Diese Hausarbeit widmet sich der Frage, wie die zeitgenössischen Darstellungen des sogenannten "Geiselmordes" im Luitpoldgymnasium (München 1919) von offiziellen Stellen und in der Presse stattfand und inwiefern diese dem tatsächlichen Geschehen entsprachen. Außerdem ist es von geschichtswissenschaftlicher Relevanz, zu untersuchen, ob die öffentliche Darstellung dieses Verbrechens, vor allem im Zusammenhang mit dem Erstarken konservativ-nationalistischer und rechtsradikaler Gruppierungen und Politik in Bayern zwischen Mai 1919 und März 1920, gezielt instrumentalisiert wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erstarken konservativer bis rechtsextremer Kräfte in Bayern 1918-1920
- Das tatsächliche Geschehen im Luitpoldgymnasium und politischer Terror
- Quellen-Auswertung der zeitgenössischen Darstellung des „Geiselmordes“
- Darstellungen übersteigerter Grausamkeit
- Geiseltopos und Unschuldsinszenierung der Opfer
- Verantwortlichkeit des Rätestaates und der politischen Ideologie
- Tätercharakterisierung: Monster, Psychopathen, Juden und Ausländer
- Gesamtschau des zeitgenössischen Narratives
- Bedeutung und Einfluss des zeitgenössischen öff. Narratives des „Geiselmordes“
- Fazit
- Bibliographie
- Quellenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die zeitgenössische Darstellung des sogenannten „Geiselmordes" am Luitpoldgymnasium in München 1919. Sie beleuchtet, wie die öffentlichen Stellen und die Presse dieses Ereignis schilderten, inwiefern diese Darstellungen dem tatsächlichen Geschehen entsprachen, und ob die Darstellung im Kontext des Erstarkens konservativ-nationalistischer und rechtsradikaler Gruppierungen in Bayern zwischen Mai 1919 und März 1920 gezielt instrumentalisiert wurde.
- Analyse der zeitgenössischen Darstellung des „Geiselmordes“ in offiziellen Stellen und der Presse.
- Bewertung der Übereinstimmung der Darstellung mit dem tatsächlichen Geschehen.
- Untersuchung der politischen Instrumentalisierung der Darstellung im Kontext des Erstarkens rechtsgerichteter Gruppierungen.
- Erarbeitung des Einflusses der Darstellung auf die öffentliche Meinung und politische Entwicklungen in Bayern.
- Einordnung des „Geiselmordes" in den größeren Kontext der politischen und sozialen Verhältnisse im Bayern der frühen Weimarer Republik.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Hausarbeit beginnt mit einer Einleitung, die den historischen Hintergrund des „Geiselmordes" und die Relevanz des Themas für die Zeitgeschichte skizziert. Anschließend wird die politische Entwicklung in Bayern nach dem Ersten Weltkrieg mit Fokus auf das Erstarken konservativer und rechtsradikaler Kräfte dargestellt. Daraufhin wird das eigentliche Geschehen im Luitpoldgymnasium und die Hinrichtung der zehn Gefangenen rekonstruiert. Die folgenden Abschnitte analysieren die zeitgenössische Darstellung des „Geiselmordes" in verschiedenen Quellen, wie offiziellen Berichten, Zeitungsartikeln und Propaganda-Materialien. Dabei werden die unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen untersucht und die Frage der Instrumentalisierung für politische Zwecke beleuchtet. Abschließend fasst das Fazit die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und zieht Schlussfolgerungen über die Bedeutung des „Geiselmordes" für die Entwicklung der frühen Weimarer Republik in Bayern.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen „Geiselmord", „Luitpoldgymnasium", „Münchner Räterepublik", „rechtsradikale Kräfte", „konservative Politik", „öffentliche Darstellung", „Propaganda", „Instrumentalisierung", „bayrische Geschichte", „frühe Weimarer Republik", „politischer Terror".
Häufig gestellte Fragen
Was war der sogenannte „Geiselmord“ von 1919?
Es handelt sich um die Hinrichtung von zehn Gefangenen (darunter Mitglieder der Thule-Gesellschaft) durch Angehörige der Münchner Räterepublik im Luitpoldgymnasium während der Kämpfe im Mai 1919.
Wie wurde dieses Ereignis medial instrumentalisiert?
Rechte und konservative Kräfte nutzten Berichte über übersteigerte Grausamkeit und den „Geiseltopos“, um den Rätestaat zu diskreditieren und antisemitische sowie nationalistische Narrative zu stärken.
Wer wurde als Täter dargestellt?
Die zeitgenössische Propaganda charakterisierte die Täter oft als „Monster“, „Psychopathen“ oder hob deren jüdische oder ausländische Herkunft hervor, um politische Feindbilder zu schüren.
Entsprach die öffentliche Darstellung dem tatsächlichen Geschehen?
Die Untersuchung zeigt, dass viele Darstellungen bewusst übertrieben oder verfälscht wurden, um als Rechtfertigung für den „weißen Terror“ der Gegenrevolution zu dienen.
Welche langfristige Bedeutung hatte das Ereignis für Bayern?
Der „Geiselmord“ trug maßgeblich zum Erstarken rechtsradikaler Gruppierungen bei und machte Bayern in der frühen Weimarer Republik zur „Ordnungszelle“ des Reiches.
- Arbeit zitieren
- Pascal Johannes Harter (Autor:in), 2022, Der "Geiselmord" im Luitpoldgymnasium München 1919, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320925