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Wie kommunizieren Menschen im Alltag? Die Gricesche Konversationstheorie und das Relevanzprinzip nach Sperber/Wilson

Titel: Wie kommunizieren Menschen im Alltag? Die Gricesche Konversationstheorie und das Relevanzprinzip nach Sperber/Wilson

Hausarbeit , 2022 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Rabea Hotaki (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie läuft die Kommunikation zwischen Menschen ab? Dazu gibt es einmal die Theorie nach Grice und das Relevanzprinzip nach Sperber/Wilson. Die Arbeit stellt beide Theorien vor und zeigt, wo ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen und worin die Debatte zwischen diesen beiden Theorien besteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kooperationsprinzip nach Grice

2.1 Die Konversationsmaximen

2.2 Implikaturen

2.3 Kritik an Grice

3. Das Relevanzprinzip nach Sperber & Wilson

4. Kritische Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische Debatte zwischen der klassischen Konversationstheorie von Paul Grice und der Relevanztheorie von Sperber/Wilson. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem normativen Kooperationsprinzip von Grice und dem kognitiven, auf Relevanz basierenden Ansatz von Sperber/Wilson herauszuarbeiten und ihre jeweilige Rolle in der pragmatischen Sprachwissenschaft kritisch zu vergleichen.

  • Grundlagen der Konversationsmaximen und implikative Schlüsse nach Grice
  • Die Weiterentwicklung der Kommunikationstheorie durch das Relevanzprinzip
  • Gegenüberstellung von normativen Regeln vs. kognitiven Prozessmodellen
  • Kritische Analyse der Arbeitsteilung zwischen Semantik und Pragmatik
  • Diskussion über die Relevanz des sozialen Kontexts in der Kommunikation

Auszug aus dem Buch

Die Konversationsmaximen

Das Kooperationsprinzip hat Grice ergänzt, indem er vier Konversationsmaximen aufgestellt und dem Prinzip untergeordnet hat. Da wären zunächst einmal die Maximen der Quantität, die sich auf die Menge der zu gebenden Informationen beziehen:

1. „Mache deinen Beitrag so informativ wie (für die gegebenen Gesprächszwecke) nötig.“ (Grice 2019: 288)

2. „Mache deinen Beitrag nicht informativer als nötig.“ (ebd.)

Die Maximen fordern, dass man in seinen Gesprächsbeiträgen das richtige Maß an Informationen liefert und weder zu wenige Informationen, noch einen Überschuss an Informationen gibt. Welches Maß an Information in einer Gesprächssituation erforderlich ist, lässt sich nicht eindeutig sagen, da die Gesprächspartner unterschiedliche Ansichten darüber haben können (vgl. Meibauer et al. 2015: 219f.).

Die Maxime der Qualität lautet: „Versuche deinen Beitrag so zu machen, daß er wahr ist.“ (Grice 2019: 288) Dieser Obermaxime gehören zwei weitere Untermaximen an:

1. „Sage nichts, was du für falsch hälst.“ (ebd.)

2. „Sage nichts, wofür dir angemessene Gründe fehlen.“ (ebd.)

Diese Maximen beziehen sich dementsprechend auf den Wahrheitsgehalt der Gesprächsbeiträge. Eine Lüge wäre eine eindeutige Verletzung der Obermaxime und der ersten Untermaxime. Tätigt man eine Aussage, über dessen Wahrhaftigkeit man sich nicht sicher ist, werden die Obermaxime und die zweite Untermaxime verletzt. Beschreibt man also einer Person beispielsweise den Weg zu einem bestimmten Ort, über den man sich unsicher ist und setzt den Gesprächspartner über die Ungewissheit bezüglich der Beschreibung nicht in Kenntnis, dann liegt eine eindeutige Verletzung der Maximen vor (vgl. Meibauer et al. 2015: 219).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Kommunikation funktioniert und wie Sprecherintentionen durch den Hörer erschlossen werden, ausgehend von der Differenz zwischen Gesagtem und Gemeintem.

2. Das Kooperationsprinzip nach Grice: Dieses Kapitel erläutert Grices Modell, das auf einem normativen Kooperationsprinzip und vier Konversationsmaximen basiert, um konversationelle Implikaturen zu erklären.

2.1 Die Konversationsmaximen: Hier werden die einzelnen Maximen der Quantität, Qualität, Relevanz und Modalität im Detail vorgestellt und durch ihre untergeordneten Grundsätze definiert.

2.2 Implikaturen: Es erfolgt die Unterscheidung zwischen konventionellen und konversationellen Implikaturen sowie die Erläuterung der Merkmale Annullierbarkeit und Nichtabtrennbarkeit.

2.3 Kritik an Grice: In diesem Abschnitt werden theoretische Mängel an Grices Modell diskutiert, wie die Unschärfe der Maximen und die Vernachlässigung der expliziten Kommunikationsebene.

3. Das Relevanzprinzip nach Sperber & Wilson: Dieses Kapitel stellt die Relevanztheorie vor, die einen kognitiven Erklärungsansatz bietet und das Kooperationsprinzip durch ein kognitives Prinzip der Relevanz ersetzt.

4. Kritische Diskussion: Die beiden Theorien werden einander gegenübergestellt, wobei insbesondere der Unterschied zwischen normativer Gesprächsführung und kognitiver Informationsverarbeitung hervorgehoben wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz beider Modelle für die moderne Sprachwissenschaft zusammen und betont, dass Grice den Anhaltspunkt für spätere Theorien bildete.

Schlüsselwörter

Pragmatik, Semantik, Gricesche Konversationstheorie, Kooperationsprinzip, Konversationsmaximen, Implikaturen, Relevanztheorie, Sperber und Wilson, Kommunikation, Sprecherbedeutung, Äußerungsbedeutung, kognitive Linguistik, Informationsverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Auseinandersetzung zwischen dem klassischen pragmatischen Modell von Paul Grice und der kognitionswissenschaftlich geprägten Relevanztheorie von Dan Sperber und Deirdre Wilson.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die pragmatische Sprachwissenschaft, die Unterscheidung zwischen semantischer und pragmatischer Bedeutung sowie die kognitiven Prozesse, die beim Verstehen sprachlicher Äußerungen ablaufen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Gegenüberstellung der beiden Theorien, um zu klären, wie diese die menschliche Kommunikation erklären und inwiefern sie sich in ihrer Zielsetzung und Methodik unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und dem kategorialen Vergleich linguistischer Konzepte sowie der wissenschaftlichen Debatte darüber basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Behandelt werden Grices Theorie der Implikaturen, die Kritik an seinem Modell, die Einführung der Relevanztheorie und ein kritischer Vergleich beider Ansätze bezüglich ihrer normativen bzw. deskriptiven Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Pragmatik, Implikatur, Kooperationsprinzip, Relevanztheorie und Kommunikation.

Warum kritisieren Sperber und Wilson Grices Ansatz?

Sie kritisieren, dass Grices Modell Kommunikation zu arm erklärt und sich zu sehr auf die implizite Seite der Äußerungen konzentriert, während die explizite Ebene vernachlässigt wird.

Ist das Relevanzprinzip ein direkter Ersatz für das Kooperationsprinzip?

In der Arbeit wird argumentiert, dass das Relevanzprinzip zwar als Alternative fungiert, aber auf einer anderen Verfahrensebene operiert, da es ein kognitives Modell statt eines normativen Regelwerks darstellt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie kommunizieren Menschen im Alltag? Die Gricesche Konversationstheorie und das Relevanzprinzip nach Sperber/Wilson
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Rabea Hotaki (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1320887
ISBN (PDF)
9783346802767
ISBN (Buch)
9783346802774
Sprache
Deutsch
Schlagworte
menschen alltag gricesche konversationstheorie relevanzprinzip sperber/wilson
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rabea Hotaki (Autor:in), 2022, Wie kommunizieren Menschen im Alltag? Die Gricesche Konversationstheorie und das Relevanzprinzip nach Sperber/Wilson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320887
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Leseprobe aus  16  Seiten
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