Weshalb ist also das Portfolio als Form der Bildungsdokumentation besonders geeignet, um mit dem Kind gemeinsam die Entwicklungsprozesse zu dokumentieren und wird es der zentralen und so wichtigen Aufgabe der Entwicklungsdokumentation gerecht? Dies wird in dieser wissenschaftlichen Arbeit genauer untersucht.
Die Dokumentation frühkindlicher Entwicklungs- und Bildungsprozesse gehört zu den zentralen Aufgaben frühpädagogischer Fachkräfte. Das Ziel dieses Verfahrens ist es, die Kinder intensiv in ihrem Alltag zu beobachten und wichtige Beobachtungen zu dokumentieren, um das Kind in seinen Entwicklungsprozessen unterstützen zu können. Das Angebot der verschiedenen Dokumentationsverfahren im Elementarbereich ist komplex und vielfältig. Es gibt noch eine zweite, wichtige Funktion, die der Dokumentation von Entwicklungs- und Bildungsprozessen zuteilwird. Pädagogische Fachkräfte sollen mit dem Kind gemeinsam dessen Entwicklungsprozesse analysieren und so das Kind als aktiven Gestalter an der Bildungsdokumentation teilhaben lassen. Auch die Sichtweisen des Kindes sollen hierbei in die Dokumentation mit einfließen. Weil das Portfolio diese Form der aktiven Teilhabe ermöglicht, wird es als Dokumentationsverfahren häufig genutzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Portfolio
2.1 Definition des Portfolios
2.2 Die Portfolioarbeit
2.3 Das Portfolio als ein wichtiger Impulsgeber für das dialogische Dreieck
3 Die Bedeutung des Kindes und seine Mitwirkung auf die Portfolioarbeit
4 Die Bedeutung der Portfolioarbeit für das Kind in Zeiten der Pandemie
5 Möglichkeiten der Gestaltung der partizipativen Portfolioarbeit mit Hilfe von digitalen Medien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Portfolio“ als zentrales Instrument der Bildungsdokumentation in Kindertageseinrichtungen mit einem besonderen Fokus auf die aktive Mitbestimmung der Kinder sowie die Herausforderungen und Chancen in Zeiten der Corona-Pandemie.
- Definition und grundlegende Konzepte der Portfolioarbeit
- Die Rolle des Kindes als aktiver Akteur und Mitgestalter
- Bedeutung der Portfolioarbeit für das dialogische Dreieck (Kind, Eltern, Fachkräfte)
- Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Bildungsdokumentation
- Integration digitaler Medien als moderne Gestaltungsmöglichkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition des Portfolios
Das Wort „Portfolio“ kann man aus dem Lateinischen „portare - tragen“ und „folium - Blatt“ übersetzen. Dies bezeichnet vor allem eine Sammlung von künstlerischen Arbeiten in einer entsprechenden Mappe. In der französischen Übersetzung „Portefeuille“ bedeutet „Brieftasche“. Das war früher eine Tasche in welcher der Träger wichtige Briefe mit sich furte. Das waren Gesellen-oder Meisterbrief wie auch weitere Empfehlung schreiben um sich in anderen Ort vorzustellen. Die Künstler und Architekten der Renaissancezeit hatten solche Mappen um sich für die Plätze zu Akademien oder Bauaufträge zu bewerben. Mit Hilfe der Dokumente, die in Portfolio gesammelt wurden, konnte sie die Qualität ihrer Arbeit zeigen. Somit konnten sie auch ihre professionelle Entwicklung im Laufe der Zeit darstellen. vgl. (Bostelmann, 2006; Bensel, 2016) S.15f
Unter Portfolio innerhalb der pädagogischen Arbeit mit Kindern versteht man die systematische Dokumentation von deren Fertigkeiten und Fähigkeiten. vgl.(Groot, 2008) S. 69 Das Portfolio ist als Dokument chronologisch aufgebaut und beginnt mit der ersten Dokumentation der Kindererfahrungen noch vor dem Kindergartenbesuch. Es kann so beispielsweise bereits in der Eingewöhnungsphase angefangen werden. Vgl. (Dietrich, 2014) S.141 „Die Beobachtungsergebnisse und Protokollausschnitte sollten für jedes Kind in einer separaten Dokumentationsmappe archiviert werden.“ (Bensel, 2016) S.54 Die Ergebnisse sollten einen Überblick über die Entwicklungen, die Prozesse und das Lernen geben können. Die Reflexion über das eigene Tun ist ein zentrales Element der Portfolioarbeit. Eine solche Reflexion kann zwar befördern, kann aber in einigen Fällen auch verunsichern. Um das zu vermeiden, kann man mit Portfolios eine inhaltliche und sachliche Kommunikation über Lernen und Leistung zwischen allen Beteiligten ermöglichen. Das heißt, dass die Kinder, die pädagogischen Fachkräfte, die Eltern und weitere Interessierte entsprechende Informationen individuell zu dem Kind vermitteln können. Und so wurde das Portfoliokonzept ab 1993 als Instrument zur Reform der Pädagogischen Diagnostik angenähert. Im Bereich des Kindergartens bzw. der Vorschule wird das Portfolio folgendermaßen definiert: „eine zielgerichtete, kontextbezogene Sammlung von Entwicklungsdokumenten über und
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der frühkindlichen Bildungsdokumentation und skizziert die Fragestellung bezüglich der Eignung des Portfolios als dialogisches Instrument.
2 Das Portfolio: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Portfolios, beschreibt die methodische Portfolioarbeit und verdeutlicht dessen Funktion als Impulsgeber für das dialogische Dreieck.
3 Die Bedeutung des Kindes und seine Mitwirkung auf die Portfolioarbeit: Hier wird das Recht auf Partizipation beleuchtet und dargelegt, wie Kinder durch aktive Mitgestaltung zu Akteuren ihrer eigenen Entwicklungsdokumentation werden.
4 Die Bedeutung der Portfolioarbeit für das Kind in Zeiten der Pandemie: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen der Corona-Krise für die Portfolioführung und deren Funktion als Brücke zwischen Kita und Elternhaus.
5 Möglichkeiten der Gestaltung der partizipativen Portfolioarbeit mit Hilfe von digitalen Medien: Die Möglichkeiten digitaler Werkzeuge zur Unterstützung partizipativer Dokumentationsprozesse und zur Förderung von Medienkompetenzen stehen hier im Fokus.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die wachsende Bedeutung sowie die Zukunftschancen des Portfolios als multifunktionales Instrument.
Schlüsselwörter
Portfolioarbeit, Bildungsdokumentation, Partizipation, Kindertageseinrichtung, frühkindliche Bildung, dialogisches Dreieck, Corona-Pandemie, digitale Medien, Erziehungspartnerschaft, Selbstreflexion, Entwicklungsbegleitung, Bildungsprozesse, Medienkompetenz, Kindorientierung, pädagogische Diagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Portfolio als ein zentrales, partizipatives Instrument der Bildungsdokumentation im Elementarbereich und beleuchtet dessen Anwendungsmöglichkeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit fokussiert auf die Definition der Portfolioarbeit, die Mitwirkung der Kinder, die Bedeutung der Eltern-Erzieher-Partnerschaft sowie den Wandel durch Digitalisierung und die Pandemie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Portfolio als dialogisches Instrument genutzt werden kann, um Lernprozesse sichtbar zu machen und Kinder aktiv an ihrer Dokumentation zu beteiligen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis einer detaillierten Aufarbeitung relevanter fachwissenschaftlicher Quellen, Expertenmeinungen und pädagogischer Bildungspläne erstellt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse von Partizipationsmöglichkeiten, die Auswirkungen der Pandemie auf die Dokumentation und den Einsatz digitaler Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Portfolioarbeit, Partizipation, Bildungsdokumentation, dialogisches Dreieck und digitale Medien beschreiben.
Wie verändert die Corona-Pandemie laut der Arbeit die Portfolioarbeit?
Die Pandemie erschwerte den direkten Austausch, machte das Portfolio jedoch paradoxerweise zu einer wichtigen Brücke zwischen den Welten von Elternhaus und Kindertageseinrichtung.
Welche Rolle spielen digitale Medien im Kontext der Portfolioarbeit?
Digitale Medien fungieren als Werkzeug zur individuellen Gestaltung, zur Förderung der Selbstwirksamkeit des Kindes und zur Vereinfachung partizipativer Prozesse.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Portfolio-Bildungsdokumentation für und mit dem Kind, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321433