In den heutigen Zeiten erreichen uns täglich kaum zu überblickende Informationsfluten. Deswegen ist es von größter Wichtigkeit, mit Dokumenten zu arbeiten, die einen möglichst geringen Leseaufwand erfordern. Schon bei der Erstellung von (technischer) Dokumentation werden deshalb wissenschaftlich belegte Methoden zur Strukturierung von Texten eingesetzt, die für kürzere Erstellungszeiten, Konsistenz, Klarheit, effizientes Sichten und Auswerten sowie leichtere Übersetzbarkeit und eine bessere Übersetzungsqualität sorgen sollen.
Allgemeingültige Prinzipien der verschiedenen Techniken sind : - Standardisierung: Dokumente werden in Aufbau, Struktur, Stil und Layout vereinheitlicht.
- Modularisierung: Inhalte werden in einzelne Textbausteine aufgegliedert und zentral verwaltet. So können sie für jedes neue Projekt beliebig zusammengestellt werden. Neue Dokumente sind sehr schnell herzustellen, weil sie immer nur Abwandlungen schon existierender Dokumente sind.
- Automatisierung: Optimale Gestaltung des Informations- und Übersetzungsmanagements, effiziente Nutzung von Datenbanken und Übersetzungstools.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Information Mapping
1.1 Funktionsweise
2. Funktionsdesign
2.1 Funktionsweise
3. Strukturierte Redaktion im Terminologie- und Übersetzungs-Management
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Methoden Information Mapping und Funktionsdesign als Ansätze zur Erstellung strukturierter Dokumente, um die Effizienz im Terminologie- und Übersetzungsmanagement durch Standardisierung und Modularisierung zu steigern.
- Grundlagen und Prinzipien von Information Mapping
- Methodik des Funktionsdesigns und dessen Einordnung in die Sprechakttheorie
- Vergleich der Redaktionstechniken hinsichtlich ihres Nutzens für Verfasser und Übersetzer
- Analyse der Vorteile für den Leseaufwand und die Übersetzungsqualität
- Herausforderungen bei der Implementierung strukturierter Redaktionssysteme
Auszug aus dem Buch
1.1. Funktionsweise
Nach Information Mapping werden Dokumente beim Erstellungsprozess in kleinere, in sich verstehbare Informationsblöcke (chunks) gegliedert. Diese werden zu wahrnehmungsoptimierten Informationsgrößen und -strukturen (“its most basic elements”) verwandelt und so aufbereitet, dass sie modular dargestellt werden können. Der Zweck des Dokumentes muss sofort erkennbar sein, die in dem Dokument enthaltenen Informationen müssen in einer prägnanten und verständlichen (“digestable”) Form vorliegen und die relevanten Informationen müssen schnell gefunden werden können. Weiter muss das Dokument laut den Anforderungen der Information Mapping-Methode zentral verwaltbar und wieder verwendbar sein. Nach Horns “Write once – use many times”- Maxime müssen Dokumente schnell und einfach zu überarbeiten sein. Müssen Änderungen vorgenommen werden, genügt es, einzelne chunks anzupassen; auf eine Neuerstellung von Grund auf kann verzichtet werden. So wird die Lebensdauer von Dokumenten um ein Vielfaches verlängert.
Die Erstellung von Dokumenten nach Information Mapping gliedert sich in vier Phasen: Analyse, Strukturierung, Aufbereitung und Darstellung der Informationen:
1. Phase: Analysieren
Die Bedürfnisse der Zielgruppe werden bestimmt und die zu vermittelnden Informationen darauf abgestimmt. Folgende Fragen werden beantwortet:
Welche Informationen benötigt die Zielgruppe?
Welchen Zweck muss die Information erfüllen?
Wie muss die Information strukturiert sein?
Welche Informationstiefe benötigt die Zielgruppe?
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit strukturierter Dokumentation zur Bewältigung von Informationsfluten und führt die Prinzipien der Standardisierung, Modularisierung und Automatisierung ein.
1. Information Mapping: Dieses Kapitel stellt die von Robert E. Horn entwickelte Methode vor, die kognitionspsychologische Erkenntnisse nutzt, um Informationsblöcke (chunks) wahrnehmungsgerecht zu strukturieren.
1.1 Funktionsweise: Hier werden die vier Erstellungsphasen des Information Mapping – Analysieren, Strukturieren, Aufbereiten und Darstellen – detailliert erläutert.
2. Funktionsdesign: Das Kapitel beschreibt die Methode des Funktionsdesigns, welche auf der Sprechakttheorie basiert und sprachliche Handlungen in einer logischen Hierarchie standardisiert.
2.1 Funktionsweise: Der Abschnitt verdeutlicht die vier Organisationsebenen des Funktionsdesigns, von der Grobstruktur des Informationsprodukts bis hin zu spezifischen Auszeichnungselementen.
3. Strukturierte Redaktion im Terminologie- und Übersetzungs-Management: Dieses Kapitel analysiert die konkreten wirtschaftlichen und qualitativen Vorteile strukturierter Redaktion für Verfasser, Übersetzer und Leser.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Methoden einen effektiven Leitfaden bieten, weist jedoch auch auf den hohen Vorbereitungsaufwand und das Fehlen voll integrierter Software-Tools hin.
Schlüsselwörter
Information Mapping, Funktionsdesign, strukturierte Dokumentation, technische Redaktion, Terminologiemanagement, Übersetzungsmanagement, Standardisierung, Modularisierung, Sprechakttheorie, Informationsblöcke, Single Source Publishing, Translation-Memory, Dokumentationskosten, Kognitionspsychologie, XML-Editor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Methoden zur Erstellung strukturierter Dokumente, speziell Information Mapping und Funktionsdesign, und deren Einsatzmöglichkeiten in der technischen Dokumentation.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Effizienzsteigerung durch Standardisierung, die modularisierte Textgestaltung sowie die Optimierung von Übersetzungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch strukturierte Redaktionstechniken der Leseaufwand minimiert, die Konsistenz verbessert und die Kosten für Dokumentation und Übersetzung gesenkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von Redaktionstechniken sowie deren theoretischen Grundlagen, wie der Kognitionspsychologie und der Sprechakttheorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Funktionsweise von Information Mapping und Funktionsdesign in vier bzw. vier Ebenen/Phasen und analysiert die daraus resultierenden Vorteile für verschiedene Zielgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben den Hauptmethoden sind Begriffe wie Standardisierung, Terminologiemanagement, Modularisierung und Single Source Publishing für diese Arbeit prägend.
Wie unterscheidet sich Funktionsdesign in der Theorie von Information Mapping?
Während Information Mapping primär auf kognitionspsychologischen Erkenntnissen zur menschlichen Informationsaufnahme basiert, stützt sich das Funktionsdesign explizit auf die linguistische Sprechakttheorie.
Warum ist laut Autor eine intensive Vorbereitung für diese Methoden notwendig?
Der Autor führt an, dass die Dokumentenanalyse sowie das zeitaufwendige Einrichten und Pflegen von Datenbanken für die Informationsblöcke erhebliche Vorbereitungsarbeiten erfordern.
- Quote paper
- BA Katrin Finke (Author), 2009, Terminologiemanagement - Information Mapping und Funktionsdesign, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132156