Was ist "Subjektivierung von Arbeit" und ergeben sich aus den neuen Arbeitsformen auch neue Arbeitschancen? Dieser Frage wird mit besonderem Blick auf die Frau im Arbeitsverhältnis nachgegangen.
Zunächst werden Begriffe wie Subjektivierung, Entgrenzung und Arbeitskraftunternehmer näher definiert und die sich dahinter verborgenen Prozesse erklärt.
Daraus entsteht die Frage, ob sich aus dieser Entwicklung des Arbeitsmarktes neue Möglichkeiten und Chancen besonders für Frauen eröffnen? Oder handelt es sich dabei in Wahrheit um falschen Optimismus und die Chancen der Frauen als Arbeitskraftunternehmer sind möglicherweise eher gering?
Diese Fragen werden aufgegriffen, bearbeitet und schließlich beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Subjektivierung
Der Arbeitskraftunternehmer
Entgrenzung von Arbeit
Positive und negative Aspekte
Die Frau als Arbeitskraftunternehmer
Die Frau und ihre traditionelle Rolle
Arbeitskraftunternehmer – eine Chance?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den theoretischen Prozess der „Subjektivierung von Arbeit“ und die damit verbundene „Entgrenzung“, um zu analysieren, ob diese neuen Arbeitsstrukturen für Frauen neue Chancen am Arbeitsmarkt eröffnen oder sie strukturell benachteiligen.
- Prozess der Subjektivierung von Arbeit
- Konzept des Arbeitskraftunternehmers
- Phänomen der Entgrenzung von Berufs- und Privatleben
- Ambivalenzen der modernen Arbeitswelt
- Geschlechtsspezifische Auswirkungen auf die Karriereplanung
Auszug aus dem Buch
Die Frau als Arbeitskraftunternehmer
Zunächst scheint Subjektivierung, Umstrukturierung und die damit zusammenhängende Flexibilisierung gerade in Hinblick auf die qualifizierten Arbeitschancen von Frauen ein Segen zu sein. Eine selbstorganisierte Arbeit mit flexiblen Arbeitszeiten könnte schließlich bedeuten, Familie und Beruf besser zu koordinieren und die Karrierechancen so verbessern. Flexibilisierung der Arbeit kann nicht nur eine verbesserte Vereinbarkeit von Arbeit und Leben bedeuten, sondern auch die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und die im positiven Sinne gemeinte Aufhebung der strikten Trennung von Familie und Beruf. Das entspricht jedoch nicht ganz der Realität.
Der Idealtypus des Arbeitskraftunternehmers ist erstmal neutral angelegt, also weder auf männliche noch auf weibliche Arbeitnehmer. Der Arbeitskraftunternehmer bewegt sich jedoch in einem entgrenzten Raum von Arbeit und Leben, was zur Folge hat, dass das Leben insgesamt hauptsächlich auf die Arbeit ausgerichtet und strukturiert wird. Für Frauen mit Karriereambitionen bedeutet dies, dass eine entgrenzte Arbeitsstruktur Familie und Kinder eher nicht zulässt.
So wundert es nicht, dass bereits 42% der deutschen Akademikerinnen keine Kinder mehr bekommen, da es scheint, dass sich Frauen entweder für die Karriere oder Familie entscheiden müssen, beides zusammen aber wegen der entgrenzten Struktur fast unmöglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Definition der zentralen Begriffe und Darlegung der Fragestellung bezüglich der Chancen der Subjektivierung für Frauen.
Subjektivierung: Analyse des Wandels vom fordistischen Modell hin zu einer Arbeitsform, die Eigenverantwortung und eine stärkere Identifikation des Individuums mit der Arbeit fordert.
Der Arbeitskraftunternehmer: Beschreibung des neuen Arbeitnehmertyps, der sein Arbeitsvermögen wie ein Unternehmer selbst verwaltet, kontrolliert und rationalisiert.
Entgrenzung von Arbeit: Untersuchung der Auflösung starrer Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben sowie der daraus resultierenden indirekten Steuerung von Arbeitsprozessen.
Positive und negative Aspekte: Beleuchtung der Ambivalenzen wie Selbstbestimmung versus Arbeitsverdichtung und das Risiko psychischer Belastungen.
Die Frau als Arbeitskraftunternehmer: Analyse der theoretisch neutralen, aber praktisch erschwerten Bedingungen für Frauen im entgrenzten Arbeitskontext.
Die Frau und ihre traditionelle Rolle: Erörterung des Fortbestehens tradierter Rollenverteilungen, die eine Vereinbarkeit von Karriere und Familie erschweren.
Arbeitskraftunternehmer – eine Chance?: Zusammenfassende Bewertung der Karrierechancen für Frauen unter Berücksichtigung von Fürsorgeverpflichtungen.
Fazit: Resümee zur Ambivalenz der Prozesse und Feststellung, dass die individuelle Lebensführung stark von den betrieblichen Anforderungen beeinflusst wird.
Schlüsselwörter
Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Entgrenzung, Arbeit, Geschlechterverhältnis, Vereinbarkeit, Flexibilisierung, Selbstverantwortung, Karriere, Lebensführung, Selbstausbeutung, Doppelkarrierepaare, Fürsorgepflicht, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet den Prozess der Subjektivierung von Arbeit und untersucht kritisch, ob die damit einhergehende Entgrenzung neue Karrierechancen für Frauen bietet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind der Arbeitskraftunternehmer, die Entgrenzung von Berufs- und Privatleben sowie die soziale Konstruktion geschlechtsspezifischer Rollenbilder im Arbeitskontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Subjektivierung und Entgrenzung als positive Entwicklung für Frauen zu bewerten sind oder ob sie strukturelle Hürden für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einem analytisch-theoretischen Ansatz unter Rückgriff auf soziologische Fachliteratur zur Arbeitsforschung.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die Merkmale der Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung des modernen Arbeitnehmers sowie die daraus resultierenden Ambivalenzen und sozialen Herausforderungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie „Arbeitskraftunternehmer“, „Entgrenzung“, „Subjektivierung“ und „Vereinbarkeitsmanagement“ geprägt.
Warum stellt die Subjektivierung für Frauen mit Kindern eine besondere Herausforderung dar?
Da entgrenzte Arbeit ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität und ständiger Verfügbarkeit erfordert, kollidiert dies häufig mit den traditionellen Fürsorgepflichten, die in der Praxis oft weiterhin primär von Frauen wahrgenommen werden.
Was bedeutet in diesem Kontext „Selbst-Ökonomisierung“?
Damit ist gemeint, dass der Arbeitnehmer seine eigene Arbeitskraft als Ware betrachtet, die er ständig fortbilden und vermarkten muss, was eine betriebliche Logik in den privaten Lebensbereich trägt.
- Quote paper
- Sara Herzlinger (Author), 2008, Subjektivierung von Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132067