Terminologiemanagement - Information Mapping und Funktionsdesign


Seminararbeit, 2009
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Information Mapping
1.1 Funktionsweise

2. Funktionsdesign
2.1 Funktionsweise

3. Strukturierte Redaktion im Terminologie- und Übersetzungs-Management

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

In den heutigen Zeiten erreichen uns täglich kaum zu überblickende Informationsfluten. Deswegen ist es von größter Wichtigkeit, mit Dokumenten zu arbeiten, die einen möglichst geringen Leseaufwand erfordern. Schon bei der Erstellung von (technischer) Dokumentation werden deshalb wissenschaftlich belegte Methoden zur Strukturierung von Texten eingesetzt, die für kürzere Erstellungszeiten, Konsistenz, Klarheit, effizientes Sichten und Auswerten sowie leichtere Übersetzbarkeit und eine bessere Übersetzungsqualität sorgen sollen.

Allgemeingültige Prinzipien der verschiedenen Techniken sind[1]: - Standardisierung: Dokumente werden in Aufbau, Struktur, Stil und Layout vereinheitlicht.

- Modularisierung: Inhalte werden in einzelne Textbausteine aufgegliedert und zentral verwaltet. So können sie für jedes neue Projekt beliebig zusammengestellt werden. Neue Dokumente sind sehr schnell herzustellen, weil sie immer nur Abwandlungen schon existierender Dokumente sind.

- Automatisierung: Optimale Gestaltung des Informations- und Übersetzungsmanagements, effiziente Nutzung von Datenbanken und Übersetzungstools.

Im Rahmen dieser Arbeit werden zwei für das Terminologie- und Übersetzungs-Management relevante Redaktionstechniken, Information Mapping und Funktionsdesign, näher erläutert.

1. Information Mapping

Information Mapping ® (IMAP) wurde in den 1960er Jahren an der Harvard University, Boston von Robert E. Horn entwickelt. Beruhend auf allgemeingültigen Erkenntnissen aus der Kognitions- und Lernpsychologie macht sich diese Redaktionstechnik das Wissen über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns (optische Wahrnehmung, Reaktionen des Gehirns auf Geschriebenes) zu Nutze. Der Erstellungsprozess von Dokumenten soll vereinfacht und die Aufnahme von Informationen unterstützt werden. Heute wird Information Mapping von vielen nationalen und internationalen Unternehmen eingesetzt; nach Deutschland ist sie Mitte der 1990er Jahre gekommen. Die Technik lässt sich für (fast) alle Textarten und Anwendungen im Bereich der internen und externen Unternehmenskommunikation verwenden. Dabei wird sie besonders für die Erstellung von Handbüchern, Anleitungen, Protokollen, Berichten, Entwicklungsdokumentationen oder Internetseiten eingesetzt und wendet sich vor allem an technische Redakteure, Produkt- und Projektmanager, oder Entwickler.

1.1. Funktionsweise Nach

Information Mapping werden Dokumente beim Erstellungsprozess in kleinere, in sich verstehbare Informationsblöcke (chunks) gegliedert. Diese werden zu wahrnehmungsoptimierten Informationsgrößen und -strukturen (“its most basic elements“[2]) verwandelt und so aufbereitet, dass sie modular dargestellt werden können. Der Zweck des Dokumentes muss sofort erkennbar sein, die in dem Dokument enthaltenen Informationen müssen in einer prägnanten und verständlichen (“digestable”[3]) Form vorliegen und die relevanten Informationen müssen schnell gefunden werden können. Weiter muss das Dokument laut den Anforderungen der Information Mapping -Methode zentral verwaltbar und wieder verwendbar sein. Nach Horns “Write once – use many times[4] ”- Maxime müssen Dokumente schnell und einfach zu überarbeiten sein. Müssen Änderungen vorgenommen werden, genügt es, einzelne chunks anzupassen; auf eine Neuerstellung von Grund auf kann verzichtet werden. So wird die Lebensdauer von Dokumenten um ein Vielfaches verlängert[5].

Die Erstellung von Dokumenten nach Information Mapping gliedert sich in vier Phasen: Analyse, Strukturierung, Aufbereitung und Darstellung der Informationen[6]:

1. Phase: Analysieren Die Bedürfnisse der Zielgruppe werden bestimmt und die zu vermittelnden Informationen darauf abgestimmt. Folgende Fragen werden beantwortet:

- Welche Informationen benötigt die Zielgruppe?
- Welchen Zweck muss die Information erfüllen?
- Wie muss die Information strukturiert sein?
- Welche Informationstiefe benötigt die Zielgruppe?

2. Phase: Strukturieren Nach den Erkenntnissen der Kognitionspsychologie sind sieben Prinzipien definiert, die bei der Organisation von Informationen helfen und die Wahrnehmungsabläufe des Gehirns unterstützen:

1. Gliederungs-Prinzip: Inhalte werden in übersichtliche und leicht zu verarbeitende Einheiten gegliedert.
2. Relevanz-Prinzip: Thematisch zusammengehörige Informationen werden in einer Einheit zusammengefasst, nur wesentliche Informationen werden aufgeführt.
3. Betitelungs-Prinzip: Jede Einheit wird mit einem Titel versehen, der klar den Zweck, die Funktion oder den Inhalt der Informationseinheit bezeichnet.
4. Einheitlichkeits-Prinzip: Ähnliche Informationen, Gliederungen oder Formate werden ähnlich behandelt.
5. Prinzip der Gleichwertigkeit der Informationsträger: Diagramme, Bilder, Tabellen und Text können autonom als Informationsträger dienen.
6. Prinzip der Verfügbarkeit von Einzelheiten: Informationen stehen an der Stelle, an der der Leser sie braucht.
7. Prinzip der systematischen Gliederung und Betitelung: Die Prinzipien der Gliederung und Betitelung werden systematisch auf allen Ebenen des Dokuments angewendet.

3 . Phase: Aufbereiten Während herkömmliche Texte häufig arbiträr gegliedert werden und die verschiedenen Informationsarten in den einzelnen Abschnitten nicht getrennt voneinander präsentiert werden, führt Horn das Prinzip des “funktional meaning[7] “ mit dem Ziel ein, eine Disfunktionalität der Paragraphen zu vermeiden. Informationen, die für die jeweilige Funktion des Blocks nicht relevant sind, werden weggelassen. Es entstehen zwei neue Informationseinheiten (blocks und maps), nach denen das Dokument aufbereitet wird[8]:

1. Block: Ein Block setzt sich aus einem oder mehreren Absätzen, Tabellen oder Grafiken zusammen. Er muss immer betitelt sein und umfasst ein abgegrenztes Thema, das inhaltlich zusammengehörige Elemente enthält. Jeder Block repräsentiert also nur jeweils eine Informationsart.

2. Map: Eine Map fasst mehrere zusammengehörige Blöcke zusammen, die ein gemeinsames Thema haben. Jede Map hat ebenfalls einen Titel, der den gemeinsamen Inhalt und Zweck beschreibt.

[...]


[1] vgl. http://www.transline.de/transline-tecNews/Content-Management-Systeme-technische-Dokumentation

[2] http://www.infomap.com/index.cfm/TheMethod

[3] http://www.infomap.com/index.cfm/TheMethod/Mapping_FAQs

[4] Horn 2001 : 12

[5] vgl. Horn 2001 : 8 ff.

[6] vgl. http://www.doculine.com/news/2000/Januar/infomap.htm

[7] Horn 2001 : 4

[8] vgl. Horn 2005 : 6

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Terminologiemanagement - Information Mapping und Funktionsdesign
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (FASK Germersheim)
Veranstaltung
Terminologiemanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V132156
ISBN (eBook)
9783640383993
ISBN (Buch)
9783640384273
Dateigröße
759 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terminologiemanagement, Information, Mapping, Funktionsdesign
Arbeit zitieren
BA Katrin Finke (Autor), 2009, Terminologiemanagement - Information Mapping und Funktionsdesign, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132156

Kommentare

  • Gast am 13.5.2010

    gibt's kein besseres beispiel für funktionsdesign als ewig das mit den warnhinweisen?

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Titel: Terminologiemanagement - Information Mapping und Funktionsdesign


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