Da die Disney-Filme oft Adaptionen verschiedener Literaturwerke sind, werden die Zuschauer je nach Film mit unterschiedlichen, manchmal nicht gendertypischen oder patriarchalen Figurentypen konfrontiert. Die Hausarbeit soll daher diese Thematik aufgreifen. Darüber hinaus ist der Trend der steigenden politischen Korrektheit auch schon in Disney-Filmen zu beobachten.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen des Geschlechts, Gender sowie der Intersektionalität geschildert. Im zweiten Teil wird der Zeichentrickfilm Pocahontas aus dem Jahr 1995 analysiert und die Geschlechter- und Genderrollen sowie Intersektionalität in der allgemeinen Literatur von Disney erörtert und anhand von Beispielen diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschlecht und Gender
2.1. Gender Studies und Queer Studies
2.2. Intersektionalität
3. Geschlecht, Gender und Intersektionalität in den Disney-Filmen
4. Gender-theoretische Analyse des Filmes “Pocahontas”
4.1. Weibliche Figuren
4.2. Männliche Figuren
4.3. Evaluation der Analyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Geschlechterrollen und Intersektionalität in ausgewählten Disney-Filmen anhand einer gender-theoretischen Analyse, mit besonderem Fokus auf den Zeichentrickfilm "Pocahontas" aus dem Jahr 1995, um diskriminierende Strukturen und gesellschaftliche Einflüsse aufzuzeigen.
- Theoretische Fundierung von Geschlecht, Gender und Intersektionalität
- Analyse der Konstruktion von Stereotypen in Disney-Filmen
- Untersuchung von Machtverhältnissen und Zivilisationskonflikten im Film "Pocahontas"
- Dekonstruktion von weiblichen und männlichen Figurentypen
- Reflektion über intersektionale Diskriminierung und heteronormative Ideologien
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Fast in allen Disney Filmen, die vor der Sensibilisierung der Medien und vor der Anti-Diskriminierung gedreht wurden, werden die Zuschauer mit stereotypischen und manchmal diskriminierenden Verhaltensweisen der Figuren konfrontiert. Gute Figuren sind oft hübsch und sehen schön aus und böse Figuren sind oft hässlich dargestellt. Die Prinzessinnen müssen immer durch einen hübschen Prinzen gerettet werden. Nicht nur die patriarchale Botschaft wird durch diese Filme überliefert, sondern auch wird diese Ideologie normalisiert.
Die Zuschreibungen, gesellschaftlich entwickelten Geschlechterrollen und Identitäten können die Wahrnehmung und Welterschließung der Kinder beeinflussen. Noch ein anderes Problem ist das Aussehen und die Darstellung der Figuren in den Disney-Filmen. Hauptfiguren sehen oft nordeuropäisch aus. Oft ist das ganz normal, da der Raum oder die Herkunft der Figuren Nord- oder Zentraleuropa ist. Die Darstellung dieser europastämmigen Figuren sind auch ganz anders als die der anderen Ethnien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik stereotypischer und oft diskriminierender Figurendarstellungen in älteren Disney-Filmen und führt in die Zielsetzung ein, diese mittels einer Analyse des Films "Pocahontas" zu dekonstruieren.
2. Geschlecht und Gender: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Geschlechterforschung, einschließlich psychoanalytischer Ansätze nach Freud und Lacan sowie die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (Sex) und sozialer Geschlechtsidentität (Gender).
2.1. Gender Studies und Queer Studies: Hier werden die essentialistischen und konstruktivistischen Ansätze der Gender Studies gegenübergestellt und das Konzept der Queer Studies zur Hinterfragung heteronormativer Normen eingeführt.
2.2. Intersektionalität: Es wird dargelegt, wie verschiedene Diskriminierungsformen wie Rassismus, soziale Schicht und Religion ineinandergreifen und die Erfahrungen von Individuen prägen.
3. Geschlecht, Gender und Intersektionalität in den Disney-Filmen: Dieses Kapitel analysiert anhand von Beispielen wie "Mulan" und "Aladdin", wie Disney-Filme heteronormative Standards setzen, alternative Lebensentwürfe oft abwerten und diverse, aber stereotyp geprägte Gendertypen präsentieren.
4. Gender-theoretische Analyse des Filmes “Pocahontas”: Eine detaillierte Untersuchung des Films hinsichtlich seiner patriarchalen Strukturen und der Darstellung des Konflikts zwischen Kolonialisten und Ureinwohnern.
4.1. Weibliche Figuren: Analyse der passiven sowie eigenständigen Züge von Pocahontas, sowie der Rollen von Großmutter Weide und Nakoma innerhalb des patriarchalen Rahmens.
4.2. Männliche Figuren: Untersuchung der Rollen von John Smith, Thomas, Gouverneur Ratcliffe und Wiggins hinsichtlich ihrer Männlichkeitsdarstellung und der Einordnung in die Kategorien "gut" oder "böse".
4.3. Evaluation der Analyse: Die Evaluation stellt fest, dass der Film eine heteronormative und neon-liberale Botschaft vermittelt, in der Diskriminierung und Geschlechterrollen eng mit der moralischen Einordnung der Figuren verknüpft sind.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass gender-theoretische Analysen von literarischen Werken subjektiv geprägt sind und je nach sozialem und kulturellem Kontext unterschiedliche, wertvolle Einsichten über Geschlechternormen liefern.
Schlüsselwörter
Geschlechterforschung, Gender Studies, Queer Studies, Intersektionalität, Disney-Filme, Pocahontas, Patriarchat, Heteronormativität, Stereotypen, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Psychoanalyse, Konstruktivismus, Medienanalyse, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die Darstellung von Geschlecht, Identität und sozialen Machtverhältnissen in Disney-Zeichentrickfilmen am Beispiel von "Pocahontas".
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung von Gender und Intersektionalität, die Analyse von Figurentypen und die Auswirkung gesellschaftlicher Normen auf die Filmdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Disneys "Pocahontas" durch eine gender-theoretische Linse betrachtet sowohl feministische Ansätze als auch patriarchale Stigmata und rassistische Untertöne transportiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine film- und kulturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf theoretischen Grundlagen der Gender Studies und der Intersektionalitätsforschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die Erörterung des Disney-Kontextes sowie die spezifische Analyse der Charaktere (weiblich/männlich) und der filmischen Botschaft von "Pocahontas".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechterrollen, Heteronormativität, Intersektionalität und eine dekonstruierende Medienanalyse bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Pocahontas von anderen Disney-Prinzessinnen?
Pocahontas wird als eine Figur präsentiert, die zwischen Kulturen und Zivilisationen steht, wobei ihre Exotik in der Darstellung gleichzeitig ein Ziel für Sexualisierung und eine Besonderheit gegenüber europäisch geprägten Prinzessinnen darstellt.
Welche Rolle spielt die Psychoanalyse in dieser Arbeit?
Die Psychoanalyse dient als theoretisches Werkzeug, um die Figurenkonstellationen und familiären Dynamiken – etwa durch den Freudschen Ödipuskonflikt – innerhalb der filmischen und literarischen Vorlagen besser zu verstehen.
Warum wird Gouverneur Ratcliffe als "queer" gelesen?
Der Autor führt an, dass Ratcliffes Aussehen, seine Kleidung und sein Verhalten außerhalb traditionell maskulin-heldenhafter Disney-Standards liegen, was ihn im filmischen Kontext häufig in eine antagonistische, "abweichende" Rolle drängt.
- Arbeit zitieren
- Mert Can Cifci (Autor:in), 2022, Gender-theoretische Zugänge und Analyse des Disney-Films „Pocahontas”, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321852