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Inszenierung von Wien. Eine Stadt als Bühne

Titel: Inszenierung von Wien. Eine Stadt als Bühne

Seminararbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Richard Harksen (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hauptgegenstand dieser Seminararbeit ist die Inszenierung der österreichischen Hauptstadt. Was ist eine Inszenierung? Welche Kategorien der Inszenierung gibt es? Wie inszeniert sich Wien? Wie äußert sich die Inszenierung Wiens konkret in Beispielen? Welche Vorteile und welche Nachteile ergeben sich aus der Wiener Inszenierung?

Die Inszenierung von Kultur, Raum und Atmosphäre ist ein probates Mittel im Stadtmarketing, das in seiner Bedeutung, insbesondere in Bezug auf das Image einer Stadt, stark angestiegen ist. In der Stadtplanung beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der Kultur eines Ortes, um jene sowohl regional als auch national und international zu vermarkten, was zur Folge hat, dass das Signet einer Stadt zunehmend auf ihrer Kultur basiert. So stehen Großstädte um die Anwerbung von Touristen in Konkurrenz zueinander, was zur Folge hat, dass sich Städte zu Produkten entwickeln, dessen Image nur von enormer Wichtigkeit sein kann.

Stadtmarketing ist in Wien von großer Bedeutung, um für Besucher einen Ort voller Attraktivität zu schaffen; im Zuge dessen haben sich innerhalb der letzten Jahrzehnte auch viele Images der österreichischen Hauptstadt abgezeichnet: Wien gilt als Stadt der Gemütlichkeit, als Stadt der Moderne, als Stadt des Barocks, als Literaturstadt, als Architekturstadt und auch als Welthauptstadt der Musik. Die Kultur Wiens ist im Laufe der Jahre zu einem Alleinstellungsmerkmal mit sehr hohem Wiedererkennungswert gereift. Innerhalb der Stadtplanung wird sie zu einem Kernthema, das im Zuge von Veranstaltungen, Inszenierungen und vielen weiteren Bereichen aufgegriffen wird.

Leseprobe


Struktur der Arbeit

1. Einleitung

2. Raum und Inszenierung

3. Kultur als Aspekt im Wiener Stadtmarketing

4. Produktion und Inszenierung des historischen Ambientes

5. Erlebbare Kultur in Wien

5.1 Inszenierung kultureller Institutionen und Veranstaltungen

5.2 Inszenierung durch Festivalisierung

6. Die Wiener Lichtinszenierung

7. Probleme

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Inszenierungsstrategien der Stadt Wien, um zu analysieren, wie kulturelle, architektonische und lichtgestalterische Maßnahmen zur Imagebildung sowie zur Steigerung der städtischen Attraktivität eingesetzt werden, wobei kritisch hinterfragt wird, inwiefern diese Praktiken zu Verdrängungseffekten oder einer Überinszenierung führen.

  • Stadtmarketing und kulturelle Ökonomie
  • Erhaltung und Inszenierung des historischen Ambientes
  • Festivalisierung als Instrument der Stadtaufwertung
  • Lichtgestaltung als Schlüsselelement der nächtlichen Stadtplanung
  • Kritische Analyse von Machtverhältnissen und sozialer Exklusion

Auszug aus dem Buch

4. Produktion und Inszenierung des historischen Ambientes

Das Ambiente von Wien ist einmalig; die einzigartige Architektur ist allgegenwärtig. Eine Umfrage aus dem Jahre 2005 hat ergeben, dass über 70% der zahlungskräftigen Besucher Wiens die Stadt aufgrund ihres Stadtbildes und der Architektur besuchen (Musner 2009: 15-16). Aber warum ist Wien ausgerechnet bei Kunst- und Architekturliebhabern so beliebt? Wie schafft es Wien das historische Ambiente zu bewahren? Diese Fragen will ich im folgenden Kapitel beantworten.

Zu Anfang möchte ich auf ein Gemälde aus dem Jahre 1761 von Bernardo Bellotto hinweisen. Es zeigt den Ausblick auf Wien vom Schloss Belvedere aus kurz nach Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein Bild, das im Jahre 2002 gemacht worden ist, zeigt die Aussicht vom gleichen Sichtpunkt aus kurz nach der Jahrtausendwende. Trotz mehrerer Jahrhunderte, die zwischen den beiden Abbildungen liegen, ist die Wiener Skyline weitestgehend unverändert geblieben. Der Vergleich ist so bekannt, dass die Position der Aufnahme mit dem Canaletto-Blick mittlerweile sogar einen eigenen Namen bekommen hat.

In den späten 90er Jahren ist zudem eine Diskussion architektonischer Art entstanden, die für die bauliche Zukunft Wiens ausschlaggebend gewesen ist. Ein Entwurf hat damals die Errichtung von zwölf Hochhäusern vorgesehen, die in der Nähe des Bahnhofes ihren Platz finden sollten. Einsprüche und Proteste von Bevölkerung und Anrainern hatten zur Folge, dass der Entwurf anfangs auf fünf Hochhäuser mit verringerter Gebäudehöhe geschrumpft worden ist, womit sich der Projektbetreiber allerdings nicht zufriedengegeben hat. Der größte Turm hätte mindestens 120 Meter hoch sein sollen, damit sich das Projekt finanziell rentiert. Nach einer hitzigen Debatte ist das Projekt endgültig fallen gelassen worden, um den Status des Wiener Stadtzentrums als Weltkulturerbe nicht zu gefährden und die mit dem Canaletto-Blick historisch begründete Sichtachse vom Schloß Belvedere ins Stadtzentrum nicht zu verdecken (Musner 2009: 59-61).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Kultur und Inszenierung im modernen Stadtmarketing ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen.

2. Raum und Inszenierung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Inszenierung im stadtplanerischen Kontext und die theoretischen Möglichkeiten, wie Räume durch Gestaltungselemente in Szene gesetzt werden.

3. Kultur als Aspekt im Wiener Stadtmarketing: Es wird die ökonomische Relevanz von Kultur analysiert, insbesondere durch die Unterteilung in kulturelle und symbolische Ökonomie zur Vermarktung von Alleinstellungsmerkmalen.

4. Produktion und Inszenierung des historischen Ambientes: Die Erhaltung des historischen Stadtbildes und der Schutz von Sichtachsen am Beispiel des Canaletto-Blicks werden als essenzielle Instrumente der Wiener Stadtplanung untersucht.

5. Erlebbare Kultur in Wien: Das Kapitel analysiert die Inszenierung kultureller Institutionen sowie die Rolle der Festivalisierung, um Wien als erlebnisorientierte Stadt zu präsentieren.

6. Die Wiener Lichtinszenierung: Hier wird der Masterplan Licht 2016 als strategisches Werkzeug beleuchtet, um Sicherheit und Ästhetik im nächtlichen Stadtraum durch gezieltes Lichtdesign zu vereinen.

7. Probleme: Kritische Betrachtung der negativen Begleiterscheinungen, wie die Verdrängung sozialer Randgruppen aus zentralen Räumen wie dem Karlsplatz.

8. Fazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Einordnung der Ambivalenz zwischen nachhaltiger Attraktivitätssteigerung und der Gefahr einer Authentizitätsverlust durch Überinszenierung.

Schlüsselwörter

Wien, Stadtmarketing, Inszenierung, Kulturökonomie, symbolische Ökonomie, historisches Ambiente, Stadtplanung, Festivalisierung, Lichtdesign, Canaletto-Blick, Gentrifizierung, Machtverhältnisse, Architektur, Identifikationszeichen, Authentizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die verschiedenen Strategien der Stadt Wien, sich durch kulturelle und architektonische Inszenierung als attraktives Produkt auf dem Tourismusmarkt zu positionieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die historische Baukultur, das Stadtmarketing durch kulturelle Institutionen, die Bedeutung von Festen und Events sowie die gezielte Lichtgestaltung im städtischen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wien durch eine bewusst geplante Inszenierung ein Image als Kulturmetropole aufbaut und welche gesellschaftlichen oder planerischen Herausforderungen dabei entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung aus dem Bereich der Stadtgeographie und des Marketings, kombiniert mit Fallbeispielen zur architektonischen Erhaltung, zur Festivalisierung und zur Lichtplanung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche der Erhaltung des historischen Ambientes, die kulturelle Erlebbarkeit durch Museen und Feste sowie die strategische Nutzung von Licht als Gestaltungselement.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Stadtmarketing, Inszenierung, symbolische Ökonomie, historisches Ambiente, Festivalisierung und Lichtplanung.

Warum spielt der „Canaletto-Blick“ eine besondere Rolle?

Er dient als historisch begründete Sichtachse, deren Schutz ein konkretes Beispiel für stadtplanerische Entscheidungen gegen großflächige Hochhausprojekte darstellt.

Welche sozialen Probleme werden durch die Inszenierung adressiert?

Die Arbeit kritisiert die Verdrängung von Obdachlosen und sozialen Randgruppen aus attraktiven Innenstadtbereichen wie dem Karlsplatz unter dem Deckmantel einer ästhetischen Stadtaufwertung.

Was versteht man in der Arbeit unter einer „Überinszenierung“?

Der Begriff beschreibt das Risiko, dass eine Stadt durch die fast lückenlose Inszenierung aller Bereiche ihre Authentizität verliert und nur noch ein künstliches Klischee ihrer selbst darstellt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Inszenierung von Wien. Eine Stadt als Bühne
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,0
Autor
Richard Harksen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1321129
ISBN (PDF)
9783346804501
ISBN (Buch)
9783346804518
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inszenierung Lichtinszenierung Wien Kultur cultural economies symbolic economies Kulisse Stadt Probleme Geschmack Festivalisierung Masterplan Licht Stadtmarketing Stadtplanung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Richard Harksen (Autor:in), 2022, Inszenierung von Wien. Eine Stadt als Bühne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321129
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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