Jeder von uns hat schon mal am Unterricht teil genommen, die einen als Schüler, die
anderen danach auch als Lehrer. Als Schüler nimmt man den Ablauf des Unterrichtsgeschehens
ganz anders wahr, im Gegensatz zum Lehrer, der den Unterricht selber
konzipiert und durchführt. Die vorliegende Arbeit stellt die Beschreibung des
Unterrichtsexperiments dar, das man im Rahmen des Schulpraktikums nach der
Studienordnung für das Fach Wirtschaftspädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität
München zu absolvieren hat. Das Thema der Unterrichtsstunde war: “Finanzierungsarten”
und wurde an der Berufsschule für Steuer- und Immobilienwirtschaft gehalten.
In dieser Arbeit wird beschrieben, wie ich mit Hilfe der fachdidaktischen Kenntnisse die
wesentlichen Aspekte des beruflichen Unterrichtsgeschehens theoriegeleitet geplant,
durchgeführt und reflektiert habe. Zusätzlich wird auf den methodischen Aspekt der
Kreativitätsförderung eingegangen.
Die Auswahl meiner didaktisch-methodischen Entscheidungen wird aus zwei Betrachtungsperspektiven
erläutert: einerseits vom Standpunkt des Lehrenden und anderseits von dem
des Lernenden.
Die Arbeit wurde in zwei Themenblöcke geteilt: der erste befasst sich mit dem
Unterrichtsexperiment, der zweite widmet sich ausschließlich dem Thema “Kreativitätsförderung
im berufsbildenden Unterricht “. Das Kapitel 1 des ersten Themenblocks befasst
sich mit der Unterrichtsplanung. In meiner Arbeit halte ich mich an die
“Gliederungsvorschläge” (Vgl. Jank/Meyer, 2002, S. 358 ) von Jank und Meyer und habe als
strukturelle Vorgabe das lerntheoretische Didaktikmodell ausgewählt.
In Kapitel 2 wird der Verlauf des Experiments beschrieben.
Abschießend in Kapitel 3 werden die Ergebnisse ausgewertet und kritisch hinterfragt.
Im zweiten Themenblock, Kapitel 4, wird auf die Problematik des kreativitätsfördernden
Einsatzes in der Berufsschule eingegangen.
Für mich persönlich war es auch wichtig, festzustellen, ob die Atmosphäre in Schule und
Unterricht meinen Neigungen und Interessen entspricht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Fachdidaktisches Planen des Unterrichtsexperiments
1.1 Bedingungsanalyse
1.1.1 Lernvoraussetzungen
1.1.2 Inwiefern ermöglicht mein Plan handlungsorientiertes Lehren und Lernen?
1.2 Didaktische Analyse und Entscheidung
1.2.1 Thema und Inhalt
1.2.2 Intention
1.3 Methoden- und Medienwahl
1.4 Geplanter Unterrichtsverlauf
2. Durchführung der Unterrichtsstunde
3. Evaluation
3.1 Erfolg oder Fiktion ?
3.2 Feedback
4. Kreativitätsförderung im berufsbildenden Unterricht
4.1 Kreativität im Wandel der Lernkulturen
4.2 Dimensionierung der Kreativitätsförderung
4.3 Kreativitätsfördernde Gestaltung des Unterrichts
4.4 Kreativitätstechniken
4.4.1 Brainstorming
4.4.2 Mindmaping
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit dokumentiert ein fachdidaktisches Unterrichtsexperiment an einer Berufsschule für Steuer- und Immobilienwirtschaft. Ziel ist es, unter Anwendung theoretischer didaktischer Modelle eine Unterrichtseinheit zum Thema "Finanzierungsarten" handlungsorientiert zu planen, durchzuführen und kritisch zu reflektieren, wobei zusätzlich der Aspekt der Kreativitätsförderung im berufsbildenden Kontext untersucht wird.
- Planung und Durchführung von handlungsorientiertem Wirtschaftsunterricht.
- Didaktische Analyse und Lernvoraussetzungen in der Berufsschule.
- Theoretische Grundlagen und Praxis der Kreativitätsförderung.
- Einsatz und Reflexion von Kreativitätstechniken wie Brainstorming und Mindmaping.
- Kritische Evaluation des eigenen Lehrerhandelns und der Unterrichtsgestaltung.
Auszug aus dem Buch
1.3 Methoden- und Medienwahl
Die Methodik des Unterrichts hängt immer vom ausgewählten didaktischen Konzept ab. Nach welchen Kriterien erfolgt die Methodenwahl? Eine konstruktive Überlegung: Sicherlich geht es auch um eine möglichst motivierende, geschickte und umfassende Wissensübertragung, aber vielmehr darum, mit der Wahl einer passenden Methode “dem Lernenden eine aktive Position gegenüber dem Unterrichtsinhalt zu ermöglichen” (Arnold/Schlüßler, 1998, S. 164). Einige Vorüberlegungen und Entscheidungen wurden im Abschnitt 1.1.2 behandelt.
Sozialform: Welche Sozialform ist für die Darstellung der Inhalte unter Betracht vorhandener Lernvoraussetzungen optimal? Das Thema an sich ist zum Erwerb sozialer Kompetenz weniger geeignet. Die Antwort lautet: Klassenunterricht (Frontalunterricht und Unterrichtsgespräch), also eine gesunde Mischung zwischen Lehrer- und Schüleraktivitäten. Gründe gegen die Partner bzw. Gruppenarbeit: zeitaufwendig (in 45 Minuten nicht machbar); Ergebnisse der Stunde, sowohl die von den Schülern, als auch meine als Lehrender, sind schlecht messbar. Persönliche Effizienzkriterien stehen im Vordergrund. Albert Gudjons in seiner Arbeit “Frontalunterricht neu entdeckt” äußert sich diesbezüglich meiner Meinung nach sehr treffend: “Narzisstische Bedürftigkeit der Lehrkräfte” (Gudjons, 2003, S.34).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Arbeit, Einbettung in das Fachdidaktik-Studium an der LMU München und Erläuterung der Motivation für das Unterrichtsexperiment.
1. Fachdidaktisches Planen des Unterrichtsexperiments: Analyse der Lernvoraussetzungen der Klasse 12 I sowie theoretische Herleitung der handlungsorientierten Planung auf Basis didaktischer Modelle.
2. Durchführung der Unterrichtsstunde: Protokoll und Schilderung der praktischen Umsetzung des geplanten Unterrichtsversuchs vor Ort an der Berufsschule.
3. Evaluation: Kritische Reflexion der gehaltenen Stunde, Diskussion von Erfolg und Fiktion sowie Einordnung des Feedbacks durch den Kontaktlehrer.
4. Kreativitätsförderung im berufsbildenden Unterricht: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Kreativität in modernen Lernkulturen und Vorstellung praktischer Techniken zur Förderung.
Schlüsselwörter
Fachdidaktik, Wirtschaftspädagogik, Handlungsorientierung, Unterrichtsplanung, Finanzierungsarten, Berufsschule, Kreativitätsförderung, Lernkultur, Brainstorming, Mindmaping, Didaktische Analyse, Lehrerrolle, Evaluation, Unterrichtsexperiment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschreibt ein fachdidaktisches Unterrichtsexperiment im Fach Allgemeine Wirtschaftslehre, das im Rahmen der Schulpraktischen Studien durchgeführt wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die handlungsorientierte Unterrichtsplanung, das Thema "Finanzierungsarten" im berufsbildenden Unterricht sowie die Bedeutung und Methoden der Kreativitätsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretisch fundierte Planung und praktische Durchführung einer Unterrichtsstunde, gefolgt von einer kritischen Reflexion des eigenen Handelns.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt die fachdidaktische Analyse, die Auswertung von Lernvoraussetzungen und eine abschließende reflexive Evaluation des Unterrichtsverlaufs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Planung, die Schilderung der Durchführung, die kritische Evaluation der Stunde sowie eine theoretische Fundierung der Kreativitätsförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Handlungsorientierung, Fachdidaktik, Kreativitätsförderung, Unterrichtsplanung und Berufsbildung.
Warum wurde das Thema "Finanzierungsarten" gewählt?
Die Wahl fiel auf dieses Thema, da es eine hohe Praxisrelevanz für Steuerfachangestellte besitzt und sich gut für eine handlungsorientierte Aufbereitung eignet.
Welche Kreativitätstechniken werden konkret vorgestellt?
Die Arbeit stellt das Brainstorming zur Ideenfindung und das Mindmaping zur Wissensstrukturierung als Instrumente für den Lernprozess vor.
Wie wurde die Zielgruppe (Klasse 12 I) analysiert?
Durch eine Strukturanalyse, die Faktoren wie Schulabschluss, Altersstruktur, Geschlechterverteilung und Staatsangehörigkeit berücksichtigte.
- Quote paper
- Yuliya Grekova (Author), 2005, Unterrichtsstunde: Finanzierungsarten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132039