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Colin Crouchs Theorie der "Postdemokratie" am Beispiel der Bundestagswahl 2021

Titel: Colin Crouchs Theorie der "Postdemokratie" am Beispiel der Bundestagswahl 2021

Essay , 2022 , 7 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Leon Hirte (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Verlauf des Wahlkampfes vor der Bundestagswahl 2021 kam es zu zahlreichen Verwerfungen und Stimmungswandel in der Wählergunst. Dies legt zumindest der Durchschnitt repräsentativer Umfragen nahe, betrachtet man diese näher. Die von Union, SPD und Grünen aufgestellten Kanzlerkandidat:innen durchliefen nacheinander wellenartige Anstiege und Verluste in der vermuteten Wählergunst, meistens gefolgt von medialer Aufmerksamkeit, besonders um etwaige Verfehlungen der Amtsbewerber:innen. Inhaltliche Auseinandersetzungen traten dahinter zurück, spielten entgegen der damals in den Medien prominent wahrzunehmenden Fauxpas kaum eine Rolle und führten auch nicht zu positiven oder negativen Ausschlägen in der ermittelten Wahlabsicht während der Wahlkampfphase.

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Colin Crouch stellt in seinem Werk „Postdemokratie“ unter anderem die These auf, dass es in eben solchen postdemokratischen Wahlkämpfen zu einer Personalisierung der Wahlkämpfe kommt, bei der die handelnden Personen und ihr Handeln selbst zunehmend in den Fokus der Auseinandersetzung treten und dahinter thematische politische Auseinandersetzungen, beispielsweise über das Programm der antretenden Parteien und Kandidaten, zurücktreten. Ob diese These auch auf den Verlauf des Bundestagswahlkampfes 2021 anzuwenden und inwieweit dies Ausdruck eines „postdemokratischen Zeitalters“ nach Crouch ist, soll in diesem Essay erörtert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bundestagswahlkampf 2021 im Verlauf

3. Colin Crouchs Theorie der „Postdemokratie“ mit besonderem Fokus auf die Wahlkampfführung

4. Postdemokratische politische Kommunikation im Kontext des Bundestagswahlkampfes 2021 und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob der Verlauf des Bundestagswahlkampfes 2021 als Beleg für die Theorie der Postdemokratie nach Colin Crouch dienen kann, insbesondere im Hinblick auf die Personalisierung und Medialisierung politischer Auseinandersetzungen.

  • Personalisierung des politischen Wahlkampfs
  • Einfluss medialer Skandale auf die Wählergunst
  • Wahrnehmung von Kanzlerkandidaten jenseits inhaltlicher Positionen
  • Anwendung der Crouch’schen Theorie auf die deutsche Wahlkampfrealität
  • Die Rolle der Medien als Verstärker postdemokratischer Prozesse

Auszug aus dem Buch

Colin Crouchs Theorie der „Postdemokratie“ mit besonderem Fokus auf die Wahlkampfführung

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Colin Crouch prägte den Begriff der Postdemokratie mit seinem im Jahr 2004 veröffentlichten gleichnamigen Werk, welches übersetzt erstmals 2008 in Deutschland erschien. In diesem beschreibt er gewisse aktuelle und mögliche zukünftige Entwicklungen der existierenden demokratischen Systeme und stützt sich dabei auf Beispiele in der Praxis.

Crouch definierte eine Postdemokratie als „ein Gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor Wahlen abgehalten werden […], in dem allerdings konkurrierende Teams professioneller PR-Experten die öffentliche Debatte während der Wahlkämpfe so stark kontrollieren, daß sie zu einem reinen Spektakel verkommt, bei dem man nur über eine Reihe von Problemen diskutiert, die die Experten zuvor ausgewählt haben. Die Mehrheit der Bürger spielt dabei eine passive, schweigende, ja sogar apathische Rolle, sie reagieren nur auf die Signale, die man ihnen gibt.“

Weiter sieht er den Zustand der Postdemokratie als Ausdruck einer breiten Desillusionierung und Frustration in der Bevölkerung, besonders über die politischen Zustände und Handlungsweisen Verantwortlicher. Dabei handele es sich aber nicht um einen undemokratischen Zustand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass der Wahlkampf 2021 durch Personalisierung und den Rücktritt inhaltlicher Debatten gekennzeichnet war, und führt in Colin Crouchs Theorie der Postdemokratie ein.

2. Der Bundestagswahlkampf 2021 im Verlauf: Dieses Kapitel zeichnet chronologisch die Entwicklungen in der Wählergunst und die medialen Auswirkungen auf die Performance der Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Union nach.

3. Colin Crouchs Theorie der „Postdemokratie“ mit besonderem Fokus auf die Wahlkampfführung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Postdemokratie erläutert, wobei insbesondere die Kontrolle durch PR-Experten und die veränderte Rolle der Medien beleuchtet werden.

4. Postdemokratische politische Kommunikation im Kontext des Bundestagswahlkampfes 2021 und Fazit: Das letzte Kapitel verknüpft die empirischen Beobachtungen des Wahlkampfs mit der Theorie und kommt zu dem Schluss, dass viele postdemokratische Aspekte in der deutschen politischen Kommunikation präsent sind.

Schlüsselwörter

Postdemokratie, Bundestagswahlkampf 2021, Personalisierung, Colin Crouch, Wahlkampfführung, politische Kommunikation, Medien, Wählergunst, Skandale, Politische Debatte, Demokratie, PR-Strategie, Umfragen, Parteiprogramme, Politische Eliten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit der Bundestagswahlkampf 2021 Merkmale einer „postdemokratischen“ Wahlkampfführung aufweist, wie sie von Colin Crouch beschrieben wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Personalisierung von Politik, die Macht medialer Inszenierungen und der Rückgang inhaltlicher Auseinandersetzungen in Wahlkämpfen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die im Jahr 2021 beobachteten Wahlkampf-Phänomene als Bestätigung für die Theorie der Postdemokratie und deren Transformationsprozess in Deutschland gewertet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze von Colin Crouch auf empirische Ereignisse und Daten (Umfrageverläufe) des Wahlkampfs 2021 anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Aufarbeitung des Wahlkampfs, die Darstellung der Crouch’schen Theorie und deren anschließende Anwendung auf das Wahlkampfgeschehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Postdemokratie, Personalisierung, mediale Kommunikation und Wahlkampf-Event charakterisieren.

Welche Rolle spielten die Ereignisse im Ahrtal für die Analyse?

Die Flutkatastrophe wird als prominentes Beispiel für ein „stimmungsverschiebendes Ereignis“ herangezogen, bei dem die mediale Darstellung eines Politikers (Armin Laschet) massiven Einfluss auf die Umfragewerte hatte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien bei den Kandidaten-Skandalen?

Die Medien werden als Akteure identifiziert, die durch ihre Fokussierung auf persönliche Fehler und Inszenierungen den postdemokratischen Prozess und die Entfremdung zwischen Politikern und Wählern fördern.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Colin Crouchs Theorie der "Postdemokratie" am Beispiel der Bundestagswahl 2021
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Veranstaltung
Demokratietheorien von der Antike bis zur Neuzeit
Note
1,7
Autor
Leon Hirte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
7
Katalognummer
V1321756
ISBN (PDF)
9783346807960
Sprache
Deutsch
Schlagworte
colin crouchs theorie postdemokratie beispiel bundestagswahl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Hirte (Autor:in), 2022, Colin Crouchs Theorie der "Postdemokratie" am Beispiel der Bundestagswahl 2021, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321756
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Leseprobe aus  7  Seiten
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