Kryptische Texte, beschwörender Gesang und obskure Theorien über versteckte mathematische Formeln: Es ist der Ruch des Geheimnisvollen, mit dem die US-amerikanische Metalband Tool behaftet ist. Die vier Kalifornier um Sänger Maynard Keenan haben sich ange-schickt, die Tradition des Progressive Rock auf zeitgerechte Weise fortzuschreiben und pfle-gen zugleich ein mysteriöses Image. Die Ingredienzien des Erfolgs sind schnell genannt: Eine auffällig reduzierte Medienpräsens trifft auf ein so kunstvolles, wie abstraktes Bandkonzept. Neben durchtriebenen Arrangements, düster-expressionistisch anmutenden Musikvideos und imposanten Bühneninstallationen, fügen sich aufwendig gestaltete Albencover zu einem ein-drucksvollen Gesamtkunstwerk zusammen. Wenngleich ein geschlossenes künstlerisches Konzept nicht eindeutig auszumachen ist. Insofern bliebe im Folgenden zu diskutieren ob der Modebegriff des Gesamtkunstwerks dem Schaffen von Tool gerecht wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Tool und das Image des Mysteriösen: Ein dekonstruierbarer Mythos
2. Seminarreflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das spezifische Image der US-amerikanischen Progressive-Metal-Band Tool, die ein Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch, mysteriöser Außendarstellung und bewusster Distanzierung vom Mainstream-Rock aufbaut. Dabei wird hinterfragt, inwiefern das Konzeptalbum als Medium dient und ob der Begriff des Gesamtkunstwerks auf ihr Werk anwendbar ist.
- Die Mythosbildung durch bewusste Medienabstinenz und Geheimniskrämerei.
- Die musikalische und konzeptionelle Einordnung der Band im Progressive Rock.
- Die Rolle der Cover-Art als visuelles Spiegelbild der musikalischen Vision.
- Der Vergleich der „offenen Form“ von Tool mit der „geschlossenen Form“ klassischer Rockopern.
Auszug aus dem Buch
Tool und das Image des Mysteriösen: Ein dekonstruierbarer Mythos
Kryptische Texte, beschwörender Gesang und obskure Theorien über versteckte mathematische Formeln: Es ist der Ruch des Geheimnisvollen, mit dem die US-amerikanische Metalband Tool behaftet ist. Die vier Kalifornier um Sänger Maynard Keenan haben sich angeschickt, die Tradition des Progressive Rock auf zeitgerechte Weise fortzuschreiben und pflegen zugleich ein mysteriöses Image. Die Ingredienzien des Erfolgs sind schnell genannt: Eine auffällig reduzierte Medienpräsens trifft auf ein so kunstvolles, wie abstraktes Bandkonzept. Neben durchtriebenen Arrangements, düster-expressionistisch anmutenden Musikvideos und imposanten Bühneninstallationen, fügen sich aufwendig gestaltete Albencover zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk zusammen. Wenngleich ein geschlossenes künstlerisches Konzept nicht eindeutig auszumachen ist. Insofern bliebe im Folgenden zu diskutieren ob der Modebegriff des Gesamtkunstwerks dem Schaffen von Tool gerecht wird.
„Thinking Man’s Metal“ hat Sänger Maynard Keenan die Musik von Tool einmal genannt. Womit er die Arbeit seiner Band auch als Abkehr vom sogenannten Mainstream verstanden wissen möchte. Mainstream, damit sind hier vor allem jene - vornehmlich US-amerikanischen - Künstler gemeint, die sich der relativ unspezifischen Zeitströmung des New Rock zuordnen lassen. Gefragt nach dem Einfluss von Tool auf die New Rock-Szene, winkt Keenan entschieden ab: „When I see these loud, goofy posturing idiots jumping up and down, more concerned about their hairdots than their music, it’s just we do not do that, what am I missing? There’s nothing to this music that moves me, or compels me to want to sit down and listen to it, which is unfortunate.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Tool und das Image des Mysteriösen: Ein dekonstruierbarer Mythos: Dieses Kapitel analysiert das gezielte Spiel der Band mit einem mysteriösen Image sowie die Abgrenzung zur zeitgenössischen Mainstream-Rockmusik.
2. Seminarreflexion: Hier wird der Vergleich zwischen Tools Alben und dem Konzept der Rockoper gezogen, wobei insbesondere der Unterschied zwischen einer narrativ „geschlossenen“ und einer interpretativ „offenen“ Form herausgearbeitet wird.
Schlüsselwörter
Tool, Maynard Keenan, Progressive Metal, Konzeptalbum, Gesamtkunstwerk, Rockoper, Mythosbildung, Lateralus, Tommy, The Who, Bildsprache, Art Rock, Psychedelic Rock, Rezeptionsästhetik, Musikvideo
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und ästhetischen Positionierung der US-Band Tool im Kontext des Progressive Metal und analysiert, wie die Band ihren Status durch ein spezifisches Image und künstlerische Distanzierung aufbaut.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Mythenbildung der Band, der künstlerische Anspruch ihrer Musik, die Funktion der visuellen Gestaltung (Cover-Art) und der Vergleich der Rezeptionsweise zwischen verschiedenen Arten von Konzeptalben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, inwiefern die Musik von Tool als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden kann und wie die Band ihre bewusste Interpretationsoffenheit als Werkzeug zur individuellen Selbsterfahrung der Hörer nutzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche und soziologische Analyse, indem sie das Werk von Tool mit theoretischen Konzepten (wie dem Gesamtkunstwerk oder der Rockoper) vergleicht und Interviews der Bandmitglieder als Quellen heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Image der Band, die musikalischen Einflüsse (Progressive/Art/Psychedelic Rock) und die Bedeutung von Albencovern als visuelle Spiegelbilder der Musik detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Progressive Metal, Gesamtkunstwerk, Konzeptalbum, Mysterium und Rezeptionsästhetik beschreiben.
Wie unterscheidet der Autor zwischen der „offenen“ und „geschlossenen“ Form?
Die geschlossene Form (wie bei der Rockoper „Tommy“) gibt ein festes dramatisches Narrativ vor, während die offene Form (wie bei „Lateralus“) auf einen assoziativen Interpretationsprozess durch den Hörer setzt.
Warum verwendet Tool laut der Analyse keine abgedruckten Songtexte?
Es wird vermutet, dass dies eine bewusste Entscheidung ist, um die Interpretationsoffenheit zu bewahren und den Hörer dazu zu zwingen, sich intensiver und subjektiv mit der Musik auseinanderzusetzen.
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- Jens Frieling (Author), 2008, Mythos ‚Tool’: Gedanken zu Werk und Image der US-amerikanischen Progressive Metal-Band Tool, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132181