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Geschlechterspezifische Bildungsungerechtigkeiten im Rahmen der Schule. Problematiken eines gendersensiblen Unterrichts

Título: Geschlechterspezifische Bildungsungerechtigkeiten im Rahmen der Schule. Problematiken eines gendersensiblen Unterrichts

Trabajo Escrito , 2021 , 16 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kristin Klassen (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie geschlechtsspezifische Bildungsungerechtigkeiten entstehen und innerhalb der Schule verhindert/ abgebaut werden können.

Als Schnittstelle zwischen staatlich organisierter Gesellschaft und privater Erziehung kommt der Schule eine besondere Verantwortung zu. Schüler*innen verbringen einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend in der Schule und erleben dort Sozialisation. Folglich ist die Schule, eine prägende Sozialisationsinstitution für Kinder und Jugendliche, welche in der Entwicklung von weiblichen und männlichen Geschlechterrollen sowie deren Weitergabe an die nächste Generation eine bedeutende Rolle spielt. Als Teil des Bildungssystems gilt die Schule als ein Ort an dem Voraussetzungen für Chancengleichheit geschaffen werden müssen. Folglich wird vor allem Lehrpersonen die Verantwortung auferlegt, der Bildungsungerechtigkeit entgegenzuwirken.

Es stellen sich daher die Fragen, inwiefern die Schule ihrer Verantwortung gerecht wird, den Abbau von geschlechterspezifischer Bildungsungerechtigkeit zu erwirken, und ob die Schule und Lehrpersonen in diesem Hinblick problematische Werte vermitteln sowie Rollenvorstellungen verstärken, die zu geschlechterspezifischen Ungleichheiten beitragen. Die soziale Wirklichkeit ist zweigeschlechtlich strukturiert, die Unterschiede immer schon in die soziale Welt eingeschrieben und unsere Wahrnehmung darauf ausgerichtet, in jeder Situation Frauen und Männer zu unterscheiden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das soziale Konstrukt von Geschlecht

3. Entstehung geschlechterspezifischer Bildungsungerechtigkeit

4. Gender und Schule

4.1 Gleichberechtigung durch Koedukation

4.2 Umgangsformen in der Koedukation

5. Genderkompetenz der Lehrpersonen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Entstehung geschlechterspezifischer Bildungsungerechtigkeiten innerhalb des schulischen Kontextes und untersucht kritisch die Problematiken beim Versuch einer gendersensiblen Unterrichtsgestaltung. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen in der Schule reproduziert werden und welche Ansätze für eine geschlechtergerechte Pädagogik notwendig sind, um Chancengleichheit zu fördern.

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht und Doing Gender
  • Historische Wurzeln geschlechtsspezifischer Bildungsbenachteiligung
  • Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz und Reproduktionsort von Rollenbildern
  • Problematiken koedukativer Unterrichtsformen und methodische Umgangsweisen
  • Notwendigkeit einer geschlechterreflektierenden Professionalisierung von Lehrpersonen

Auszug aus dem Buch

4.2 Umgangsformen in der Koedukation

Nach Kreienbaum (2008, S. 692) gibt es im Rahmen der Koedukation verschiedene Arten, um mit Geschlechterverhältnissen umzugehen. Eine Umgangsform ist die bewusste Leugnung von geschlechtsspezifischen Unterschieden im Unterricht seitens der Lehrpersonen. Befunde in der Koedukationsforschung zeigen jedoch, dass gerade diese Einstellung „die Möglichkeit ausschließt, die unterschiedlichen Wissensstände miteinander in Austausch zu bringen und gemeinsam zu reflektieren” (vgl. Rendtorff 2015, S.44). Dadurch erhalten stereotypisierte Rollenbilder mehr Relevanz (vgl. Thiessen & Tremel 2015, S. 71).

Als ‚Dramatisierung‘ lässt sich ein weiterer Ansatz in der Koedukation bezeichnen. Hierbei erkennen Lehrpersonen die „Benachteiligungen von Mädchen (oder Jungen) und sprechen sich für eine entsprechend notwendige Bevorzugung aus“ (Kreienbaum 2008, S.692). Lehrpersonen bemühen sich heute den Schüler*innen vielfältige Möglichkeiten zu eröffnen, ohne dabei eigene Vorurteile und Vorerwartungen einzubringen. Der Versuch, Mädchen* und Jungen*, da abzuholen ,wo sie stehen‘, indem Lehrmaterialien für Mädchen* und Jungen* angepasst werden, bewirkt jedoch, dass sie dem gegengeschlechtlichen Kind Interessengebiete und Zugänge versperren (vgl. Rendtorff 2015, S.42). Mit der Verteilung stereotypisierter Arbeitsblätter wird beispielsweise deutlich, dass Lehrpersonen dazu neigen, kollektive Interessen zu vertreten. Dies führt dazu, dass angepasste Materialen beim gegengeschlechtlichen Kind erst recht als unpassend assoziiert werden (vgl. ebd., S.43). Dramatisierungen können unterschiedliche Motive haben. Sie können beispielsweise aus einem Alltagsverständnis erwachen, welches sich nicht mit Gender auseinandersetzt, oder aus einer geschlechterbetonenden Pädagogik stammen, die von einer natürlichen Differenz ausgeht. Sie können jedoch auch aus der paradoxen Absicht einer geschlechtersensiblen Pädagogik entstehen (vgl. Wedl & Bartsch 2015, S. 17f.). Durch die von Lehrpersonen gut gemeinte methodische Dramatisierung, beispielsweise in Form von Gruppeneinteilung nach Geschlechtern oder die Anpassung von Lehrmaterialien, besteht jedoch die Möglichkeit, dass geschlechtsunabhängige Ähnlichkeiten der Schüler*innen verdeckt werden und Geschlechterunterschiede entstehen beziehungsweise verfestigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Schule als zentrale Sozialisationsinstanz und benennt die Forschungsfrage nach den Ursachen und Abbaumöglichkeiten geschlechtsspezifischer Bildungsungerechtigkeiten.

2. Das soziale Konstrukt von Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Gender als soziale Konstruktion, inklusive der Konzepte „Doing Gender“ und der Bedeutung zweigeschlechtlicher Weltsicht.

3. Entstehung geschlechterspezifischer Bildungsungerechtigkeit: Hier wird der historische Hintergrund beleuchtet, insbesondere wie kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen seit der Antike zur Trennung von Geist und Körper sowie zur Verfestigung geschlechtsspezifischer Erziehung führten.

4. Gender und Schule: Das Kapitel analysiert die Rolle von Schule bei der Geschlechtsidentitätsbildung und diskutiert Aspekte der Koedukation sowie die Problematiken verschiedener Umgangsformen mit Genderthemen im Unterricht.

4.1 Gleichberechtigung durch Koedukation: Dieser Unterpunkt untersucht die historische Einführung der Koedukation und deren ambivalente Auswirkungen auf das Lerninteresse und die Leistung von Schüler*innen.

4.2 Umgangsformen in der Koedukation: Hier stehen die methodischen Ansätze der Lehrpersonen – von bewusster Leugnung bis hin zur „Dramatisierung“ – und deren oft kontraproduktive Folgen für die Geschlechterstereotype im Fokus.

5. Genderkompetenz der Lehrpersonen: Dieses Kapitel betont die Notwendigkeit einer geschlechterreflektierenden Haltung der Lehrkräfte, um Sozialisationseinflüsse kritisch zu hinterfragen und echte Chancengleichheit zu fördern.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass stereotype Rollenbilder durch ignorierte Ungleichheiten verfestigt werden und fordert eine aktive Auseinandersetzung mit Gender im Schulalltag.

Schlüsselwörter

Geschlecht, Gender, Schule, Bildung, Bildungsungerechtigkeit, Koedukation, Doing Gender, Sozialisation, Geschlechterrollen, Genderkompetenz, Chancengleichheit, Stereotype, Unterrichtsformen, Pädagogik, Schülerinnen und Schüler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie geschlechtsspezifische Ungleichheiten innerhalb der Schule entstehen, wie sie durch Unterrichtsstrukturen reproduziert werden und wie Lehrpersonen zu einem geschlechtergerechten Unterricht beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die soziale Konstruktion von Geschlecht, die historische Entstehung von Bildungsungleichheiten, die Analyse der Koedukation sowie die Bedeutung der Genderkompetenz für Lehrkräfte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, wie geschlechtsspezifische Bildungsungerechtigkeiten entstehen und wie diese innerhalb der Schule aktiv verhindert oder abgebaut werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf vorhandener Fachliteratur, empirischen Studien und bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen zur Geschlechterforschung im schulischen Kontext basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Gender-Begriffs, historische Ursachen von Ungleichheiten, eine kritische Analyse der Koedukation sowie die Notwendigkeit reflexiver Pädagogik und Genderkompetenz bei Lehrpersonen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gender, Schule, Bildungsungerechtigkeit, Doing Gender, Geschlechterrollen, Koedukation und Genderkompetenz.

Was bedeutet der Begriff „Dramatisierung“ im Kontext der Koedukation?

Dramatisierung beschreibt einen pädagogischen Ansatz, bei dem Lehrpersonen bewusst auf geschlechtsspezifische Unterschiede reagieren, um z.B. vermeintlich benachteiligte Gruppen zu fördern, wobei dies jedoch oft ungewollt Stereotype weiter verfestigen kann.

Warum spielt die Genderkompetenz von Lehrpersonen eine so entscheidende Rolle?

Ohne eigene Reflexionsfähigkeit bezüglich gesellschaftlicher Geschlechterstrukturen laufen Lehrpersonen Gefahr, durch unbewusste Erwartungen („Pygmalion-Effekt“) oder stereotypisierende Lehrmethoden bestehende Ungleichheiten im Unterricht zu zementieren, statt sie aufzubrechen.

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Detalles

Título
Geschlechterspezifische Bildungsungerechtigkeiten im Rahmen der Schule. Problematiken eines gendersensiblen Unterrichts
Universidad
University of Hannover
Calificación
1,0
Autor
Kristin Klassen (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
16
No. de catálogo
V1320857
ISBN (PDF)
9783346803887
ISBN (Libro)
9783346803894
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gender Geschlecht Bildung Gerechtigkeit Doing Gender Schule Pädagogik Lehrkräfte Konstrukt Soziales Konstrukt Undoing gender Bildungsgerechtigkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kristin Klassen (Autor), 2021, Geschlechterspezifische Bildungsungerechtigkeiten im Rahmen der Schule. Problematiken eines gendersensiblen Unterrichts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320857
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