Peisistratos erreichte im dritten Anlauf die Alleinherrschaft in Athen im Jahre 546 v.Chr. und herrschte von da an ca. 18 Jahre bis zu seinem Tod als Tyrann.
Auch wenn das Wort "Tyrann" negativ konnotiert ist, da es einen machthungrigen Imperialisten impliziert, der sein Volk unterdrückt und Opposition schonungslos aus dem Weg räumt, so muss man dem Athener doch zugestehen, dass er Athen in dieser Zeit zu einer Vorreiterstellung im antiken Griechenland verhalf. In dieser Arbeit soll also untersucht werden, wie seine Herrschaft genau zu charakterisieren ist. Ist sie tatsächlich "tyrannisch"?
Dazu werden die verschiedenen Merkmale wie Bauprogramme, Umgang mit der Opposition, Kulte, Bauprogramme und dergleichen betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Umgang mit der Opposition
3. Umgang mit der übrigen Bevölkerung
4. Bauprogramm
5. Herrschaft: Finanzierung, Söldner, Verfassungsorgane und Gesetze
6. Kult und Feste
7. Vergleich der Tyrannis mit Solon
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, inwieweit die Herrschaft des Peisistratos in Athen tyrannische Züge aufwies und ob seine Machtausübung als durchweg tyrannisch zu bewerten ist. Dabei wird insbesondere der Vergleich zu Solon gezogen, um die Ambivalenz zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und persönlicher Machterhaltung zu analysieren.
- Charakterisierung der Herrschaft des Peisistratos
- Umgang mit adliger Opposition und der übrigen Bevölkerung
- Analyse des Bauprogramms als Instrument der Macht
- Finanzierung der Herrschaft und Rolle des Militärs
- Vergleich der Typologie des Peisistratos mit Solon
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Von den zahlreichen antiken Themen, die im Seminar behandelt worden sind, soll in dieser Seminararbeit besonders auf Peisistratos eingegangen werden. Dabei wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit die Herrschaft des Tyrannen Peisistratos tatsächlich tyrannische Elemente enthält und ob seine Herrschaft damit als durchweg tyrannisch angesehen werden kann. Ziel ist es, die tyrannischen Elemente seiner Herrschaft herauszuarbeiten und diese auch kurz mit der Herrschaft des Solon zu vergleichen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Herrschaften der beiden Athener sollen dabei herausgefiltert werden.
Im Hauptteil der Arbeit werden die einzelnen Unterpunkte der Herrschaft, wie Religion, Militär, Kulte und Bauprogramm, einzeln betrachtet und analysiert. Von Peisistratos angestoßene Entwicklungen sollen dabei noch teilweise in die Zeit seiner beiden Söhne hinein verfolgt werden, um die Bedeutung des Peisistratos besser beurteilen zu können. Den Großteil der dabei verwendeten Literatur stellt Sekundärliteratur dar. Primärliteratur wird jedoch ebenfalls verwendet. Dabei sind besonders die beiden antiken Autoren Aristoteles und Herodot zu nennen, welche den Großteil der aus dieser Zeit stammenden Primärliteratur geschrieben haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem tyrannischen Charakter der Herrschaft des Peisistratos und benennt die verwendete Quellenbasis.
2. Umgang mit der Opposition: Dieses Kapitel analysiert wie Peisistratos den adligen Widerstand durch Entwaffnung, Geiselnahme und finanzielle Belastung schwächte und seine Macht systematisch festigte.
3. Umgang mit der übrigen Bevölkerung: Hier wird der mildere Kurs des Tyrannen gegenüber Bauern und ärmeren Schichten untersucht, der vor allem auf wirtschaftliche Stabilität und persönliche Bindung abzielte.
4. Bauprogramm: Das Kapitel belegt, wie monumentale Bauten und religiöse Stiftungen als Mittel zur Machtinszenierung und Schaffung von Arbeitsplätzen dienten.
5. Herrschaft: Finanzierung, Söldner, Verfassungsorgane und Gesetze: Diese Sektion beleuchtet die steuerliche Finanzierung, die Rolle des Söldnerheeres als Machtinstrument und den ambivalenten Umgang mit den bestehenden solonischen Verfassungsorganen.
6. Kult und Feste: Es wird dargelegt, wie Peisistratos durch die Einführung und Förderung von Festen und Kulten seine Herrschaft religiös legitimierte und sich populär machte.
7. Vergleich der Tyrannis mit Solon: Dieser Vergleich arbeitet die Unterschiede in der Machterlangung und -ausübung heraus, wobei beide eine Aufwertung Athens erreichten, aber unterschiedliche politische Ziele verfolgten.
8. Fazit: Das Fazit bestätigt den tyrannischen Kern der Herrschaft trotz positiver wirtschaftlicher Impulse und ordnet Peisistratos als wichtige Durchgangsphase zwischen Solon und Kleisthenes ein.
Schlüsselwörter
Peisistratos, Athen, Tyrannis, Solon, Adelsherrschaft, Söldnerheer, Bauprogramm, Politische Legitimierung, Antike, Aristokratie, Bodenertragssteuer, Demenrichter, Machtausübung, Athenische Polis, Wirtschaftsaufschwung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der Herrschaft des Peisistratos in Athen, um zu bewerten, inwieweit diese tatsächlich als tyrannisch einzustufen ist.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt den Umgang mit der Opposition, die Politik gegenüber der bäuerlichen Bevölkerung, das staatliche Bauprogramm sowie die Finanzierung und rechtliche Basis der Herrschaft.
Wie lautet die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Herrschaft des Peisistratos aufgrund ihrer tyrannischen Elemente als durchweg tyrannisch zu bezeichnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, bei der antike Primärquellen wie Herodot und Aristoteles mit moderner Sekundärliteratur zur archaischen Tyrannis abgeglichen werden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Säulen der Machterhaltung wie Militär, Baupolitik, religiöse Kulte sowie das Verhältnis zum Adel und zur übrigen Bevölkerung.
Welche Schlagworte definieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Tyrannis, Peisistratos, Athen, politische Legitimation, Aristokratie und wirtschaftlicher Wandel.
Warum wird Peisistratos trotz seiner tyrannischen Züge oft als erfolgreich betrachtet?
Der Autor zeigt auf, dass Peisistratos durch das Ende der Adelszwistigkeiten und die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums, etwa durch Münzreformen und Bauprogramme, Athen stabilisierte.
Wie unterscheidet sich die Herrschaft des Peisistratos von der des Solon?
Während Solon seine Macht durch die Volksversammlung legitimiert sah, basierte die Herrschaft des Peisistratos primär auf militärischer Gewalt und geschickter politischer Instrumentalisierung, ohne jedoch formale Verfassungsorgane gänzlich zu zerstören.
- Arbeit zitieren
- Jonas Holzbrecher (Autor:in), 2019, Der Charakter der Tyrannisherrschaft des Peisistratos von Athen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320354