In der folgenden Hausarbeit wird ein Überblick über die Hauptströmungen der Sprachwissenschaft gegeben.
Als Grundlage steht das Werk von Manfred Geier ,,Orientierung Linguistik - Was sie kann, was sie will"; Rowolth Taschenbuch Verlag GmbH; 1998.
Aufgrund des sehr großen Themengebietes der Hauptströmungen sind die Unterteilungen Manfred Geiers übernommen worden, die versucht wurden mit Sekundärliteratur zu vervollständigen.
Der Autor stellt die traditionellen Grammatiken dar, geht auf Wilhelm von Humboldt, auf den europäischen Strukturalismus, die amerikanische Linguistik, die kulturhistorische Entwicklungstheorie, die linguistische Pragmatik und als letzen Punkt auf die so benannten Bindestrich - Linguistiken mit kurzen Definitionen ein.
Gliederung
1. Vorbemerkung
2. Die Traditionelle Grammatik
3. Wilhelm von Humboldt
4. Der Europäische Strukturalismus
5. Die Amerikanische Linguistik
6. Die Kulturhistorische Entwicklungstheorie
7. Die Linguistische Pragmatik
8. Interdisziplinäre Linguistik
9. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit gibt einen strukturierten Überblick über die wesentlichen Hauptströmungen der modernen Sprachwissenschaft, basierend auf den Ausführungen von Manfred Geier. Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklungslinien linguistischer Theorien von der Traditionellen Grammatik bis hin zu interdisziplinären Ansätzen nachzuzeichnen und deren wissenschaftliche Schwerpunkte darzustellen.
- Historische Entwicklung der Traditionellen Grammatik
- Sprachphilosophische Ansätze nach Wilhelm von Humboldt
- Strukturalistische Theorien im europäischen und amerikanischen Kontext
- Psychologische und soziologische Einflüsse in der Sprachentwicklung
- Die Entstehung der Sprechakttheorie und Linguistischen Pragmatik
Auszug aus dem Buch
Die Amerikanische Linguistik
Die amerikanische Linguistik, auch deskriptive Linguistik genannt, entwickelte sich relativ isoliert zu den Schulen, die sich in Europa gegründet hatten. Die US – amerikanischen Linguisten, die sich nicht mehr auf die Erkenntnisse de SAUSSUREs bezogen, begannen sich für amerikanische Indianersprachen zu interessieren, denn sie wollten das sprachlich Fremde verstehen. Für die Sprachwissenschaftler bestand die Herausforderung darin neue Verfahren und Methoden zu entwickeln, um die Sprachen zu erfassen. Indianersprachen hatten kein Schrifttum, man kannte keine Vorgeschichten und man konnte sie mit herkömmlichen Methoden nicht erschließen. Dementsprechend musste eine Methode entwickelt werden, die den Aspekt berücksichtigen musste, dass diese Sprachen noch nie ermittelt wurden.
Der Begründer der modernen amerikanischen Linguistik war der deutsche Geograph Franz Boas (geb. 1858 Minden, gest. 1942 New York). Er studierte fremde Sprachen, um Zugang zu ihnen zu finden. BOAS entdeckte wichtige Aspekte der amerikanischen Indianersprachen, die er in einem Handbuch ab 1911 veröffentlichte. Zum Beispiel erkannte er, dass „[…] die grammatische Struktur der untersuchten Sprachen sich in komplexen Wortbildungen ausdrückte.“ Er lieferte auch den Hinweis, dass die traditionellen, in Europa für indoeuropäische Sprachen entwickelten Methoden nicht auf Indianersprachen übertragen werden durften. Außerdem stellte er die These auf, dass es keine rückständigen Völker und Sprachen gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Einführung in die methodische Vorgehensweise und die verwendete Fachliteratur der Hausarbeit.
Die Traditionelle Grammatik: Darstellung der historischen Wurzeln und der Rolle der Grammatik als Werkzeug für die deutsche Standardsprache.
Wilhelm von Humboldt: Biografische Skizze und Analyse seines Beitrags zur sprachwissenschaftlichen Betrachtung als lebendiges Organ.
Der Europäische Strukturalismus: Erläuterung der Lehren von Ferdinand de Saussure und der Bedeutung des Zeichensystems.
Die Amerikanische Linguistik: Untersuchung der deskriptiven Ansätze von Franz Boas und der Entwicklung der Ethnolinguistik.
Die Kulturhistorische Entwicklungstheorie: Analyse des Einflusses von Wygotski und der Rolle von Zeichen für die menschliche Bewusstseinsbildung.
Die Linguistische Pragmatik: Beschreibung des Übergangs vom statischen Systemgedanken hin zur handlungsorientierten Sprechakttheorie.
Interdisziplinäre Linguistik: Kurze Übersicht über moderne, spezialisierte Disziplinen wie Gesprächs-, Text- oder Psycholinguistik.
Schlussbetrachtung: Reflexion über den Erkenntnisgewinn durch den gewählten Überblick über die Sprachwissenschaft.
Schlüsselwörter
Sprachwissenschaft, Traditionelle Grammatik, Wilhelm von Humboldt, Strukturalismus, Ferdinand de Saussure, Amerikanische Linguistik, Franz Boas, Ethnolinguistik, Noam Chomsky, Kulturhistorische Entwicklungstheorie, Wygotski, Linguistische Pragmatik, Sprechakttheorie, Interdisziplinäre Linguistik, Sprachkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen einführenden Überblick über die wichtigsten historischen und methodischen Strömungen der Sprachwissenschaft, ausgehend von der klassischen Grammatik bis zu zeitgenössischen Disziplinen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Traditionelle Grammatik, den Strukturalismus, die amerikanische deskriptive Linguistik, die kulturhistorische Theorie sowie die linguistische Pragmatik.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser die komplexen Entwicklungslinien der Linguistik verständlich zu machen und die wichtigsten Vertreter und ihre Theorien kompakt zusammenzufassen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Zusammenfassung des Werks „Orientierung Linguistik“ von Manfred Geier unter Einbezug von Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene chronologische und thematische Kapitel, die jeweils spezifische Strömungen wie die generative Grammatik oder die Gesprächslinguistik beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Linguistik, Sprachwandel, Zeichentheorie, Sprechakt, Grammatik und interdisziplinäre Forschungsrichtungen beschreiben.
Was unterscheidet die amerikanische Linguistik von der europäischen?
Die amerikanische Linguistik entwickelte sich stärker deskriptiv und fokussierte sich bei der Erforschung von Indianersprachen auf neue, von der europäischen Tradition abweichende Methoden.
Wie definiert Wilhelm von Humboldt die Sprache?
Humboldt betrachtet Sprache als ein „lebendes Organ“, in dem eine besondere Weltansicht begründet liegt, die als Ganzes und nicht in Einzelteilen verstanden werden sollte.
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- Saskia Pohl (Author), 2003, Hauptströmungen der Sprachwissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13213