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Umfassende Unternehmensbewertung mit der Balanced Scorecard. Eine perspektivische Unternehmensbetrachtung

Title: Umfassende Unternehmensbewertung mit der Balanced Scorecard. Eine perspektivische Unternehmensbetrachtung

Bachelor Thesis , 2012 , 69 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Wiederkehr (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit war es, einen fundierten Bewertungsansatz für Unternehmen zu entwickeln, der auf dem Prinzip der Balanced Scorecard basiert. Hierbei werden im Zuge der Ausarbeitung verschiedene Bewertungsmethoden für Unternehmen - wie Discounted Cash-Flow, Realoptionen, Sustainable Value - näher beleuchtet und auf deren Anwendbarkeit geprüft. Die betrachteten klassischen und auf Nachhaltigkeit beruhenden Methoden werden in einem abschließenden Schritt in ein umfassendes Bewertungsverfahren, die Balanced Evaluation Card, implementiert und an einem beispielhaften Bewertungsprozess vorbeigeführt.

In den letzten 200 Jahren wurde das Wirtschaftsleben von fünf langanhaltenden Strukturzyklen entscheidend geprägt. Mit diesen speziellen Zyklen wird im Kreis der Ökonomen immer der Name Kondratieff verbunden, der diese langfristigen Wirtschaftsschwankungen als Erster eingehend untersuchte (damit wurde der Begriff Kondratieffzyklen geprägt). Nach Kondratieff ist der Beginn eines jeden Zyklus durch neue technologische Errungenschaften (Basisinnovationen) geprägt, die einen langanhaltenden Wohlstandsaufschwung mit sich bringen.

Anhand seiner angestellten Untersuchungen können bis heute fünf verschiedene Zyklen unterschieden werden und Kondratieff konnte vier Anzeichen für einen Übergang in einen neuen Zyklus identifizieren: Erschöpfung des Nutzungspotentials alter Basisinnovationen, hoher Überschuss von Finanzkapital im Vergleich zum Sachkapital, starke Rezessionsphase (Wirtschaftskrise), sozialer und/oder institutioneller Wandel.

Zieht man anhand dieser Anzeichen eine Parallele zu den wirtschaftlichen Ereignissen seit dem Jahr 2007 lassen sich bestehende Übereinstimmungen nicht leugnen. Das Potential zur Produktivitätssteigerung aus den Informationstechnologien ist weitestgehend ausgeschöpft. Das Finanzkapital übersteigt bei weitem das Sachkapital, wodurch Anleger Alternativen suchen – und diese in Finanzderivaten und US-Immobilien gefunden haben. Die daraus resultierende Finanzkrise stürzte die Wirtschaft in eine bis heute anhaltende Rezession.

Weiterhin wird an neuen globalen Strukturen gearbeitet, die als Grundlage für ein nachhaltiges Finanz- und Wirtschaftssystem dienen sollen. Betrachtet man die allgemeinen Wirtschaftstrends, wird deutlich das Themen wie demographischer Wandel und Globalisierung mit einer hohen Intensität verfolgt werden und die Umwelt sowie die Gesundheit immer stärker in den Fokus rücken.

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Inhaltsverzeichnis

1. Neue „Wirtschaftstrends“ erfordern multiperspektivische Sichtweisen

2. Ansätze der Unternehmensbewertung

2.1. Bewertung mit dem Discounted Cash-Flow

2.1.1. Adjusted Present Value-Ansatz

2.1.2. Weighted Average Cost of Capital-Ansatz

2.1.3. Flow to Equity-Ansatz

2.1.4. Ökologische Zukunftserfolgswertermittlung

2.2. Bewertung mittels Realoptionen

2.2.1. Grundlagen des Realoptionsansatzes

2.2.2. Anwendung des Realoptionsansatzes

2.3. Bewertung mit Multiplikatoren (Comparative Company Approach)

2.3.1. Similar-Public-Company-Method

2.3.2. Recent-Acquisitions-Method

2.3.3. Initial-Public-Offering-Method

2.4. Bewertung mit dem Sustainable Value-Ansatz

2.4.1. Grundlagen und Methodik des Sustainable-Value-Ansatzes

2.4.2. Berechnung des Sustainable Value

2.5. Ethisches Rating anhand des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens

3. Konzept der Balanced Scorecard

3.1. Grundlagen der Balanced Scorecard

3.2. Perspektiven der klassischen Balanced Scorecard

3.3. Ursache-Wirkungs-Ketten und Strategy Maps

3.4. Nachhaltigkeit in der Balanced Scorecard

4. Entwicklung einer Balanced Evaluation Card

4.1. Perspektiven der Balanced Evaluation Card

4.2. Wechselwirkungen zwischen den Perspektiven

4.3. Bewertungsprozess unter Anwendung der Balanced Evaluation Card

5. Kritische Würdigung des Konzepts der Balanced Evaluation Card

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Unternehmensbewertungskonzept zu entwickeln, welches über rein finanzielle Aspekte hinausgeht, indem es ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in einem systemischen Rahmen integriert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie etablierte Bewertungsverfahren und Konzepte wie die Balanced Scorecard zu einer "Balanced Evaluation Card" (BEC) kombiniert werden können, um eine ganzheitliche Entscheidungshilfe für Investoren unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zu schaffen.

  • Analyse und Vergleich etablierter Unternehmensbewertungsverfahren (DCF, Realoptionen, Multiplikatoren).
  • Integration ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte in die Bewertung (Sustainable Value-Ansatz, FHL).
  • Struktureller Aufbau eines multiperspektivischen Bewertungsmodells analog zur Balanced Scorecard.
  • Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Bewertungsperspektiven.
  • Kritische Würdigung des Konzepts hinsichtlich Anwendbarkeit und Komplexität in der Praxis.

Auszug aus dem Buch

Die Notwendigkeit einer multiperspektivischen Unternehmensbewertung

Da die Bewertung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ein wichtiger und alltäglicher Bestandteil des Wirtschaftslebens ist – sei es zur Preisfindung bei Transaktionen oder allgemein bei der Beurteilung von Investitionsmöglichkeiten – besteht ein Anreiz durch Wissenschaft und Praxis die bereits definierten Bewertungsmethoden kontinuierliche anzupassen und zu erweitern. Obwohl die stetige Weiterentwicklung der Bewertungsmethoden deren Aktualität garantiert, gibt es keinen Bewertungsansatz, der alle Anforderungen an eine umfassende Bewertung erfüllt. Viele Bewertungsmethoden betrachten nur einen Ausschnitt des Bewertungsobjektes bzw. beleuchten es nur aus einer speziellen Perspektive. Dieser Makel kann möglicherweise durch eine systemische Betrachtung und Kombination einzelner Bewertungsmethoden beseitigt werden.

Bei dem Umstand einer multiperspektivischen Betrachtung bietet sich das Konzept der Balanced Scorecard (BSC) von Kaplan und Norton nicht nur aufgrund seiner hohen Popularität sowie seiner breiten Akzeptanz an, sondern auch aufgrund seiner großen Flexibilität. Neben der Einbettung einzelner Bewertungsmethoden in das Schema der BSC wird als spezieller Schwerpunkt untersucht, inwieweit sich der aktuelle Nachhaltigkeitstrend, d.h. die erfolgreiche Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Belange in das konventionelle Management, in etablierte Bewertungsverfahren einbinden lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Neue „Wirtschaftstrends“ erfordern multiperspektivische Sichtweisen: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit einer umfassenden Bewertungsmethodik durch den technologischen und ökologischen Wandel, der herkömmliche, rein finanzorientierte Ansätze hinterfragt.

2. Ansätze der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel stellt etablierte Verfahren wie DCF, Realoptionen, Multiplikatoren und den Sustainable Value-Ansatz vor und analysiert deren Eignung für eine nachhaltigkeitsorientierte Finanzanalyse.

3. Konzept der Balanced Scorecard: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Balanced Scorecard, ihre Perspektiven und die Bedeutung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen für eine strategische Unternehmenssteuerung dargelegt.

4. Entwicklung einer Balanced Evaluation Card: Das Kernkapitel verbindet die vorgestellten Bewertungsansätze und das Konzept der BSC zu einer umfassenden "Balanced Evaluation Card", wobei die Perspektiven und deren Wechselwirkungen konzeptionell hergeleitet werden.

5. Kritische Würdigung des Konzepts der Balanced Evaluation Card: Das Fazit reflektiert die Komplexität und den Aufwand des entwickelten Modells und bewertet dessen praktische Anwendbarkeit als Orientierungshilfe für Investoren.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Balanced Scorecard, Balanced Evaluation Card, Nachhaltigkeit, Finanzanalyse, Realoptionen, Discounted Cash-Flow, Sustainable Value, Multiplikatorverfahren, Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden, Strategisches Management, Investitionsentscheidung, Ökologische Leistungsfähigkeit, Strategieperspektive, Unternehmensumwelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt ein ganzheitliches, multiperspektivisches Konzept für die Unternehmensbewertung, das über rein finanzielle Kennzahlen hinausgeht und ökologische sowie soziale Faktoren einbezieht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die klassische Unternehmensbewertung (DCF, Multiplikatoren), strategische Planungsansätze (Balanced Scorecard), Konzepte zur Nachhaltigkeitsleistung (Sustainable Value) sowie ethische Bewertungskriterien (FHL).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erschaffung eines "Balanced Evaluation Card"-Konzepts, das als systemischer Rahmen für eine fundierte und nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensbewertung dienen soll.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Entwicklung eines konzeptionellen Modells, ergänzt durch Fallbeispiele (wie BMW) zur Illustration der Berechnungslogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst theoretische Grundlagen der Finanzbewertung und der Balanced Scorecard, um darauf aufbauend eine eigene Systematik für eine "Balanced Evaluation Card" zu entwerfen und deren praktische Anwendbarkeit zu prüfen.

Welche Rolle spielen die Schlüsselwörter beim Verständnis der Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie "Nachhaltigkeit", "Balanced Evaluation Card" und "Unternehmensbewertung" spiegeln den kombinierten Ansatz aus klassischer Finanzlehre und moderner, verantwortungsbewusster Unternehmensführung wider.

Warum ist die "Balanced Evaluation Card" (BEC) eine Alternative zu klassischen Ansätzen?

Die BEC kombiniert die Stärken unterschiedlicher fachspezifischer Bewertungsverfahren unter einem Dach und verhindert so eine einseitige Sichtweise, die durch klassische Modelle wie den reinen DCF-Ansatz entstehen könnte.

Wie wird in der Arbeit mit dem Problem der Nicht-Quantifizierbarkeit umgegangen?

Die BEC nutzt unterschiedliche Perspektiven und Ansätze wie Realoptionen oder Kriterienkataloge, um auch qualitative Aspekte oder strategische Handlungsspielräume für den Investor transparent und entscheidungsrelevant abzubilden.

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Details

Title
Umfassende Unternehmensbewertung mit der Balanced Scorecard. Eine perspektivische Unternehmensbetrachtung
College
University of applied sciences, Munich
Grade
1,7
Author
Florian Wiederkehr (Author)
Publication Year
2012
Pages
69
Catalog Number
V1320374
ISBN (eBook)
9783346801579
ISBN (Book)
9783346801586
Language
German
Tags
Unternehmensbewertung Corporate Evaluation Controlling Balanced Scorecard Discounted Cashflow Realoptionen Multiplikatoren Sustainable Value Ethisches Rating Ursache-Wirkungs-Kette Strategy Map Nachhaltigkeit Balanced Evaluation Card
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Wiederkehr (Author), 2012, Umfassende Unternehmensbewertung mit der Balanced Scorecard. Eine perspektivische Unternehmensbetrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320374
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