Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Die Figur des Raben im "Münchner Oswald" im Vergleich mit den Darstellungen des Raben im christlichen und heidnischen Glauben

Title: Die Figur des Raben im "Münchner Oswald" im Vergleich mit den Darstellungen des Raben im christlichen und heidnischen Glauben

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janina Vogelgesang (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll Darstellungen von Raben aus christlicher und heidnischer Sicht präsentieren sowie deren möglichen Einfluss auf spätere Literatur aufzeigen.

Im Vergleich dazu erfolgt eine Analyse des Raben im "Münchner Oswald", bei der Gemeinsamkeiten und Unterscheide zu den vorherigen Darstellungen herausgearbeitet werden sollen. Besonders die Darstellungen aus christlicher Sicht untermauern zunächst die eher düstere Zeichnung des Raben und liefern zugleich eine Gegenfigur in Form der Taube, auf die kurz eingegangen werden soll. Der Rabe im heidnischen Glauben erfüllt ähnliche Funktionen als Botenvogel wie im christlichen Glauben und im "Münchner Oswald". Auch hier sollen Gemeinsamkeiten sowie Unterscheide herausgestellt werden. Typisches Verhalten und Gestalt des Raben stützen das bisher erarbeitete Bild aus Christen- und Heidentum und liefern weitere Belege für Auswirkungen der verschiedenen Darstellungen auf die Literatur.

Schließlich erfolgt eine Betrachtung einer ungewöhnlichen Darstellung der Figur des Raben, die bei verschiedenen Rezipienten des Öfteren für eine gewisse Verwirrung gesorgt hat: die des Raben als komischem Element in der christlichen Legendenerzählung des "Münchner Oswald". Der sprechende Rabe König Oswalds tritt hier als Botenvogel und Brautwerber auf, fungiert als Bindeglied zwischen Oswald und Gott und nimmt eine zentrale Rolle ein. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit lautet demnach wie folgt: Wie ist die Figur des Raben im Münchner Oswald im Vergleich zu vorherigen Darstellungen (komisch) umgesetzt? Im Zuge der Beantwortung dieser Fragestellung sollen Mittel zur Komikerzeugung des 15. Jahrhunderts genannt werden und die Figur des Raben in den Kontext dieser gesetzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Rabe in verschiedenen Fassungen der Bibel

2. Der Rabe im heidnischen Glauben

3. Typisches Verhalten und Gestalt des Raben

4. Die (komische) Funktion des Raben im Münchner Oswald

4.1 Chronologische Beschreibung des Oswald’schen Raben im Werk selbst

4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu christlichem und heidnischem Bild

4.3. Der Rabe als komisches Element

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ambivalente Figur des Raben und analysiert, wie sie im Münchner Oswald von ihrer traditionell düsteren bis hin zu einer unerwartet komischen Darstellung transformiert wird, um das Motiv der Komik im Kontext mittelalterlicher Literatur zu ergründen.

  • Historische und literarische Betrachtung des Raben in christlicher und heidnischer Tradition
  • Analyse der spezifischen Rolle des sprechenden Raben als Botenvogel und Vermittler im Münchner Oswald
  • Untersuchung der Komik durch Kontrastierung und das Motiv der Gefräßigkeit
  • Einordnung des Raben im Kontext der mittelalterlichen Lachkultur und Fastnachtsspiele

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Rabe als komisches Element

Nicht nur wird der Rabe im Münchner Oswald positiv dargestellt, er ist Übermittler von Komik und tritt in gewissem Maße als Narr auf, der die christliche Erbauungsliteratur, zu der man den Münchner Oswald zählen kann, in gewissem Sinne auflockert. Die Stellen, in denen der Rabe für diese gewisse Komik sorgt, machen den Text zu leichterer Lektüre, sind allerdings auch für die Forschung schwer zu greifen, da die Figur des Raben dort doch sehr stark vom bisherigen Rezeptionsschema abweicht. Hierzu erfolgt ein kurzer Exkurs in die Zeit der Komikerzeugung im 15. Jahrhundert.

Im ausgehenden Mittelalter des 15. Jahrhunderts dominierte besonders ein bestimmter Typ des weltlichen Spiels, der einfach zu erzeugen und aufzuführen war: der des Fastnachtsspiels. Beim Fastnachtsspiel handelt es sich um eine Gattung, die während des 15. und 16. Jahrhunderts entstand und zur damaligen Zeit ein neues Medium städtischer Festkultur verkörperte. In Versform verfasste Stücke in zum Teil sehr unterschiedlichen Maßen (die Spanne reicht von kurzen Texten à 200 Versen zu großen Texten mit einem Umfang bis zu 4000 Versen) wurden zur Fastnachtszeit von einem Publikum dargeboten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Rabe in verschiedenen Fassungen der Bibel: Dieses Kapitel erläutert die christliche Deutung des Raben als unreines, aasfressendes Tier, welches für Treulosigkeit und Sünde steht.

2. Der Rabe im heidnischen Glauben: Die Analyse zeigt, dass der Rabe im Heidentum oft als weises Attribut von Göttern wie Odin oder Apollon positiv besetzt und als eng mit dem Selbst des Menschen verbunden auftritt.

3. Typisches Verhalten und Gestalt des Raben: Hier werden gängige Zuschreibungen wie das Augenaushacken und die Rolle als Omen-Vogel unter Rückgriff auf diverse literarische Quellen und den Volksglauben beleuchtet.

4. Die (komische) Funktion des Raben im Münchner Oswald: Das Hauptkapitel untersucht die einzigartige Rolle des Raben als sprechender Helfer, der Oswalds Mission unterstützt, aber durch seine Gefräßigkeit und Arroganz komische Züge annimmt.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Rabe im Münchner Oswald eine karnevaleske Figur darstellt, die durch ihr komisches Auftreten einen bewussten Tabubruch vollzieht und damit den Ernst des Textes bricht.

Schlüsselwörter

Münchner Oswald, Rabe, Mittelalter, christlicher Glaube, heidnischer Glaube, Komik, Fastnachtsspiel, Aasfresser, Literaturwissenschaft, Botenvogel, Brautwerbung, Symbolik, komisches Element, Lachkultur, Kontrastbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Figur des Raben im Werk Münchner Oswald und analysiert deren ungewöhnliche Gestaltung im Vergleich zu traditionellen christlichen und heidnischen Darstellungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die mittelalterliche Symbolgeschichte des Raben, die literarische Analyse des Münchner Oswald sowie die Erforschung von Komik und karnevalesken Elementen im späten Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Funktion und die komische Umsetzung des Raben im Münchner Oswald zu ergründen und theoretisch einzuordnen, warum die Figur von herkömmlichen Raben-Darstellungen abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historisch-vergleichende Perspektiven mit literaturtheoretischen Ansätzen zur Komikerzeugung kombiniert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Fokus stehen die Rekonstruktion der traditionellen Raben-Bildlichkeit, die detaillierte Beschreibung des Raben im Oswald-Text sowie der komiktheoretische Diskurs über das Rollenverhalten der Figur.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Münchner Oswald, Komik, karnevaleske Figur, Symbolgeschichte und mittelalterliche Lachkultur definiert.

Wie unterscheidet sich der Rabe im Oswald-Werk von seinem biblischen Gegenstück?

Während der biblische Rabe oft als treuloser Aasfresser gezeichnet wird, tritt der Rabe bei Oswald als hilfreicher, sprechender und durchaus auch humorvoller Verbündeter auf, der aktiv in das Geschehen eingreift.

Warum wird der Rabe im Oswald-Werk als "komische Figur" bezeichnet?

Die Komik resultiert primär aus der Diskrepanz zwischen seiner erhabenen Rolle als Botenvogel zwischen Gott und König und seiner menschlichen Schwäche, wie etwa einer ausgeprägten Gefräßigkeit und Arroganz.

Inwiefern spielt das Fastnachtsspiel für die Argumentation eine Rolle?

Das Fastnachtsspiel dient als historischer Vergleichsrahmen, da der Rabe im Oswald-Text komische Züge aufweist, die stark an die zeitgenössischen Narrenfiguren in der Fastnachts-Tradition erinnern.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Die Figur des Raben im "Münchner Oswald" im Vergleich mit den Darstellungen des Raben im christlichen und heidnischen Glauben
College
Saarland University
Grade
1,3
Author
Janina Vogelgesang (Author)
Publication Year
2022
Pages
23
Catalog Number
V1320870
ISBN (PDF)
9783346800725
ISBN (Book)
9783346800732
Language
German
Tags
figur raben münchner oswald vergleich darstellungen glauben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Vogelgesang (Author), 2022, Die Figur des Raben im "Münchner Oswald" im Vergleich mit den Darstellungen des Raben im christlichen und heidnischen Glauben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320870
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint