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Die Kooperation zwischen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Sozialen Arbeit

Eine Empirische Analyse der Zusammenarbeit von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern eines sozialen Wohlfahrtsverbandes in München

Title: Die Kooperation zwischen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Sozialen Arbeit

Diploma Thesis , 2007 , 152 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sandra Schäfer (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Das Ehrenamt, unter welchem Namen auch immer es neuerdings in der Öffentlichkeit und in wissenschaftlichen Kontexten auftreten mag – Freiwilligenarbeit, Sozialkapital, Bürgerarbeit, Selbsthilfe, Zivilengagement, Solidarität, bürgerschaftliches Engagement, Gemeinwohlengagement etc. – gehört inzwischen zu den Top-Themen auf der Agenda zur gesellschaftlichen Zukunftsgestaltung in Wissenschaft und Politik (vgl. Beher/ Liebig/ Rauschenbach 2003, 11). Es ist von Landesebene auf die Bundesebene aufgestiegen. Es wurde eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur „ Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ eingerichtet. Es gab in einer Vollversammlung der Vereinten Nationen ein für das Jahr 2001 ausgerufenes „Internationales Jahr der Frei-willigen (IJF)“. (vgl. Heinz/Olk 2001, 11). Neue Initiativen zur Förderung des „Bürgergeistes“ wurden von prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Medien usw. gegründet (vgl. Gensicke 2001, 285). In zahlreichen Broschüren, Tagungsberichten und weiteren Publikationen wird wiederholt auf die enorme Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Gesellschaft hingewiesen. „Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ist Ausdruck gelebter Solidarität und praktizierter Subsidiarität. Es verdeutlicht den Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung, wie es dem Selbstverständnis unseres Gemeinwesens entspricht. Ohne Ehrenamt ist ein freiheitlich demokratischer und sozialer Rechtsstaat nicht denkbar. Unsere Gesellschaft lebt von der ehrenamtlichen Tätigkeit“ (BMFSFJ 1996, 5f.). Der 5. Dezember wurde von der Bundesregierung zum jährlichen Tag des Ehrenamtes erklärt, auch Werbekampagnen wurden für die Freiwilligenarbeit entwickelt „Was ich kann, ist unbezahlbar“ (FAZ 2000, 2). Nadai betont die unmittelbar sichtbaren Leistungen der Ehrenamtlichen und vor allem auch die Bedeutung des Ehrenamts als Symbol für gesellschaftliche Solidarität und Mitmenschlichkeit. In einer historischen Perspektive ist das Ehrenamt Teil eines bestimmten Verständnisses von der Rolle des Staates in der Bearbeitung sozialer Probleme geworden (vgl. Nadai 1996, 14).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Ehrenamt

2.2. Profession der Sozialen Arbeit

2.3. Unterscheidungsmerkmale zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

2.4. Konflikte

3. Wurzeln der Sozialen Arbeit und der Wohlfahrtsverbände in Deutschland

3.1. Wurzeln der Sozialen Arbeit

3.1.1. Anfänge der beruflichen Sozialen Arbeit

3.1.2. Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit

3.2. Wurzeln der Wohlfahrtsverbände in Deutschland

4. Sozialstrukturen des Ehrenamts

4.1. Eine Skizze zur geschichtlichen Entwicklung des Ehrenamtes

4.2. Motivlagen der aktuellen Ehrenamtlichen

4.3. Statistische Einordnung des Ehrenamtes

5. Konfliktmanagement

5.1. Entstehung von Konflikten

5.2. Chancen von Konflikten

5.3. Umgang mit Konflikten

5.4. Problemdimensionen zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen

6. Forschungsstand

7. Forschungsdesign zur Untersuchung der Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in einer sozialen Institution in München

7.1. Auswahl der Gesprächspartner

7.1.1. Einrichtung 1 (Betreuungsverein)

7.1.2. Einrichtung 2 (Beratungsstelle)

7.1.3. Einrichtung 3

7.1.4. Einrichtung 4

7.1.5. Einrichtung 5 (Schuldnerberatung)

7.2. Operationalisierung des Vorgehens

7.2.1. Das qualitative Interview als Methode der empirischen Sozialforschung

7.2.2. Die Gesprächsleitfäden

7.3. Das Methodisches Vorgehen bis zur Auswertung der Ergebnisse

8. Darstellung der Ergebnisse der Hauptamtlichen Mitarbeiter der Institution in München

8.1. Motivation und Erwartungen

8.2. Strukturen der Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen

8.3. Mitwirkungsmöglichkeiten der Ehrenamtlichen

8.4. Kooperation zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen

8.5. Interaktion zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen

8.6. Konflikte zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

8.7. Zusammenfassung der Ergebnisse

9. Darstellung der Ergebnisse aus der Befragung der Ehrenamtliche Mitarbeiter der Institution in München

9.1. Motivation und Erwartungen

9.2. Strukturen der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

9.3. Mitwirkungsmöglichkeiten der Ehrenamtlichen

9.4. Kooperation zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

9.5. Interaktionen zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

9.6. Konflikte

9.7. Zusammenfassung der Ergebnisse

10. Umsetzung der Ergebnisse aus den Interview: Handlungsempfehlungen für die Kooperation

10.1. Handlungsempfehlung für Organisationen

10.2. Handlungsempfehlung für professionelle Mitarbeiter

10.3. Handlungsempfehlung für ehrenamtliche Mitarbeiter

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Spannungsverhältnisses und der Kooperationsbedingungen zwischen hauptamtlichen Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern in einer sozialen Einrichtung, um Wege für eine effektive und produktive Zusammenarbeit aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung und Wurzeln von Ehrenamt und Sozialer Arbeit.
  • Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen zu Ehrenamt, Profession und Konfliktmanagement.
  • Empirische Analyse der Zusammenarbeit anhand von Experteninterviews in einer sozialen Institution.
  • Identifikation von Konfliktursachen und Herausforderungen in der professionell-ehrenamtlichen Kooperation.
  • Erstellung von Handlungsempfehlungen für Organisationen, Hauptamtliche und Ehrenamtliche.

Auszug aus dem Buch

4.1 Eine Skizze zur geschichtlichen Entwicklung des Ehrenamtes

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden zunächst in einer Reihe von Städten, vor allem in Hamburg, Reformen im Bereich der Armenfürsorge eingeleitet (vgl. Otto-Schindler 1996, 33). Die Armen wurden zu Arbeiten verpflichtet so wie es eine generale Ehrenamtlichkeit gab für alle Aufgaben im Bereich der Armenhilfe.

Das bürgerliche Ehrenamt verdankt seine Entstehung der preußischen Städteordnung des Freiherrn vom Stein vom November 1808. Sie übertrug die öffentliche Gewalt an angesehene männliche Bürger. Die Städteordnungen zielten auf die Integration des Bürgertums in Kommune und Staat und dienten der Partizipation und Selbstverwaltung der lokalen Angelegenheiten durch die Bürger. Es war also ein „Amt“ im Sinne der Ausübung von öffentlicher Gewalt (vgl. Sachße 1992, 53). Paragraph 191 der genannten Städteordnung bestimmte daher, dass Bürger zur Übernahme „öffentlicher Stadtämter“ verpflichtet waren, ohne dafür ein Entgelt beanspruchen zu können. Diese Regelung bildet gleichsam die Geburtstunde des bürgerlichen Ehrenamtes (vgl. Internet 5)

Das soziale Ehrenamt wurde 1853 von der Stadt Elberfeld entwickelt. Ein neues System der Armenversorgung, das schnell von anderen Städten übernommen wurde, eine rationell organisierte, offene Armenpflege. Die Stadt wurde anfangs in 150 Quartiere mit jeweils einem ehrenamtlichen Quartiersvorsteher, der aus einer Auswahl von vertrauenswürdigen Gemeindemitgliedern vom Gemeinderat gewählt wurde, aufgeteilt. Die Quartiere waren unter jeweils einem übergeordneten Vorsteher zu zehn Bezirken zusammengefasst. Das Ehrenamt war eine bürgerliche Pflicht, wie heute das Schöffenamt, und wer sich ihm verweigerte, konnte bestraft werden (vgl. Müller 1999, 136). Eine Befähigung des Pflegers zur Fürsorgetätigkeit wurde durch intime, nachbarschaftliche Kenntnisse über die sozial-räumlichen Lebensverhältnisse der Familien unterstützt und nicht durch fachliche Kompetenzen gewährleistet (vgl. Sachße 1986, 38).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Aktualität und Bedeutung des Ehrenamts für unsere Gesellschaft und den Sozialstaat.

2. Begriffsdefinitionen: Erörterung der begrifflichen Heterogenität von Ehrenamt, Profession der Sozialen Arbeit und Definition von Konflikten.

3. Wurzeln der Sozialen Arbeit und der Wohlfahrtsverbände in Deutschland: Historische Herleitung der beruflichen Sozialen Arbeit und der institutionellen Wohlfahrtsverbände.

4. Sozialstrukturen des Ehrenamts: Untersuchung der geschichtlichen Entwicklung, der aktuellen Motive und der statistischen Einordnung des bürgerschaftlichen Engagements.

5. Konfliktmanagement: Analyse der Entstehung von Konflikten, deren Potenzial als Chance und Methoden des Umgangs mit Spannungssituationen.

6. Forschungsstand: Kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Studienlage und den vorliegenden Erkenntnissen zur Kooperation.

7. Forschungsdesign zur Untersuchung der Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in einer sozialen Institution in München: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und Auswahl der Untersuchungseinrichtungen.

8. Darstellung der Ergebnisse der Hauptamtlichen Mitarbeiter der Institution in München: Auswertung der Interviews aus Sicht des hauptberuflichen Fachpersonals.

9. Darstellung der Ergebnisse aus der Befragung der Ehrenamtliche Mitarbeiter der Institution in München: Auswertung der Interviews aus Sicht der freiwillig Engagierten.

10. Umsetzung der Ergebnisse aus den Interview: Handlungsempfehlungen für die Kooperation: Ableitung konkreter Empfehlungen für Organisationen, professionelle und ehrenamtliche Mitarbeiter.

11. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Gestaltung der professionell-ehrenamtlichen Kooperation.

Schlüsselwörter

Ehrenamt, Soziale Arbeit, Freiwilligenarbeit, Kooperation, Hauptamtlich, Konfliktmanagement, Wohlfahrtsverbände, Professionalisierung, Bürgerschaftliches Engagement, Rollenverteilung, Motivation, Ehrenamtlichkeit, Interaktion, Arbeitsklima, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken und die Kooperation zwischen professionellen (hauptamtlichen) Sozialarbeitern und ehrenamtlich tätigen Personen in einer sozialen Institution.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Motive von Ehrenamtlichen, die professionellen Anforderungen an Hauptamtliche, die historischen Hintergründe der Sozialen Arbeit sowie das Management von Konflikten zwischen diesen beiden Gruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszufinden, wie eine effektive und produktive Zusammenarbeit zwischen beiden Helfergruppen in der sozialen Praxis gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign mit leitfadengestützten Experteninterviews bei Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen einer sozialen Einrichtung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Vorstellung des Forschungsdesigns sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der Interviewergebnisse, ergänzt durch konkrete Handlungsempfehlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ehrenamt, Soziale Arbeit, Kooperation, Konfliktmanagement, Professionalisierung und bürgerschaftliches Engagement.

Warum ist die Abgrenzung zwischen professioneller Hilfe und Ehrenamt so schwierig?

Die Abgrenzung ist schwierig, da beide Gruppen im gleichen Feld tätig sind, ihre Kompetenzbereiche jedoch historisch gewachsenen Spannungen unterliegen und Rollenunsicherheiten sowie Statusfragen eine klare Trennung oft erschweren.

Welche Rolle spielen Konflikte in dieser Untersuchung?

Konflikte werden nicht nur als Störung, sondern als notwendiger Bestandteil der Zusammenarbeit betrachtet, der bei richtigem Management (Konfliktkultur) zu Selbsterkenntnis und Weiterentwicklung beider Gruppen führen kann.

Welche Rolle spielt die Organisation für den Erfolg der Zusammenarbeit?

Organisationen tragen eine zentrale Verantwortung, indem sie klare Strukturen, Stellenbeschreibungen und Rahmenbedingungen schaffen müssen, um die Identität beider Gruppen zu stärken und eine wertschätzende Kooperation zu ermöglichen.

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Details

Title
Die Kooperation zwischen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Sozialen Arbeit
Subtitle
Eine Empirische Analyse der Zusammenarbeit von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern eines sozialen Wohlfahrtsverbandes in München
College
Würzburg-Schweinfurt University of Applied Sciences
Grade
1
Author
Sandra Schäfer (Author)
Publication Year
2007
Pages
152
Catalog Number
V132136
ISBN (eBook)
9783640377077
ISBN (Book)
9783640377183
Language
German
Tags
Kooperation Mitarbeitern Sozialen Arbeit Eine Empirische Analyse Zusammenarbeit Mitarbeitern Wohlfahrtsverbandes München
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Schäfer (Author), 2007, Die Kooperation zwischen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132136
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