William Penns Hauptwerk „Ohne Kreuz keine Krone“, welches erstmalig 1669 veröffentlicht wurde, ermöglicht einen Einblick in das Leben und die Sichtweisen des Quäkers William Penn.
In seinem Werk kritisiert Penn die Fehlungen der Quäker von Beginn der Christen, bis zu seiner Zeit.
Er beleuchtet diese ausgiebig und erläutert sein Verständnis eines „wahren Christen“ bzw. Quäkers und wie dieser sich zu betragen und zu leben habe, damit dieser dem Glauben gerecht wird. Penn führt mehrere Aspekte auf und untermauert seine Argumentation mithilfe von biblischen Zitaten.
Diese Hausarbeit thematisiert den Aspekt der Maßlosigkeit bzw. Üppigkeit. Zunächst erfolgt eine Vorstellung der Quäker sowie eine kurze bibliografische Darbietung zu William Penn.
Eine genaue Analyse von Penns Auffassung der Maßlosigkeit und Üppigkeit, welche sich unter den Quäkern befände, folgt. Danach wird Penns Sichtweise verglichen mit den heutigen Quäkern und ihren Auffassungen bzw. ihrer Lebens- und Glaubensart.
Sind die Aussagen Penns berechtigt und finden sich seine Aspekte auch in der heutigen Zeit bei den Quäkern? Oder ist dies nicht mehr zeitgemäß und auch zu überspitzt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wer waren die Quäker
2.1 Historischer Kontext
3. Mode des 17. Jahrhunderts
4. Bibliografie William Penn
5. Üppigkeit und Maßlosigkeit
6. Die Üppigkeit in der Kleidung
6.1 Vergleich mit den heutigen Quäkern
7. Prachtkleidung
7.1 Prachtkleidung bei den heutigen Quäkern
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kritische Haltung von William Penn gegenüber Üppigkeit und Prachtkleidung, wie sie in sein Werk „Ohne Kreuz keine Krone“ einfließt, und setzt diese in Bezug zu den heutigen Lebens- und Glaubensauffassungen der Quäker.
- Historische Einordnung der Quäker-Bewegung
- Analyse des Modeverständnisses im 17. Jahrhundert
- Biografische Abriss zu William Penn
- Theologische Begründung von Schlichtheit und Maßlosigkeit
- Gegenüberstellung historischer Quäker-Prinzipien mit zeitgenössischen Identitäten
Auszug aus dem Buch
6. Die Üppigkeit in der Kleidung
Die Kleidung ist laut Penn schon ein Resultat aus den Fehlungen der Menschen durch falsches Verhalten. Begründet sei dies durch Penn insofern, als dass der Sündenfall und die damit einhergehende Verbannung aus dem Paradies die Kleidung notwendig machte. Im Paradies wäre keine Kleidung nötig gewesen, jedoch brachte eben jener Misstritt von Eva und Adam die Kleidung mit sich. Der Mensch sollte sich somit laut Penn nicht mit etwas rühmen, was seinen „Fall“ aufzeigt.
Der Sündenfall wird an diesem Punkt direkt und wörtlich genommen. Penn erkennt, wie oben bereits geschildert, dass es im Paradies zu einer ersten Entartung (wie Penn es im folgenden Kapiteln immer wieder betitelt) des Menschen und dem Bruch der Loyalität zu Jahwe kommt. Kleidung sei in ihrer Zweckmäßigkeit erlaubt (Im Werk wird die Zweckmäßigkeit nicht näher erläutert), jedoch ist der Missbrauch der Kleidung zu tadeln. Wie genau dieser Missbrauch sich äußert wird nicht näher definiert und Penn setzt dieses Wissen voraus. Betrachtet man den historischen Kontext, so lässt sich lediglich ableiten, dass das Schmücken der Kleidung, mit Federn, Bändern oder weiteren Accessoires , welches im 17 Jahrhundert ihren Anklang fand (vgl. Kapitel 3.) darunter fiele.
Die Üppigkeit sei zu verdammen und dies wird mit Lk 12, 13-21 nochmals verdeutlicht. Die Lehren der Schrift seien somit gegen die Üppigkeit und auch belegbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in Penns Hauptwerk, Zielsetzung der Untersuchung der Aspekte Maßlosigkeit und Üppigkeit sowie die Forschungsfrage zum Vergleich mit heutigen Quäkern.
2. Wer waren die Quäker: Darstellung des Ursprungs der religiösen Gesellschaft der Quäker im 17. Jahrhundert und ihre Selbstbezeichnung.
2.1 Historischer Kontext: Einordnung der Entstehungsgeschichte in das England nach dem Bürgerkrieg und das Umfeld des Protestantismus und Puritanismus.
3. Mode des 17. Jahrhunderts: Beschreibung der zeitgenössischen Trachtenmode, einschließlich Kopfbedeckungen, Hosen und der Rolle militärischer Charakteristika in der Kleidung.
4. Bibliografie William Penn: Detaillierter Lebenslauf William Penns, von seiner Herkunft über seine Ausbildung bis zu seinem Wirken in der Quäker-Bewegung.
5. Üppigkeit und Maßlosigkeit: Definition der Begriffe Üppigkeit und Maßlosigkeit und Erläuterung der religiösen Gewichtung dieser Konzepte durch William Penn.
6. Die Üppigkeit in der Kleidung: Analyse von Penns Lehre, die Kleidung als direkte Folge des Sündenfalls und als Zeichen menschlicher Entartung betrachtet.
6.1 Vergleich mit den heutigen Quäkern: Untersuchung der heutigen quäkerischen Einstellung zur Schlichtheit im Kontrast zu Penns radikalerer Auslegung.
7. Prachtkleidung: Untersuchung von Penns Ablehnung aufwändiger Kleidung, die er als „Torheit“ und Skandal im Kontext der Erbschuld interpretiert.
7.1 Prachtkleidung bei den heutigen Quäkern: Betrachtung der aktuellen Praxis, in der der Verzicht auf Statussymbole und Markenkleidung als Ausdruck einer pragmatischen, schlichten Lebensweise dient.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass trotz tiefgreifender gesellschaftlicher Wandlungen innerhalb von 350 Jahren der Kernwert der Schlichtheit als Medium der Glaubenspraxis erhalten geblieben ist.
Schlüsselwörter
Quäker, William Penn, Üppigkeit, Kleidung, Maßlosigkeit, Sündenfall, Schlichtheit, 17. Jahrhundert, protestantische Theologie, Statussymbole, Gesellschaftskritik, Glaubenspraxis, Prachtkleidung, Historischer Kontext, Lebensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis von William Penn hinsichtlich Üppigkeit in der Kleidung und vergleicht diese historischen Ansichten mit der heutigen Haltung der Quäker.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Theologie William Penns, das historische Modebewusstsein des 17. Jahrhunderts und die moderne quäkerische Ethik der Einfachheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Penns strikte Kritik an Üppigkeit in der modernen, säkularisierten oder moderneren religiösen Welt der Quäker noch Bestand hat oder als überholt gilt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine Literaturanalyse des Werkes „Ohne Kreuz keine Krone“ unter Einbeziehung historischer Kontexte und aktueller quäkerischer Schriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure (Penn und die Quäker), die Beschreibung der Mode des 17. Jahrhunderts sowie die Analyse von Penns Kritik an Kleidung und Pracht, gefolgt von einem Vergleich mit heutigen Standards.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Quäkerismus, Üppigkeit, Schlichtheit, William Penn, religiöse Lebensführung und historische Modeanalyse.
Warum bezieht sich Penn bei seiner Kleiderkritik explizit auf den Sündenfall?
Penn sieht im Sündenfall den Ursprung menschlicher Scham und Entartung. Er argumentiert, dass Kleidung lediglich das Produkt der Sünde ist und daher nicht mit Stolz geschmückt werden sollte.
Wie unterscheiden sich Penns Forderungen von der heutigen Praxis der Quäker?
Während Penns Sichtweise sehr strikt, biblisch begründet und fast fanatisch anmutet, sehen heutige Quäker die Schlichtheit als freiwillige Einstellung zum Leben und zum pragmatischen Umgang mit Statussymbolen, ohne dabei jedoch Fehlverhalten sanktionieren zu wollen.
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- Patrick Francovich (Author), 2022, Vergleich der heutigen Quäker bezüglich Üppigkeit und Kleidung in William Penns "Ohne Kreuz keine Krone", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320697