Analyse der Rolle des Energie-Contracting für mittelständische Unternehmen


Seminararbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit erläutern

2 (Energie-) Contracting
2.1 Definition „Contracting“
2.2 Arten des Energie-Contracting
2.2.1 Energieliefer-Contracting
2.2.2 Einspar-Contracting
2.2.3 Technisches Anlagenmanagement
2.2.4 Finanzierungs-Contracting

3 Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
3.1 Definition und Bedeutung
3.2 Nutzung des Energie-Contractings durch KMU´s
3.3 Chancen und Risiken für KMUs
3.4 Erfahrungen anhand des Beispiels von SIEMENS-Projekten

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Der drohende Klimawandel und hohe Energiekosten zwingen uns aus der Sicht der Energiewirtschaft zum Umdenken. Täglich wird man im Fernsehen, in Zeitungen und auch in Wirtschaftmagazinen mit der Tatsache konfrontiert, dass die Energiepreise ein Preisniveau erreicht haben, dass es bisher nicht gegeben hat. Bedingt durch die zunehmende Globalisierung und den wirtschaftlichen Aufschwung großer Nationen wie China und Indien ist die Nachfrage nach Energie in den letzten Jahren rasant gewachsen und auch in naher Zukunft ist ein weiterer Anstieg bei den Energiepreisen zu erwarten.[1]

Für mittelständische Unternehmen bedeuten steigende Energiekosten eine zusätzliche Belastung neben ihrem eigentlichen Geschäft und sind stehen daher oftmals im Fokus ihrer Überlegungen, Kosten zu reduzieren, um auch wettbewerbsfähig zu bleiben.

Energie-Contracting ist für viele mittelständische Unternehmen eine Möglichkeit die entstehenden Belastungen durch Energie-Kosten langfristig zu lösen, indem die Bereitstellung der Nutzenergie, deren Aufgaben und Risiko nicht mehr im Verantwortungsbereich des Unternehmen selbst liegt.

Dem deutschen Energie-Contracting-Markt wird in mehreren Marktstudien ein starkes Wachstumspotenzial bescheinigt[2] und eine jährliche Wachstumsrate von ca. 20 % vorausgesagt.

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit erläutern

Zielsetzung dieser Ausfertigung ist es, die verschiedenen Varianten, Funktionen und Aufgaben des Energie-Contracting zu erläutern, um schließlich die Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland daraus abzuleiten und zu analysieren.

Beginnend mit einer begrifflichen Definition und Entwicklung des Begriffs „Energie-Contracting“ in Kapitel 2, werden im Folgenden die einzelnen Contracting-Arten mit ihren Vor- und Nachteilen erläutert, die sich aus dem Betrieb eines solchen Konzepts ergeben.

In Kapitel 3 wird zuerst auf die Definition von KMU´s und Besonderheiten bei kleinen und mittleren Unternehmen eingegangen, danach die Möglichkeiten der Nutzung und Anwendung des Energie-Contractings durch KMU´s erläutert, um letztlich die Chancen und Risiken speziell für kleine und mittlere Unternehmen darzustellen, die sich aus der Nutzung einer dieser Modelle ergeben.

2 (Energie-) Contracting

2.1 Definition „Contracting“

Ausgehend von der englischen Wortherkunft könnte der Begriff „contract“ zunächst jegliche Art von vertraglichen Vereinbarungen bedeuten, da er übersetzt aus dem Englischen nichts anderes bedeutet als „einen Vertrag abschließen“[3].

Der Ursprung des Contracting selbst besitzt schon sehr lange Tradition und basiert auf folgender Idee des schottischen Erfinders James Watt (1736-1819):

„Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für 5 Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter (Energie) für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.

Zu einem wichtigen Bestandteil des Energiesektors wurde der Begriff „Contracting“ erst Ende der 70er Jahre in der amerikanischen Energiewirtschaft[4] als die Regierung ihren Schwerpunkt aufgrund der damaligen Ölpreisanstieg Sparmaßnahmen in der Energieversorgung suchte. Es entstanden Steuervergünstigungen und Subventionen für die Betreibung solcher Contracting-Dienstleistungen.

In Deutschland hat sich dann der Begriff seit Anfang der 80er Jahre für eine spezielle Art von vertraglichen Vereinbarungen, dem heutigen Performance-Contracting, etabliert. Im Energiesektor versteht man darunter Dienstleistungskonzepte zur Realisierung von Effizienzverbesserungen in Energieerzeugungs- und -nutzungsanlagen.

Da es in der Vergangenheit keine einheitliche Definition des Begriffs gab, führte dies immer wieder zu Missverständnissen und Verunsicherung im Zusammenhang mit den Verwendungen des Begriffs „Contracting“.

Um diesen Missstand zu beheben, wurde im November 2003 als Ergebnis einer Projektgruppe speziell für das Thema Contracting die verbindliche Definition DIN 8930-5 (2003) durch das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) verabschiedet.

Diese beinhaltet folgende Formulierung:

„Contracting = zeitlich und räumlich abgegrenzte Übertragung von Aufgaben der Energiebereitstellung und Energielieferung auf einen Dritten, der im eigenen Namen und auf eigene Rechnung handelt.“[5]

Desweiteren werden in der DIN 8930-5 folgende Sachverhalte definiert:

- „Contractor“: ausführende Unternehmen und demnach der Lieferant der Energie -> Anbieter
- „Contracting-Nehmer“: Auftraggeber und meist auch der Empfänger der Contractingleistung -> Nutzer
- Energieliefer-Contracting
- Einspar-Contracting
- Technisches Anlagenmanagement (Betriebsführungs-Contracting)
- Finanzierungs-Contracting

Die in der DIN 8930-5 festgelegten Formen des Contractings werden in den nächsten Kapiteln dieses Assignments ausführlich erläutert, wobei das übergeordnete Ziel, nämlich die Verbesserung der Effizienz, bei allen Modellen gleich.

2.2 Arten des Energie-Contracting

Allen Contracting-Modellen nach der DIN8930-5 ist das übergeordnete Ziel, nämlich die Verbesserung der Effizienz des Energieverbrauchs, gemeinsam.[6]

Folglich bringt der geringere Energiebedarf diverse Einsparungen mit sich, die allesamt durch Energieverbrauch verursacht werden, und trägt schließlich zu einer geringeren Umweltbelastung bei.

In den weiteren Kapiteln werden die unterschiedlichen Contracting-Modelle detailierter vorgestellt und dabei ihre Vor- und Nachteile herausgearbeitet.

Die nachfolgende Graphik soll einen Hinweis darauf geben in wie Fern die verschiedenen Arten in der Praxis zum Tragen kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Contracting-Varianten nach Anzahl der Verträge[7]

2.2.1 Energieliefer-Contracting

Wie schon aus der vorangegangen Graphik zu erkennen, werden mehr als 80% aller Contracting-Verträge auf Basis des Energie-Liefer-Contractings abgeschlossen. Damit ist diese, die in der Praxis am häufigsten genutzte und auch beliebteste Form des Contractings.

Das Energieliefer-Contracting, welches auch als Anlagen-Contracting oder Nutzenergie-Lieferung bezeichnet wird, beschreibt die DIN 8930-5 mit folgender Definition:

„Errichten oder Übernehmen und Betreiben einer Energieerzeugungsanlage zur Nutzenergielieferung durch einen Contractor auf Basis von Langzeitverträgen.“[8]

Der Contracting-Nehmer hat beim Energieliefer-Contracting die Absicht, auf bequeme und wirtschaftliche Art und Weise sofort einsetzbare Nutzenergieformen zu beziehen und gleichzeitig das wirtschaftliche Risiko an den Dritte, den Contractoren, zu übertragen. Dieser installiert und betreibt, verbunden durch langfristige Verträge mit einer Laufzeit von 10-15 Jahren, die Energieerzeugungsanlagen, welche in seinem Besitz ist, auf eigenem Risiko.[9]

[...]


[1] Vgl. http://www.perspektive-mittelstand.de/Energiemarkt-ZEW-prognostiziert-weiter-steigende-Energiepreise-/management-wissen/2058.html (21.12.2008)

[2] Vgl. Energie & Management/Technomar GmbH (2000)

[3] vgl. Brauch & Linkohr (1997), S. 183

[4] vgl. Niebisch (1993), S. 66

[5] Vgl. DIN 8930-5 (2003), S. 2

[6] Vgl. Energy 2.0 Kompendium (2008), S.37

[7] Vgl. http://www.energiecontracting.de, VFW-Mitgliederbefragung (2007)

[8] Vgl. DIN 8930-5 (2003), S.4

[9] Vgl. PECU (2003), S.1

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Analyse der Rolle des Energie-Contracting für mittelständische Unternehmen
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V132025
ISBN (eBook)
9783640419074
ISBN (Buch)
9783640419043
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Rolle, Energie-Contracting, Unternehmen
Arbeit zitieren
Sven Zeh (Autor), 2008, Analyse der Rolle des Energie-Contracting für mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132025

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