von den bayerischen Regimentern nicht behaupten. Nach der Niederlage im Deutsch-Deutschen Krieg 1866 wurde die bayerische Armee in die preußischen Führungsstrukturen infolge des Schutz- und Trutzbündnisses eingegliedert, jedoch konnten hierdurch die Disziplinschwächen sowie das wesentlich heterogene Offizierskorps nicht egalisiert werden.

Die Vernichtung des Vorortes Bazeilles im Zusammenhang mit der vorentscheidenden Schlacht von Sedan und die Erschießung von Zivilisten machen deutlich, dass die Normverletzungen aufgrund besonderer situativer Momente zustande gekommen waren. So erzählen die bayerischen Soldaten, dass Zivilisten und sogar Frauen an den schweren Kämpfen um den Ort teilgenommen hätten. Zahlreiche Häuser seien niedergebrannt worden, um den Widerstand zu brechen, obwohl sich in ihnen noch Zivilisten befunden hätten. Zudem erschossen bayerische Soldaten während der Kämpfe in Bazeilles und dem benachbarten Belan laut Berichten aus den eigenen Reihen zumindest eine Frau absichtlich. Laut nachträglicher französischer Schätzungen wurden 39 Zivilisten während der Schlacht getötet, verwundet oder hinterher vermisst. Diese Zahl schloss zwei bettlägerige Frauen, drei Männer und drei Kinder ein, die in ihren Häusern verbrannten bzw. erstickten. Zu den restlichen Personen zählte eine Frau neben 30 Männern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den zeitlichen Rahmen und die forschungsleitende Frage nach der Rolle der Franktireurs im Spannungsfeld militärischer und rechtlicher Normen ab.

2. Rechtliche Erwägungen: Dieses Kapitel analysiert das Fehlen spezifischer völkerrechtlicher Verträge für irreguläre Kräfte und die Bedeutung des Gewohnheitsrechts sowie des Lieber Codes für das Rechtsverständnis der Zeit.

2.1. Völkerrechtliche Einordnung: Untersuchung der völkerrechtlichen Grundlagen im 19. Jahrhundert und des Übergangs zur Kodifizierung des humanitären Völkerrechts.

2.2. Position der preußischen Heeresführung zur Guerillakriegführung: Beleuchtung der ambivalente Haltung der preußischen Führung, die einerseits eigene Landsturm-Traditionen kannte, andererseits aber asymmetrische Kriegführung des Gegners ablehnte.

3. Verhältnis deutscher Truppen zur französischen Zivilbevölkerung: Darstellung der sozioökonomischen Faktoren und der gegenseitigen Feindseligkeiten, die das Verhältnis zwischen Besatzern und Bevölkerung prägten.

4. Anfängliche Franktireur-Aktivitäten und deutsche Gegenmaßnahmen: Analyse der ersten spontanen Widerstandsaktionen und der beginnenden Formierung organisierter Freischärlerverbände.

4.1. Kampf um Bazeilles – Eine Zäsur des Krieges: Schilderung der Ereignisse in Bazeilles als Wendepunkt, der zu einer systematischen Verschärfung der deutschen Repressalien führte.

5. Radikalisierung ab September 1870: Untersuchung der zweiten Kriegsphase, die durch den Zusammenbruch des Kaiserreichs und die Proklamation des „Krieges bis zum Äußersten“ geprägt war.

5.1. Vorgehen der Franktireurs: Analyse der Taktik der Franktireurs und deren militärische sowie psychologische Wirkung auf die deutschen Besatzungstruppen.

5.2. Franktireurs als Teil eines Volkskrieges?: Kritische Hinterfragung des Volkskriegs-Begriffs und der propagandistischen Natur der Massenerhebung.

6. Fazit und Beurteilung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Radikalisierung der Kriegsführung und die Einordnung der Franktireurs als militärisch eher marginales, aber mythologisch bedeutsames Phänomen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Forschungsliteratur.

8. Quelleverzeichnis: Auflistung der herangezogenen zeitgenössischen Berichte und Dokumente.

Schlüsselwörter

Deutsch-Französischer Krieg, 1870-1871, Franktireurs, Freischärler, Guerillakrieg, Völkerrecht, Landsturm, Bazeilles, Besatzung, Repressalien, Volkskrieg, Partisanen, Kriegsführung, Militärgeschichte, Zivilbevölkerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Umgang der deutschen Armee mit französischen Freischärlern und Zivilisten im Krieg 1870/71 sowie die Auswirkungen dieser asymmetrischen Konfrontation auf die Kriegsführung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die völkerrechtliche Einordnung irregulärer Kämpfer, das Verhältnis zwischen deutschen Soldaten und der französischen Bevölkerung sowie die Radikalisierung der deutschen Besatzungspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuklären, welche Rolle die Franktireurs militärisch und rechtshistorisch spielten und inwieweit die Ereignisse legitim oder propagandistisch als Teil eines „Volkskrieges“ einzuordnen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er auf eine Vielzahl zeitgenössischer Erinnerungen, Berichte und militärische Dokumente zurückgreift, um die Ereignisse chronologisch und inhaltlich einzuordnen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Analyse der Partisanenaktivitäten und deren Eskalation, insbesondere durch das Fallbeispiel Bazeilles, sowie die Bewertung der Bedeutung dieser Konfliktform.

Durch welche Schlüsselbegriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Aspekte sind der Franktireur-Kampf, die völkerrechtliche Debatte der Zeit, die Rolle der preußischen Heeresführung und die Radikalisierung der Besatzung gegenüber der Zivilbevölkerung.

Warum wird der „Kampf um Bazeilles“ in der Arbeit als so bedeutend hervorgehoben?

Bazeilles wird als Zäsur betrachtet, da die dortigen Straßenkämpfe und die Eskalation der Gewalt gegen Zivilisten in der deutschen Armee die Runde machten und zu einer systematischen Verschärfung der Vergeltungsmaßnahmen führten.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des „Volkskrieges“?

Der Autor argumentiert, dass der „Volkskrieg“ weitgehend ein propagandistisches Konzept blieb, da die Franktireur-Verbände militärisch nur eine begrenzte Rolle spielten und keine geschlossene monolithische Bewegung der Bevölkerung darstellten.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Umgang deutscher Truppen mit französischen Franktireurs und Zivilisten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Alexander Helmut Schweda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1319912
ISBN (PDF)
9783346798404
ISBN (Buch)
9783346798411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang truppen franktireurs zivilisten deutsch-französischen krieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Helmut Schweda (Autor:in), 2021, Der Umgang deutscher Truppen mit französischen Franktireurs und Zivilisten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319912
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Leseprobe aus  25  Seiten
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