Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Sport, Sport Pedagogy

Leibliche Bildung und Sportunterricht

Title: Leibliche Bildung und Sportunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michael Koehler (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Warum und wozu soll man eigentlich Sportunterricht in der Schule betreiben? Um fit, trainiert, gesund zu sein? Um soziale Kompetenzen zu schulen? Um am kulturellen Phänomen Sport teilzuhaben? Um Spaß und Ausgleich in der Schule zu haben? – Im Rahmen der vielstimmigen Legitimationsdebatte um den Sport-unterricht tauchen neben diesen durchaus populären Argumenten auch immer wieder bildungstheoretische Überlegungen Bezug zum Körper auf. Statt dem Sport eine Funktion überzustülpen oder seinen Wert kulturell zu begründen, versuchen leibliche Bildungstheorien den Kern des Sportunterrichts zu treffen, nämlich Körper und Bewegung, und ihn in ihrer Bedeutung für den Menschen in seinem Bildungsprozess zu beleuchten. Einen solchen theoretischen Ansatz in seiner Bedeutung für den Sportunterricht zu untersuchen, soll das Ziel dieser Arbeit sein. Hierbei sind folgende Fragen von besonderem Interesse:
(1) Kann man mit Blick auf den Körper überhaupt von Bildung sprechen; und wenn ja: Welche Rolle spielt der Körper bei Bildungsprozessen?
(2) Welche Bedingungen müssen für solche Bildungsprozesse erfüllt werden?
(3) Welche Auswirkungen kann dies für praktische Umsetzung ästhetischer Bildung im Sportunterricht haben?
Die erste Frage bildet den Kern der Arbeit und soll aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden: In einem ersten Schritt wird diskutiert, inwieweit sich der Körper in einem allgemeinen Bildungskonzept wiederfinden lässt (I.1.). Ein zweiter Schritt soll ästhetische Bildung als eine besondere Art von Bildung beleuchten (I.2).
Auf Grundlage dieser theoretischen Überlegungen sollen dann im zweiten Teil der Arbeit Bedingungen für ästhetische Bildungsprozesse herausgebildet werden (II.1). Diese werden schließlich am Erfahrungsfeld Gleichgewicht exemplarisch erläutert (II.2).
Allgemeine Perspektiven für den Sportunterricht werden schließlich skizzenhaft im Ausblick formuliert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Leibliche Bildung

1. Allgemeine Bildung

a) Zur Begrifflichkeit

b) Die Rolle des Körpers

c) Zwischenfazit

2. Ästhetische Bildung

a) Die spezifische Differenz ästhetischer Erfahrungen

b) Sinnliche Reflexion

c) Erfahrungskategorien

d) Zwischenfazit

II. Perspektiven für die schulsportliche Umsetzung

1. Inszenierung ästhetischer Erfahrungen

a) Allgemeine Bedingungen für Erfahrungsprozesse

b) Differenzerfahrungen

2. Gleichgewicht als Exempel ästhetischer Bildung

a) Bildungs- und Erfahrungspotential von Gleichgewicht

b) Variationsmöglichkeiten

c) Zwischenfazit

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung leiblicher und ästhetischer Bildungsprozesse im Sportunterricht, um den Körper nicht nur als funktionales Objekt, sondern als zentrales Medium der Welterschließung zu begreifen. Ziel ist es, den Beitrag des Sports zur menschlichen Bildung über rein physische Fitness hinaus theoretisch zu legitimieren und praktische Ansätze zur Inszenierung ästhetischer Erfahrungen aufzuzeigen.

  • Grundlagen der leiblichen Bildung und die Rolle des Körpers
  • Abgrenzung und Definition ästhetischer Bildung als sinnliche Bildung
  • Bedingungen für gelingende ästhetische Erfahrungsprozesse im Schulsport
  • Gleichgewicht als exemplarische Bildungskategorie und dessen didaktische Anwendung

Auszug aus dem Buch

b) Die Rolle des Körpers

Auch wenn dieses Konzept offenbar sehr grundlegend ist, so kritisiert Franke (2000, 97–99) die Einseitigkeit im Umgang mit solchen Bildungstheorien zugunsten verbal-reflexiver Tätigkeiten, die sich hauptsächlich in den Bereichen Sprache, Mathematik und Geschichte abspielen. Schule und Pädagogik haben dem Körper lange Zeit wenig oder nur niedere Bedeutung zugemessen. Allerdings, so räumt Franke ein, können solche Theorien nicht leugnen, dass der Körper wesentlicher Bestandteil des Menschen ist, und daher im Sinne einer Menschenbildung auch bildungswürdig.

Spielt der Körper also in der Bildung kaum eine Rolle? Im Normalunterricht – ein Denkunterricht, bei dem Schüler möglichst still sitzen soll – wird der Körper zumeist ausgeblendet. Das Geistige steht im Zentrum von Schule und Bildungsdiskussion. Der Körper soll dabei nicht stören. Er wird buchstäblich auf einen Stuhl gesetzt und ruhig gestellt. Allerdings würde wohl keiner bezweifeln, dass man sich gar nicht mit ihm beschäftigen sollte. Um also diesem „zivilisatorisch distanzierten Körper wieder zu seinem ‚Recht’“ zu verhelfen, übernimmt der Sportunterricht die Aufgabe, den still gestellten Körper wieder in Bewegung zu versetzen, um so die mannigfaltigen, körperlichen, geistigen und seelischen Folgen von Bewegungsmangel auszugleichen.

Dieser kompensatorische Denkansatz ist in der Pädagogik weit verbreitet. Dem Körper kommt dabei nach wie vor eine niedere Bedeutung zu. Dieser Auffassung wiederspricht Alkemeyer, indem er im Verlauf der Argumentation eine bedeutsamere Gesamtrolle des Körpers in der Schule aufzeigt. Gerade indem der Körper im Normalunterricht ruhig gestellt wird, kommt ihm demnach eine besondere Bedeutung zuteil. Er wird damit nämlich geformt und nach den Körperbildern unserer Gesellschaft diszipliniert, welche den Körper als „Unruheherd und Störenfried“ fürchtet. Analoges gilt für den Sportunterricht: In den Formungsprozessen des Sportunterrichts geht es nicht zuletzt darum, den Körper in praktischen pädagogischen Akten zu sozialisieren und zu habitualisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit hinterfragt die einseitige kognitive Ausrichtung des Schulunterrichts und sucht nach einer bildungstheoretischen Begründung für Sport, die den Körper als zentrales Element der Weltbegegnung begreift.

I. Leibliche Bildung: Es wird diskutiert, wie der Körper in allgemeine Bildungskonzepte integriert werden kann und warum ästhetische Bildung als eigenständiger, sinnlicher Zugang zur Welt zu verstehen ist.

II. Perspektiven für die schulsportliche Umsetzung: Dieses Kapitel überträgt die Theorie in die Praxis, indem es Bedingungen für ästhetische Erfahrungsprozesse definiert und diese exemplarisch am Beispiel des Gleichgewichts erörtert.

Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse bestätigen den eigenständigen Bildungsauftrag des Sportunterrichts und plädieren für einen Wandel in der Unterrichtsgestaltung hin zu einer stärkeren Fokusierung auf leibliche Reflexionsmomente.

Schlüsselwörter

Leibliche Bildung, Ästhetische Bildung, Sportunterricht, Körper, Bewegung, Bildungstheorie, Sinnliche Reflexion, Erfahrungsprozesse, Gleichgewicht, Differenzerfahrung, Subjektbildung, Schulsport, Didaktik, Körperlichkeit, Sinnlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Rolle des Körpers in schulischen Bildungsprozessen und untersucht, wie der Sportunterricht über seine rein physische Funktion hinaus einen substanziellen Beitrag zur allgemeinen Bildung leisten kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die bildungstheoretische Einordnung des Körpers, das Konzept der ästhetischen Bildung und deren praktische Umsetzung im sportlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die theoretische Begründung einer "leiblichen Bildung" und die Aufarbeitung der Frage, wie ästhetische Erfahrungen im Sportunterricht didaktisch inszeniert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine bildungstheoretische Analyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit sportpädagogischer Fachliteratur und der Synthese bestehender Konzepte zu Leiblichkeit und Erfahrung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen leiblicher und ästhetischer Bildung erarbeitet, gefolgt von einer praktischen Diskussion, wie durch die Inszenierung von Differenzerfahrungen und die Nutzung des Beispiels Gleichgewicht ästhetische Bildungsprozesse angeregt werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Leibliche Bildung, Ästhetische Erfahrung, Sinnliche Reflexion, Differenzerfahrung und Bildungstheorie charakterisieren.

Warum ist das "Gleichgewicht" ein so zentrales Beispiel in der Arbeit?

Das Gleichgewicht wird als fundamentale menschliche Kategorie gewählt, die sowohl eine statische als auch eine dynamische Auseinandersetzung mit Kräften erfordert und somit ideale Ansatzpunkte für ästhetische Reflexionsmomente bietet.

Welche Bedeutung misst der Autor dem „Stolpern“ bei?

Das Stolpern wird als wertvoller Moment der Irritation verstanden, der das gewohnte Bewegungsmuster unterbricht und somit einen Prozess der bewussten oder unbewussten Korrektur und neuen Sinnfindung auslöst.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Leibliche Bildung und Sportunterricht
College
University of Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Course
Bewegung, Sport und Spiel im Zusammenhang mit Erziehung und Bildung
Grade
1
Author
Michael Koehler (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V132014
ISBN (eBook)
9783640378401
ISBN (Book)
9783640378814
Language
German
Tags
Sport Leibliche Bildung Ästhetische Bildung Legitimation von Sport; Bildungstheorie Ralf Laging; Klafki
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Koehler (Author), 2005, Leibliche Bildung und Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132014
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint