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Vierter Kreuzzug. Die Rolle von Enrico Dandolo

Titel: Vierter Kreuzzug. Die Rolle von Enrico Dandolo

Seminararbeit , 2021 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jonas Holzbrecher (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auch wenn der Begriff "Kreuzzug" modern ist und inzwischen inflationär für viele verschiedene Kriegszüge verwendet wird, so unterscheiden wir dennoch, wenn wir von "den Kreuzzügen" sprechen insgesamt sieben verschiedene.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Vierten von ihnen (1198 von Papst Innozenz III. ausgerufen, ging bis 1204). Genauer wird ein Blick auf die Rolle des venezianischen Dogen Enrico Dandolo und seiner Rolle in diesem geworfen. Weil die Kreuzfahrer aufgrund politischer Spannungen nicht mehr über den Landweg in das "Heilige Land" marschieren konnten, mussten sie den Seeweg nehmen. Daher wurden in Vorbereitung des Kreuzzugs Diplomaten in die oberitalischen Seestädte geschickt, um über Transportmöglichkeiten zu verhandeln. Genau hier kommt Dandolo ins Spiel. Er hatte, weil ihm die Schiffe gehörten, maßgeblichen Einfluss auf das Kreuzzugsgeschehen.
In dieser Arbeit soll daher untersucht werden, inwieweit er dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass der Kreuzzug auf Abwege geriet und sein Ziel nicht einmal annähernd erreichte.
Verfolgte er nur seine eigenen Interessen und geriet der Kreuzzug deshalb auf Abwege oder gibt es dafür andere Gründe?
Was waren die Probleme des Kreuzzugs?
Was war das vorrangige Ziel im Vorfeld und wie verlief der Kreuzzug dann tatsächlich?
All diese Fragen werden in dieser Arbeit geklärt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Kreuzzugs in den Gesamtkontext

3. Ausgangslage

4. Dandolos Einfluss auf den Kreuzzugsverlauf

4.1 Die Eroberung von Zara

4.2 Die Eroberung von Konstantinopel

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des venezianischen Dogen Enrico Dandolo während des Vierten Kreuzzugs, basierend auf den chronikalischen Aufzeichnungen von Augenzeugen. Ziel ist es, seine individuellen Motive, die Einflussnahme auf den Verlauf des Feldzugs und die damit verbundenen machtpolitischen Interessen Venedigs vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse von 1198 bis 1204 kritisch zu beleuchten.

  • Historische Einordnung und Kontextualisierung des Vierten Kreuzzugs
  • Analyse der Quellenlage anhand der Berichte von Villehardouin und Robert de Clari
  • Untersuchung der wirtschaftlichen und machtpolitischen Ambitionen des Dogen Enrico Dandolo
  • Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Thesen zur Ablenkung des Kreuzzugs

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Eroberung von Konstantinopel

Im November 1202 ergab sich die Stadt Zara schon nach kurzer Zeit dem Kreuzfahrerheer. Besonders auf betreiben Dandolos, der mit den Führern der Stadt eine Kapitulation und Übergabe aushandelte. Anschließend teilte man die Stadt, wie bereits am Anfang des Kreuzzugs ausgehandelt, im Verhältnis 50 zu 50 auf. Die eine Hälfte erhielten die Kreuzfahrer, die Andere die Venezianer. Da nun der Winter bevorstand, mussten die Kreuzfahrer zunächst in der Stadt bis zum Frühjahr verweilen. Dandolo hatte an diesem Punkt eines seiner Teilziele erreicht. Er hatte es geschafft den finanziellen Schaden, den er am Anfang des Kreuzzuges hatte, durch die Eroberung des reichen Zaras abzufedern.

Er hatte die Stadt mit ihrer strategischen Bedeutung zurückerobern können, was ihm zusätzliches Ansehen seiner Gefolgsleute eingebracht haben dürfte. Jedoch reichte die Kriegsbeute nur bedingt aus. Sowohl Villehardouin als auch de Clari schreiben, dass die finanzielle Lage des Heeres nur temporär gebessert war. Die Kosten der Überwinterung bis zum Frühjahr schienen die gemachten Gewinne der Kriegsbeute wieder aufzuwiegen. Die finanzielle Not der Kreuzfahrer rückte also wieder in den Vordergrund. Es begab sich nun, dass im Kreuzfahrerquartier in Zara Gesandte des exilierten Alexios IV. ankamen, die den Kreuzfahrern einen Vertrag anboten. Darin versprach man, wenn die Kreuzführer helfen würden Isaak II. Angelos, der der Bruder von Alexios IV. war, wieder als Herrscher von Byzanz einzusetzen, würde man den Kreuzzug reichhaltig unterstützen. Dazu zählten eine Zahlung von 200.000 Mark Silber und eine Unterstützung der Kreuzfahrermission mit 10.000 byzantinischen Soldaten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Zielsetzung der Arbeit, die Forschungsfrage zur Rolle Enrico Dandolos und stellt die verwendete Primärliteratur (Villehardouin und de Clari) vor.

2. Einordnung des Kreuzzugs in den Gesamtkontext: Bietet einen Überblick über die Ursprünge des Kreuzzugs, die Rolle des Papstes und die anfängliche Zielsetzung der Rückeroberung Jerusalems.

3. Ausgangslage: Analysiert die diplomatischen Verhandlungen zwischen den Kreuzfahrern und Venedig, die zum Chartervertrag und den finanziellen Verpflichtungen führten.

4. Dandolos Einfluss auf den Kreuzzugsverlauf: Untersucht die entscheidenden Wendepunkte des Feldzugs – die Eroberungen von Zara und Konstantinopel – und beleuchtet die strategische Lenkung durch den Dogen.

5. Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die verschiedenen Erklärungsmodelle (Intrigentheorie, Zufallstheorie) in Bezug auf Dandolos Handeln.

Schlüsselwörter

Vierter Kreuzzug, Enrico Dandolo, Venedig, Konstantinopel, Zara, Geoffroy de Villehardouin, Robert de Clari, Byzanz, Chartervertrag, Machtpolitik, Mittelmeerhandel, Alexios IV., christliche Befreiungsmission, Historische Quellenanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Das Werk analysiert die Rolle des Dogen Enrico Dandolo während des Vierten Kreuzzugs und prüft, ob dessen Agieren als bewusste Intrige oder Reaktion auf unvorhergesehene Umstände zu bewerten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der diplomatischen Vorbereitung des Feldzugs, den wirtschaftlichen Interessen Venedigs und der militärischen Umleitung des Kreuzzugs gegen christliche Städte.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, wie die Rolle des venezianischen Dogen Enrico Dandolo auf der Grundlage chronikalischer Quellen im Vierten Kreuzzug zu beurteilen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der Augenzeugenberichte von Villehardouin und de Clari, ergänzt durch moderne politikwissenschaftliche und historische Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des Chartervertrags zwischen Venedig und den Kreuzfahrern sowie der detaillierten Untersuchung der Eroberungszüge gegen Zara und Konstantinopel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Venedig, Dandolo, Byzanz, der Vierte Kreuzzug, Machtpolitik und der Vergleich historischer Interpretationsansätze.

Warum war der Angriff auf Zara ein Wendepunkt?

Zara stellte das erste Ziel dar, das im Gegensatz zur ursprünglichen Befreiungsmission gegen Jerusalem stand, und markierte den Beginn des direkten Einflusses der venezianischen Expansionsinteressen auf den Verlauf des Kreuzzugs.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in den zwei Hauptchroniken?

Villehardouin tendiert dazu, den Kreuzzugsverlauf unglücklichen Umständen zuzuschreiben, während de Clari Dandolo stärker als direkten Verantwortlichen und Machtakteur ins Zentrum rückt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vierter Kreuzzug. Die Rolle von Enrico Dandolo
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Geschichte Europas im hohen und späten Mittelalter
Note
2,0
Autor
Jonas Holzbrecher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1320700
ISBN (PDF)
9783346800879
ISBN (Buch)
9783346800886
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vierter Kreuzzug Enrico Dandolo Venedig Kreuzzugsverlauf Christentum Papst Zara Konstantinopel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Holzbrecher (Autor:in), 2021, Vierter Kreuzzug. Die Rolle von Enrico Dandolo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320700
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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